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Buch- und Lesetipps
| | | | | Buchtipp: Monja Luz "Wer Versuchung weckt" | In Mona Luzs Krimi endet zum Auftakt der Fastnachtskampagne am 11. 11. das närrische Treiben in einer Tragödie: Ein Mann wird von einem Zug erfasst. Doch schnell wird klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Unfall handeln könnte. Der Lokführer berichtet von weiteren Personen im Gleis. Für die Ermittler Britta Vogelsang, Jake Imhof und Chris Muth beginnt ein Wettlaufgegen die Zeit. Die Identität des Toten bleibt zunächst ungeklärt, und einzig die Überwachungsvideos der Bahnsteige liefern erste Hinweise auf seine letzten Stunden – und auf einen rätselhaften Streit mit einer Gruppe Jugendlicher.
Erst als die Freundin des Opfers auftaucht, wird deutlich, dass sich hinter dem vermeintlich einfachen Geschehen ein Geflecht aus unterschiedlichen Motiven, verhängnisvollen Entscheidungen und verborgenen Absichten verbirgt, das unaufhaltsam auf den tödlichen Ausgang zusteuerte.
„Wer Versuchung weckt“ ist der dritte Band der Mainz-Krimireihe, der regionale Kulisse mitpackender Spannung verbindet und zugleich eine zentrale Frage aufwirft: Wie weit sind Menschen bereit zu gehen, um Anerkennung, Geld oder Aufmerksamkeit zu erlangen?
Die Autorin Monja Luz (*1969) lebt in Stuttgart. Monja Luz forscht nach dem Ungesagten und gibt jenen eine Stimme, die überhört werden. Schreiben ist für sie nicht nur Ausdruck, sondern auch Haltung. Ihr Gespür für Atmosphäre und Zwischenmenschliches prägen ihre Geschichten.
Vigilia-Verlag 2026, 308 Seiten, € 17,00 (D)
ISBN 978-3-912940-02-2 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Hermann Bauer "Letzte Melange" | Kaffeehauskrimi
Nach einem Pubquiz im Café Heller, dessen Ausgang Zweifel an der Seriosität des Quizmasters und ehemaligen Stammgastes Axel „Bonny“ Schrempf aufkommen lassen, endet der Abend für viele der Teilnehmer feuchtfröhlich in Bonnys Wohnung. Am nächsten Morgen entdeckt Oberkellner Leopolds Kollege „Waldi“ Waldbauer dort Bonnys Leiche neben einer Packung Schlaftabletten. Handelt es sich um einen tragischen Unfall, oder trachtete jemand dem verschuldeten Möchtegern-Dandy und Kleinbetrüger nach dem Leben? Als wäre das nicht Aufgabe genug, muss Leopold neben dem Mörder auch noch einen vermissten Stammgast finden …
Gmeiner Verlag 2026, 288 Seiten, € 14,50
ISBN 978-3-8392-8132-1 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Thomas Erle "Tod am Belchen" | Schwarzwald-Krimi
Auf dem sagenumwobenen Belchen wird ein Mann erschlagen und das Gipfelkreuz abgesägt. Der Freiburger Weinhändler und Hobbydetektiv Lothar Kaltenbach erfährt von seiner Patentochter Leonie, die als Volontärin bei einer Zeitung arbeitet, zufällig von dem Mord. Während die Polizei im Dunkeln tappt, wittert Leonie ihre Chance als Nachwuchsreporterin - und bittet Kaltenbach um Hilfe.
Ein geheimnisvolles Zeichen auf dem Stumpf des Gipfelkreuzes führt die beiden auf die Spur eines mysteriösen Kultes um Johann Peter Hebel, der den Belchen als mythischen Ort verehrte. Ist die Kultgemeinschaft nach all den Jahren noch aktiv? Und gehen seine Mitglieder über Leichen?
Gmeiner Verlag 2026, 288 Seiten,€ 15,–
ISBN 978-3-8392-8139-0 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: James A. Blessing "Mo" | Der Junge, der mein Leben prägte
In dem Roman nimmt James A. Blessing uns mit auf eine bewegende Reise durch ein ganzes Leben und eine außergewöhnliche, gleichgeschlechtliche Freundschaft – voller Humor, Liebe und tiefer Emotionen. Matz hätte sich nie vorstellen können, dass sein erster Schultag sein ganzes Leben prägen wird. Er trifft auf Mo und freundet sich sofort mit ihm an. Es entwickelt sich eine intensive und dramatische Beziehung. Während einer WG-Studentenparty lernt Matz zudem Gabriel kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Der eingeladene Nichtstudent Mo fährt total auf Bianca, Gabriels Schwester, ab. Keiner ahnt, was Schönes, aber auch Schlimmes auf sie zukommen wird. Denn die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung wird das Leben aller auf den Kopf stellen. Plötzlich sind andere Dinge gefragt als das leichte Leben. Aber die Freunde nehmen den Kampf an... mit allen Facetten.
