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Pressemitteilungen

 
Gewinner beim Clixmix-Kreativwettbewerb
3.200 Grundschulkinder aus 160 Schulen nehmen teil

Bonn, Mainz, 4. März 2013. „Mit Clixmix durch das Jahr“ – unter diesem Motto haben sich insgesamt 3.200 Schülerinnen und Schüler aus rund 160 Grund- und Förderschulklassen am Clixmix-Kreativwettbewerb von Stiftung Lesen und der Deutschen Post beteiligt. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, ihren eigenen Jahreskalender 2013 mit der Clixmix-Kalendervorlage zu gestalten. Die originellsten und einfallsreichsten Einsendungen wurden jetzt prämiert.

Die Wissens- und Kreativseite Clixmix.de will Kinder in der heutigen Medienwelt begleiten: Das werbefreie Internetportal bietet kindgerechte Themen an, die sich eigenständig durch Filme, Hörstücke, Rätsel und interaktive Grafiken erkunden und erforschen lassen. Mit dem jährlichen Wettbewerb möchten die Initiatoren Kinder dazu anregen, sich über einen längeren Zeitraum kreativ mit Clixmix.de auseinanderzusetzen und dabei praktisch und anschaulich die Spielregeln der digitalen Welt kennenzulernen. Im Zentrum steht dabei die ganzheitliche Vermittlung von Medienkompetenz: Der Wettbewerb wird von Unterrichtsideen sowie Lesetipps begleitet und gibt Impulse, um die unterschiedlichen Facetten von Medienkompetenz im Unterricht zu thematisieren. Der offene Ansatz motiviert die Kinder, kreativ mit Sprache und Bild umzugehen.

Die multimediale Ausrichtung des Wettbewerbs entspricht der grundsätzlichen Auffassung der Stiftung Lesen, dass sich im Rahmen einer modernen Leseförderung Lesemedien on- und offline durch das jeweilige Pendant ergänzen sollten. Weitere Information zu Clixmix.de finden sich unter www.stiftunglesen.de/clixmix. Clixmix.de wurde 2012 mit dem „Erfurter Netcode“ und dem „Goldenen Spatz“ ausgezeichnet.

Über den ersten Platz, einen Sommerausflug für die ganze Klasse, freut sich die 4b der Grundschule Uersfeld. Der Kalender der Viertklässler zeichnet sich vor allem durch seine kreative und vielfältige Gestaltung aus. Die Kinder arbeiteten mit vielen verschiedenen Materialien und integrierten auch dreidimensionale Elemente. Den zweiten Platz belegten die Klassen 4a und 6a des Förderschulzentrums Görlitz, die für jeden einzelnen Monat ein passendes bildliches Symbol wählten und die einzelnen Kalenderblätter mit blühenden Tulpen, fliegenden Drachen oder bunten Herbstblättern schmückten. Als Preis erhalten die beiden Klassen ein großes Medienpaket für die Klassenbibliothek aus Büchern, Spielen und DVDs zu den Clixmix-Themen 2013. Der Kalender von Zweit- und Drittklässlern des offenen Ganztags der Königschule Oberhausen wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Die Kinder haben einen „Büchereibuch des Monats“-Kalender entworfen und zu ihren Lieblingsbüchern jeweils eine Monatsseite gestaltet. Der Kalender hängt nun in der Schulbücherei, das entsprechende „Buch des Monats“ steht ausleihbereit daneben. Die steigende Zahl der Büchereibesuche und der Ausleihen zeigt, dass die Idee die Lesemotivation der Kinder positiv beeinflusst..
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TransStar Europa
EU-Projekt zur Übersetzungs- und Literaturförderung gestartet

TransStar Europa heißt das neue Literatur- und Übersetzungsprojekt, das an der Universität Tübingen und neun weiteren europäischen Institutionen, darunter auch das Literaturbüro Freiburg, im Januar 2013 begonnen hat. Ziel des Projekts ist es, kleinere europäische Sprachen und weniger integrierte europäische Kulturen auf der mentalen Karte Europas besser zu verankern. Dazu werden im Verlauf der kommenden drei Jahre Aktivitäten an Hochschulen und Kulturinstitutionen in Deutschland, Polen, Tschechien, Slowenien, Kroatien und der Ukraine durchgeführt, die literarische Übersetzer und Kulturvermittler umfassend schulen, Bildungs- und Kulturinstitutionen vernetzen und Angebote zum Ausbau transkultureller Kompetenzen für Einzelpersonen entwickeln.

