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Sonntag, 18. Oktober 2026
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Museums - und Ausstellungstipps

 
Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 19. bis 25. Oktober
(Kalenderwoche 43)

Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop oder an der jeweiligen Museumskasse. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard und Museums-PASS-Musées frei.

Archäologisches Museum Colombischlössle

After Work: Die Schlange im Schwert
Frühmittelalterliche Schwerter waren Meisterwerke auf Weltniveau. Bei der Feierabendführung am Mittwoch, 21. Oktober, um 17.30 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, erforschen Interessierte gemeinsam mit Museumsdirektor Hans Oelze die innovativen Herstellungstechniken. Dabei entdecken sie, warum die Schwerter des Frühmittelalters weit mehr waren als Waffen. Die Teilnahme kostet den Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zusätzlich wird ein kostenfreies Veranstaltungsticket benötigt. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

Webtalk: Zwangsarbeit in Freiburg während der NS-Zeit Im Webtalk des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus am Mittwoch, 21. Oktober, von 20.15 bis 22 Uhr geht es diesmal um Zwangsarbeiter*innen in Freiburg während der NS-Zeit. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mussten Tausende verschleppte Menschen in Freiburger Betrieben, öffentlichen Einrichtungen und privaten Haushalten Zwangsarbeit leisten. Caroline Klemm, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DZNS, gibt einen Überblick über den Einsatz und ausgewählte Biografien von Zwangsarbeiter*innen. Die Webtalk-Reihe ist eine Kooperation mit der LpB Freiburg, der LAGG Baden-Württemberg, dem Gedenkstättenverbund Südlicher Oberrhein und dem Colloquium Politicum der Uni Freiburg. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung findet online statt über https://meet.freiburg.de/b/rooms/jul-dnq-rkm-soq/join

Museum für Neue Kunst

Führung: Rodin und Lehmbruck
Die Führung im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, am Donnerstag, 22. Oktober, um 18 Uhr widmet sich zwei Meistern der Moderne: Auguste Rodin (1840–1917) und Wilhelm Lehmbruck (1881–1919). Das Museum präsentiert Rodins „Der Kuss“ und Lehmbrucks „Emporsteigender Jüngling“ in unmittelbarer Nähe. Im Vergleich werden stilistische Unterschiede und konzeptuelle Nähe der beiden Plastiken diskutiert. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, hinzu kommt der Eintritt von 3 Euro (ermäßigt wegen Umbau). Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.

Museum Natur und Mensch

Führung: Voll unfair!
Das Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, lädt Interessierte am Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung "Voll unfair!" ein. Darin präsentiert die Ethnologische Sammlung die künstlerischen Positionen von Marcello Martinez-Vega aus Ecuador und Dewi Candraningrum aus Indonesien. Mit ihren Porträts und Installationen beleuchten sie soziale, wirtschaftliche und politische Fragen rund um den globalen Handel mit Rohstoffen. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, hinzu kommt der Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.

Augustinermuseum

Führung: Zukunfts(t)räume
Wie offen kann ein Museum sein – und wie könnte es in Zukunft für die Gesellschaft wirken? Bei der Führung im Augustinermuseum am Sonntag, 25. Oktober, um 15 Uhr stellen beteiligte Studierende der Universität Freiburg die Ausstellung „Zukunfts(t)räume – Museum im Wandel“ im FREI_Raum vor. Sie erzählen die bewegte Geschichte des Hauses vom Mittelalter bis heute – verbunden mit persönlichen Stadtgeschichten, ungewöhnlichen musealen Streifzügen und eigenen Ideen. Alle Teilnehmer*innen sind eingeladen, sich über ihre eigenen Zukunfts(t)räume und Wünsche auszutauschen. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse. Treffpunkt ist das Foyer im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32/34.
 
