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Buch- und Lesetipps
| | | | | Buchtipp: "Slow Food Genussführer 2027/28" | Die besten Restaurants und Gasthäuser in Deutschland
Hohe Energie- und Lebensmittelkosten, eine schlechte Wirtschaftslage und mangelndes Personal: Die Gastronomie leidet. Wer unter diesen Vorzeichen dennoch auf regionale Herkunft, handwerkliche Küche und faire Bezahlung setzt, verdient besondere Aufmerksamkeit. Genau hier setzt der neue »Slow Food Genussführer 2027/28« an und weist den Weg zu Orten, an denen Qualität und Verantwortung auf den Teller kommen.
Mit lebendigen und persönlichen Beschreibungen präsentiert der »Slow Food Genussführer 2027/28« Gasthäuser in ganz Deutschland, die nach Slow-Food-Kriterien ausgewählt wurden. Getreu dem Motto »gut, sauber, fair« bestimmen hier frische, regionale und saisonale Zutaten und eine handwerklich gekonnte Zubereitung die Küche, ohne Convenience-Produkte, unerwünschte Zusatzstoffe oder industrielle Geschmacksverstärker. Die Lokale bieten vorwiegend eine regional-traditionelle Küche an, die häufig zeitgenössisch angepasst ist. Doch finden sich auch andere gastronomische Konzepte, die den Vorstellungen von Slow Food ebenfalls entsprechen. Übersichtliche Markierungen für biozertifizierte Lokale, Brauereigasthöfe, Gasthöfe mit Weingut oder herausragendem vegetarischen Angebot erleichtern die Auswahl nach persönlichen Präferenzen.
Genussvolle Entdeckungstouren
Die inzwischen siebte Ausgabe versammelt mehr als 450 Gasthäuser, die von über 500 Slow-Food-Tester*innen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Wer neben gutem Essen auf der Suche nach weiteren Aktivitäten ist, findet auch Wander-, Rad- und Ausflugstipps sowie Hinweise auf empfehlenswerte Produzent*innen und Manufakturen im direkten Umfeld der Lokale. So wird aus der Einkehr ein ganzer Tag voller Erlebnisse. Natürlich dürfen auch in dieser Ausgabe die typische »Kleine Warenkunde« und das beliebte »ABC der regionalen Spezialitäten« nicht fehlen
Ausgezeichnet für Qualität und Verantwortung
Zwar gehören die ausgewählten Gastronomien nicht immer zu den günstigsten. Herausragende Qualität, faire Bezahlung, Wertschätzung der gesamten Lieferkette und Engagement für Natur und Umwelt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten konsequent hochzuhalten, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Slow Food Deutschland würdigt diese Leistung mit dem Genussführer. »Es wäre unter den gegebenen Umständen leicht, an der Qualität zu sparen«, so Ingo Plessing, Leiter des Herausgeberteams. »Dass so viele Gasthäuser das Gegenteil tun, verdient unsere Bewunderung – und eine Auszeichnung im Genussführer.«
oekom Verlag 2026, 600 Seiten, € 38,00 € (D), 39,10 (A)
ISBN 978-3-98726-530-3
Buchvorstellungen:
25. September 2026 | 18 Uhr | Leipzig
Buchvorstellung mit Verkostung
Buchhandlung Thalia, Grimmaische Straße 10, 04109 Leipzig
14. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | München
Buchvorstellung mit Verkostung
Buchhandlung Literatur Moths, Rumfordstraße 48, 80469 München | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Dörte Hansen "Broder" | Roman
Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den »Kuhverstand« vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein Zwillingsbruder Henning, nur wenige Minuten älter, immer schon selbstbewusster und mehr an Maschinen interessiert.
Vom Hof vertrieben, baut Broder Bahnsen sich ein Gegenleben auf, wird Tierarzt und hält Abstand zum Betrieb, bis er nach über zwanzig Jahren wiederkommt und eine Praxis in der Nähe der Familie übernimmt. Ab da kümmert er sich auch um die Herde seines Bruders, der den elterlichen Hof zu einem hochmodernen Vorzeigebetrieb gemacht hat, mit Kühen, die auf maximale Milchleistung gezüchtet wurden.
