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Museums - und Ausstellungstipps
Eugen Lesberghe. Siegelring / Foto: Johanna Groß | | | | | Wanderausstellung #StolenMemory | NS-Dokuzentrum lädt auf dem Platz der Alten Synagoge Freiburg ein
Die Open-Air-Wanderausstellung „#StolenMemory“ der Arolsen Archives macht Halt auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg. Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Schau ab Donnerstag, 25. August in einem aufklappbaren Übersee-Container zu besichtigen. Sie läuft bis Mittwoch, 21. September. Im Mittelpunkt steht der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie er an die Familien der Opfer zurückgegeben werden kann. Die Ausstellung ist montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kostenfreie öffentliche Führungen finden jeweils mittwochs um 18 Uhr statt.
Plötzlich taucht eine Brieftasche oder eine Uhr auf. Und manchmal eine Geschichte, von der niemand etwas wusste: Viele solche persönlichen Gegenstände, sogenannte „Effekten“, wurden Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen. „#StolenMemory“ ist eine Kampagne zur Rückgabe dieser Gegenstände an die Angehörigen. Über 640 Familien konnten seit dem Start im Jahr 2016 bereits gefunden werden. Was empfinden die Kinder oder die Enkelinnen und Enkel, wenn sie diese Erinnerungen in den Händen halten?
Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt von zehn im Nationalsozialismus verfolgten Menschen und deren Schicksal. Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt sie den Blick auf persönliche Gegenstände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzerinnen und Besitzer und den Rückgaben an ihre Familien. Mit dem Smartphone können Interessierte über QR-Codes Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen. Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb: Jede und jeder Einzelne kann die Arolsen Archives unterstützen und sich selbst auf Spurensuche begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Gegenstände von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.
Der emotionale Wert dieser persönlichen Erinnerungsstücke macht es besonders wichtig, dass sie in die Familien zurückkehren. „Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren, denn die Nationalsozialisten nahmen ihnen alles“, so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der „Effekten“ sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: „Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten“.
Freiburg ist eine von über 30 Städten in Deutschland, die die seit August 2020 laufende Ausstellung in einem von insgesamt drei tourenden Übersee-Containern zeigt. Nach Freiburg ist sie an drei weiteren Standorten in Baden-Württemberg zu Besuch: vom 22. September bis zum 12. Oktober in Crailsheim, vom 13. Oktober bis 2. November in Rutesheim und vom 3. bis 23. November in Neuenbürg. Seit diesem Jahr ist sie auch in zehn polnischen und in zehn belgischen Städten zu sehen. Ziel ist es, die gesamte europäische Bevölkerung auf die Kampagne aufmerksam zu machen und Besuchende zur aktiven Mitarbeit einzuladen.
„Besonders freut mich, dass die Ausstellung nun am Platz der Alten Synagoge zu sehen ist, dies hat einen besonders hohen Stellenwert. Wir hoffen sehr, dass auch in Freiburg und Umgebung Menschen zur Spurensuche beitragen können“, so der Erste Bürgermeister der Stadt Freiburg Ulrich von Kirchbach.
Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Unterstützt und gefördert werden sie bei den Wanderausstellungen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die diplomatischen Vertretungen der USA in Polen und Deutschland und das belgische Außenministerium.
Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme und Geschichten erzählen von den individuellen Schicksalen der Opfer der Nationalsozialisten. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download bereit, das von Schulen und Bildungseinrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann. Weitere Informationen zum Begleitprogramm und der Buchung von Gruppenführungen gibt es unter
https://nsdoku.freiburg.de/pb/1927538.html. | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Städtischen Museen Freiburg vom 22. bis 28. August 2022 | (34. Kalenderwoche)
Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen und Tickets stehen auf www.freiburg.de/museen-tickets. Der Eintritt unter 27 Jahren sowie mit dem Museums-PASS-Musées ist frei.