TransStar gibt Studierenden und young professionals aus den beteiligten Ländern die Möglichkeit, sich im literarischen Übersetzen und europäischen Kulturmanagement weiterzubilden und ein eigenes länderübergreifendes Netzwerk für die zukünftige Tätigkeit aufzubauen. Unter dem Thema „Verschiedene Kulturen, eine gemeinsame Geschichte: Auf dem Weg in ein neues Europa“ werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten in Workshops und Seminaren literarische Übersetzungen anfertigen und sich Kompetenzen für eine mehrsprachige innovative Projektarbeit aneignen. Durch ihre unterschiedlichen Mutter- und Arbeitssprachen können sie von ihrer kulturellen Differenz profitieren und sich mit den unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Kulturarbeit in den sechs beteiligten Ländern auseinandersetzen. Sie werden daran arbeiten, gemeinsame Überlappungsräume europäischer Kulturen zu schaffen.

TransStar bietet außerdem öffentliche Lesungen und Diskussionen, in denen ein breites Publikum neue Einblicke in die Literaturen der Projektländer gewinnen kann. Darüber hinaus werden die Arbeitsergebnisse für praxisbezogene Forschungen im Bereich Transkultureller Studien und Translationswissenschaft genutzt.

Die Projektleitung liegt beim Slavischen Seminar der Universität Tübingen, die als koordinierende Institution auftritt. Weitere Projektpartner sind das Literaturbüro Freiburg, die Karls-Universität Prag, die Universität Łódź, die Universität Zagreb, die Universität Ljubljana, die Schewtschenko-Universität Kiew, das Goethe-Institut Kiew, das Collegium Bohemicum in Ustí nad Labem sowie die Villa Decius in Krakau. Durch die Zusammenarbeit von Universitäten und Kulturinstitutionen fließen umfassende wissenschaftliche, methodische und praktische Kompetenzen in die Arbeit ein. TransStar ist hervorgegangen aus dem seit 2009 von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt „Textabdrücke – literarisches Übersetzen“.

Das Projekt wird gefördert vom EU-Programm „Lifelong learning“ und den beteiligten Partnerinstitutionen.

Kontakt: Universität Tübingen
Claudia Dathe, Koordinatorin Projekt „TransStar“
Slavisches Seminar, Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen
E-Mail claudia.dathe[at]uni-tuebingen.de
www.textabdruecke.uni-tuebingen.de
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Krimipreis 2013
Zum zweiten Mal wird im Herbst 2013 der Freiburger Krimipreis verliehen. Vom 12. bis 15. September 2013 findet ein Lesefest statt, Höhepunkt wird die feierliche Preisverleihung für die drei besten Kurzkrimis aus der Regio sein.

Gesucht werden die spannendsten, originellsten und gemeinsten Kurzkrimis aus Freiburg und der Regio. Alle schreibbegeisterten Südbadener (und Sympathisanten) sind aufgefordert, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Es gibt keine thematische Einschränkung - allerdings ist die lokale Verortung wichtig: Gewünscht sind ausdrücklich Krimis aus Freiburg und aus dem Umland.

Ein mörderischer Kuraufenthalt in Badenweiler? Vergifteter Wein am Kaiserstuhl? Rätselhafte Todesfälle in der "Schwarzwaldklinik"? Ein Unglück am Feldberg? Oder ein Familiendrama in der Wiehre?

Den Gewinnern winkt eine Veröffentlichung ihrer Siegergeschichten in einer Kurzkrimi-Anthologie des Wellhöfer-Verlags, sowie attraktive Sachpreise. Sie erklären sich bereit, ihre Kurzkrimis bei der Abschlussveranstaltung einem breiten Publikum vorzutragen.

Die Formalitäten:
- Die Geschichten sollten ungefähr 6 bis 16 Normseiten (30 Zeilen a 60 Zeichen) lang sein.
- Die Stories werden nicht zurückgeschickt, also bitte keine Unikate einreichen!
- Bitte keine Namen auf dem Manuskript! Jedem Kurzkrimi sollte ein kurzes Anschreiben beiliegen, auf dem Name, Adresse und gegebenenfalls die e-mail Adresse notiert sind.
- Die Geschichten bitte in 2-facher Ausfertigung einschicken.

Die Kurzkrimis können ab sofort an folgende Adresse gesendet werden:

Freiburger Krimipreis
Postfach 0680
79006 Freiburg

Einsendeschluss ist der 15. April 2013.

