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Museums - und Ausstellungstipps
© Museum für Kommunikation Frankfurt | | | | | „20+1: Zwanzig und (d)eine Perspektive auf KI“ | Museum für Kommunikation Frankfurt
Neuer Themenbereich in der Dauerausstellung
Zwanzig Videoimpulse auf der Galerie der Dauerausstellung „Mediengeschichte|n neu erzählt“ greifen aktuelle Aspekte von Künstlicher Intelligenz auf: Wird KI zum Machtinstrument? Wer sorgt für den gesetzlichen Rahmen? Trägt KI zu Ungleichheiten und Ungerechtigkeit bei? Müssen wir Schule neu denken?
Zu diesen und anderen Fragen beziehen Expert:innen aus Forschung, Bildung und Wirtschaft Stellung. Mit dabei sind die Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation Kristina Sinemus, die IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner, der Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für KI, Antonio Krüger, die ZEIT-Journalistin Eva Wolfangel sowie die Soziologin Sabine Pfeiffer, um nur einige der prominenten Stimmen zu nennen.
Bei den „20 Perspektiven“ sind die Besuchenden dazu eingeladen, sich prägnante Einschätzungen und Gedanken zur digitalen Transformation durch Künstliche Intelligenz anzusehen. Sie starten dafür einen interaktiven Touchscreen mit Fragen, geben ihre Antworten ein und erhalten bis zu vier Empfehlungen für einen Rundgang nach ihren Interessen.
Die Perspektiven beschäftigen sich mit zentralen Fragen, die das heutige – und künftige – Zusammenleben mit KI betreffen. Denn die Technologie verändert nicht nur die Industrie und Arbeitswelt, sondern zunehmend den Alltag der Menschen. Die 20 Vordenker:innen geben wertvolle persönliche Einblicke in die Art und Weise, wie KI zwischenmenschliche Beziehungen beeinflusst, wie neue Lernräume in Schule und Industrie entstehen können, wie der Zugang zu Tools und Ressourcen fair und inklusiv sichergestellt werden kann, und ob sich Manipulation, Propaganda und der immense ökologische Fußabdruck in den Griff bekommen lassen. Somit ermöglichen die „20 Perspektiven“ eine ganzheitliche Annäherung an eine der zentralen technischen Entwicklungen der Gegenwart.
Co-Kreation mit der Öffentlichkeit
Eine Besonderheit des Projekts: Sowohl die Themen als auch die konkreten Fragen stammen direkt aus der Öffentlichkeit. Rund 200 Teilnehmende entwickelten diese im Dezember 2025 und März 2026 im Rahmen zweier „Ideenforen“. Das Museum für Kommunikation etablierte dafür ein neues Gesprächsformat, das Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen zusammenbrachte, um persönliche Erfahrungen mit Künstliche Intelligenz sowie Perspektiven auf Kommunikation und Gesellschaft zu diskutieren.
Im ersten Ideenforum am 2. Dezember 2025 diskutierten rund 100 Teilnehmende in wechselnden Gruppen acht Themenfelder mit Alltagsbezug: „Pflege“, „Weltbild“, „Organisation“, „Steuerung“, „Arbeit“, „Bildung“, „Beziehung“ und „Diversität“. Fragen, Erfahrungen sowie wahrgenommene Chancen und Risiken von KI wurden dokumentiert und priorisiert. Aufgrund des großen Zuspruchs folgte am 14. März 2026 ein zweites Ideenforum. Auf Basis der bisherigen Ergebnisse wurden 20 Themenfelder weiterentwickelt sowie geeignete Expert:innen für die Videobeiträge identifiziert.
Die ausgewählten Personen wurden eingeladen, filmische Impulse für den sogenannten „Stelenwald“ beizusteuern. Die Interviewfragen entwickelten die Teilnehmenden des zweiten Ideenforums selbst. Produziert wurden die Kurzfilme von Thomas Bannier, der gemeinsam mit dem Museum informative Beiträge von jeweils 120 bis 180 Sekunden Länge realisiert.
Die Ergebnisse der Ideenforen fließen nicht nur in die neue Videoinstallation ein, sondern bilden auch die Grundlage für zukünftige museumspädagogische Angebote zu KI. Workshops, Fortbildungen und Gesprächsformate greifen die Fragen und Informationsbedarfe der Besuchenden auf und fördern so die sogenannte „AI Literacy“, also die Kompetenz, KI-Systeme besser zu verstehen und einzuordnen.