Augustinermuseum
Kunstpause: Freiburg und Kolonialismus
Im Fokus der Kurzführung am Mittwoch, 24. August, um 12.30 Uhr durch die Ausstellung „Freiburg und Kolonialismus: Gestern? Heute!" im Augustinermuseum am Augustinerplatz mit Museumsdirektor Tilmann von Stockhausen steht die koloniale Verbindung zwischen Freiburg und der von Gewalt geprägten Geschichte des ehemaligen ‚Schutzgebietes‘ Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Haus der Graphischen Sammlung
Expertinnenführung: Münster und Bächle!?
Einen Einblick in die Fotoarbeiten des Fotografen Willy Pragher erhalten Teilnehmende bei einer Führung am Freitag, 26. August, um 17 Uhr durch die Ausstellung „Typisch!? Freiburg und die Region in Fotos von Willy Pragher" mit Anja Schellinger, Kuratorin der Ausstellung, vom Staatsarchiv Freiburg im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32. Sie berichtet über Praghers Leidenschaft den Wandel im Stadtbild fotografisch festzuhalten. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus 5 Euro Eintritt, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum für Neue Kunst
Let’s talk about: Louk Vreeswijk, Home Ground
Am Donnerstag, 25. August, um 18 Uhr geht es bei einer Führung im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, um die Videoarbeit „Home Ground“ (1996) von Louk Vreeswijk. Nach einer Kurzvorstellung des Werks sind Interessierte eingeladen, gemeinsam zu diskutieren. Die Arbeit ist Teil der Ausstellung „Someone Else. Die Fremdheit der Kinder". Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum Natur und Mensch
Führung: Handle with care! Raubkunst, koloniale Vergangenheit und Verantwortung für die Zukunft
Die Führung am Sonntag, 28. August, um 14 Uhr im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, rund um die Objekte der Ethnologischen Sammlung regt zur Diskussion an. Besuchende erfahren, wie das Museum heute mit seinen sensiblen Objekten umgeht. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus 5 Euro Eintritt, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Führung: Habalukke
Eine letzte Führung durch die Ausstellung „Habalukke – Schätze einer vergessenen Zivilisation" findet am Sonntag, 28. August, um 12 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, statt. Die ausdrucksstarken Statuetten der vergessenen Mittelmeer-Kultur Habalukke sind erstmals in Freiburg zu sehen. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus 5 Euro Eintritt, ermäßigt 3 Euro.
Museum für Stadtgeschichte
Kurzgeschichte(n): Leben im Spital
Wie sah die Kranken- und Altenpflege im Mittelalter aus? Das erfahren Teilnehmende bei einer Führung mit Museumsleiter und Kunsthistoriker Peter Kalchthaler bei einer Führung am Freitag, 26. August, um 12.30 Uhr im Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Ausstellungseröffnung: #StolenMemory
Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus lädt am Donnerstag, 25. August, ab 17.30 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung „#StolenMemory“ der Arolsen Archives auf dem Platz der Alten Synagoge ein. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung steht der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie er heute noch an Familien der Opfer zurückgegeben werden kann. Die Projektleiterin Charlotte Großmann und Julia Wolrab, Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus, geben Interessierten eine Einführung in die Ausstellung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Städtischen Museen Freiburg von 15. bis 21. August | Infos zu Preisen und Tickets: www.freiburg.de/museen-tickets
Freier Eintritt unter 27 Jahren und mit Museums-Pass-Musées
Augustinermuseum
Expertenführung: Koloniale Ausbeutung der Natur
Die wirtschaftliche Ausbeutung der Natur war ein zentrales Ziel der europäischen Kolonialmächte. Wie sich diese Idee in vielen Strukturen des heutigen Welthandels wiederfindet, erklärt Biologe Peter Geißler bei einer Führung durch die Ausstellung „Freiburg und Koonialismus: Gestern? Heute!“ am Freitag, 19. August, um 17 Uhr im Augustinermuseum am Augustinerplatz. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro, plus Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Haus der Graphischen Sammlung
Führung: Typisch Freiburg!?