Belohnung:
1. Platz: Romancoaching beim Zentrum für Schreibtraining in Freiburg im Wert von 150,-€
2. Platz: Dunkel-Dinner a la crime für 2 Personen mit den Mordsdamen im Gasthaus Zähringer Burg im Wert von 94,- €
3. - 5. Platz: Buchpakete im Wert von 50,- € bis 70,- €

Alle Autoren, deren Geschichten in der Anthologie des Wellhöfer-Verlagesveröffentlicht werden, erhalten ein Honorar von 50,- €.
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9. Bundesweiter Vorlesetag mit Rekordbeteiligung
Mehr als 40.000 Menschen setzen ein Zeichen für das Lesen

Mainz / Berlin / Hamburg, 16. November 2012. Der 9. Bundesweite Vorlesetag ist ein Tag der Rekorde: Heute teilen über 40.000 Menschen ihre Freude am (Vor-)Lesen mit anderen und setzen damit ein großes öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Lesen. Mit dieser Teilnehmerzahl wurde der bisherige Rekord von 12.000 Vorlesern aus dem vergangenen Jahr nahezu vervierfacht.

Das größte Vorlesefest Deutschlands, initiiert von der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn, erreicht die Menschen in allen Landesteilen und über Deutschlands Grenzen hinweg – sogar in Mexiko-Stadt, Chiang Mai und Addis Abeba. Vorgelesen wird in Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und Mehrgenerationenhäusern, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie in den Fahrgeschäften des Hamburger DOM, Fernseh- und Hörfunkstudios und Museen.

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, freut sich über den enormen Zuspruch: „Lesen und Vorlesen muss ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens sein, und das nicht nur Zuhause, in Kitas oder in der Schule, sondern überall. Nur über sichtbare Zeichen in der Öffentlichkeit erreichen wir auch die Menschen, die bisher wenig lesen. Aus diesem Grund leisten alle Teilnehmer am Bundesweiten Vorlesetag einen wichtigen Beitrag für mehr Lesefreude und Lesekompetenz.“

ZEIT- und ZEIT ONLINE-Redakteure laden beim diesjährigen Vorlesetag zu Lesestunden in den Hamburger und Berliner Redaktionsräumen ein. Zu den Veranstaltungs-Highlights gehören außerdem die Vorleseaktionen der Deutschen Bahn im Vorlese-Tipi im Berliner Hauptbahnhof, im DB-Tower, im ICE-Werk in Hamburg-Eidelstedt, im DB-Museum in Nürnberg sowie in Vorlesezügen in Hannover, Hof, Friedrichroda und in Kooperation mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund in Frankfurt am Main. Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, erklärt: „Bahnfahren ist die ideale Zeit zum Lesen und Vorlesen. Wir möchten, dass Kindern möglichst früh Spaß am Lesen vermittelt wird. Denn Lesen ist der Schlüssel zur Bildung. Daher engagieren wir uns für den Bundesweiten Vorlesetag und setzen uns darüber hinaus seit vielen Jahren mit zahlreichen Projekten für die Leseförderung ein.“

Auch viele bekannte Personen beteiligen sich in diesem Jahr wieder am Bundesweiten Vorlesetag. Der Arzt, Moderator und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen liest zum Beispiel im Fernsehstudio in Köln-Bocklemünd, Schauspielerin ChrisTine Urspruch („Sams“, „Tatort“) liest Passagieren während ihres Fluges von Münster via München nach Wien vor. Ebenfalls beim Vorlesetag dabei sind unter anderem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Familienministerin Dr. Kristina Schröder, der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier, die Moderatorin und Sängerin Barbara Schöneberger, die Band Culcha Candela, die Journalisten Tom Buhrow und Marietta Slomka, der Comedian Bernhard Hoecker sowie hunderte andere Prominente und Politiker. „Gerade Kinder und Jugendliche eifern gerne ihren Vorbildern nach. Daher ist es wichtig, dass so viele Prominente beim Vorlesetag mitmachen und zeigen: Lesen macht große Freude!“, betont Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der Wochenzeitung DIE ZEIT.
 
