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Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Der Krieg geht zu Ende (2/5)
Teil 2: 10. bis 17. Februar 1945

Chronik für Stimmen Januar bis Mai 1945
Von Walter Kempowski und Walter Adler
SWR Fassung des gleichnamigen 12-stündigen Radiotags Teil 2/5:
Mitte Februar 1945
Mit: Judith Engel, Rosemarie Fendl, Peter Fitz, Helmut Griem, Sylvester Groth, Gustl Halenke, Hans-Peter Hallwachs u. v. a.
Regie: Walter Adler
(Produktion: hr/SWF/NDR/BR 1995)

1995 wurde ein 12-stündiges Hörspiel realisiert, das einem kollektiven Tagebuch aus den letzten Kriegsmonaten 1945 entsprach. Diese Collage aus Alltagszeugnissen und Tagebüchern sendet der SWR aus Anlass des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs. Der 2. Teil spiegelt u. a. das Ende der Konferenz von Jalta, die deutsche Kapitulation in Budapest vor der Roten Armee und die Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar.

Donnerstag, 13. Februar 2020, 22:03 Uhr, 55´00 Min.
SWR2 Hörspiel-Studio - 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs

Teil 3: Donnerstag, 19.03.2020, 22:03 Uhr
Teil 4: Donnerstag, 30.04.2020, 22:03 Uhr
Teil 5: Donnerstag, 07.05.2020, 22:03 Uhr
 
 

Sonstiges 
 
DICHTER ZWISCHEN GENIE UND WAHNSINN
(c) Verkehrsverein Tübingen / Barbara Honner
 
DICHTER ZWISCHEN GENIE UND WAHNSINN
Baden-Württemberg feiert 250 Jahre Friedrich Hölderlin

STUTTGART, 04. Februar 2020 – Mit seinem radikal-innovativen Werk und seiner tragischen Lebensgeschichte verkörpert Friedrich Hölderlin (1770–1843) wie kein anderer die verbreitete Vorstellung vom Dichter zwischen Genie und Wahnsinn. Zum Anlass seines 250. Geburtstags rücken in diesem Jahr zahlreiche Ausstellungen und literarische Veranstaltungen Leben und Werk des schwäbischen Dichters in ein neues Licht. Insbesondere Hölderlins Lebensstationen entlang des Neckars laden im Jubiläumsjahr zu einer literarischen Reise ein. Neu eingerichtete Museen, Lesungen oder thematische Stadtführungen geben dort Anlass, sich mit einem der bedeutendsten Lyriker der deutschen Literaturgeschichte auseinanderzusetzen.

Lauffen am Neckar: Neues Museum im Hölderlinhaus
Am 20. März 1770 erblickte Friedrich Hölderlin in Lauffen am Neckar das Licht der Welt. Nach dem frühen Tod des Vaters lebte die Familie nur wenige Jahre in der Geburtsstadt des Dichters. Entsprechend geriet das ehemalige Wohnhaus lange in Vergessenheit, bevor es 1970 wiederentdeckt wurde. Zum 250. Geburtstag lässt die Stadt Lauffen das historische Areal behutsam umgestalten, barrierefrei einrichten und durch einen modernen Neubau ergänzen. Das von Hölderlins Großvater 1750 erbaute Haus ist weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten. In vier Ausstellungsräumen präsentiert es künftig 16 Persönlichkeitsfacetten des sprachgewaltigen Dichters – vom Erfinder über den Utopisten bis zum Liebhaber. Hölderlins Werken kommt man im „Erlebnisraum Gedicht“ und im „Versuchsraum Sprache“ nahe. Außerdem stehen Sessel zum Lesen seiner Texte bereit. Das neue Museum eröffnet an Hölderlins Geburtstag am 20. März 2020.
www.hoelderlinhaus.de

