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Buch- und Lesetipps

Buchtipp:
 
Buchtipp: "Leben mit Epilepsie für Dummies"
Gewitter im Gehirn

Worum es sich bei Epilepsie handelt, welche Formen unterschieden werden und wie Betroffene ihr Leben gut (gesichert) weiterleben können, erklärt Jae-ho Park im Buch „Leben mit Epilepsie für Dummies“. Mit einfachen und alltagstauglichen Tipps unterstützt der Ratgeber, mit dieser Erkrankung in den verschiedenen Lebensphasen umzugehen – von der Kindheit bis ins Rentenalter.

Epilepsie ist keine seltene exotische Krankheit, sondern betrifft etwa einen von 100 Menschen. Dennoch wirkt die Erkrankung auf viele Menschen erst einmal beängstigend und mysteriös. Was passiert da im Kopf? Wodurch kann ein Anfall ausgelöst werden? Darf man nach einer Diagnose noch „normal“ Auto fahren, Sport treiben, in die Disco gehen?

Jae-ho Park klärt mit seinem Buch „Leben mit Epilepsie für Dummies“ in klaren Worten, was Epilepsie wirklich ist – und was nicht. Der Experte, der sich wissenschaftlich und praktisch mit der Krankheit beschäftigt, räumt mit Vorurteilen auf, gibt einfache Tipps für den Alltag und zeigt, dass Epilepsie zwar ein Teil des Lebens ist, aber das Leben nicht dominieren muss. Zudem erfahren Leser, wie die Erkrankung diagnostiziert wird, welche Behandlungsmethoden es gibt und worauf in den einzelnen Lebensphasen bei Kindern, Erwachsenen und Senioren besonders geachtet werden sollte.

Von den medizinischen Grundlagen über den Umgang im Alltag bis hin zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und rechtlichen Fragen – dieses Buch liefert Antworten und zeigt, wie Betroffene durch gute Behandlungsmöglichkeiten und einfache Sicherungsmaßnahmen die Kontrolle behalten und ihr Leben mit Epilepsie freudvoll und selbstbestimmt gestalten. „Ganz nach der Devise: Epilepsie managen, aber das Leben weiterleben“, so Jae-ho Park.

Verlag Wiley-VCH 2026, 336 Seiten € 19,99 (D)
ISBN: 978-3-527-72411-6
 
 

Buchtipp: Jaroslav Rudiš
 
Buchtipp: Jaroslav Rudiš "Wo die Toten sprechen"
Roman

Lorenzo, Caspar und Miss Detroit sind unterwegs im alten Saab. Drei Freunde, irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit. Ihr Ziel: die Friedhöfe Mitteleuropas. Während sich Lorenzo durch Bücher frisst und versucht, eine Doktorarbeit über die toten europäischen Dichter zu schreiben, träumt Miss Detroit hinter dem Lenkrad davon, Friedhofsbotanikerin zu werden und durch die Blumen mit den Toten zu sprechen. Und der fast blinde Caspar denkt an seinen Vater im Böhmischen Paradies, dessen verstorbene Freunde noch immer durch seine Stammkneipe geistern.

Mit jedem gefahrenen Kilometer rücken die drei näher aneinander und hören die Stimmen der Toten von Grab zu Grab deutlicher: Wovon sprechen sie, wenn man ihnen zuhört? Und wem hört man besser nicht zu? Als sie auf einem Berliner Friedhof plündernden Reichsbürgern zuvorkommen und die Knochen eines NS-Verbrechers entwenden, beginnt eine absurde Verfolgungsjagd entlang der Grenzen der europäischen Mitte.