 

 
Museum Barberini zieht erfolgreiche Bilanz der Ausstellung zu Paul Signac
Über 100.000 Besuche

Potsdam, 15. Oktober 2026 – Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus endete am 11. Oktober 2026 mit insgesamt 104.168 Besuchen. Die gemeinsam mit der Kunsthal Rotterdam realisierte Schau beleuchtete Signacs zentrale Rolle in der europäischen Moderne und verband hochkarätige Leihgaben mit einem vielseitigen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm.

Mit Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus widmete sich das Museum Barberini einem der prägenden Künstler der französischen Moderne. Die Ausstellung zeichnete Signacs Entwicklung von frühen Uferlandschaften über Interieurs und Porträts bis zu den lichtdurchfluteten Küstenbildern der Côte d’Azur nach. Dabei wurde sichtbar, wie er die Möglichkeiten der Farbe neu auslotete und die Malerei mit den ästhetischen und gesellschaftlichen Visionen seiner Zeit verband. Über das malerische Werk hinaus beleuchtete die Schau Signacs Bedeutung als Theoretiker, Sammler und Mäzen sowie als Netzwerker, Lehrer und Ausstellungsorganisator. Sein Einfluss reichte weit über Frankreich hinaus und prägte die Entwicklung des Neoimpressionismus auch in Belgien und Deutschland.

36 Werke Signacs traten in einen Dialog mit mehr als 60 Gemälden von Künstlerinnen und Künstlern wie Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat und Jan Toorop. Die Gegenüberstellung verdeutlichte sowohl die gemeinsamen Grundlagen der Bewegung als auch die individuellen Positionen ihrer Vertreter. Zu den Leihgebern zählten das Van Gogh Museum in Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland in Dublin und das Musée d’Orsay in Paris.

Das Museum Barberini hält mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Camille Pissarro und anderen, einer Dauerleihgabe der Hasso Plattner Foundation, einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland. Die Schau war bereits das dritte Ausstellungsprojekt zum Neoimpressionismus – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).
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Kunstausstellung „art gallery 12“ im Kurhaus Bad Krozingen
BAD KROZINGEN. Kunstliebhaber und Kulturinteressierte dürfen sich im November auf ein besonderes Highlight im Kurhaus Bad Krozingen freuen: Die Galerie „art gallery 12“ präsentiert vom 6. bis 8. November 2026 zeitgenössische, hochwertige Originalkunst im Raum „Gartenzimmer“.

Ab sofort ist die ArtGallery12 im Kurhaus Bad Krozingen zu Hause. Vom 6. bis 8. November feiert sie ihre offizielle Eröffnung und lädt alle Interessierten herzlich ein, vorbeizukommen. Der Eintritt ist frei. Den Auftakt bildet die Vernissage am Freitag, 6. November, um 18 Uhr im Gartenzimmer des Kurhauses. Die Gäste erwartet ein Abend mit ausgewählten Originalen zeitgenössischer europäischer Künstler, anregenden Gesprächen und viel Raum zum Entdecken. Die ArtGallery12 steht für die persönliche Begegnung mit Kunst. Ob neugierig, kunstbegeistert oder einfach auf der Suche nach Inspiration: Das Team freut sich auf gute Gespräche und persönliche Begegnungen. Zeitgenössisch. Hochwertig. Im Original.

Auf einen Blick
Eröffnung: 6. bis 8. November 2026, 11.00- 17.00 Uhr
Vernissage: Freitag, 6. November, 18 Uhr
Ort: Gartenzimmer im Kurhaus, Kurhausstraße 1, 79189 Bad Krozingen
Eintritt frei

Weitere Informationen finden Sie online
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Wandmalerei in Bamberg unter Tapete entdeckt: Förderung für Konservierung
Bamberg-Berg: Ehem. Domherrenhof Obere Karolinenstraße 6 (c) DSD / Guido Siebert
 
Wandmalerei in Bamberg unter Tapete entdeckt: Förderung für Konservierung
Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt zudem Untersuchungen weiterer Wandbereiche

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt Arbeiten zur Konservierung einer überraschend entdeckten historischen Wandmalerei in einer Wohnung im ehemaligen Domherrenhof in der Oberen Karolinenstraße 6 in Bamberg und die Untersuchung angrenzender Wandbereiche mit 24.000 Euro. Den entsprechenden Fördervertrag wird Herbert van Beek vom DSD-Ortskuratorium Bamberg am Montag, den 12. Oktober 2026, um 11.30 Uhr vor Ort an Florian Selig vom Bereich Bau und Liegenschaften des Erzbistums Bamberg, Eigentümerin des Gebäudes, überreichen.

Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Spender der DSD und Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.

Die geförderten Maßnahmen sollen zum einen die Konservierung der in einer als Mietwohnung genutzten Einheit erst kürzlich unter Tapetenschichten entdeckten Wandmalerei ermöglichen. Außerdem werden Untersuchungen unterstützt, die klären sollen, in welchem Umfang sich weitere historische Ausmalungen im Gebäude erhalten haben und wie der außergewöhnliche Befund dauerhaft gesichert und präsentiert werden kann.

Der ehemalige Domherrenhof, die Curia Sti. Sebastiani, gehört zu den bedeutenden historischen Hofanlagen im Umfeld des Bamberger Doms. Das Ensemble entstand in mehreren Bauphasen. Der langgestreckte zweigeschossige Torflügel ist auf das Jahr 1531 datiert. Der östliche Wohnbau stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, während der westliche Wohntrakt mit Kapellenturm und Belvederegang, also mit „schöner Aussicht“, um 1600 entstand. Hinzu kommt ein Gartensalettl, ein Gartenhäuschen, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das wahrscheinlich vom Bamberger Johann Jakob Michael Küchel, Architekt des Rokokos, entworfen wurde. Die Anlage zeichnet sich durch ihre vielschichtige Baugeschichte und ihre enge Verbindung zum geistlichen und repräsentativen Leben des Bamberger Dombezirks aus.

Die etwa 120 mal 170 Zentimeter große Wandmalerei wurde beim Entfernen einer Raufasertapete in einer Mietwohnung freigelegt. Die Malerei könnte aus der Entstehungszeit des Gebäudes stammen. Das Wandbild wurde vermutlich als Kalk-Secco-Malerei auf mehrlagigem Kalkputz ausgeführt. Auffällig sind die hohe künstlerische Qualität, die differenzierte Farbgebung sowie die mit Vorzeichnungen angelegte perspektivische Darstellung.

Was das Wandbild genau zeigt, ist noch nicht eindeutig. Nach ersten Einschätzungen könnte es Szenen der Textilverarbeitung oder des Textilhandels sein. Eine genaue Analyse steht noch aus. Für die Denkmalpflege besitzt der Fund einen hohen historischen und wissenschaftlichen Wert, da er Einblicke in die Wohn- und Repräsentationskultur eines geistlichen Hofes in der frühen Neuzeit ermöglicht. Zudem sprechen zahlreiche Indizien dafür, dass die Malerei ursprünglich Teil eines größeren Wandbildprogramms in einem repräsentativen Raum, vielleicht eines Empfangssaals mit mittlerweile verbautem Treppenaufgang war.

Besonders bemerkenswert ist die Fundsituation: Historische Wandmalereien dieser Qualität werden nur selten in regulär genutzten Mietwohnungen entdeckt. Die nun geförderten Untersuchungen sollen Erkenntnisse über Umfang, Datierung und Bedeutung des Befundes liefern und die Grundlage für weitere Restaurierungsmaßnahmen schaffen.

Das Haus in der Oberen Karolinenstraße war im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am 13. September 2026, der in Bamberg offiziell eröffnet wurde, als sogenannte Schaubaustelle öffentlich zugänglich. In Kleingruppen konnten Interessierte sich das entdeckte Wandbild ansehen, einem Restaurator bei der Arbeit zusehen und Fragen stellen.

Der ehemalige Domherrenhof in Bamberg ist eines der mehr als 680 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte.
 