 

 
KOLONIALISMUS SPIELEN?
Literarisches und filmisches Reenactment des deutschen Kolonialreichs

Vortrag mit Filmbeispielen von Prof. Wolfgang Struck (Erfurt)

In den letzten Jahren hat der deutsche Kolonialismus ein stetig wachsendes Maß an Aufmerksamkeit erfahren. Gerhard Seyfrieds Versuch, über eine Annäherung an das weitgehend vergessene Genre des Kolonialromans die Frage nach einem kolonialen Bewusstsein zu stellen, die Präsentation von Fotografien aus dem Archiv der Deutschen Kolonialgesellschaft im Internet, der Große Deutsche Kolonialatlas in einer wertvollen Reprint-Ausgabe, populäre Biographien von Carl Peters und Paul von Lettow-Vorbeck: dies sind nur einige markante Beispiele, die von einem erheblichen Interesse an dem Thema zeugen. Vor allem aber sind es die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, die die koloniale Vergangenheit Deutschlands und die Geschichte der ehemaligen Kolonien für eine breitere Öffentlichkeit aufbereitet haben. Hier hat sich ein populäres Gegenstück zum wissenschaftlichen Postkolonialismus entwickelt, das diesen ergänzt, oft aber auch provoziert und konterkariert. Denn auch wenn die meisten Produktionen zumindest oberflächlich eine kritische Position gegenüber dem Kolonialismus einnehmen, ähneln sie doch oft auf irritierende Weise jenen Stereotypen, die bereits das koloniale Engagement im Kaiserreich begleiteten. Der Vortrag wirft einen genaueren Blick auf einige der genannten Beispiele und fragt nach den Gründen dieser befremdlichen Ähnlichkeit.

Der Vortrag ist Teil des Projekts Deutscher Kolonialismus - Vergangenheit und Gegenwart – Ausstellung, Film und Vorträge. Veranstalter: Kommunales Kino, informationszentrum 3. welt, Literaturbüro Freiburg und Freiburg Postkolonial.

Anschließend Film: Kolonialmama – Eine Reise in die Gegenwart der Vergangenheit, (Deutschland 2009, 81 Min., Regie: Peter Heller). Zu Gast der Filmemacher Peter Heller.

Fr 02.11., 19:30 Vortrag, im Anschluss kurze Pause, Fortsetzung mit Film um 21:00 | Kinosaal | Alter Wiehrebahnhof | Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Vortrag: Eintritt 6/4, Film: Eintritt 6/4 €, Vortrag + Film: Eintritt 10/6 € | Kartenreservierung unter 0761.289989 oder info@literaturbuero-freiburg.de
 
 

 
Repräsentative Studie: Digitale Medien eröffnen neue Chancen für das Vorlesen
Am 30. Oktober 2012 wurde in Berlin die repräsentative Studie „Digitale Angebote – neue Anreize für das Vorlesen?“ der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn vorgestellt. Die Ergebnisse präsentierten Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, Moritz Müller-Wirth, stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter Feuilleton
DIE ZEIT, Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, und Dr. Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Die Vorstellung der Studie bildet zugleich den Auftakt zum neunten Bundesweiten Vorlesetag, der am 16. November 2012 stattfindet.

Berlin, 30. Oktober 2012: Die Studie untersucht den Einfluss digitaler Medien wie Tablets, Smartphones oder E-Reader auf das Vorleseverhalten in Familien. Befragt wurden 500 Eltern mit mindestens einem Kind im Alter von zwei bis acht Jahren. Bisher nutzt jede siebte dieser Familien Bilder- und Kinderbuch-Apps. Die zentralen Ergebnisse: Elektronische Medien werden als Ergänzung, nicht als Ersatz für klassische Bilderbücher betrachtet. Sie haben das Potenzial, bildungsferne Schichten mit Vorleseangeboten zu erreichen. Väter, die bisher deutlich seltener vorlesen als Mütter, können über die neuen Angebote motiviert werden. „Die Studie birgt überraschende Ergebnisse über die Akzeptanz und den Einsatz digitaler Lesemedien“, fasst Dr. Simone C. Ehmig zusammen. „Dadurch bieten sich neue Chancen und Anknüpfungspunkte für die Leseförderung.“

Fast 90 Prozent aller befragten Eltern sagen, dass Bilder- und Kinderbuch-Apps eine tolle Ergänzung sind, das gedruckte Buch aber nicht ersetzen können. „Diese Elterngeneration integriert die neuen Technologien ganz selbstverständlich in den Alltag mit ihren Kindern. Und mithilfe von Bilder- und Kinderbuch-Apps können sie heute in ganz anderen Situationen und an anderen Orten vorlesen als bisher“, erläutert Dr. Rüdiger Grube. „Kurz gesagt: Bücher sind fürs Kuscheln, Apps für die Bahnfahrt oder das Wartezimmer."