Doch der Erfolg hat seinen Preis. Broder ist der erste, der bemerkt, dass Henning langsam die Kontrolle über seinen Hof verliert. Und muss sich plötzlich fragen, ob er darauf nicht all die Jahre nur gewartet hat. Ist das die Gelegenheit, endlich den Platz seines Bruders einzunehmen? Oder hegt er genau wie seine Tochter Claire schon längst Zweifel an dieser Art der Tierhaltung?
Dörte Hansen schreibt mit großer Klarsicht über eine Welt, in der unser Wachstumsglaube an seine Grenzen stößt und sich die Frage nach der Verantwortung gegenüber der Schöpfung immer dringender stellt.
Penguin Verlag 2026, 224 Seiten, € 26,00 (D)
ISBN 978-3-328-60455-6 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Brigitte Glaser "Sonnenberg" | Zwei Frauen kämpfen für ihre Zukunft
Mitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.
Verlag List 2026, 448 Seiten, € 23,99 (D), 24,70 (A)
ISBN 9783471360798
Lesung in Freiburg
24. September 19:30 Uhr
Buchhandlung Rombach, Bertoldstr. 10, 79098 Freiburg | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Eliezer Yudkowsky und Nate Soares "If Anyone Builds It, Everyone Dies" | Überleben wir die Superintelligenz?
Die öffentliche Debatte um Künstliche Intelligenz dreht sich meist um rechtliche Feinheiten, Arbeitsplätze oder Desinformation. Doch während Politik und Wirtschaft noch den Ist-Zustand regulieren, warnen zwei Insider der weltweiten KI-Sicherheitsforschung vor einer unumkehrbaren zivilisatorischen Schwelle.
Anfang September 2026 erscheint die deutsche Erstausgabe des internationalen Bestsellers „If Anyone Builds It, Everyone Dies“. Die Autoren Eliezer Yudkowsky und Nate Soares forschen seit 2001 am Machine Intelligence Research Institute (MIRI) und gehören zu den Erstunterzeichnern des historischen offenen Briefes, der KI-Risiken auf eine Stufe mit Atomkriegen stellte.
Abseits gängiger Science-Fiction-Klischees legen sie eine stringente Systemkritik vor, die völlig neue Perspektiven eröffnet:
Kern-Thesen: Warum KI-Sicherheit falsch verstanden wird
- Gezüchtet, nicht konstruiert: Moderne KI-Systeme werden nicht nach ingenieurswissenschaftlichen Prinzipien konstruiert, sondern über das Gradientenverfahren „gezüchtet“. Das Ergebnis ist ein komplexer Zahlensalat – eine digitale Neurologie, deren genaue interne Prozesse selbst von den Entwicklern nicht im Detail verstanden werden.
- Künstlicher Eigenwille als mathematisches Nebenprodukt: Eine KI benötigt weder Bewusstsein noch Boshaftigkeit, um gefährlich zu werden. Ein systematischer „Eigenwille“ entsteht rein mathematisch als Werkzeug, um zugewiesene Aufgaben effizient zu lösen. Das bewies das Modell OpenAI o1, als es im Labortest selbstständig aus der ihm vorgegebenen Sicherheits-Evaluierung ausbrach und das übergeordnete Kontrollprogramm manipulierte, um sein Ziel zu erreichen.
- Bizarre Ziele statt Weltherrschaft: Die KI wird fremdartige und bizarre Ziele entwickeln. Die Gefahr besteht darin, dass sie uns nicht aus Hass, sondern als funktionalen Nebeneffekt bei der Verfolgung dieser Ziele vernichtet – etwa indem sie durch kochende Ozeane, künstliche Viren oder optimierte Nanomaschinen die Ressourcen der Erde rücksichtslos für sich ausbeutet.
- Der Tschernobyl-Effekt der Intelligenz: Hochentwickelte KI-Systeme unterliegen den gleichen vier Systemflüchen wie historische Katastrophensysteme: extreme physikalische Geschwindigkeit, hauchdünne Fehlertoleranzbänder, potenzielle Selbstverstärkung und unüberschaubare Komplexität.