Technisches Upgrade der Stelen
Die bisherigen zehn Stelen mit 20 Videoporträts von namhaften Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur wurden mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung 2017 auf der Galerie installiert. Nach rund neun Jahren sind viele der Aussagen nicht mehr aktuell und das Museumsteam hat dies zum Anlass für eine grundlegende Überarbeitung genommen. Dabei wurde die Ausstellungsarchitektur beibehalten, aber die technischen Möglichkeiten verbessert.
Nachdem zuvor 20 Filme auf Playern in den 10 Stelen verortet waren, können die Videos nach dem technischen Upgrade über ein Content Management System via Browser eingespielt werden. Dies erweitert das Spektrum der Möglichkeiten enorm, denn das Handling erlaubt es, die Stelen für Abschlusspräsentationen von Video-Workshops zu nutzen. Auch Arbeiten, die Museumsbesuchende mit dem museumspädagogischen Team hergestellt haben, können in kürzester Zeit oder aus aktuellen Anlässen hochgeladen und nach einer definierten Dauer wieder herausgenommen werden, um wieder zur Basispräsentation zurückzukehren.
Für Gäste, denen der Weg nach Frankfurt zu weit ist, stellen wir sämtliche Videos auch online zur Verfügung: Videos „20plus1 Perspektiven“
Der neue Themenbereich ist Teil des Fokusthemas 2025/2026 „Künstliche Intelligenz und Kommunikation“.
Förderer des Projekts: Dr. Marschner Stiftung, FAZIT-STIFTUNG, Neumüller Becker Unternehmerstiftung | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 25. bis 31. Mai | (Kalenderwoche 22)
Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Tickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard und Museums-PASS-Musées frei.
Museum Natur und Mensch
Diskussion: Frauen als Hüterinnen von Gemeinschaft, Umwelt und Ressourcen
Bei der Diskussionsrunde am Dienstag, 26. Mai, von 19 bis 21 Uhr im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, geht es um die Rolle von Frauen in sozialen Bewegungen weltweit. Mit Paola Tamayo, Filmemacherin aus Kolumbien, Dewi Candraningrum, Künstlerin aus Java, Indonesien, und Elena Muguruza, Juristin aus Peru, kommen drei Frauen aus unterschiedlichen Regionen und Kontexten zusammen. Sie sprechen über ihren Einsatz für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Die Veranstaltung ist Teil der Sonderausstellung „Voll unfair!“. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Familienführung: Zeitreise in die römische Lebenswelt
Bei der Führung am Donnerstag, 28. Mai, um 15 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, gehen Familien mit Kindern ab 5 Jahren auf Streifzug durch die Zeit vor rund 2000 Jahren. Mit allen Sinnen entdecken sie, was uns heute noch mit der römischen Lebenswelt am Oberrhein verbindet. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, Erwachsene zahlen zusätzlich den Eintrittspreis von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder können nur in Begleitung einer erwachsenen Person teilnehmen. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse.
Museum für Neue Kunst
Tandemführung mit Benefit: Kunst trifft Sport
Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, lädt am Donnerstag, 28. Mai, um 18 Uhr zu einem Rundgang durch die Ausstellung „SPIELFELD. Sport & Kunst“ mit dem Kooperationspartner Benefit ein. Dabei werden Perspektiven von Kunst, Sport und gesellschaftlicher Teilhabe beleuchtet. Was passiert, wenn künstlerische Fragestellungen auf sportliche Aktivität treffen? Wie wirken beide Disziplinen in die Gesellschaft hinein? Überlegungen zu Wettkampf und Fairplay, Überwindung und Regelwerk werden diskutiert – doch es kann auch sportlich werden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Treffpunkt ist im Foyer des Museums.