Digitale Vorleseangebote bieten neue Möglichkeiten, Familien zu erreichen, bei denen das Lesen und Vorlesen einen geringeren Stellenwert hat. In den befragten Familien mit formal niedriger Bildung sind Smartphones und Tablets mit 74 und 27 Prozent ebenso verbreitet wie in den befragten Familien mit formal hoher Bildung (81 und 26 Prozent).

Väter lesen deutlich seltener vor als Mütter, nutzen aber häufiger elektronische Medien. Die aktuelle Vorlesestudie zeigt, dass Väter, die bereits mit einem elektronischen Gerät und aus Büchern vorgelesen haben, etwa doppelt so häufig dem digitalen Angebot den Vorzug geben (40 Prozent gegenüber 23 Prozent). Bei den Müttern ist es umgekehrt (20 zu 45 Prozent). „Elektronische Medien können helfen, das Vorlesedefizit von Vätern abzubauen, auch wenn diese Zahlen bedauerlicherweise Klischees bestätigen“, erklärt Moritz Müller-Wirth. „Denn jeder fünfte Vater, der selten oder nie aus Büchern vorliest, ist für das Vorlesen mit Apps offen.“

Rund die Hälfte der Befragten, die noch keine Apps zum Vorlesen nutzen, äußerte sich zurückhaltend im Hinblick auf eine zukünftige Nutzung. Zentraler Grund ist die mangelnde Erfahrung mit digitalen Angeboten. „Wir sehen, dass Eltern Orientierung und Beratung brauchen zur Einschätzung der

Qualität und für die Nutzung von Apps“, so Dr. Jörg F. Maas. „Hier werden wir in Zukunft verstärkt unsere Angebote ausbauen. Ebenso müssen das Lesen mit digitalen Medien und die Medienkompetenz in der Leseförderung verstärkt in den Mittelpunkt gerückt werden. Das Lesen und Vorlesen wird durch die Digitalisierung nicht sterben, sondern in neuen Kontexten erfahrbar werden und damit eine Chance für die Leseförderung bieten.“

Die Vorlesestudie erscheint jährlich im Vorfeld des Bundesweiten Vorlesetags. Die aktuelle Studie „Digitale Angebote – neue Anreize für das Vorlesen?“ ist die sechste Studie der Initiatoren, die sich mit dem „Vorleseland Deutschland“ auseinandersetzt. Weitere Informationen zur Studie sowie zum Bundesweiten Vorlesetag sind im Internet zu finden. Engagierte Vorleser haben hier zudem die Möglichkeit, sich anzumelden:


Die Vorlesestudie: www.Stiftunglesen.de/Vorlesestudie
Der Bundesweite Vorlesetag: www.vorlesetag.de
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Der „Leipziger Lesekompass“: Premiere ein großer Erfolg
Vielfältiger Einsatz der prämierten Kinder- und Jugendbücher in der Leseförderung

Mainz / Leipzig, 25. Oktober 2012. Die Premiere des „Leipziger Lesekompass“, der in diesem Jahr von der Stiftung Lesen und der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal herausgegeben wurde, war ein voller Erfolg: Die Orientierungshilfe im Dschungel der Neuerscheinungen auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt war sehr gefragt. Deutschlandweit nutzten 4.000 Fachkräfte die von der Stiftung Lesen entwickelten Anregungen und Handreichungen für den Einsatz der Titel im Schulunterricht. Auch Bibliotheken haben den „Leipziger Lesekompass“ und seine Empfehlungen aufgenommen. Ebenfalls sehr positiv war die Resonanz der Verlage, deren Titel ausgezeichnet wurden. Ein Großteil von ihnen warb mit der Auszeichnung und nutzte das Siegel in Prospekten und Broschüren.
Auch in 2013 gibt der „Leipziger Lesekompass“ wieder Orientierung unter den Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich. Alle Titel für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 14 Jahren mit Veröffentlichung zwischen März 2012 und Januar 2013 werden dabei berücksichtigt. Vorgestellt wird der „Leipziger Lesekompass“ am 14. März 2013 auf der Leipziger Buchmesse.