Nürtingen: Stadt der Kindheit und Jugendjahre
Bereits als Vierjähriger zog Hölderlin im Jahr 1774 mit seiner Mutter nach Nürtingen, wo er prägende Jahre seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Im ehemaligen Schweizerhof in der Neckarstraße, dem heutigen Hölderlinhaus, lebte die Familie 24 Jahre lang. Bis 2021 wird das gesamte Areal zu einem Bildungszentrum umgebaut, in das künftig auch eine Dauerausstellung zum bekannten Sohn der Stadt einziehen wird. Bis dahin widmen sich im Jubiläumsjahr zahlreiche Lesungen, Konzerte und Stadtführungen Hölderlins Leben und Wirken in Nürtingen. Dort besuchte er unter anderem die Lateinschule und verfasste sein vielleicht bekanntestes Werk, den Roman „Hyperion“. Hölderlin blieb seiner Heimatstadt zeitlebens eng verbunden und behielt bis zum Lebensende das Nürtinger Bürgerrecht.
www.nuertingen.de/hoelderlin2020

Tübingen: Runderneuerter Hölderlinturm
Wie keine andere Stadt steht Tübingen für das Leben und Leiden Friedrich Hölderlins. In der Universitätsstadt am Neckar verbrachte er mehr als die Hälfte seines Lebens, davon alleine 36 Jahre im später nach ihm benannten Turm. 1787 kam er in die Stadt, um am berühmten Evangelischen Stift Theologie zu studieren. Viele Jahre später wurde er gleich nebenan ins Universitätsklinikum eingewiesen, nachdem man bei ihm „Wahnsinn“ und „Raserei“ diagnostiziert hatte. Die psychiatrischen Behandlungen blieben ohne Erfolg. Im nahe gelegenen Turmhaus fand er 1807 seinen Rückzugsort, den er bis ans Lebensende kaum noch verlassen sollte. Heute bildet der Hölderlinturm gemeinsam mit der Neckarfront die Postkartenansicht der Stadt. Nach längerem Umbau öffnet er am 15. Februar 2020 mit einer neuen multimedialen Dauerausstellung wieder seine Türen. Im Zentrum steht dort Hölderlins Auseinandersetzung mit Sprache und Rhythmus. In der Ausstellung wird diese hör- und spürbar und für die Besucher zu einer körperlichen Erfahrung. In einem Sprachlabor kann man selbst mit Worten und Versen experimentieren. Erstmals wird auch der Garten des Turms einbezogen: Auf einer eigens konzipierten Gedichtlaufstrecke lässt sich Hölderlins Dichtkunst in Bewegung übersetzen.
www.tuebingen.de/hoelderlinturm

Stuttgart: Rezeptionsgeschichte im Hölderlin-Archiv
In die württembergische Residenzstadt zog es Hölderlin immer wieder, nicht zuletzt für Besuche bei Freunden und Wegbegleitern. Ab Juni 1800 hielt er sich für ein halbes Jahr in Stuttgart auf und erlebte hier eine äußerst schöpferische Phase. Heute erinnern an ihn nicht nur der Hölderlinplatz und ein nach ihm benanntes Gymnasium. Das Hölderlin-Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek ist die zentrale Anlaufstelle für die internationale Erforschung des Dichters und seines Werks. Vom 21. April bis 15. August zeigt die Landesbibliothek die Ausstellung „Aufbrüche – Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“. Im Fokus stehen Werke, die sich auf Hölderlins Stuttgarter Aufenthalte beziehen. Aber auch sein revolutionäres Umfeld und die Rezeptionsgeschichte werden thematisiert.
www.wlb-stuttgart.de/sammlungen/hoelderlin-archiv/