Eine Führung durch die Ausstellung „Typisch!? Freiburg und die Region in Fotos von Willy Pragher" findet am Samstag, 20. August, um 15 Uhr im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32, statt. Würste für 70 Pfennig, Proteste gegen Atomkraft und der Schauinsland als Rennbahn: Die Schwarz-Weiß- und frühen Farbfotografien von Pragher erzählen vom Freiburger Leben in der Nachkriegszeit bis zu den 80er Jahren. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro, plus Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum für Neue Kunst
Führung: Wilhelm Lehmbruck
Um Wilhelm Lehmbrucks (1881–1919) Plastiken geht es am Donnerstag, 18. August, um 18 Uhr bei einer Führung durch die Dauerausstellung im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a. Der Künstler ist bekannt für seine übergroßen Figuren mit charakteristisch überlangen Proportionen. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro, plus Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum Natur und Mensch
Führung: Handle with care!
Raubkunst, koloniale Vergangenheit und Verantwortung für die Zukunft: Eine Führung rund um die Objekte der Ethnologischen Sammlung im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, regt am Sonntag, 21. August, um 14 Uhr zur Diskussion an. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie das Museum heute mit seinen sensiblen Objekten umgeht. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro, plus Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Führung: Habalukke
Eine Führung durch die Ausstellung „Habalukke – Schätze einer vergessenen Zivilisation" findet am Sonntag, 21. August, um 12 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, statt. Die ausdrucksstarken Statuetten der vergessenen Mittelmeer-Kultur Habalukke sind erstmals in Freiburg zu sehen. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro, plus Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt.
Museum für Stadtgeschichte
Freiburger Kurzgeschichte(n): Vauban und die Folgen
Der Museumsleiter und Kunsthistoriker Peter Kalchthaler spricht am Freitag, 19. August, um 12.30 Uhr bei einer Führung im Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30, über die Veränderungen Freiburgs unter französischer Krone durch den Festungsbaumeister Marquis de Vauban. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. | | Mehr | | | |
| | | | | | Führungen durch Ausstellungen in Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum | Interessierte erhalten Einblicke in die Karlsruher Stadtgeschichte
Zwei Sonderausstellungen im Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum stellen die Vergangenheit der Stadt Karlsruhe in den Fokus. Interessierte erhalten in den kommenden zwei Wochen bei Führungen die Gelegenheit, die Ausstellungen zu erkunden, Fragen zu stellen und dabei tiefer in die Stadtgeschichte einzutauchen.
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Kurzführung durch die Sonderausstellung "Karlsruhe im Fokus"
Größtenteils erstmals veröffentlichte fotografische Ansichten Karlsruhes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner zeigt die Sonderausstellung "Karlsruhe im Fokus. Fotografische Impressionen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren von Adelheid Heine-Stillmark, Walter Schnebele und Dietmar Hamel" im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais.
Bei einer After-Work-Kurzführung am Donnerstag, 18. August, um 17:30 Uhr gibt Kuratorin Dr. Christiane Sutter einen halbstündigen Überblick über die Ausstellung und die rund 400 Fotografien aus den Beständen des Stadtarchivs Karlsruhe, die unterschiedliche und mitunter ungewöhnliche Blickwinkel auf Gebäude, Ereignisse und das Leben in der Fächerstadt eröffnen.
Der Eintrittspreis beträgt vier Euro, ermäßigt zwei Euro. Die Teilnahme an dern Führungen ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Familienführung und Führung für sehbehinderte und blinde Menschen im Pfinzgaumuseum
Die Sonderausstellung "Das kommt auf den Teller! Landwirtschaft und Ernährung in Durlach früher und heute" im Pfinzgaumuseum beleuchtet am Beispiel Durlachs den Wandel der Herstellung und des Konsums von Lebensmitteln von etwa 1900 bis heute.
Bei einer Familienführung am Sonntag, 14. August, um 15 Uhr nimmt Eva Unterburg große und kleine Besucherinnen und Besucher mit auf einen Rundgang und liefert dabei Einblicke in die geschichtliche Entwicklung von Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung, Einkauf und Ernährung in Durlach.