 

 
Zwei Führungen zu "Lost Places in Karlsruhe"
Am Sonntag, 18. Oktober, um 15 Uhr führt Judith Göhre durch die Sonderausstellung „Lost Places in Karlsruhe. Fotografien von Harald Wacker“ im Stadtmuseum und stellt eine Auswahl an Orten vor, die heute nicht mehr existieren oder inzwischen in anderer Form genutzt werden.
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Filmvorführung: „Maximilian Dortu oder Nur die Toten kehren nicht zurück“
Stadtarchiv Freiburg, 15. Oktober

1976 drehte der Regisseur Jens-Peter Proll das Kammerspiel „Maximilian Dortu oder Nur die Toten kehren nicht zurück“. Es wurde im Februar 1977 im Fernsehen der DDR ausgestrahlt. Inzwischen ist der DDR-Film selbst ein Zeitdokument. Das Stadtarchiv, Neuer Messplatz 5A, zeigt ihn begleitend zur Ausstellung „Maximilian Dortu – Ein Leben für Freiheit und Gerechtigkeit“. Bei der Filmvorführung am Donnerstag, 15. Oktober, um 17 Uhr ordnet der Leiter des Archivs, Dr. Florian Hoffmann, den Film historisch ein. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei. Da die Kapazitäten begrenzt sind, sollte man sich anmelden unter: info@breisgau-geschichtsverein.de. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2026 zu sehen.

Maximilian Dortu (1826-1849) gilt als bedeutender Protagonist der Revolution von 1848/49. Geboren in Potsdam, vertrat er schon als Student demokratische und frühsozialistische Ideen und schloss sich im Frühjahr 1848 der Revolution in Berlin und Potsdam an. Nach einer kurzen Zeit im französischen Exil unterstützte er ab Mai 1849 den badischen Aufstand, zunächst als Militärkommandant für den Amtsbezirk Gernsbach, dann als Befehlshaber eines Bataillons der Freiburger Volkswehr bei den letzten Abwehrgefechten. Nach der Niederlage der Revolutionstruppen wurde er gefangen genommen, von einem preußischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 31. Juli 1849 auf dem alten Friedhof in der Wiehre hingerichtet. Seine Grabstätte ist bis heute erhalten.
 
 

Augustinermuseum zieht erste Zwischenbilanz
(c) Foto: Patrick Seeger
 
Augustinermuseum zieht erste Zwischenbilanz
Über 82.000 Besucher*innen in sieben Monaten

Neue Präsentation im Schwarzwaldbereich: Historische Originale lösen immersive Rauminstallation ab

Seit gut sieben Monaten ist das Augustinermuseum wieder vollständig für Besucher*innen geöffnet und lädt auf rund 3400 Quadratmetern Ausstellungsfläche zum Erkunden ein. Vorangegangen waren mehr als 20 Jahre Bauzeit. Im Bereich Schwarzwald konnten Museumsgäste zum Auftakt in eine digital animierte Rauminstallation eintauchen. Ab Samstag, 10. Oktober, präsentiert das Museum nun die historischen Originale aus der Schwarzwaldsammlung. Bei einem Pressetermin im Museum stellten Kulturbürgermeister Roland Meder und die Leitende Direktorin der Museen Freiburg Jutta Götzmann heute nicht nur die neue Präsentation vor, sondern zogen auch eine erste Bilanz: Über 82.000 Besuchende kamen seit der Gesamteröffnung bis Ende September ins neue Augustinermuseum.

Zwischen Innovation, kultureller Vielfalt und historischer Lebenswirklichkeit: der Schwarzwald
Die Ausstellung zum Schwarzwald lädt in drei Räumen dazu ein, die Region jenseits der bekannten Klischees von Bollenhut und Kuckucksuhr neu zu entdecken – als Ort gesellschaftlicher Veränderungen, kultureller Vielfalt und einer oft herausfordernden Lebenswirklichkeit.

