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Dienstag, 4. August 2026
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Museums - und Ausstellungstipps

 
Das Zeughaus am Neuen Schloss Ingolstadt – Geschichte und Perspektiven
Das Ortskuratorium München lädt zu einer Führung ein

Das Ortskuratorium München der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Freitag, den 17. Juli 2026 von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu der Führung „Das Zeughaus am Neuen Schloss Ingolstadt – Geschichte und Perspektiven“ ein. Treffpunkt ist das Bayerische Armeemuseum – Neues Schloss, Paradeplatz 4 in 85049 Ingolstadt. Die Kosten belaufen sich auf 5 Euro pro Erwachsenen. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.denkmalschutz.de/anmeldung. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten.

Dr. Tobias Schönauer, Oberkonservator und stellvertretender Direktor des Armeemuseums, und Messalina Mayer vom Ortskuratorium München öffnen die Pforte des Zeughauses im Bayerischen Armeemuseum, die für die Öffentlichkeit für gewöhnlich verschlossen bleibt.

Das Zeughaus am Neuen Schloss Ingolstadt wurde im Zuge des ersten Ausbaus des Schlossareals zwischen 1470 und 1474 errichtet. Ursprünglich diente es als Getreidespeicher. Erst später wurde es umgewidmet und zum Zeughaus. Die historischen und baugeschichtlichen Untersuchungen kommen gleichzeitig zu dem faszinierenden Ergebnis, dass das Gebäude schon im 16. Jahrhundert repräsentativ ausgestaltet war. Zeughäuser hatten bereits vor Jahrhunderten neben ihrem praktischen Zweck als Waffenlager eine museale Funktion. Die hier gelagerten Waffen und Ausrüstungen konnten Gästen gezeigt werden – auch zum Ruhm der bayerischen Landesherren. Das Armeemuseum findet im Zeughaus sowohl funktional als auch inhaltlich eine ebenso notwendige wie passende Ergänzung.

Seit nunmehr fast 100 Jahren ist das Zeughaus weitgehend ungenutzt und steht leer. Dr. Tobias Schönauer erläutert Ursprung, Gestalt und Geschichte dieses großen historischen Bauwerks, außerdem geht er auf die Planungen für dessen künftige Nutzung und die vorliegenden Optionen ein. Zumal auf dem Areal des Neuen Schlosses in Ingolstadt, dem Sitz des Bayerischen Armeemuseums, ein erheblicher, bei einzelnen Gebäuden sogar dramatischer Sanierungsbedarf besteht. Dieser Umstand wird ebenfalls erörtert.

Es besteht die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Making Max Emanuel – Wie wird man zur Legende?“ im Bayerischen Armeemuseum zu besuchen.
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Fünfter Förderpreis für Bildende Kunst
Zwei Kunststudierende erhalten am Freitag, 10. Juli den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Freiburg und der Sparkasse Freiburg- Nördlicher Breisgau

Das Engagement junger Kunststudierender honorieren und deren künstlerische Entwicklung stärken: Das ist das Ziel des „Förderpreis für Bildende Kunst“. Zwei Studierende können so mit je 1000 Euro ausgezeichnet werden.

Bei der Vernissage am Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie in den Morat-Hallen wird der Kulturbürgermeister Roland Meder zusammen mit Beate Schwarz, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, den Preis übergeben. Die Ausstellung zeigt Werke von 13 vorgeschlagenen Studierenden der drei Ausbildungsstätten für Bildende Kunst: Macromedia Hochschule, Pädagogische Hochschule und die Edith Maryon Kunstschule. Die Ausstellung bietet einen guten Einblick in das jüngste Kunstschaffen in Freiburg.

Der diesjährigen Jury für den Förderpreis gehören an: Lea Altner (PEAC), Isabel Herda (Museum für Neue Kunst) und Heinrich Dietz (Kunstverein).

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie, Lörracher Straße 31, ist vom 11. Juli bis 2. August zu sehen: donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Feiertags ist die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist frei.
 
 

Paul Signac und der Neoimpressionismus
Paul Signac, Segel und Pinien, 1896, © Privatsammlung
 
Paul Signac und der Neoimpressionismus
Museum Barberini, Potsdam
4. Juli bis 11. Oktober 2026

Den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie zu erreichen – diesem Ziel verschrieb sich Paul Signac, als er Mitte der 1880er-Jahre mit Georges Seurat eine neue Malweise in die Kunst einführte. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus beleuchtet vom 4. Juli bis 11. Oktober 2026 im Museum Barberini als erste umfassende Signac-Schau in Deutschland seit 30 Jahren die zentrale Rolle des Künstlers innerhalb der Bewegung des Neoimpressionismus und geht seinem Einfluss als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator nach.