Luchterhand Literaturverlag 2026, 176 Seiten, € 24.00 (D), 24.70 (A) / SFr 33,50
ISBN 978-3-630-87739-6
 
 

Buchtipp: Klára Vlasáková
 
Buchtipp: Klára Vlasáková "Die Kugel"
Roman
Aus dem Tschechischen von Sophia Marzolff

Als eines Tages urplötzlich und unerklärlicherweise ein kugelförmiges Objekt über der Erde nahe einer tschechischen Kleinstadt schwebt, passiert: erst mal nichts. Die Kugel bleibt völlig unberührt von allem. Unter den Stadtbewohnern aber, die sich ihr zunächst neugierig nähern, brechen sich bald lang unterdrückte Frustrationen Bahn, und seltsame Dinge geschehen, so auch in Otos Familie. Seine Tochter Kristýna fällt nach einem Besuch der Kugel in einen tiefen Schlaf. Oto wiederum verliert seinen Job und gerät in den Bann von Predigern, die die Kugel als Aufruf zur Veränderung verstehen.

Kann es den Menschen gelingen, gemeinsam ins Handeln zu kommen und eine Lösung des Kugelrätsels herbeizuführen? Erfrischend kafkaesk bringt Klára Vlsasáková die Aporien unserer Gegenwart auf den Punkt.

Klára Vlasáková, geb. 1990, ist eine tschechische Autorin, Dramaturgin und Publizistin. Sie schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen, verfasst Hörspiele und schreibt regelmäßig über Kulturthemen, u.a. für die Tageszeitung Právo. 2024 war sie Stipendiatin des Hessischen Literaturrates. Mit ihrem Debütroman "Die Kugel" erscheint erstmals eins ihrer Werke auf Deutsch.

Verlag Nagel & Kimche 2026, 250 Seiten, € 24,– (D), 24,70 (A)
ISBN 978-3-312-01494-1
 
 

Kunstmuseum Karlsruhe:
Besucherinnen des Karlsruher Kunstmuseums. © Bruno Kelzer
 
Kunstmuseum Karlsruhe: "Expressiv!"-Katalog herausgebracht
Mit „Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter“ richtet das Kunstmuseum Karlsruhe den Blick auf einen besonderen Bestand seiner Sammlung. Die Ausstellung präsentiert Zeichnungen, Druckgrafiken und Arbeiten auf Papier vom 15. bis ins 21. Jahrhundert, die über Epochen hinweg von menschlichen Affekten, Empfindungen und Ausdrucksformen erzählen.

Nun erscheint der Katalog zur Ausstellung: Auf 144 Seiten geben Text und Bild zu ausgewählten Exponaten einen Einblick in die grafische Sammlung des Kunstmuseums. Die Publikation wurde unterstützt vom "förderkreis kunstmuseum karlsruhe" und ist ab Anfang September für 19,90 Euro an der Museumskasse erhältlich.

Der Erwerb des Katalogs lässt sich noch bis zum 4. Oktober mit einem Besuch der Ausstellung verbinden. Neben öffentlichen Führungen und Lupenführungen, lädt am Donnerstag, den 10. September, Kuratorin Dr. Lil Helle Thomas zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein.

Ein weiteres Highlight bietet am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr die Theateraufführung „Judas. Monolog für einen Schauspieler“ der niederländischen Autorin Lot Vekemans: In einem intimen Zwiegespräch mit dem Publikum erweckt Schauspieler Gunter Heun, regelmäßig im Rahmen der Freilichtspiele Schwäbisch Hall zu sehen, die Figur des Judas zum Leben. Karten für die Aufführung sind an der Museumskasse erhältlich.
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Buchtipp: Rosa Parks
 
Buchtipp: Rosa Parks "Meine Geschichte"
Die Geschichte hinter dem Moment, der Amerika veränderte.

Autobiografie, mit Jim Haskins
Aus dem Englischen von Sonja Bonin
Mit einem Vorwort von Alice Hasters

Als sich Rosa Parks 1955 in einem Bus in Alabama weigert, ihren Sitzplatz an einen Weißen abzutreten, stößt sie einen der erfolgreichsten Proteste der Geschichte an: den legendären Busboykott von Montgomery.

Doch Parks’ Widerstand und politisches Engagement beginnen lange vor diesem Moment und reichen weit darüber hinaus. In ihrer Autobiografie erzählt sie eindringlich von ihrer Kindheit im gewaltgeladenen Alabama, ihrer jahrzehntelangen Arbeit für die NAACP, vom Marsch auf Washington und den Hürden, die sich ihr als Schwarzer Frau in den Weg stellen – auch innerhalb der Bürgerrechtsbewegung.