Am Sonntag, 21. August, um 11:15 Uhr bietet Eva Unterburg eine Führung durch die Sonderausstellung für sehbehinderte und blinde Menschen. Bei diesem barrierefreien Angebot werden die Inhalte der Ausstellung durch ausführliche Beschreibungen der Objekte, sinnliche Eindrücke und haptische Erlebnisse vermittelt.
Der Eintrittspreis in die Sonderausstellung beträgt zwei Euro, ermäßigt einen Euro. Die Teilnahme an einer Führung ist kostenlos. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht erforderlich. | | | | | |
| | | | | | Die Normannen nehmen Kurs auf Mannheim | Die Normannen waren Meister der Vernetzung und Wanderer zwischen den Kulturen. Auf diese Weise wurden aus einfachen Kriegern und kleinen Herren Kulturvermittler und mächtige Fürsten. Sie beeinflussten die Geschicke Europas – politisch wie kulturell – nachhaltig. Ihrer faszinierenden und facettenreichen Geschichte widmen die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim vom 18. September 2022 bis 26. Februar 2023 erstmals eine umfassende museale Präsentation. Die Sonderausstellung „Die Normannen“ begleitet ihren beispiellosen Aufstieg vom 8. bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, von Skandinavien bis ans Mittelmeer. Die Schau vereint rund 300 hochkarätige Exponate mit aufwändigen Inszenierungen, virtuellen Rekonstruktionen und Mitmach-Stationen. Die Besucherinnen und Besucher begegnen eindrucksvollen Persönlichkeiten – vom Wikingerführer Rollo über Emma von der Normandie, Wilhelm den Eroberer und „Kaiserin“ Mathilde bis hin zu Roger II. von Sizilien und Konstanze von Hauteville. Die Ausstellung wird von der Bassermann-Kulturstiftung Mannheim und der Baden-Württemberg Stiftung großzügig gefördert.
Die „Männer aus dem Norden“ kamen häufig als Eroberer. Auch wenn sie zunächst mit großer Brutalität vorgingen, um sich Land und gegebenenfalls eine Herrschaft zu sichern, verfolgten sie langfristigere Ziele. Sie integrierten sich in vorhandene Strukturen und verschmolzen gleichzeitig mit der lokalen Bevölkerung, veränderten diese aber auch. Ihr Erfolg basierte auf hoher Mobilität, kultureller Flexibilität und Adaptionsfähigkeit sowie dem Drang, zu neuen Ufern aufzubrechen. So verbinden die Normannen – Männer wie Frauen, Mächtige wie einfache Leute – das nördliche Europa mit Italien und dem gesamten Mittelmeerraum. Zugleich führte ihr Weg über die Ostsee und durch Osteuropa bis ans Schwarze Meer.
Zahlreiche bedeutende Museen und Institutionen unterstützen das Projekt. Hochkarätige Leihgaben kommen unter anderem aus London, Paris, Stockholm, Barcelona, Palermo und dem Vatikan. Einzigartige Handschriften, seltene Textilien, Kunsthandwerk aus Gold und Elfenbein, Schmuck und Waffen machen sich auf den Weg nach Mannheim. Darunter befinden sich Pretiosen wie die Krone Rogers II., die Angelsächsische Chronik, der Viking Raider Stone mit der ältesten bekannten Darstellung eines Wikingerangriffs in Westeuropa, eine der berühmten Schachfiguren von der Insel Lewis und der Krönungsmantel Friedrich II.. Virtuelle Rekonstruktionen, Stop-Motion-Filme und Mitmach-Stationen lassen das Mittelalter lebendig werden.
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museumsverband „Réunion des Musées Métropolitains“ in Rouen und dem „Musée de Normandie“ in Caen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachrichtungen fließen direkt in die Präsentation und die dazugehörigen Publikationen ein. Im Verlag Schnell und Steiner ist bereits der Essayband „Norman Connections – Normannische Verflechtungen zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer“ erschienen. Ein ausführlicher bebilderter Katalogband ist in Vorbereitung und folgt zur Ausstellungseröffnung.