Marbach: Hölderlin und die Sprachen der Poesie
Ob Hölderlin jemals in Marbach am Neckar war, ist in den Quellen nicht überliefert. Ein Teil seiner Handschriften hat jedenfalls im hier ansässigen Deutschen Literaturarchiv einen würdigen Rahmen gefunden. Dort ist er in bester Gesellschaft: Zu den Schriftstellern und Gelehrten, deren Nachlässe oder Manuskripte hier verwahrt werden, zählen Geistesgrößen wie Friedrich Schiller, Rainer Maria Rilke und Martin Heidegger. Im Jubiläumsjahr präsentiert das angegliederte Literaturmuseum der Moderne vom 19. März bis 29. November die Ausstellung „Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie“. Im Kern geht um die Frage, welche Spurens Hölderlins Sprache in der Literatur des 20. und 21. Jahrhundert hinterlassen hat. Neben Paul Celan werden unter anderen Hermann Hesse, Hannah Ahrend und Ingeborg Bachmann auf die Nachwirkung Hölderlins untersucht. Besucher der Ausstellung können dabei selbst experimentell erforschen, wie sie Hölderlin-Texte lesen und wie deren Poesie auf sie wirkt.
www.dla-marbach.de

Heidelberg: Jubiläumswochenende auf dem Musikfrachter
„Die Stadt gefiel mir außerordentlich wohl“, schrieb Friedrich Hölderlin einst an seine Mutter. Eines seiner berühmtesten Gedichte ist die Ode „Heidelberg“, deren Manuskript sich heute im Kurpfälzischen Museum der Stadt befindet. In der Hölderlin-Anlage am Philosophenweg ist die erste Strophe auf einem Gedenkstein zu lesen. Bis heute wird sein Andenken in der UNESCO City of Literature hochgehalten. Vom 20. bis 22. März feiert die Stadt ein umfangreiches Jubiläumswochenende mit zahlreichen Veranstaltungen, Lesungen und Konzerten. Als einer der Höhepunkte wird der Musikfrachter BTHVN2020 vor der Alten Brücke anlegen. Er erinnert an den gleichaltrigen Jubilar Ludwig van Beethoven und wird ein Wochenende lang zur Bühne, um Friedrich Hölderlin zu feiern.
www.heidelberg-marketing.de

INFO
Viele weitere Ausstellungen, Orte und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr sowie umfangreiche Informationen zu Friedrich Hölderlins Leben und Werk gibt es online unter www.hoelderlin2020.de.

zum Bild oben
Tübingens Neckarfront mit dem Hölderlinturm (c) Verkehrsverein Tübingen / Barbara Honner
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Museums- und Ausstellungstipps 
 
 
Karlsruhe: Rathaus zeigt Ausstellung zu 50 Jahre Baerenthal
Präsentation zur Entwicklung der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte bis 14. Februar zu sehen

Unter dem Titel "Wer war noch nicht in Baerenthal?" zeigen die Stadt Karlsruhe und der Stadtjugendausschuss im Rathaus am Marktplatz gemeinsam eine Ausstellung, die die Geschichte der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte in Lothringen beleuchtet.

In der 2019 zum 50-jährigen Jubiläum der Einrichtung des Stadtjugendausschusses zusammengestellten Präsentation spiegeln vielfältige Zeugnisse in Text und Bild die Entwicklung in Baerenthal von den bescheidenen Anfängen im Jahre 1969 bis in die Gegenwart hinein wider. Die Exponate, die jetzt im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages 2020 nochmals gezeigt werden, sind vom 6. bis einschließlich 14. Februar jeweils montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 18 Uhr im Foyer des ersten Obergeschosses zu sehen.
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Lesungen / Vorträge 
 