Ein unverzichtbares persönliches Zeugnis, erstmals auf Deutsch.

Zur Autorin:
Rosa Parks (1913–2005) war eine US-amerikanische Bürgerrechtsaktivistin. Sie wuchs im segregierten Bundesstaat Alabama auf, arbeitete als Schneiderin und engagierte sich jahrzehntelang ehrenamtlich in der NAACP. 1955 wurde sie durch ihre Weigerung, im Bus ihren Sitzplatz zu räumen, zur Schlüsselfigur des Busboykotts von Montgomery. Bis zu ihrem Tod blieb Parks politisch aktiv, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und gründete das Rosa and Raymond Parks Institute for Self-Development.

Zum Autor:
Jim Haskins, geboren 1941 in Demopolis, Alabama, studierte Geschichte und Sozialpsychologie an verschieden Universitäten in den USA und war als Lehrer tätig. Seine zahlreichen Bücher richteten sich zumeist an ein junges Publikum und erzählen von prägenden Schwarzen Persönlichkeiten und afroamerikanischer Geschichte. Für sein Werk wurde er mehrfach prämiert, u. a. mit dem Coretta Scott King Award. Als Mitverfasser unterstützte er Rosa Parks bei der Veröffentlichung ihrer Autobiografie. Er starb 2005 in Manhattan.

Unionsverlag 2026, 192 Seiten, € 24.00 (D), 24,70 (A) / SFr 32.00
ISBN 978-3-293-00641-6
 
 

Buchtipp: Rüdiger Safranskis
 
Buchtipp: Rüdiger Safranskis "Die Vierte Kränkung"
Eben noch glaubten wir, etwas Besonderes zu sein - dann kam die Künstliche Intelligenz

Weil er über einen Geist verfügt, konnte der Mensch bis vor kurzem glauben, etwas Besonderes zu sein. Dann kam die Künstliche Intelligenz. Dass sie viele Aufgaben besser löst als wir, war für die Menschheit Versprechen und Kränkung zugleich: Das wäre dann die Vierte Kränkung seit der kopernikanischen Wende, Darwins Evolutionstheorie und Freuds Entdeckung des Unbewussten. Haben sich die Ideen des Humanismus überlebt? Rüdiger Safranski erinnert daran, dass der Mensch im Unterschied zu Algorithmen über ein Bewusstsein verfügt, Emotionen wahrnimmt, über sich selbst nachdenken und sich frei entscheiden kann. Das sind große Themen der Philosophie. Sie setzt Orientierungsmarken, die uns helfen, auch in Zukunft unseren Platz in der Welt zu finden.

Der Autor Rüdiger Safranski, geboren 1945, studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Wissenschaftlicher Assistent, Herausgeber und Redakteur der »Berliner Hefte«, Dozent in der Erwachsenenbildung, seit 1986 freier Autor. Für sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Werk wurde er u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2014), mit dem Ludwig-Börne-Preis (2017) und dem Deutschen Nationalpreis (2018) ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: »Hölderlin. Komm! ins Offene, Freund! Biographie« (2019), »Klassiker!« (2019, mit Michael Krüger und Martin Meyer), »Einzeln sein« (2021) und »Kafka. Um sein Leben schreiben« (2024). Rüdiger Safranski lebt in Badenweiler.

Hanser Verlag 2026, 112 Seiten, € 22,00 (D), 22,70 (A)
ISBN 978-3-446-28177-6

Lesung und Gespräch: Rüdiger Safranski
Rüdiger Safranski: Entgeistert. Bemerkungen zur Wirkung der Künstlichen Intelligenz
Im Rahmen des 29. Philosophicums Lech: Betreutes Denken. Die neue Lust der Unmündigkeit
Termin: Sonntag, 27.09.2026 | 10:45 Uhr
Ort: Lechwelten, Dorf 100, 6764 Lech am Arlberg
Veranstalter_ Verein Philosophicum Lech
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Schwarzbuch der Denkmalpflege erscheint zum zweiten Mal
 