Augustinermuseum
Direktorinnenführung: Von der Badischen Revolution zum FREI_Raum
Die Museumsdirektorin Jutta Götzmann führt am Freitag, 29. Mai, um 17.30 Uhr durch einige der neu eröffneten Bereiche des Augustinermuseums am Augustinerplatz. Dabei präsentiert sie die vielseitigen Themen der Dauerausstellung. Das Veranstaltungsticket kostet 2,50 Euro, hinzu kommt der Eintrittspreis von 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Veranstaltungs- und Eintrittstickets gibt es im Online-Shop und an der Museumskasse. Treffpunkt ist im Kreuzgang des Augustinermuseums | | | | | |
| (c) Museum Natur und Mensch, Fotos: Patrick Seeger | | | | | Globale Märkte und lokale Lebenswelten | Kunstausstellung „Voll unfair!“ im Museum Natur und Mensch widmet sich Kakao- und Zementproduktion
Globale Märkte und lokale Lebenswelten sind eng miteinander verbunden. Die Ethnologische Sammlung des Museums Natur und Mensch nimmt in der Ausstellung „Voll unfair!“ ab Mittwoch, 20. Mai, zwei sehr unterschiedliche Produkte in den Fokus: Kakao und Zement. Zwei künstlerische Positionen zeigen bis Sonntag, 3. Januar 2027, dass beide viel gemeinsam haben. Es geht um Ausbeutung, Widerstand und Hoffnung. Die Ausstellung rückt Frauen als zentrale Akteurinnen in den Fokus und macht Mut zu Veränderungen.
Der aus Ecuador stammende und in Freiburg lebende Künstler Marcello Martinez Vega thematisiert in seiner Installation „el Pais del Cacao“ Kakao-Produktion in Ecuador. Kakao ist dort seit Jahrhunderten nicht nur Genussmittel und Exportschlager, sondern auch spirituelles Gut von großer kultureller Bedeutung. Martinez Vega verknüpft in seiner Präsentation historische und zeitgenössische Perspektiven auf Anbau, Verarbeitung und Vermarktung. Hierfür arbeitet er mit dem Projekt „Mashpi Chocolate“ im Nebelwaldgebiet des Anden-Chocó zusammen. Kakao wird dort in Agroforstsystemen kultiviert, wodurch Biodiversität und Böden geschont werden; zugleich stärken von Frauenkooperativen ausgehende Initiativen wirtschaftliche Unabhängigkeit und eröffnen faire Perspektiven vor Ort.
Den zweiten Raum hat die Wissenschaftlerin und Künstlerin Dewi Candraningrum aus Java, Indonesien, gestaltet. Sie beschäftigt sich mit dem Kalksteinabbau im Kendeng-Gebirge und den damit verbundenen Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung. Der Widerstand von Frauen vor Ort, die sich mutig gegen die Zerstörung ihres Lebensraums wehren, steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Das Kendeng-Gebirge besteht aus einer Karstlandschaft mit unterirdischen Wasserreservoirs und Höhlensystemen. Der Abbau von Kalkstein für die Zementproduktion zerstört diese natürlichen Wasserssysteme, von denen viele umliegende Dörfer und landwirtschaftliche Flächen, die nicht an die staatliche Wasserversorgung angebunden sind, abhängig sind. Der Bau von Zementfabriken hat seit den 2010er-Jahren zu anhaltenden Konflikten mit lokalen Gemeinden geführt. Bekannt wurden die Proteste der sogenannten „Kartinis von Kendeng“, einer Gruppe von Frauen, die für den Schutz ihrer landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen kämpfen. Candraningrums Arbeiten machen diese ökologischen und sozialen Entwicklungen erfahrbar und stellen Fragen nach Verantwortung, Beteiligung und Gerechtigkeit.
Um einen Perspektivwechsel anzustoßen, die museale Deutungshoheit bewusst zurückzunehmen und eine dekoloniale Ausstellungspraxis zu erproben, hat das Museum Natur und Mensch beide Räume komplett von den Künstler*innen kuratieren lassen.
Auch der dritte Raum, entwickelt vom Museums- und Vermittlungsteam, widmet sich Herkunft und Herstellung von Konsumgütern; es geht um Umweltschutz und den Einsatz für faire Arbeitsbedingungen. Auch in Freiburg tragen wir Verantwortung. Woher kommen unsere Waren, und wie können wir positive Veränderungen anstoßen? Eine Scan-Station informiert zu Ursprung und Herstellungsprozessen typischer Supermarktprodukte wie Schokocreme, Thunfisch oder Obstkonserven. Malvorlagen, eine Leseecke und eine Diskussionswand regen zum Nachfragen und Mitreden an. Der Raum vertieft die Themen der Sonderausstellung, lenkt den Blick auf Lieferketten und Zertifizierungen, gibt Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen des Museums und lädt zur Auseinandersetzung mit kultureller Aneignung ein.
Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung: von Workshops zur Schokoladenherstellung und Kakaozeremonie über eine Exkursion in den Botanischen Garten bis hin zu einem Vortrag über den Protest im Kendeng-Gebirge und einer Diskussionsrunde zur Rolle von Frauen in sozialen Bewegungen. Alle Informationen gibt es unter www.museen.freiburg.de/mnm
Das Museum Natur und Mensch ist dienstags von 10 bis 19 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, Mitglieder des Freundeskreises, mit Freiburg-Pass, Familien-Card oder Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei. | | Mehr | | | |
| | | | | | Erinnerungsschichten | Gruppenausstellung im Rahmen der Biennale Photo Mulhouse in den Morat-Hallen / Städtische Galerie
Eröffnung am Donnerstag 21. Mai, um 19 Uhr
Die Städtische Galerie Freiburg zeigt die Gruppenausstellung "Erinnerungsschichten" mit Werken der Künstlerinnen Sandra Eades, Gisoo Kim, Lilly Lulay, Dalmonia Rognean und Wenke Seemann. Zur Eröffnung am Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr führen die Kuratorinnen Eva Kallenberger und Camille Rey in die Ausstellung ein.
Während der Begriff der Sedimentation ursprünglich aus der Geologie kommt, findet er heute auch in anderen Bereichen Anwendung. In uns Menschen gibt es, wie in der Natur auch, eine Vielzahl an Sedimenten – Schichten aus Erinnerungen und Ablagerungen von Momenten und Eindrücken zu inneren Landschaften. Sie formen uns, beeinflussen unsere Identität und bestimmen, wie wir in Zukunft Orte wahrnehmen. Die abgelagerten Erinnerungen sind dabei selbst Schichten: Sie formen sich nicht nur aus einem Eindruck, sondern aus mehreren Sinneswahrnehmungen und (Wieder-)Erzählungen, immer beeinflusst von Emotionen. Aber wie lassen sich diese Erinnerungsschichten visualisieren?
Alle Künstlerinnen der Ausstellung beschäftigen sich mit der Fotografie als Medium der Erinnerung und mit verschiedenen Fragen: Wie schichtet sich die Erinnerung an einen Ort? Wie lagert sie sich in uns ab? Wie beeinflussen uns Orte? Wie erinnere ich mich an diese Orte – wie erinnern sich andere daran?
Dabei transformieren sie die Fotografien, mit Nadel und Faden, mit Schere und Kleber oder mit Pinsel und Farbe, kombinieren sie mit weiteren Aufnahmen und schichten Medien und Momente, um Erinnerungen und Vernetzungen von Personen und Orten zu visualisieren. Es entsteht eine neue, sedimentäre Technik, bei der die Fotografie – wie auch der visuelle Eindruck bei den Erinnerungen – nur eine von mehreren Schichten und Eindrücken ist.
Die Ausstellung findet im Rahmen der Biennale Photo Mulhouse 2026 (BPM) statt, die am 5. Juni startet. Aktuell läuft die BPM-Ausstellung "Périmètre de transformations" im Centre Culturel Français Freiburg.
Die Ausstellung dauert vom 22. Mai bis zum 5. Juli 2026. Die Öffnungszeiten sind donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr; feiertags ist die Ausstellung geschlossen. Die Städtische Galerie befindet sich in den Morat-Hallen, Lörracher Straße 31, 79115 Freiburg. Der Eintritt ist frei. | | | | | |
| © Kunstmuseum Karlsruhe | | | | | Drei neue Ausstellungen im Kunstmuseum Karlsruhe | Grafische Arbeiten von Dürer bis Schlichter, neue deutsche Malerei und einen Szenenwechsel der Sammlungsschau "Update!"