 
Karlsruhe: Vom Faszinosum Katze
Lesung der GEDOK im Sonntagscafé

Um auch andere an ihrer Faszination teilhaben zu lassen, lesen Franziska Joachim, Irmentraud Kiefer, Hedi Schulitz und Sabine Stern am Sonntag, 16. Februar, um 11 Uhr, Texte aus der neuen Anthologie "Feline Texturen – ein Katzenbuch". Die Veranstaltung findet im Internationalen Begegnungszentrums in der Kaiserallee 12 d im Rahmen der Reihe Sonntagscafé statt. Inhalt des neuen Sammelwerks ist die Hauskatze, die von jeher die Fantasie der Menschen in Wort, Bild und Musik beflügelt. So auch die insgesamt zwölf Künstlerinnen der GEDOK Karlsruhe sowie zwei Nachwuchstalente, die sich für die im Zeitschnur Verlag der Fächerstadt herausgebrachte Katzenanthologie zusammenfanden. Mit ihren Texten wollen sie dem Rätselhaften und Verrückten der Samtpfoten nahe kommen. Einlass ist bereits um 10.30 Uhr.
 
 

Bibliotheken 
 
 
Veranstaltungen der städtischen Bibliotheken vom 10. bis 14. Februar
Dienstag, 11. Februar, 10 bis 12 Uhr, Mittwoch, 12. Februar, 16 bis 18 Uhr, und Freitag, 14. Februar, 16 bis 18 Uhr
Der IT-Scout kommt (Stadtbibliothek)
Alle Fragen rund um den Computer und das Internet beantwortet der IT-Scout dienstags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 16 bis 18 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr in der Infothek der Stadtbibliothek am Münsterplatz 17 ausführlich und individuell. Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 11. Februar, 15 bis 18 Uhr
eSports-Games (Stadtteilbibliothek Haslach)
Der Verein Freiburg eSports und die Stadtteilbibliothek Haslach bieten digitale Boxkämpfe zum Ausprobieren an. Die eSports-Games finden am Dienstag, 11. Februar, von 15 bis 18 Uhr in der Stadtteilbibliothek, Staudingerstr. 10, statt. Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 11. Februar, 16 Uhr
Winterzeit – Vorlesezeit (Mediothek Rieselfeld)
Für Mädchen und Jungen von drei bis sechs Jahren liest Vorlesepatin Marion Ernst in der Mediothek Rieselfeld, Maria-vonRudloff-Platz 2, am Dienstag, 11. Februar, um 16 Uhr, lustige, spannende oder auch nachdenkliche Geschichten. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 12. Februar und Donnerstag, 13. Februar, 14 bis 16 Uhr
E-Learning-Sprachkurse (Stadtbibliothek)
Über die Onleihe bietet die Stadtbibliothek E-Learning Sprachkurse an. Für Deutschlernende können die Deutschkurse (Niveau A1-C1) kostenlos an Laptops in der Stadtbibliothek genutzt werden. Einführung in die Kurse und Unterstützung bei der Durchführung werden jeden Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr in der Stadtbibliothek, Münsterplatz 17, angeboten. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 12. Februar und Donnerstag, 13. Februar, 15 bis 17 Uhr
Gamingnachmittag (Kinder- und Jugendbibliothek)
Für Kinder ab 8 Jahren bietet die Kinder- und Jugendbibliothek, Münsterplatz 17, jeden Mittwoch und Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr einen Gamingnachmittag. Gespielt wird auf den Konsolen Nintendo Switch und PS4. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 12. Februar, 16 Uhr
Vorlesestunde (Kinder- und Jugendbibliothek)
Lustige und spannende Bilderbücher liest unsere Vorlesepatin für Mädchen und Jungen von 3 bis 5 Jahren am Mittwoch, 12. Februar, um 16 Uhr, in der Kinder- und Jugendbibliothek, Münsterplatz 17, vor. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 12. Februar und Donnerstag, 13. Februar, 16 bis 18 Uhr
SprachCafé Deutsch (Stadtbibliothek)
Jeden Mittwoch und Donnerstag findet von 16 bis 18 Uhr das Sprachcafé Deutsch in der Stadtbibliothek, Münsterplatz 17, statt. In lockerem Rahmen wird die Möglichkeit geboten, Deutsch zu sprechen, sich kennenzulernen und auszutauschen. Das Sprachcafé ist offen für alle und ohne Anmeldung. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 12. Februar, 17 Uhr
Die ½ Vorlesestunde (Stadtteilbibliothek Haslach)
Für Mädchen und Jungen ab 3 Jahren werden in der halben Vorlesestunde am Mittwoch, 12. Februar, um 17 Uhr, in der Stadtteilbibliothek Haslach, Staudinger Straße 10, Geschichten nach den Wünschen der Kinder gelesen. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 14. Februar, 17 Uhr
Musik im Gespräch (Stadtbibliothek)
Im Rahmen der Reihe „Musik im Gespräch“ spricht Meike Senker am Freitag, 14. Februar, um 17 Uhr in der Stadtbibliothek, Münsterplatz 17, über „Baum oder Pflaumen – das multiperspektivische Verhältnis von Musik und Text“. In Kooperation mit der Interessengemeinschaft Freiburger Komponisten (IfK). Der Eintritt ist frei.
 