Die Ausstellung – eine Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam – präsentiert sein künstlerisches Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Porträtmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne erschloss. Sie umfasst über 90 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Sie stehen im Dialog mit Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen.
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Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 6. bis 12. Juli
(Kalenderwoche 28)

Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop oder an der jeweiligen Museumskasse. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard und Museums-PASS-Musées frei.

Archäologisches Museum Colombischlössle

After Work: Nachrichten aus dem römischen Reich
Das Archäologische Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, lädt Interessierte am Mittwoch, 8. Juli, um 17.30 Uhr zu einer Feierabend-Führung durch die Dauerausstellung ein. Aus dem Römischen Reich sind von Wachstafeln über steinerne Inschriften bis zu Fluchtafeln viele verschiedene Schriftzeugnisse überliefert. Was sie alles über den Alltag der Menschen verraten, erzählt die Archäologin Leonie Anders. Die Teilnahme kostet den Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zusätzlich wird ein kostenfreies Veranstaltungsticket benötigt. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

Film und Gespräch: „Die Ermittlung“
Die Reihe „HINSCHAUEN – FilmRäume von Dokumentationszentrum
Nationalsozialismus & KoKi“ geht weiter: Am Donnerstag, 9. Juli, von 19.30 bis 23 Uhr läuft der deutsche Spielfilm „Die Ermittlung“ (2024). Er basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Weiss und stellt anhand von Aussagen von Zeitzeug*innen die ersten Frankfurter Prozesse zum Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz nach. Der Film wird im Kommunalen Kino, Urachstraße 40, gezeigt. Das Veranstaltungsticket kostet 8 Euro, mit 5er-Karte 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Es ist vor Ort im Kino erhältlich.

Augustinermuseum

Kammerkonzert mit Mitgliedern des SWR-Symphonieorchesters: Geige und Akkordeon
Kammermusik in besonderem Ambiente: In der Skulpturenhalle des Augustinermuseums am Augustinerplatz erwartet das Publikum am Freitag, 10. Juli, um 20 Uhr ein Konzert von Mitgliedern des SWR-Symphonieorchesters. Harald Paul und Andreas Nebl spielen Werke von Mozart, Pärt und Cage. Das Veranstaltungsticket kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, es ist im Online-Shop und an der Museumskasse im Vorverkauf sowie an der Abendkasse erhältlich. Eine Sitzplatzreservierung ist nicht möglich.

Museum Natur und Mensch

Führung: Voll unfair!
Das Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, lädt Interessierte am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung „Voll unfair!“ ein. Darin präsentiert die Ethnologische Sammlung die künstlerischen Positionen von Marcello Martinez-Vega aus Ecuador und Dewi Candraningrum aus Indonesien. Mit ihren Porträts und Installationen beleuchten sie soziale, wirtschaftliche und politische Fragen rund um den globalen Handel mit Rohstoffen. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, hinzu kommt der Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.

Museum für Neue Kunst

Inklusive Führung: Spielfeld
Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, lädt Interessierte am Sonntag, 12. Juli, um 15 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung „Spielfeld. Sport & Kunst“ ein. Die Führung wird durch eine Dolmetscherin in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. Videoarbeiten, Skulpturen und interaktive Werke beleuchten soziale, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen von Sport aus künstlerischer Sicht. Als Massenphänomen verbindet er Menschen, wirft aber auch Fragen zu Fairplay, Teilhabe und Barriere auf. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, hinzu kommt der Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.
 
 

Neuerwerbung: »Need III« von Berlinde De Bruyckere
© Berlinde De Bruyckere
 
Neuerwerbung: »Need III« von Berlinde De Bruyckere
Staatsgalerie Stuttgart

Zwischen Körperlichkeit und Vergänglichkeit: Berlinde De Bruyckere trifft auf Doris Salcedo und Teresa Margolles. Drei weibliche Positionen, die jeweils eine eigene, eindringliche visuelle Sprache für das Unsagbare gefunden haben, werden aktuell in »THIS IS TOMORROW« in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt.