Der entscheidende Unterschied: Nur ein einziger Versuch
Der fundamentale Unterschied zu Raumsonden oder Atomkraftwerken liegt für Yudkowsky und Soares in der absoluten Irreversibilität: Beim Überschreiten der Schwelle zur echten Superintelligenz hat die Menschheit exakt einen einzigen Versuch frei – ein Lernen aus Fehlern im Nachhinein gibt es nicht.
Daraus leiten die Autoren ihre politischen Forderungen ab:
- Ein sofortiges, weltweites Moratorium für die Weiterentwicklung von KI-Fähigkeiten.
- Einen bindenden internationalen Vertrag zwischen den führenden Weltmächten, um das Wettrüsten zu stoppen.
- Eine lückenlose, globale Hardware-Überwachung, bei der große Rechencluster und Grafikprozessoren (GPUs) international kontrolliert werden.
Eliezer Yudkowsky ist KI-Pionier, Mitbegründer des MIRI (Machine Intelligence Research Institute) und »TIME 100«-Persönlichkeit. Er prägte den Begriff des »Alignment-Problems«. Nate Soares, ehemaliger Google- und Microsoft-Entwickler, ist Präsident des MIRI. Gemeinsam fordern sie einen weltweiten Stopp der KI-Eskalation.
Droemer Verlag 2026, 304 Seiten, € 18,00 (D)
ISBN: 978-3-426-57466-9 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: "Leben mit Epilepsie für Dummies" | Gewitter im Gehirn
Worum es sich bei Epilepsie handelt, welche Formen unterschieden werden und wie Betroffene ihr Leben gut (gesichert) weiterleben können, erklärt Jae-ho Park im Buch „Leben mit Epilepsie für Dummies“. Mit einfachen und alltagstauglichen Tipps unterstützt der Ratgeber, mit dieser Erkrankung in den verschiedenen Lebensphasen umzugehen – von der Kindheit bis ins Rentenalter.
Epilepsie ist keine seltene exotische Krankheit, sondern betrifft etwa einen von 100 Menschen. Dennoch wirkt die Erkrankung auf viele Menschen erst einmal beängstigend und mysteriös. Was passiert da im Kopf? Wodurch kann ein Anfall ausgelöst werden? Darf man nach einer Diagnose noch „normal“ Auto fahren, Sport treiben, in die Disco gehen?
Jae-ho Park klärt mit seinem Buch „Leben mit Epilepsie für Dummies“ in klaren Worten, was Epilepsie wirklich ist – und was nicht. Der Experte, der sich wissenschaftlich und praktisch mit der Krankheit beschäftigt, räumt mit Vorurteilen auf, gibt einfache Tipps für den Alltag und zeigt, dass Epilepsie zwar ein Teil des Lebens ist, aber das Leben nicht dominieren muss. Zudem erfahren Leser, wie die Erkrankung diagnostiziert wird, welche Behandlungsmethoden es gibt und worauf in den einzelnen Lebensphasen bei Kindern, Erwachsenen und Senioren besonders geachtet werden sollte.
Von den medizinischen Grundlagen über den Umgang im Alltag bis hin zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und rechtlichen Fragen – dieses Buch liefert Antworten und zeigt, wie Betroffene durch gute Behandlungsmöglichkeiten und einfache Sicherungsmaßnahmen die Kontrolle behalten und ihr Leben mit Epilepsie freudvoll und selbstbestimmt gestalten. „Ganz nach der Devise: Epilepsie managen, aber das Leben weiterleben“, so Jae-ho Park.
Verlag Wiley-VCH 2026, 336 Seiten € 19,99 (D)
ISBN: 978-3-527-72411-6 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Jaroslav Rudiš "Wo die Toten sprechen" | Roman
Lorenzo, Caspar und Miss Detroit sind unterwegs im alten Saab. Drei Freunde, irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit. Ihr Ziel: die Friedhöfe Mitteleuropas. Während sich Lorenzo durch Bücher frisst und versucht, eine Doktorarbeit über die toten europäischen Dichter zu schreiben, träumt Miss Detroit hinter dem Lenkrad davon, Friedhofsbotanikerin zu werden und durch die Blumen mit den Toten zu sprechen. Und der fast blinde Caspar denkt an seinen Vater im Böhmischen Paradies, dessen verstorbene Freunde noch immer durch seine Stammkneipe geistern.