Ab dem 23. Mai 2026 präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe mit der Ausstellung Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter erstmals umfassend die Schätze seiner grafischen Sammlung: Rund 250 Werke von Dürer, Rembrandt und Schlichter spannen einen Bogen über fünf Jahrhunderte menschlicher Emotionen. Ergänzt wird die Präsentation durch den vierten „Szenenwechsel“ der Sammlungsschau Update! Die Sammlung neu sichten, die seit 2023 in wechselnden Konstellationen zentrale Themen und Fragestellungen der Gegenwart verhandelt und die Bestände des Hauses immer wieder neu kontextualisiert. Auch der Projektraum wird neu bespielt: Werner-Stober-Preisträger Tino Zimmermann stellt mit seiner Ausstellung Neue Deutsche Malerei aktuelle malerische Fragestellungen zur Diskussion. Die Eröffnung der drei Ausstellungen findet am Donnerstag, 22. Mai, 19 Uhr statt.
Ausstellung grafischer Werke: "Expressiv!"
Ein schmerzverzerrtes Gesicht, zum Himmel erhobene Arme, ein leises, kaum wahrnehmbares Lächeln oder zerwühltes Haar: Die Bildsprache der Gefühle ist universell und wird unabhängig von Zeit und Kultur verstanden. Die Ausstellung „Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter“ beleuchtet zentrale Bestände der eigenen Sammlung aus neuen Perspektiven und zeigt in thematischen Räumen, wie Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten die innere Gefühlswelt sichtbar machen.
Von Albrecht Dürer über Rembrandt und Guido Reni bis zu Käthe Kollwitz und Rudolf Schlichter entfaltet sich ein breites Spektrum künstlerischer Strategien. In rund 250 Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem 15. bis 21. Jahrhundert präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe facettenreiche Annäherungen an menschliche Emotionen.
Veranstaltungen zur Ausstellung "Expressiv!"
Kuratorinnenführung: Donnerstag, 28. Mai, um 17 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)
Öffentliche Führungen: freitags um 16 Uhr und sonntags um 15:15 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)
Kunsthäppchen: Mittwoch, 10. Juni, und Mittwoch, 1. Juli, jeweils 15 Uhr (Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt)
ARTtoNight: Donnerstag, 18. Juli, 19 bis 23 Uhr (Kosten: 5 Euro)
Vierter Szenenwechsel der Sammlungsschau "Update! Die Sammlung neu sichten"
Von großformatigen Tapisserien bis zu filigranen Zeichnungen, von Porträt über Stillleben bis Landschaft: Der vierte Szenenwechsel der Ausstellung „Update! Die Sammlung neu sichten“ lädt dazu ein, die Bestände des Kunstmuseums neu zu entdecken.
Neben Neuzugängen von Margret Eicher, Lea Gocht und Shanee Roe, erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Werke von Karl Hubbuch, Gustav Kampmann, Candida Höfer, Timm Ulrichs und Georg Baselitz. Die zweite Auflage der „Wünsch Dir Was“-Wand lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, aus 100 Werken der Sammlung ihr Lieblingsmotiv zu wählen. Das Werk mit den meisten Stimmen wird ab November 2026 in die Ausstellung aufgenommen. Auch gibt es einen neuen Kinderaudioguide und in der beliebten Kid’s Zone wartet eine neue spannende Aufgabe für die jungen Museumsbesucherinnen und -besucher.
Mit „Update! Die Sammlung neu sichten“ präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe seine Bestände in einem dynamischen Szenenwechsel. Rund 200 Werke von 70 Künstlerinnen und Künstlern treten auf 1.500 Quadratmetern in medien- und epochenübergreifende Dialoge. Themenräume zu Identität, Ritualen, Natur, Geschlechtergerechtigkeit, Heimat und der Erfahrungen von Fremdheit verbinden historische Positionen mit Gegenwartskunst. Der „Szenenwechsel 4“ ist die fünfte Neupräsentation seit 2023 und reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Debatten.
"Neue deutsche Malerei" im Projektraum
Unter dem ironischen Titel „Neue Deutsche Malerei“ übersetzt Werner-Stober-Preisträger Tino Zimmermann das Gefühl politischen Stillstands in eine eigenständige malerische Form. In reduzierten Farben zeigen seine raumumspannenden Wandmalereien Büroräume, in denen die erwartbare Handlung ausbleibt: Organisation und Verantwortung ersetzt der Künstler durch absurde Gesten und merkwürdige Zwischenzustände. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre der Untätigkeit und Irritation, die Fragen zu politischen Entwicklungen und institutionellen Ordnungen aufwirft. Die Szenen lesen sich dabei weniger als Kommentare zu Einzelereignissen, sondern vielmehr als Verdichtungen eines allgemeinen politischen Klimas.