Schwarzbuch der Denkmalpflege erscheint zum zweiten Mal
Deutsche Stiftung Denkmalschutz legt besorgniserregende Deutschland-Bilanz verlorener und gefährdeter Denkmale für die Jahre 2024/25 vor

Nach der vielbeachteten Erstveröffentlichung im vergangenen Jahr präsentiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nun die zweite Ausgabe des „Schwarzbuchs der Denkmalpflege – Ein Verzeichnis verlorener Geschichte“. Die bundesweit einzigartige Publikation dokumentiert auf 324 Seiten verlorene und akut gefährdete Denkmale in Deutschland, rückblickend für die Jahre 2024 und 2025. Über 1.000 Denkmale sind in diesem Zeitraum verloren gegangen. Die dargestellten Fälle stehen exemplarisch für besorgniserregende Entwicklungen, die vielerorts zu beobachten sind: dazu zählen allgemeine Vernachlässigung historischer Bausubstanz, wirtschaftliche oder lokale Drücke, fachliche Fehlentscheidungen, politische Versäumnisse oder unzureichende Durchsetzung bestehender Schutzinstrumente.

Neu in dieser Ausgabe ist die Rubrik „fehlende Fachlichkeit“ – ein Thema von hoher Relevanz, vor allem auch in der Diskussion um aktuelle politische bzw. gesetzliche Weichenstellungen. Das ebenfalls neue Kapitel „Nachgeschaut“ beleuchtet jüngste Entwicklungen zu Fällen aus dem ersten Schwarzbuch der Denkmalpflege. Zudem werden erstmals in dieser Ausgabe auch Fälle aufgenommen, welche im Schwarzbuch-Meldeportal der Deutschen Stiftung Denkmalschutz angezeigt wurden, das seit August 2025 online ist und inzwischen über 400 Meldungen aus der ganzen Bundesrepublik umfasst.

Über 1.000 Denkmalverluste in zwei Jahren

Das neue Schwarzbuch der Denkmalpflege macht deutlich: Der dramatische Verlust historischer Bausubstanz setzt sich unvermindert fort. Allein in den Jahren 2024 und 2025 sind nach DSD-Erhebungen mindestens 1.077 Denkmale verloren gegangen. Trotz ihrer oft erheblichen kulturgeschichtlichen, städtebaulichen oder identitätsstiftenden Bedeutung bleiben viele Verluste meist weitgehend unbeachtet.

Die Darstellungen einzelner Denkmal-Schicksale findet sich in den Kapiteln „Für immer verloren“, „Gefährdet“, „Gerettet“, sowie in der neu eingeführten Rubrik „Nachgeschaut“:

„Für immer verloren“: Wenn Geschichte unwiederbringlich verschwindet

Dieses umfangreiche Kapitel dokumentiert Hintergründe und die Geschichte zahlreicher konkreter Kulturdenkmale, die in den vergangenen beiden Jahren unwiederbringlich verloren gegangen sind. Jede Einzelfalldarstellung enthält auch eine fachliche Bewertung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Denkmalverluste werden thematisch in verschiedene Rubriken geordnet, welche unterschiedliche Verlust-Muster und -Ursachen verdeutlichen.

Gefährdet: Denkmale in akuter Abrissgefahr

Neben den bereits verlorenen Kulturdenkmalen widmet sich das Schwarzbuch auch zahlreichen aktuell gefährdeten Objekten. Auch hier stehen ausgewählte Einzelfälle stellvertretend für größere strukturelle Herausforderungen im Denkmalschutz. Die Dokumentation macht sichtbar, dass Denkmalverluste meist nicht plötzlich eintreten, sondern sich über Jahre entwickeln: durch konsequente Vernachlässigung, unterlassene Instandhaltung, fehlende Investitionen oder Konflikte zwischen Schutzinteressen und wirtschaftlichen Erwartungen.

Gerettet: Es geht auch anders

Die Darstellung einiger erfolgreicher Denkmalrettungen, die teils trotz bereits vorliegender Abrissgenehmigungen gelangen, zeigt, dass sich der Einsatz für den Erhalt unserer Denkmale lohnen kann.