Berlinde De Bruyckere (geb. 1964) lebt und arbeitet in Gent und gehört zu den international renommiertesten belgischen Künstlerinnen. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelt sie ein eindringliches Œuvre, in dem die menschliche Existenz, die Verletzlichkeit des Körpers und die Spannung zwischen Leben und Tod im Zentrum stehen. Ihr Werk zeichnet sich durch eine tiefe Sensibilität für Bilder aus – sei es aus der Kunstgeschichte oder von aktuellen Ereignissen – und spiegelt sowohl kollektive als auch intime Erfahrungen wider: von Leid, Vergänglichkeit und Traumata zu Geborgenheit und Schönheit.

Ein zentrales Interesse von De Bruyckere liegt in der Körperlichkeit des Menschen. So beeinflusst ihre intensive Beschäftigung damit auch die Werkreihe »Need«. Hier werden aus in Wachs geformte Körperfragmente mit gefundenen, präzise arrangierten Materialien kombiniert und in zu Vitrinen umgebauten alten Glasfenstern gezeigt. Das Wachs erscheint durch seine Brüche, Verletzungen und Abformungen fast wie Fleisch, wodurch die Grenze zwischen Belebtem und Unbelebtem, zwischen Realität und Imagination aufgehoben wird. Die Vitrine mit ihren brüchigen Streben und dem alten Glas gehört zum Gesamtensemble und versetzt die Objekte zu körperhaften Erscheinungen, die jeden Betrachtenden in einen Zustand des Nachdenkens über Verletzlichkeit und Transzendenz versetzen.

Die Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. ermöglichen mit dem Ankauf von »Need III, 2023–2024« von Berlinde De Bruyckere nun eine bedeutende Erweiterung der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Staatsgalerie Stuttgart. Der Neuankauf unterstreicht das kontinuierliche Engagement der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V., herausragende künstlerische Positionen für die Sammlung zu sichern und aktuelle Perspektiven in den Museumsdialog einzubringen.

Im Rahmen der Sammlungspräsentation »THIS IS TOMORROW« wird die Installation »Need III, 2023-2024« in Gegenüberstellung mit Werken von Doris Salcedo und Teresa Margolles gezeigt. Drei weibliche Positionen, die jeweils eine eigene, eindringliche visuelle Sprache für das Unsagbare gefunden haben. Die gemeinsamen Themen dieser drei Künstlerinnen sind: Gewalt, Verlust und Trauer. Daher wählte De Bruyckere spezifische Werke der Alten Meister aus, stellte sie in einen neuen Kontext und stellte eine Verbindung zu ihren eigenen Arbeiten her: die Kreuzigung Christi, moderne Tragödien wie die Waffengewalt in amerikanischen Städten, Kartellgewalt und Femizide.

Ein weiteres Schlüsselwerk De Bruyckeres ist ihre Serie auf Papier »It almost seemed a lily«. Ausgangspunkt dafür war ihre Begegnung mit den »Eingeschlossenen Gärten« (Hortus Conclusus) der Augustiner-Hospital-Schwestern in Mechelen. Deren akribisch gestaltete Andachtskästen vereinen Textilien, Wachs, Holz, künstliche Blumen und andere Materialien und dienen den Nonnen als intime Räume spiritueller Versenkung. Das Motiv der welkenden Blume ist der Inbegriff der Vereinigung von Leben und Tod, und so friedlich die Blumen-Collagen auch wirken mögen, die brutalen Kratzer auf dem Kohlepapier lassen eine verborgene Gewalt erahnen. Für De Bruyckere symbolisieren sie zugleich Orte des Begehrens und werden zu Ausgangspunkten für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Drei Blätter dieser Folge sind aktuell im Dialog mit zwei Werken aus unserer Altmeister-Sammlung zu sehen: Die Künstlerin hat dafür ein Diptychon von Aelbert Bouts aus der Sammlung der Staatsgalerie ausgewählt und in Gegenüberstellung zu ihren Arbeiten im Bereich der zeitgenössischen Sammlung gebracht.

zum Bild oben:
Berlinde De Bruyckere, Need III, 2023–2024, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V.
© Berlinde De Bruyckere
 
 

 
Museum für Neue Kunst schließt am Donnerstag, 2. Juli, um 17 Uhr
Am Donnerstag, 2. Juli, nehmen die Mitarbeiter*innen der Museen Freiburg, des Kulturamts und des Stadtarchivs am jährlichen Betriebsausflug teil. Aus diesem Grund fallen im Museum für Neue Kunst die verlängerten Öffnungszeiten weg. Normalerweise ist das Museum für Neue Kunst donnerstags bis 19 Uhr offen. An diesem Tag schließt das Haus, genau wie das Augustinermuseum mit dem Haus der Graphischen Sammlung, das Archäologische Museum Colombischlössle, das Museum Natur und Mensch und das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, um 17 Uhr. Der Schnupperkurs „Tabata“, der für 17 Uhr geplant war, findet nicht statt.
 