Die Schau „Die Normannen“ ist vom 18. September 2022 bis 26. Februar 2023 im Museum Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen. | | Mehr | | | |
| Kath. Akademie: Ist alles so schön bunt hier (c) Manuel Wagner / Stadt.Wand.Kuns | | | | | „Ist alles so schön bunt hier!“ | Exkursion zur Street-Art-Galerie Mannheim und Pop-Art-Church Goldscheuer
Zur Street-Art-Galerie Mannheim und zur Pop-Art-Church Goldscheuer führt die Exkursion der Katholischen Akademie Freiburg am Samstag, 24. September von 7 bis 19 Uhr. Seit 2013 verwandeln nationale und internationale Street-Art-Künstler*innen Mannheims graue Hausfassaden in farbintensive großformatige Wandgemälde, sogenannte „Murals“. So entsteht dort das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in Baden-Württemberg. Die Teilnehmenden der Exkursion können bei einem geführten Rundgang einen Teil der Murals kennenlernen und erleben, wie diese Gemälde der Stadt ein anderes, buntes Gepräge verleihen. Auf der Rückfahrt ist ein Halt in Goldscheuer geplant, wo der Graffiti-Künstler Stefan Strumbel die Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ gestaltet hat. Die Führung in der Kirche erläutert, welches Potential in der Kombination von traditioneller Ikonographie und Pop-Art steckt und wie eine zeitgemäße Kunstsprache die Welt, auch die kirchliche, verändern kann.
Die Exkursion findet in der Reihe „Kunst trifft Kirche“ in Zusammenarbeit mit dem Referat Kunst, Kultur, Kirche im Erzbischöflichen Ordinariat statt. Die Kosten betragen für Fahrt und Führungen 60,00 €, ermäßigt 35 €. Anmeldung bitte bis 9. September auf unserer Website: www.katholische-akademie-freiburg.de. | | Mehr | | | |
| | | | | | Stuttgart: Hopf, Margolles, Steyerl | Drei Neuerwerbungen von zeitgenössischen Künstlerinnen
Die Staatsgalerie präsentiert Neuerwerbungen von drei renommierten Vertreter-innen der internationalen Szene der Gegenwartskunst: Mit ihren großformatigen Arbeiten setzen sich Judith Hopf, Teresa Margolles und Hito Steyerl mit gesellschaftlich brisanten Themen in unterschiedlichen Medien wie Stahl, Keramik und Video und Künstlicher Intelligenz auseinander. Zu sehen sind die drei Neuerwerbungen ab sofort in der Staatsgalerie.
Die Staatsgalerie erwirbt 2021/22 Werke von drei renommierten Vertreterinnen der Gegenwartskunst: Judith Hopf, Teresa Margolles und Hito Steyerl. Mit den Ankäufen verfolgt die Staatsgalerie das Ziel, die Anzahl von weiblichen, zeitgenössischen und international etablierten Positionen zu erhöhen.
Mit Plastiken, Installationen, Gemälden und Arbeiten auf Papier aus den 1970er-Jahren bis heute bietet die Sammlung zeitgenössischer Kunst einen Überblick auf die Vielfalt an Perspektiven: Von einem ironischen Blick auf die Konsumkultur über die Beschäftigung mit dem menschlichen Körper bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit Gewalt und Entfremdung. In dem Kontext sind die Werke von Hopf, Margolles und Steyerl in der Sammlung der Staatsgalerie zu verorten: Ihr gesellschaftskritischer Blick tritt in einen spannenden Dialog mit unserem Bestand und ermöglicht, die Geschichte der Sammlung der Staatsgalerie aus einer globalen und gegenwärtigen Perspektive immer wieder neu zu denken.
Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, sagt: »Der herausragende Sammlungsbestand der Staatsgalerie Stuttgart erfährt mit den Erwerbungen eine sehr attraktive Bereicherung im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Gleichzeitig werden die Präsenz und Sichtbarkeit weiblicher Positionen gestärkt. Judith Hopf, Teresa Margolles und Hito Steyerl gehören international zu den erfolgreichsten und spannendsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Ihre Perspektiven stärken die Sammlung auch aufgrund der inhaltlichen und formalen Brisanz der Werke – eine fantastische Einladung an die Besucherinnen und Besucher, auch die Sammlung wieder einmal neu zu entdecken!«
Die drei Neuerwerbungen sind in verschiedenen Bereichen der Staatsgalerie installiert: »Untitled (Tongue on Floor)« von Judith Hopf in der Rotunde, »The Black Shroud« von Teresa Margolles in der Präsentation »Angespannte Zustände« und die utopischen »Power Plants« von Hito Steyerl treten bis Ende des Jahres im Bereich Niederländische Malerei in einen Dialog mit Naturbildern der Vergangenheit.
Die Stahl-Skulptur »Untitled (Tongue on Floor)« von Hopf aus dem Jahr 2019 gleicht einer auf dem Boden liegenden, überdimensionierten, roten Zunge. Sie wirkt witzig und harmlos, erkennt man in ihr die Geste einer aus dem Mund herausgestreckten Zunge, aber wegen ihrer Größe zugleich bedrohlich und brutal. Die Zunge soll in Hopfs Worten auf »das Fehlen eines alltäglichen Gesprächs über die Lebensbedingungen in der Stadt verweisen«, die uns alle mehr denn je herausfordern.
Das 2020 konzipierte Werk »The Black Shroud« von Teresa Margolles besteht aus 1.800 polierten Keramikstücken, die von der Künstlerin in Zusammenarbeit mit Kunsthandwerkern in Mata Ortiz (Mexiko) handgefertigt wurden. Jede dieser schwarzen Keramikkacheln erinnern an eines der unbekannten Opfer, die unter der eskalierenden Gewalt in dieser Region brutal getötet wurden. Damit erzählt »The Black Shroud«, der schwarze Mantel, von der Trauer der Hinterbliebenen und verbindet damit die Menschen in Mexiko und in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die 2019 entstandene Videoskulptur »Power Plants« von Hito Steyerl ist auf Gerüststrukturen installiert und umfasst mehrere Videos, die auf LED-Bildschirmen zu sehen sind. Man stelle sich einen Garten der Zukunft vor, in dem Pflanzen ganz besondere und manchmal eigentümliche Kräfte haben. Einen solchen utopischen Garten hat die Künstlerin in ihren Videos mit KI basierten, digitalen Animationen kreiert. Die speziellen Kräfte dieser Pflanzen und Blumen werden wie Rezepte und Anleitungen zu ihrer therapeutischen Anwendung vorgestellt.
Die Neuerwerbungen sind ab sofort in der Staatsgalerie zu sehen | | Mehr | | | |
| | | | | | Hörführung durch die Dauerausstellung im Pfinzgaumuseum | "Kindheit in Durlach" ist das Thema /Anmeldung erbeten
Das Pfinzgaumuseum in der Karlsburg Durlach bietet am Samstag, 13. August, um 13 Uhr eine Telefonführung an. Bei diesem barrierefreien Angebot begeben sich die Hörerinnen und Hörer bequem von zuhause aus per Telefon auf einen Streifzug durch die Dauerausstellung. In einer unkomplizierten Telefonkonferenz gibt Eva Unterburg, die vor Ort im Museum sein wird, spannende Einblicke in das Thema „Kindheit in Durlach“.
Das Angebot richtet sich an Blinde und Sehbehinderte sowie Menschen mit Bewegungseinschränkungen und alle, die von zuhause aus das Pfinzgaumuseum kennenlernen möchten. Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung bis spätestens 11. August unter stadtmuseum(at)kultur.karlsruhe.de oder 0721/133-4231 erforderlich. | | | | | |
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