Neues Kapitel „Nachgeschaut“

Erstmals enthält das Schwarzbuch das Kapitel „Nachgeschaut“. Ausgewählte Denkmale aus der ersten Ausgabe werden erneut aufgegriffen und hinsichtlich ihrer aktuellen Entwicklung bewertet. Welche Denkmale konnten gerettet werden? Wo verschärfte sich die Situation? Welche politischen oder rechtlichen Entscheidungen wurden inzwischen getroffen? Das neue Kapitel macht deutlich, dass Denkmalschutz kein statischer Zustand ist, sondern ein fortlaufender Prozess. Es zeigt zugleich, dass öffentliche Aufmerksamkeit durchaus Veränderungen bewirken kann – im positiven wie im negativen Sinn.

Das Schwarzbuch der Denkmalpflege 2024/25 enthält über die Schilderung einzelner Verlust- und Gefährdet-Fälle hinaus mehrere Fachbeiträge zu unterschiedlichen aktuellen Themen der Denkmalpflege:

Besondere Herausforderungen: Infrastruktur & Denkmalpolitik

Ein Schwerpunkt der neuen Ausgabe stellt das Thema Infrastruktur bzw. den Auswirkungen des sog. „Sondervermögens“ auf unsere Denkmale dar:

Ebenfalls besorgniserregend: Immer häufiger werden politische und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, die negative Folgen für unsere Denkmallandschaft haben. Aktuell droht dem Denkmalschutz gleich in mehreren Bundesländern eine folgenschwere Schwächung. Durch Gesetzesnovellen, Bauordnungsreformen oder behördliche Umstrukturierung werden fachliche Standards abgesenkt, politischer Einfluss ausgeweitet und schädigende Eingriffe in historische Bauten erleichtert. Diese Entwicklungen begünstigen unwiederbringliche Denkmalverluste, welche die DSD scharf kritisiert.

Auch die besondere Rolle der öffentlichen Hand sowie der Deutschen Bahn werden in Themenkapiteln beleuchtet.

Auch ein Index mit allen bekannten Denkmalverlusten bzw. -gefährdungen ist im Schwarzbuch der Denkmalpflege zu finden.

Nötiger denn je

Das Schwarzbuch der Denkmalpflege ist nicht nur eine Dokumentation verlorener und gefährdeter Denkmale. Die Publikation versteht sich zugleich als Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit unserem kulturellen Erbe. Sie benennt Missstände, klärt auf, fordert Transparenz und einen stärkeren politischen sowie mehr gesellschaftlichen Einsatz zum Erhalt unserer Denkmale.

Die Vorstellung des neuen Schwarzbuchs erfolgte in Berlin. Die hybride Pressekonferenz ist online abrufbar: www.pressekonferenz.tv

Das Schwarzbuch der Denkmalpflege (Format DIN A5, 324 Seiten) ist online als Download verfügbar oder als gedruckte Broschüre kostenlos bestellbar unter: www.schwarzbuch-der-denkmalpflege.de

Unter anderem über diese Denkmale wird im „Schwarzbuch der Denkmalpflege – ein Verzeichnis verlorener Geschichte 2024/2025“ berichtet (nach Bundesländern):

Bundesland / Objekte - Rubriken

Baden-Württemberg

Gasthaus Untere Linde, Oberkirch - verloren wofür?
Historisches Rathaus, Schömberg - verloren wofür?
Ehem. Wohnhaus / „Akademiegebäude“, Schwäbisch Hall - verloren wofür?
Weinstube „Zum Rad“, Metzingen - Katastrophen
Technisches Rathaus, Pforzheim - gefährdet

Bayern

Fachwerkhaus, Winkelhaid - Abriss ohne Genehmigung
Alte Schule, Ballingshausen - gefährdet
Ehem. Gasthaus Zum weißen Schwanen, Thurnau - gefährdet

Berlin

Zweifamilienhaus Kern, Berlin-Zehlendorf - verloren wofür?