Ein berührender Coming-of-Age-Roman über die erste große Liebe, Selbstfindung und den Mut, zu sich selbst zu stehen. Die Figuren sind nahbar und lebendig, ihre Gefühle und Erfahrungen gehen direkt unter die Haut. Intensiv und authentisch erzählt, nimmt die Geschichte von der ersten Seite an mit und bleibt noch lange im Kopf und im Herzen.
Der Autor James A. Blessing wurde 1956 in Stuttgart als Sohn einer deutschen Mutter und eines US-Piloten geboren. 1975 lernte er seinen heutigen Ehepartner kennen, der zu der Zeit noch Medizinstudent war. Er übernahm später die kaufmännischen Belange von dessen Arztpraxis. Zuvor war er Redakteur bei lokalen Zeitungen. Das Schreiben faszinierte ihn von Kindesbeinen an. Bereits in der Grundschule entwarf er selbst Kurzgeschichten und Gedichte. Darüber hinaus hat er 2015 und 2018 zwei Romane verfasst.
novum Verlag 2026, 428 Seiten, € 24,00 (D)
ISBN 978-3-99130-649-8 | | | | | |
| Stickkunst aus Afghanistan: Die Sängerin (c) Foto: Reinhard Schmidt | | | | | „Hört die Stimmen der Frauen“ – Stickkunst aus Afghanistan | Eine Ausstellung mit Stickereien: Sie erzählen vom Alltag afghanischer Frauen, von Krieg und Gewalt, aber auch von der Sehnsucht nach Bildung und Gleichberechtigung sowie der Hoffnung auf Frieden und Freiheit. Diese Ausstellung „Hört die Stimmen der Frauen“ wird am Donnerstag, 5. November um 19 Uhr mit einer Vernissage im Karl Rahner Haus, Habsburgerstraße 107 in Freiburg, eröffnet. In die Ausstellung führen Gaby Franger vom Verein „Frauen in der Einen Welt e. V.“ und die Freiburger Künstlerin Pascale Goldenberg ein.
Die gezeigten Arbeiten sind im Rahmen des 2005 von Freiburg aus initiierten Stickprogramms „Guldusi“ entstanden. Frauen in Afghanistan fertigen kleine, individuelle Stickbilder an, die anschließend in Europa verkauft werden. Damit tragen sie zum Lebensunterhalt ihrer Familien bei und geben zugleich Einblick in ihre Lebenswelt und Kultur.
Die Ausstellung ist vom 5. November 2026 bis 28. Januar 2027 (Mo-Do 8 - 16 Uhr, Fr 8 - 12 Uhr) zu sehen.
Die Katholische Akademie veranstaltet die Vernissage gemeinsam mit dem Institut für Pastorale Bildung und dem Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg.
Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter: www.katholische-akademie-freiburg.de. | | Mehr | | | |
| | | | | | Buchtipp: Stephan Rammler "Eurotopia 2050" | Resilienz statt Resignation
Wie sieht ein Europa aus, das den Klimawandel nicht nur überlebt, sondern aktiv gemeistert hat? Stephan Rammler wagt in »Eurotopia 2050« den Blick nach vorn. Sein Szenario zeichnet einen sozial gerechten und klimaresilienten Kontinent – als visionären Gegenentwurf zur spaltenden Krisenpolitik der Gegenwart.
Die Ausgangslage ist ernst: Der aktuelle UN-Emissions-Gap-Report belegt das Überschreiten der 1,5-Grad-Marke und warnt vor einer Erwärmung um bis zu 2,8 Grad. Ein immer wahrscheinlicher werdender Kollaps der Atlantischen Umwälzbewegung (AMOC) könnte Nordeuropa zudem eine drastische Kälteperiode bescheren. Gleichzeitig schotten sich die autoritären Mächte USA, China und Russland zunehmend ab und setzen Europa geopolitisch unter Druck.
Doch was, wenn Europa nicht unter diesen Krisen zusammenbricht, sondern eine neue, verheißungsvolle Zukunft schafft? Genau dieser Frage geht Stephan Rammler in seinem Buch »Eurotopia 2050. Ein Kontinent wird resilient« nach. Im Mittelpunkt steht dabei die fiktive amerikanische Journalistin Carla Rodriguez, die begleitet von ihrer KI-Assistenz Joachim durch ein grundlegend transformiertes Europa reist. Im Jahr 2050 ist daraus ein klimaresilienter, kooperativer Staatenverbund von rund 520 Millionen Menschen geworden. Möglich gemacht haben das ein »Klimabauhaus« (z.B. begrünte Schwammstädte aus Kreislaufmaterialien, neue Mobilitätskonzepte, neue klimaangepasste Bauweisen, ein regeneratives Energiesystem, ein neues Wissenschafts- und Bildungssystem) sowie ein föderales, demokratisch kontrolliertes KI-Ökosystem und eine enge Kooperationen mit Afrika, Lateinamerika und Asien.