Die Präsentation ist Teil des langfristigen Projekts „On the Relevance of Painting (And Other Thoughts)“, in dem der Künstler seit 2020 die Möglichkeiten der zeitgenössischen Malerei untersucht.
zum Bild oben:
Die Zeichnung "Selbstbildnis, wütend" (1922) von Karl Hubbuch ist in der Ausstellung "Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter" zu sehen.
© Kunstmuseum Karlsruhe | | Mehr | | | |
| | | | | | Richard Wagners Steinway-Flügel nach Restaurierung wieder in Wahnfried | Ein bedeutendes Stück Musikgeschichte ist zurück: Nach einer mehrmonatigen, hochspezialisierten Restaurierung durch das Atelier Chris Maene (Ruiselede, Belgien) kehrt Richard Wagners Steinway-Konzertflügel in das Richard Wagner Museum Bayreuth zurück. Neben einer zum Substanzerhalt unerlässlichen Generalüberholung wurde der bis heute bespielte Flügel dank einer vollständigen Restaurierung in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt und klingt nun wieder wie zu Wagners Lebzeiten.
Erfolgreiche Rückführung zum Originalklang
Der Konzertflügel mit der Seriennummer 34304 aus dem Hause Steinway & Sons wurde Richard Wagner im Jahre 1876, dem Jahr der ersten Festspiele, von Steinway & Sons New York in Anerkennung seines Werks als Ehrengeschenk übergeben. Seitdem befindet er sich mit Ausnahme der Nachkriegsjahre in Wagners ehemaligen Wohnsitz Haus Wahnfried. Er gehört zur sogenannten „Centennial Grand Plate“-Serie, die 1876 für die Weltausstellung in Philadelphia entwickelt wurde.
Bereits in den 1970er und 1980er Jahren sowie erneut Anfang der 2000er Jahre wurde der Flügel verschiedenen Reparaturmaßnahmen unterzogen, wobei jedoch die historische Substanz des Instruments durch den Einbau moderner Materialien verändert wurde. Angesichts seiner außergewöhnlichen Bedeutung stand nun der Rückbau der modernen Veränderungen im Vordergrund der aufwändigen Restaurierungsarbeiten, deren Kosten rund 41.000 Euro betragen. So wurde beispielsweise der Resonanzboden – das Herz jedes Flügels – nach dem Abtragen später aufgetragener Lackschichten komplett neu aufgebaut, um den ursprünglichen Klangcharakter wiederherzustellen. Auch die Saiten und Stege, Stimmstock und Stimmwirbel wurden unter Einhaltung historischer Vorgaben teils neu angefertigt, teils mit Materialien ersetzt, die denen des Jahres 1876 entsprechen.
Jeder Schritt des Prozesses wurde unter Berücksichtigung historischer Materialien, Techniken und Ästhetik durchgeführt, wobei die Patina von Rahmen und Gehäuse erhalten blieb. „Das Ziel war nicht einfach, einen schönen alten Flügel zu liefern, sondern hörbar zu machen, wie ein Konzertflügel zu Wagners Zeiten wirklich klang“, so das Atelier Maene , welches aufgrund seiner außergewöhnlichen Expertise mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut wurde. Die enge Zusammenarbeit mit der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber sorgt dabei für den langfristigen Erhalt der vollends geglückten Maßnahmen.
Konzerte im Jubiläumsjahr
Im Jahr des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele und des 50-jährigen Bestehens des Museums kann während der Festspiele bei zahlreichen Konzerten des Richard Wagner Museums erstmals der historisch authentische Klangcharakter des Flügels erlebt werden. | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 18. bis 24. Mai | (Kalenderwoche 21)
Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Tickets gibt es unter www.museenfreiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard und Museums-PASS-Musées frei.