 

Museums- und Ausstellungstipps 
 
MAX KLINGER. ZELT UND ANDERE ZYKLEN
(c) Staatliche Graphische Sammlung München
 
MAX KLINGER. ZELT UND ANDERE ZYKLEN
Staatliche Graphische Sammlung München
13.02.2020 – 10.05.2020

Max Klinger (1857 – 1920), der unter seinen Zeitgenossen als der „deutsche Michelangelo“ galt, war nicht nur für seine Skulpturen und Gemälde berühmt, sondern vor allem für seine Druckgraphiken. Seine Neuerungen auf diesem Gebiet wurden mit niemand geringerem als Albrecht Dürer verglichen. Zahlreiche Künstler des 20. Jahrhunderts beriefen sich auf das Werk Max Klingers, so unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz und Max Ernst.

Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Todestages erinnert die Staatliche Graphische Sammlung München an den Druckgraphiker, der mehrere seiner bedeutenden Zyklen in München vollendet und intensiv mit einem Münchner Verlag zusammengearbeitet hat. Klingers sensationell neue Erzählweise in graphischen Zyklen wird anhand von ausgewählten Beispielen vorgestellt und erstmals wird sein letzter, selten gezeigter Zyklus „Zelt“ (Opus XIV, 1915–17) in München zu sehen sein.

Neben Klingers Geburtsstadt Leipzig bewahrt die Staatliche Graphische Sammlung München eine der umfangreichsten Sammlungen seiner Zeichnungen und Graphiken, die sich aus zwei Quellen speist. 1957 schenkten die Kinder des Leipziger Kunsthändlers Carl Beyer (1870 – 1948) seine umfassende Sammlung mit seltenen Drucken der Sammlung. Carl Beyer hatte mit Klinger noch persönlich zusammengearbeitet und einen Nachtrag zum Werkverzeichnis seiner Druckgraphik verfasst. Wenig später übergab die Kunstverwaltung der Bundesrepublik Deutschland die Sammlung des Chemnitzer Textilindustriellen Hans Vogel (1867 – 1941) – einer der wichtigen Förderer des Künstlers – als Dauerleihgabe an die Staatliche Graphische Sammlung München. Sie war 1941 von dessen Erben an die Sammlung für Adolf Hitlers in Linz geplantes „Führermuseum“ verkauft worden. Die Darstellung dieser Zusammenhänge, aber auch die Eigenart von Klingers Druckgraphik bilden den Auftakt der Schau.

Die daran anschließende Ausstellung gliedert sich in drei Teile. Die ersten beiden Räume veranschaulichen den Facettenreichtum in Klingers Zyklen. Hier werden die Erzählstrukturen und die Verwendung der Techniken für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten thematisiert. Zu sehen sind unter anderem der bekannteste Zyklus „Ein Handschuh“ (1881, Op. VI), basierend auf den persönlichen Erlebnissen des Künstlers, als auch der Zyklus „Dramen“ (1883, Op. IX). Dieser fasst mehrere von Klinger bis dahin angesprochene gesellschaftliche und politische Themen zusammen. Der anschließende Ausstellungsbereich verdeutlicht die Entstehung von ausgewählten Kompositionen für die Zyklen. Hier lässt sich dem Künstler über die Schulter schauen, wie er eine Figur überarbeitete, graphische Effekte verstärkte oder ein Format veränderte. Verworfene Kompositionen und Arbeitszustände seiner Druckgraphiken waren bereits von den Zeitgenossen gefragt und kursierten auf dem Kunstmarkt.