Bereits auf der Leipziger Buchmesse 2012 fanden die ersten Workshops für Pädagogen und Lehrkräfte statt, um ihnen Anregungen und Informationen für den Einsatz der prämierten Titel in der Kindertagesstätte und der Schule zu geben. Die insgesamt rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dankbar für die Impulse für ihren Arbeitsalltag. Die positive Resonanz spiegeln auch die Nutzungszahlen der Unterrichtsmaterialien für die Altersgruppe der zehn- bis 14-Jährigen wider: Seit Mai haben rund 4.000 Lehrkräfte in ganz Deutschland die Anregungen der Stiftung Lesen für den Einsatz der prämierten Titel im Schulunterricht aufgegriffen.

Die Mainzer Gymnasiallehrerin Anne-Marie Ensgraber zum Beispiel hat sich aufgrund der Empfehlung des „Leipziger Lesekompass“ dazu entschieden, den Roman „Letzten Donnerstag habe ich die Welt gerettet“ von Antje Herden in Auszügen mit einer fünften Schulklasse im Religionsunterricht zu lesen. „Die Auswahlkriterien des ‚Lesekompass‘ und die Bewertungen der Jury haben mich überzeugt – und auch meinen Schülerinnen und Schüler macht die Lektüre Freude. Sie sind sehr interessiert und motiviert.“

Im nächsten Jahr erhalten Lehrkräfte und Pädagogen noch mehr Unterstützung für den Einsatz der Titel des „Leipziger Lesekompass“ im Unterricht: Neben den Workshops während der Leipziger Buchmesse sind im weiteren Verlauf des Jahres 2013 zusätzliche Fortbildungsveranstaltungen vorgesehen.

Die positive Resonanz sowohl von pädagogischen Fachkräften als auch von Kindern und Jugendlichen bestätigt die Initiatoren in ihrem Konzept. „Mit dem ‚Leipziger Lesekompass‘ sind wir bewusst neue Wege gegangen“, erklärt Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Wir wollten keinen neuen Buchpreis ins Leben rufen, sondern Leseempfehlungen geben, die die Zielgruppe begeistern und zum Lesen motivieren. Der ‚Leipziger Lesekompass‘ setzt auf einen breiten Medien- und Themenmix, greift aktuelle Trends auf und stellt einen Bezug zu den Lebenswelten von Kindern her.“

Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, betont: „Mit dem ‚Leipziger Lesekompass‘ und den begleitenden Workshops haben wir auf der Buchmesse ein ganz neues Angebot für Lehrkräfte und Erzieher geschaffen und so den Bereich Fokus BILDUNG für Lehrer, Erzieher und Pädagogen erweitert. 2013 öffnen wir den ‚Leipziger Lesekompass‘ nun auch für Eltern. Workshops sollen vermitteln, wie Eltern mit den prämierten Titeln ihre Kinder für das Lesen begeistern können.“
 
 

 
Mehr als 20.000 Vorleser beteiligen sich am Bundesweiten Vorlesetag
Lesungen im Riesenrad und im Bus

Mainz / Berlin / Hamburg, 19. Oktober 2012. Bereits einen Monat vorher steht fest: Der 9. Bundesweite Vorlesetag am 16. November, initiiert von der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn, wird ein Tag der Rekorde. Bereits heute haben sich mehr als 20.000 Vorleser mit einer Vorleseaktion registriert und damit den bisherigen Rekord von 12.000 Aktionen aus dem vergangenen Jahr deutlich gebrochen.

Einige der Vorlesestunden finden an außergewöhnlichen Orten statt: Zum Beispiel in einem Vorlese-Tipi im Berliner Hauptbahnhof, im Riesenrad auf dem Hamburger DOM, in einem Oldtimer-Bus in Neunkirchen-Seelscheid (Rhein-Sieg-Kreis) oder im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig. Zudem wird in zahlreichen Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und Mehrgenerationenhäusern, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen vorgelesen.

Hier und an vielen weiteren Orten in ganz Deutschland wollen die Vorleser mit ihrem Engagement Lesefreude wecken und dadurch langfristig Lesekompetenz stärken. Auch im Ausland beteiligen sich immer mehr Menschen am Vorlesetag: So gibt es zum Beispiel Veranstaltungen in Mexiko-Stadt, wo unter anderem die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa Cantellano liest, an der Deutschen Schule in Chiang Mai (Thailand) und am Goethe-Institut in Addis Abeba (Äthiopien).

Weitere Interessierte können sich noch bis zum 16. November im Internet unter www.vorlesetag.de anmelden. Unter allen Teilnehmern werden 50 ZEIT-Editionen „Krimis für junge Leser“, 10 DB-Vorlesekoffer sowie 50 DB-Vorlesebücher verlost.
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