Brandenburg

Kunst- und Handelsgärtnerei, Prenzlau - verloren – Eigentum verpflichtet
Wasserschloss Mühlberg, Mühlberg an der Elbe - gefährdet

Hessen

Haus mit der Friedenstaube, Frankfurt am Main - verloren – Eigentum verpflichtet
Opelrennbahn, Rüsselsheim am Main - gefährdet

Mecklenburg-Vorpommern

Haus Demmin, Demmin - gefährdet

Niedersachsen

Cäcilienbrücke, Oldenburg - verloren – trotz Einsatz vor Ort
Ehem. Ackerbürgerhaus, Burgdorf - Fehlende Fachlichkeit
Ostewehr, Bremervörde - gefährdet

Nordrhein-Westfalen

„Krusenhof“, Anröchte Abriss - ohne Genehmigung
Scarabaeus-Pyramide / Mack-Pyramide, Monheim Abriss - ohne Genehmigung
Altes Hotel, Rosendahl Abriss - ohne Genehmigung
Vier Eisenbahnbücken, Köln - gefährdet
Alte Schule, Köln-Roggendorf - gefährdet
Fachwerkhaus, Ottmarsbocholt-Senden - gefährdet

Saarland

Kirche St. Mauritius, Saarbrücken - gefährdet

Sachsen

Ulrich Villa, Glauchau - verloren – trotz Einsatz vor Ort

Sachsen-Anhalt

Renaissance-Haus, Halle (Saale) - Spekulation auf Abriss?
Reuterhaus, Bitterfeld - verloren – Eigentum verpflichtet

Schleswig-Holstein

Expeditionsschiff „Feuerland“, Büsum - verloren wofür?
Brodersen-Haus, Neumünster - Spekulation auf Abriss?
Hotel Kaiserhof, Eckernförde - verloren – fehlende Fachlichkeit
Citastrom-Gebäude / Kl. Knecht’sche Hallen, Elmshorn - gefährdet
Ehem. Gaststätte „Hein Mück“, Lübeck-Travemünde - gefährdet

Thüringen

Ehem. Frauenhaus, Dermbach - verloren – Eigentum verpflichtet
Ehem. Jagdschloss Hohe Sonne, Eisenach verloren – Wirtschaftlichkeit

Hintergrundinformation:

Das Schwarzbuch der Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) ist der einzige bundesweite Lagebericht zur Situation des Denkmalschutzes in Deutschland. Bereits die erste Ausgabe, die inzwischen die 4. Druckauflage erfahren hat, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem vielgenutzten Nachschlagewerk für Denkmalschutzbehörden, Fachverbände, Architekten, Restauratoren, Eigentümer, Wissenschaftler, Journalisten und politische Entscheidungsträger. Ziel des Werkes ist, eine seit Langem bestehende Lücke zu schließen und zu leisten, was dem Denkmalschutz so dringend fehlt: eine zentrale, bundesweite Bestandsaufnahme der Entwicklung unserer Denkmallandschaft. Für das Schwarzbuch der Denkmalpflege wurden erneut bundesweite Denkmalverluste und akute Gefährdungen der vergangenen zwei Jahre recherchiert, dokumentiert, kategorisiert und in einen größeren Zusammenhang eingeordnet.
 
 

Buchtipp: Garry J. Shaw
 
Buchtipp: Garry J. Shaw "Götter am Nil"
Ägyptische Mythologie für Einsteiger

Im Wirken der Götter erschließt sich für die alten Ägypter die Welt. Wenn jeden Tag die Sonne am Himmel aufgeht, so ist das Re, der auf seiner Sonnenbarke über den Himmel zieht. Die Götter sind aber auch zutiefst menschlich und durchaus streitsüchtig. Ihre Abenteuer erzählen Geschichten von Mord und Totschlag, von Machtstreben und mächtiger Liebe: Wie der neidische Seth seinen Bruder Osiris ermordet. Wie die zaubermächtige Isis dem Sonnengott Re seine Macht entreißen will.

Garry J. Shaw führt ebenso kundig wie kurzweilig durch das Labyrinth der ägyptischen Mythologie und liefert einen reich illustrierten Überblick.

Verlag Herder 2026, 248 Seiten, € 18,00 (D)
ISBN: 978-3-534-61228-4
 
 



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