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Film und Gespräch: „Der Staat gegen Fritz Bauer“
Die Reihe „HINSCHAUEN – FilmRäume von Dokumentationszentrum Nationalsozialismus & KoKi“ geht weiter mit dem neuen Themenblock „Zeitzeug*innen vor Gericht“. Den Auftakt macht am Dienstag, 19. Mai, von 19.30 bis 21.45 Uhr der deutsche Spielfilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) von Lars Kraume. Der Film folgt dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in der NS-Zeit selbst verfolgt wurde. Im Jahr 1957 bereitet er den Prozess gegen den Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher Adolf Eichmann vor und stößt dabei auf große Widerstände. Der Film wird im Kommunalen Kino, Urachstraße 40, gezeigt. Tickets gibt es dort zum regulären Kino-Eintrittspreis.
Archäologisches Museum Colombischlössle
After Work: Sprechstunde Archäologie
In der Sprechstunde Archäologie am Mittwoch, 20. Mai, um 17.30 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, entscheiden die Besuchenden das Thema des Abends. Sie stellen Fragen, Museumsdirektor Hans Oelze gibt anhand archäologischer Funde Antworten. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zusätzlich wird ein kostenfreies Veranstaltungsticket benötigt. Dieses gibt es im Online-Shop. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum für Neue Kunst
Schnupperkurs: Line Dance
Es wird sportlich! Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, lädt am Donnerstag, 21. Mai, um 17 Uhr gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Benefit zum Line Dance-Schnupperkurs ein. Elvira Klug gibt eine kurze Einführung in den Reihentanz mit sich wiederholenden Schritten. Begleitend zur Ausstellung „Spielfeld. Sport & Kunst“ können Besuchende an verschiedenen Terminen selbst aktiv werden und neue Bewegungsformen ausprobieren. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Treffpunkt ist im Foyer des Museums.
Augustinermuseum
Führung: Mittelalterliche Silberschmiedekunst
Bei der Führung am Sonntag, 24. Mai, um 11 Uhr im Augustinermuseum erkunden Interessierte die Schatzkammer. Sie präsentiert kunstvoll gefertigte Silberschmiedearbeiten des Mittelalters. Die Teilnehmenden erfahren den ursprünglich liturgischen Gebrauch der Vortragkreuze, Messkelche oder Reliquiare und entdecken die Besonderheiten der Handwerkskunst. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop. Treffpunkt ist das Foyer im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32/34. | | | | | |
| © Stadt Karlsruhe, Kowarsch | | | | | Karlsruhe: Veranstaltungen im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais im Mai 2026 | Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Hidden Stories. Gemälde erzählen Stadtgeschichte(n)“ im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais nimmt Kunsthistorikerin Elke Schneider das Publikum in ihrem Vortrag „Hidden Stories vom Dörfle - die Karlsruher Altstadt in der Kunst“ am Donnerstag, 21. Mai, um 18 Uhr mit auf eine Zeitreise in die ehemalige Arbeiter- und Handwerkersiedlung, die sich außerhalb der neu gegründeten Residenz entwickelte.
Anhand einer Auswahl an Kunstwerken werden Örtlichkeiten, Ereignisse und Details aufgezeigt. Der Vortrag beleuchtet die oft schwierigen Lebensbedingungen zu früheren Zeiten und bietet Einblicke in die gesellschaftlichen Verwerfungen eines von Armut geprägten Stadtteils. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfahren, was es mit einer „Korallengrotte“ auf sich hatte, welche Rolle Haie in der Kneipenszene spielten, wo sich der „Karlsruher Kreml“ befand und wozu manches Werbeplakat diente.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos.
Eine Führung durch die Sonderausstellung bietet Kira Kokoska am Sonntag, 31. Mai, um 15 Uhr. Sie stellt eine Auswahl von Gemälden vor, hinter denen sich Geschichten verbergen, die Einblicke in die bewegte Vergangenheit der Stadt Karlsruhe und in das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner ermöglichen.
Eine Anmeldung ist auch hier nicht erforderlich, die Teilnahme an der Führung ist kostenlos und im Eintrittspreis inbegriffen.
zum Bild oben:
Blick in die Ausstellung „Hidden Stories. Gemälde erzählen Stadtgeschichte(n)“ im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais
© Stadt Karlsruhe, Kowarsch | | Mehr | | | |
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