Am Schluss der Ausstellung steht der Zyklus „Zelt“ als Kulminationspunkt in Klingers Schaffen für die Summe seiner Erzählkunst und phantastischen Bilderfindungen. Darin entfaltet er die originäre Abenteuergeschichte einer erotisch-sinnlichen Schönheit im orientalischen Milieu. Auch wenn die Ausführung von Zeitgenossen kritisiert und die Handlung missverstanden wurde, vereinigt der Zyklus noch einmal Klingers Themen und alle technischen Möglichkeiten seiner „Griffelkunst“, wie er die Druckgraphik selbst nannte. Der Künstler kombinierte die Strichätzung und Aquatinta der Radierung mit Kupferstich und Schabkunst. Als würde er auf die neueren Medien seiner Zeit wie das Kino und den Cartoon Bezug nehmen, entfaltet er in einer Abfolge monumentaler Bilder eine spannungsreiche Erzählstruktur.

Kuratoren: Dr. Andreas Strobl, Dr. Nino Nanobashvili

BEGLEITPROGRAMM

FÜHRUNG
26.03.2020, 18.00, Max Klinger als Zeichner, Studiensaal der Staatlichen Graphischen Sammlung München

FÜHRUNGEN AUS ERSTER HAND
05.03.2020, 16.04.2020, 07.05.2020, 18.30

DIALOGFÜHRUNG
Das Ewige im Jetzt: 02.05.2020, 15.30 (beginnt in der St. Markus Kirche)

Bild:
Max Klinger, Mord, 1915
Opus XIV, Zelt, Blatt 39, Radierung, Inv.-Nr. 1957:416 D
Staatliche Graphische Sammlung München
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Museums- und Ausstellungstipps 
 
 
Führungen und Kinderwerkstatt in der Städtischen Galerie Karlsruhe
In der aktuellen Sonderausstellung "Erwin Gross. Auf Papier 2017-2019" gibt es in der Städtischen Galerie am Sonntag, 9. Februar, 15 Uhr, eine einstündige sowie am Donnerstag, 13. Februar, 12.15 Uhr, eine halbstündige Führung. Außerdem ist am 9. Februar von 15 bis 16.30 Uhr die Kinderwerkstatt geöffnet. Thema: "Zauberwald und Kunstsumpf – Dreidimensionale Wandbilder".
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Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Heiko Daniels: Stylites - 37 Jahre / 18 Meter
Eine Hagiofonie
Hörspiel von Heiko Daniels
Mit: Sylvester Groth, Jakob Diehl u. a.
Regie: Alexander Schuhmacher
(Produktion: HR 2016)

Symeon Stylites der Ältere (* 389 in Sisan, heute vermutlich Samandað in der türkischen Provinz Hatay nahe der syrischen Grenze; † 459 in Qal' at Sim' an, ca. 35 km nordwestlich von Aleppo) begründete die Tradition der Säulenheiligen. 37 Jahre lang lebte er ohne Unterbrechung auf einer zuletzt 18 Meter hohen Säule. Er ist der bekannteste Heilige seiner Zeit. Bis heute fasziniert seine beispiellose Askese unterschiedlichste Autoren wie Theologen, Mystiker, Dadaisten und Surrealisten. Das Hörspiel "Stylites" erzählt vom Widerstreit der Legenden über diesen Säulenheiligen.

Sonntag, 09. Februar 2020, 18:20 Uhr, 88´00 Min.
SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 



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