Der Autor verbindet in seinem Buch wissenschaftliche Expertise bewusst mit literarischer Erzählung, denn »bloße Fakten und Verlustszenarien erzeugen nur Abwehr, keine Motivation. Erst greifbare, positiv besetzte Zukunftsszenarien setzen die nötige Handlungsenergie frei. Würde dies wieder stärker als politische Gestaltungskraft begriffen, wäre schon viel gewonnen.«
oekom Verlag 2026, 408 Seiten, € 25,00 (D), 25,70 (A)
ISBN 978-3-98726-532-7 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: John Burnside "Von Riesenalken und Auerochsen" | Über das Verschwinden der Arten und unseren Platz in der Natur
Übersetzt von Bernhard Robben
Im Jahr 1844 thronen zwei große, schwarzweißgefiederte Vögel auf einem Basaltfelsen vor der Küste Islands. Doch Museumssammler haben es auf sie abgesehen. Mit ihrem watschelnden Gang versuchen die pinguinähnlichen Tiere zum Rand der Klippe zu fliehen; sie können jedoch nicht fliegen und werden in die Enge getrieben. So rotten die Sammler unwissentlich eine ganze Art aus: die Riesenalke.
In seinen Essays begibt sich John Burnside auf die Spuren einer wilderen, reichhaltigeren Welt, und reflektiert auf kluge und berührende Art und Weise das Problem des menschenverursachten Aussterbens. Dabei geht es nicht nur um Artensterben, Burnside schließt verlorene Orte, Sprachen und kulturelle Vielfalt mit ein. So ist »Von Riesenalks und Auerochsen«
Natur-, Kulturgeschichte und Zivilisationskritik zugleich, die für ein neues Verständnis unserer eigenen Sterblichkeit und unseres Platzes in der Welt eintritt. Eine tieftraurige Beschwörung dessen, was wir verloren haben – und ein dringliches Plädoyer dafür, das zu schützen, was uns noch bleibt.
John Burnside (1955-2024), geboren in Schottland, zählt zu den profiliertesten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Belletristikpreis des ZEIT-Verlags, dem Petrarca-Preis und dem Spycher-Literaturpreis. Mit »Lügen über meinen Vater« (2006), »Wie alle anderen« (2010), »Über Liebe und Magie – I put a spell on you« (2014) und »What light there is – Über die Schönheit des Moments« (2020) schrieb er mehrere Memoirs, die von Kritikern wie Lesern begeistert gefeiert wurden. Zuletzt erschien sein Erzählband »So etwas wie Glück: Geschichten über die Liebe«. 2023 wurde er mit dem renommierten David Cohen Prize für sein Lebenswerk ausgezeichnet. John Burnside starb am 29. Mai 2024 im Alter von 69 Jahren.
Verlag Penguin 2026, 192 Seiten, € 24,00 (c) 24,70 (A) / SFr 33,50
ISBN 978-3-328-60318-4 | | | | | |
| Plakatmotiv © Mit Unterstützung von KI, Gestaltung: Tobias Mittag | | | | | Leonardo da Vinci – Erfindungen erleben | Neue interaktive Sonderausstellung
im Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Leonardo da Vinci (1452–1519) war ein berühmter Maler, Universalgelehrter und visionärer Erfinder. Mit der Sonderausstellung „Leonardo da Vinci – Erfindungen erleben“ laden die Reiss-Engelhorn-Museen ab 11. Oktober 2026 in die Werkstatt des genialen Ingenieurs und seine faszinierende Gedankenwelt ein.
Nach einer besonderen Begrüßung durch die Mona Lisa geht es auf eine interaktive Entdeckungsreise zu den Ideen des Meisters, die ihrer Zeit oft weit voraus waren. Leonardo experimentierte mit neuartigen Antrieben und entwickelte Maschinen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. Er entwarf Brücken, Fahrzeuge und ließ sich von der Natur zu ungewöhnlichen Flugobjekten inspirieren. 30 Mitmach-Stationen und interaktive Modelle, die exakt nach seinen Zeichnungen gefertigt wurden, sorgen für viel Bewegung und ein immersives Erlebnis. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Hochschule Bielefeld und dem Projekt „DaVinci@HSBI“ statt.
Die Ausstellung passt perfekt in die Erfinderstadt Mannheim, in der u.a. Fahrrad und Automobil ihren Anfang nahmen. Die Reise endet jedoch nicht in der Vergangenheit – ausgewählte Mannheimer Start-ups zeigen in der Schau, wie sie Leonardo da Vincis Innovationskraft heute mit frischen Impulsen fortführen. | | | | | |
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