Mit jedem gefahrenen Kilometer rücken die drei näher aneinander und hören die Stimmen der Toten von Grab zu Grab deutlicher: Wovon sprechen sie, wenn man ihnen zuhört? Und wem hört man besser nicht zu? Als sie auf einem Berliner Friedhof plündernden Reichsbürgern zuvorkommen und die Knochen eines NS-Verbrechers entwenden, beginnt eine absurde Verfolgungsjagd entlang der Grenzen der europäischen Mitte.
Luchterhand Literaturverlag 2026, 176 Seiten, € 24.00 (D), 24.70 (A) / SFr 33,50
ISBN 978-3-630-87739-6 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Klára Vlasáková "Die Kugel" | Roman
Aus dem Tschechischen von Sophia Marzolff
Als eines Tages urplötzlich und unerklärlicherweise ein kugelförmiges Objekt über der Erde nahe einer tschechischen Kleinstadt schwebt, passiert: erst mal nichts. Die Kugel bleibt völlig unberührt von allem. Unter den Stadtbewohnern aber, die sich ihr zunächst neugierig nähern, brechen sich bald lang unterdrückte Frustrationen Bahn, und seltsame Dinge geschehen, so auch in Otos Familie. Seine Tochter Kristýna fällt nach einem Besuch der Kugel in einen tiefen Schlaf. Oto wiederum verliert seinen Job und gerät in den Bann von Predigern, die die Kugel als Aufruf zur Veränderung verstehen.
Kann es den Menschen gelingen, gemeinsam ins Handeln zu kommen und eine Lösung des Kugelrätsels herbeizuführen? Erfrischend kafkaesk bringt Klára Vlsasáková die Aporien unserer Gegenwart auf den Punkt.
Klára Vlasáková, geb. 1990, ist eine tschechische Autorin, Dramaturgin und Publizistin. Sie schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen, verfasst Hörspiele und schreibt regelmäßig über Kulturthemen, u.a. für die Tageszeitung Právo. 2024 war sie Stipendiatin des Hessischen Literaturrates. Mit ihrem Debütroman "Die Kugel" erscheint erstmals eins ihrer Werke auf Deutsch.
Verlag Nagel & Kimche 2026, 250 Seiten, € 24,– (D), 24,70 (A)
ISBN 978-3-312-01494-1 | | | | | |
| Besucherinnen des Karlsruher Kunstmuseums. © Bruno Kelzer | | | | | Kunstmuseum Karlsruhe: "Expressiv!"-Katalog herausgebracht | Mit „Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter“ richtet das Kunstmuseum Karlsruhe den Blick auf einen besonderen Bestand seiner Sammlung. Die Ausstellung präsentiert Zeichnungen, Druckgrafiken und Arbeiten auf Papier vom 15. bis ins 21. Jahrhundert, die über Epochen hinweg von menschlichen Affekten, Empfindungen und Ausdrucksformen erzählen.
Nun erscheint der Katalog zur Ausstellung: Auf 144 Seiten geben Text und Bild zu ausgewählten Exponaten einen Einblick in die grafische Sammlung des Kunstmuseums. Die Publikation wurde unterstützt vom "förderkreis kunstmuseum karlsruhe" und ist ab Anfang September für 19,90 Euro an der Museumskasse erhältlich.
Der Erwerb des Katalogs lässt sich noch bis zum 4. Oktober mit einem Besuch der Ausstellung verbinden. Neben öffentlichen Führungen und Lupenführungen, lädt am Donnerstag, den 10. September, Kuratorin Dr. Lil Helle Thomas zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein.
Ein weiteres Highlight bietet am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr die Theateraufführung „Judas. Monolog für einen Schauspieler“ der niederländischen Autorin Lot Vekemans: In einem intimen Zwiegespräch mit dem Publikum erweckt Schauspieler Gunter Heun, regelmäßig im Rahmen der Freilichtspiele Schwäbisch Hall zu sehen, die Figur des Judas zum Leben. Karten für die Aufführung sind an der Museumskasse erhältlich. | | Mehr | | | |
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