Ein Raum widmet sich der Innovationskraft und der Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung. Aus der Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu sichern, entwickelten sich traditionelle Handwerke wie die Glas- und Textilherstellung, der Bergbau und die Eisenverhüttung weiter. Der Austausch mit anderen Regionen führte zu vielfältigen Erwerbsformen – von der Strohflechterei und Hinterglasmalerei bis hin zu international erfolgreichen Betrieben des Uhrmacherhandwerks. Die vielfältigen und farbenfrohen Schwarzwälder Trachten stehen im Mittelpunkt eines weiteren Raums. Ursprünglich praktische Kleidung, wurden sie im 19. Jahrhundert zum Ausdruck von sozialem Status, regionaler Herkunft und Tradition.
Zugleich sicherte ihre Herstellung zahlreichen Berufsgruppen – darunter Handwerker*innen, Strohflechter*innen und Sticker*innen – den Lebensunterhalt. Der dritte Raum stellt dem idyllischen Bild des Schwarzwalds mit urigen Höfen, verschneiten Landschaften und fröhlich spielenden Kindern die oft harte Lebenswirklichkeit gegenüber, die von Entbehrungen, strengen Hierarchien und der Mitarbeit aller Familienmitglieder geprägt war.

Rund 200 kulturgeschichtliche Exponate – darunter Gemälde, historische Fotografien, Glas- und Keramikobjekte oder Alltagsgegenstände wie Kleidung und Schlittschuhe – veranschaulichen die damalige Lebenswelt. Digitale Stationen zu Themen wie „Ausgrenzung“ oder „Was ist der Schwarzwald für dich?“ laden die Besuchenden zum Nachdenken ein. Wer möchte, kann außerdem eine hölzerne Rückentrage, die sogenannte „Krätze“, ausprobieren und dabei einen Eindruck von den körperlich anspruchsvollen Arbeiten vergangener Zeiten gewinnen.

Die Realisierung der Ausstellungsräume wurde durch die Raumpatenschaft der wvib Schwarzwald AG und etliche Verbundfirmen großzügig unterstützt. Hierzu zählen PWO AG, Endress + Hauser AG, Sick AG, Badische Stahlwerke GmbH und Burger Group. Auch Objektpatenschaften von Schwarzwaldfirmen und Privatpersonen ermöglichten die aufwendige Restaurierung von Werken der kulturhistorischen Sammlung.

Das Augustinermuseum zieht Bilanz
Mit neuen Themen – von der Schatzkammer bis zum FREI_Raum – präsentiert sich das mehr als 100 Jahre alte Augustinermuseum nun vielfältiger und moderner und lädt Menschen dazu ein, sich aktiv einzubringen. Das Haus hat von der Gesamteröffnung am 28. Februar bis zum 30. September insgesamt 82.494 Besuchende gezählt. Die positive Resonanz schlägt sich auch in der großen Nachfrage bei den Vermittlungsangeboten nieder. Insgesamt haben 256 Erwachsenengruppen, Schulklassen und Kitagruppen das Augustinermuseum besucht.

Seit März findet der reguläre Museumsbetrieb mit einem vielfältigen Programm von Führungen, Workshops, Lesungen und Familienangeboten statt. Neue Veranstaltungsformate wie eine Konzertreihe in der Welte-Lounge oder Themenführungen in den hinzugekommenen Ausstellungsbereichen Protest und Revolution, Stadtgeschichte oder Schatzkammer lockten die Besuchenden ins Haus. Aber auch zu Events wie der Woche der Inklusion, dem Internationalen Museumstag oder dem Tag des offenen Denkmals kamen viele kleine und große Gäste.
 
 

 
Fotoausstellung: Lars Eidinger
Present Perfect. Im Dialog mit der Sammlung

Kunsthalle Tübingen,
bis 28.02.2027

Seit über dreißig Jahren fängt der Schauspieler Lars Eidinger die Wirklichkeit zunächst mit der Spiegelreflexkamera später mit seinem Smartphone ein. Mit dem Blick für das Besondere gibt er dabei die Wirklichkeit so wieder wie sie ist: eine steinerne Nymphe ohne Hände am Wegesrand, geometrisch zugerichtete Bäume und Hecken oder Passanten im Doppelgänger-Look.
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