 

Neue Sonderausstellung
© Harald Wacker
 
Neue Sonderausstellung "Lost Places" in Karlsruhe
Fotografien von Harald Wacker“ im Stadtmuseum

Mit der Sonderausstellung „Lost Places in Karlsruhe. Fotografien von Harald Wacker“ präsentiert das Stadtmuseum vom 4. Juli 2026 bis 7. Februar 2027 einmal eine ganz andere, eher unbekannte Seite der Fächerstadt. Mit der Kamera hat der Fotograf Harald Wacker heute nicht mehr existente, inzwischen vergessene oder umgenutzte Karlsruher Orte festgehalten und ihre einzigartigen Geschichten bewahrt.

Seine Fotografien zeigen nicht nur urbane Architektur, sondern laden auch dazu ein, in die Ästhetik der Orte einzutauchen. Dazu präsentiert das Stadtmuseum ausgewählte Objekte aus seiner Sammlung, die Teil dieser Orte waren oder dort hergestellt wurden – wie Kosmetikartikel der Seifenfabrik F. Wolff & Sohn, Fleischerhaken vom Alten Schlachthof oder ein Gemälde aus den ehemaligen Künstlerateliers am Hauptbahnhof.

Teil der Sonderausstellung ist außerdem das Escape Game „Der letzte Badetag“, das alle Besuchenden dazu einlädt, spielerisch in die Geschichte des einstigen Tullabads einzutauchen, das heute als Exotenhaus des Zoologischen Gartens genutzt wird.

Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Kuratorinnenführung durch die Sonderausstellung

Am Sonntag, 5. Juli, um 15 Uhr führt Dr. Christiane Sutter durch die Sonderausstellung. Die Teilnehmenden erhalten spannende Einblicke in das fotografische Schaffen von Harald Wacker.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme an der Führung ist kostenlos beziehungsweise im Eintrittspreis inbegriffen.
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Ausstellungstipp: Katharina Greve – Qualitätsideen seit 1972
Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst
bis 17. Januar 2027

Katharina Greve gehört zu den renommiertesten Vertreterinnen der Komischen Kunst. Ihr vielfach ausgezeichnetes Werk ist geprägt von satirischem Humor sowie architektonisch inspirierten Zeichnungen und wird nun in einer umfassenden Gesamtschau präsentiert. Greves künstlerisches Repertoire ist breit gefächert und umfasst neben Cartoons und Comics auch Malerei, Illustrationen, Fotos sowie Objekt-, Film- und Textarbeiten. Mal verspielt und leicht, mal pointiert kritisch und nah am Zeitgeschehen, und dann von Nonsens getragen, überrascht sie immer wieder mit ihrem scharfsinnigen Blick auf unsere Welt.

Katharina Greve, geboren 1972 in Hamburg, schloss 1999 ihr Architekturstudium an der TU Berlin ab. Seit 2002 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig, widmete sich zunächst dem szenischen Schreiben, Performances, Installationen und Designarbeiten. Ab 2004 folgten erste Cartoons, die bis heute in vielen Zeitungen und Magazinen erscheinen, darunter Titanic, taz, neues deutschland und Süddeutsche Zeitung.

Bereits bei ihrem Comic-Debüt Ein Mann geht an die Decke erregte Greve Aufmerksamkeit mit ihrer unverwechselbaren Stilistik. Zentrale Merkmale zeigen sich bereits hier in konzeptuellen Erzählansätzen, seriellen Strukturen und spielerischen Perspektivwechseln, die aus absurden Ausgangssituationen heraus grundlegende Fragen zu Wahrnehmung und gesellschaftlicher Ordnung entwickeln. Diesen Ansatz führt sie sowohl in Patchwork, einer lakonisch erzählten Geschichte über eine Transplantationsforscherin, die ihre Kinder im Labor erschafft, wie auch in Hotel Hades, ihrem Entwurf einer absurden Jenseitswelt, konsequent fort.

Die dicke Prinzessin Petronia stellt wiederum Greves parodistische Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis (seit 2015 in Das Magazin). Mit ironischer Zuspitzung überführt sie Saint-Exupérys Kunstmärchen Der kleine Prinz in eine episodische Comic-Erzählung. Im Mittelpunkt steht die stets übel gelaunte Cousine des kleinen Prinzen: Prinzessin Petronia, die sich den Erwartungen ihres Umfelds widersetzt und um Selbstbestimmung ringt. Hier schafft Greve eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit Rollenbildern, Körpernormen, gesellschaftlicher Zuschreibung, Identität und Anpassung. Die Besucherinnen und Besucher des Museums werden indes bereits im Schaufenster von einem Skulptoon der Prinzessin Petronia begrüßt, die zusammen mit dem Multifunktionswurm Mirco auf ihrem Planeten durch das Universum schwebt. Angefertigt wurde das Werk vom Kasseler Bildhauer Sigi Böttcher.

Zu Greves bedeutendsten Werken zählt ihr 2015 gestarteter Webcomic Das Hochhaus – 102 Etagen Leben. Über zwei Jahre hinweg wuchs das virtuelle Gebäude täglich um ein Stockwerk. Inzwischen auch als Buch erhältlich (Buchrolle vergriffen), entwirft Greve ein absurd komisches Panorama des (zwischen-)menschlichen Lebens. Hinter den scheinbar abgeschlossenen, privaten Mikrokosmen der Bewohner und Bewohnerinnen entfalten sich ungefiltert die großen gesellschaftlichen Themen der Gegenwart: Arbeit und Leistungsdruck, Familien- und Rollenbilder, Einsamkeit und soziale Nähe, Migration, Identität und Zugehörigkeit, Wohlstand und Ungleichheit. Auf engstem Raum verdichtet sich so ein vielschichtiges Bild gesellschaftlicher Realität – präzise beobachtet und zugleich von feinsinnigem Humor durchzogen.

Greves Liebe zu außergewöhnlichen Figuren und Geschichten zeigt sich wiederum in ihrem Werk Die letzten 23 Tage der Plüm. In minimalistischer Bildsprache und pointierten Texten entwirft Greve ein amüsantes Lehrstück zum Krisenmanagement der Plüms, zwischen ehrlichen Bemühungen zur Rettung ihrer Welt und tiefster Resignation vor der scheinbar unabdingbaren Apokalypse.

Ihr neuestes Werk Meine Geschichten von Mutter und Tochter ist Greves Hommage an Erich Ohsers (alias e. o. plauen) Vater und Sohn. Mit großem Gespür übersetzt sie seine berühmten Bildergeschichten in das Hier und Jetzt. Ihre Protagonistinnen begegnen den Herausforderungen des modernen Alltags und beantworten Fragen nach Geschlecht, Normen und Erwartungen mit viel Kreativität, Herz und Verstand.

Über ihre Buchpublikationen hinaus entfaltet Katharina Greve ihre künstlerische Vielseitigkeit in zahlreichen weiteren Projekten: Regelmäßig erscheinen Textbeiträgein der Titanic-Rubrik „Vom Fachmann für Kenner“, im Jahr 2020 widmete sie sich der Acrylmalerei. Ebenso erstreckt sich Greves künstlerisches Repertoire auf Fotografie wie die „Aussagekräftigen Symbolbilder“. Von Kreativität zeugt ebenso ihre Objektkunst, so präsentiert die Ausstellung unter anderem ihr Werk Kalendula, den ersten Armband-Abreißkalender.

Insbesondere sind Greveszahlreiche Cartoons für Zeitungen und Magazine hervorzuheben. Pointiert kommentiert sie gesellschaftliche und politische Themen wie die Gefahren der Robotik, die Krise des Gesundheitswesens, den Klimawandel oder die Rentendebatte. Internationale Beachtung fand Greves Cartoon, der im Karicartoon-Kalender exakt am 10. Februar 2013 den Papstrücktritt von Benedikt XVI. vorhersagte.

Die Werkschau „Qualitätsideen seit 1972“ im Caricatura Museum gibt einen umfassenden Einblick in das künstlerische Œuvre von Katharina Greve. Ein Highlight der Ausstellung ist unter anderem das komplette Hochhaus, über fünf Meter hoch. Das einem Cartoon nachempfundene Verlierertreppchen dürfte zudem für viele Lacher und Selfies sorgen. Auch die Tapete als prägendes Gestaltungselement und heimlicher Star in Greves Cartoons rückt in den Fokus der Ausstellung: Ein für sie charakteristisches Tapetendesign gestaltet eine gemütliche Leseecke. In dieser ruhigen, einladenden Atmosphäre können Besucherinnen und Besucher in Greves Bildwelt eintauchen und in ihren Publikationen schmökern.
 
 



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