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Museums - und Ausstellungstipps
Ausstellungsansicht „Ende der Zeitzeugenschaft?“ (c) Freiburg, Foto: P.Seeger | | | | | Ende der Zeitzeugenschaft? | Neue Sonderausstellung im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Bald wird es keine lebenden Zeitzeug*innen der NS-Verbrechen mehr geben. Überlebende des Holocaust werden ihre Erlebnisse und Erfahrungen dann nicht mehr persönlich mitteilen können. Die Sonderausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) der Museen Freiburg hinterfragt, was Zeitzeug*innenschaft ist und welche Bedeutung sie in der Gesellschaft seit 1945 hat. Die Ausstellung läuft von Dienstag, 27. Januar, bis Sonntag, 13. September.
Die Übernahme des Projekts des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist die erste Sonderausstellung des DZNS seit der Eröffnung des Hauses im vergangenen Jahr. Sie nimmt unterschiedliche Aspekte von Zeitzeug*innenschaft in den Blick: Wie entstehen aus Erinnerungen Erzählungen und was beeinflusst sie? Was hat sich im Umgang mit ihnen seit 1945 verändert? Wer oder was erinnert uns in 50 Jahren an den Holocaust und die NS-Verbrechen? Wie kommen wir ohne direkte persönliche Begegnungen mit Zeitzeug*innen aus? Und wie gehen Museen oder Gedenkstätten damit in Gegenwart und Zukunft um?
Für die Ausstellung im DZNS wurden Ausschnitte aus zehn Interviews mit überlebenden Freiburger*innen ergänzt. Dazu gehören unter anderem die Schriftstellerin Lotte Paepcke, der als US-Agent bekannt gewordene Fred Mayer, der in der Colombistraße 11 wohnhafte Max Eisenmann und der spätere Pfarrer Helmut Schwarz. Auch eine Leihgabe des Maximilian-Kolbe-Werks Freiburg geht in die Ausstellung ein: die Häftlingsjacke, die der polnische Überlebende Jozef Krzepina (*1920) auf einem „Todesmarsch“ aus dem KZ Sachsenhausen tragen musste. Krzepina besuchte Freiburg auf Einladung des Kolbe-Werks viele Jahre im Zuge von Zeitzeugengesprächen und Überlebenden-Treffen und schenkte die Jacke 1993 dem Kolbe-Werk zum 20. Jahrestag seines Bestehens.
Eine neue Audiotour in der Museen Freiburg App setzt das Thema der Sonderausstellung mit Objekten und Zeugnissen der Dauerausstellung in Beziehung. Dabei geht es um die zentrale Frage, wer oder was Zeug*in des Holocausts sein kann, auch nach dem „Ende der Zeitzeugenschaft“. Zudem bietet das DZNS ein breites Vermittlungsangebot für Gruppen und Schulklassen an, zum Beispiel mit Workshops. Infos gibt es unter www.museen.freiburg.de/schule bzw. www.museen.freiburg.de/gruppen. Viele Veranstaltungen begleiten die Ausstellung. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino findet die Reihe „HINSCHAUEN“ statt – Filmvorführungen mit anschließendem Austausch. Bei einem Erzählcafé auf dem Grethergelände geht es um Erfahrungen von Überlebenden und ihren Familien nach 1945. Im DZNS selbst findet ein Gespräch mit dem Nachkommen Joachim S. Nelson über die als jüdisch verfolgte Freiburger Familie Nelson statt. Zum Abschluss der Sonderausstellung diskutiert das DZNS auf einem Podium unter dem Motto „Wie gestalten wir das Erinnern ohne direkte Zeitzeug*innen? Alternative Formen des Erinnerns an den Holocaust“. Alle aktuellen Veranstaltungen gibt es unter www.museen.freiburg.de/kalender.
Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, Rotteckring 14, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei.
Kuratiert hat die Wanderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ Anika Reichwald, bis 2024 am Jüdischen Museum Hohenems tätig, heute Kuratorin am Jüdischen Museum Berlin. Die aktuelle Projektleitung liegt bei Dinah Ehrenfreund vom Jüdischen Museum Hohenems. Für die Freiburger Ausstellung hat Caroline Klemm, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DZNS, die Projektleitung übernommen. | | | | | |
| | | | | | Von bewegenden Lebensgeschichten bis ins Tierreich ? | Jahresauftakt im Dreiländermuseum
Den Auftakt macht die Sonderausstellung „Manfred Weil: Leben!“, die vom 28. Januar bis 1. März 2026 im Dreiländermuseum zu sehen ist. Sie widmet sich dem bewegenden Leben und Werk des Künstlers Manfred Weil und entstand in Kooperation mit dem Burghof Lörrach anlässlich des Holocaust-Gedenktags.
Die Vernissage findet am Dienstag, 27. Januar 2026, um 16:30 Uhr statt.
Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Rahmenprogramm begleitet: Dazu zählen Vorträge, Lesungen, Führungen sowie persönliche Gespräche mit Schulamith Weil, Tochter des Künstlers, die an mehreren Tagen in der Ausstellung anwesend sein wird. Ergänzt wird das Programm durch eine Filmvorführung im Burghof Lörrach. Den Abschluss bildet die Finissage am Sonntag, 1. März 2026, mit Rundgang und Gespräch.
Kurz darauf eröffnen wir auch die große Sonderausstellung „Inspiration 12 – Tiere“, die vom 31. Januar bis 4. April 2026 zu sehen ist. Die Vernissage findet am Freitag, 30. Januar 2026, um 18:00 Uhr statt.
Zum zwölften und letzten Mal in dieser Form bringt das inklusive Kunstprojekt Inspiration Menschen mit Beeinträchtigung aus dem gesamten Dreiländereck zusammen. Ausgehend von Tierdarstellungen aus der Museumssammlung und zwei Werken zeitgenössicher Künstlerinnen aus Lörrach sind fantasievolle, farbenreiche und sehr persönliche Arbeiten entstanden, die zum Staunen, Schmunzeln und Nachdenken einladen.
Erstmals wird Inspiration 12 in der großen Sonderausstellungsfläche im 1. Obergeschoss des Dreiländermuseums präsentiert. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Workshops, Märchen- und Erzählabenden sowie einem Inklusionstag lädt Menschen aller Altersgruppen dazu ein, Kunst gemeinsam zu erleben und kreativ zu werden.
Ausgewählte Termine im Überblick
Di, 27.01., 16:30 Uhr
Vernissage Manfred Weil: Leben!
Di, 27.01., 18:00 Uhr
Filmvorführung „MICH KRIEGT IHR NICHT!“ (Burghof Lörrach)
Mi, 28.01., 19:00 Uhr
Vortrag zur jüdischen Geschichte des Dreilands
Fr, 30.01., 18:00 Uhr
Vernissage Inspiration 12 – Tiere
So, 01.02., 16:00 Uhr
Spätschicht im Museum: Führung & Gespräch (Inspiration 12 – Tiere)
Do, 05.02., 18:00 Uhr
Lesung & Gespräch: Alisa Weil – Deutschland, Palästina und zurück
So, 08.02., 15:00 Uhr
Öffentliche Führung Manfred Weil: Leben!
Sa, 28.02., 14:00–17:00 Uhr
Inklusionstag: Ungehindert durchs Dreiländermuseum: ALLE können barrierefrei und eintrittsfrei durch das gesamte Museum. Es gibt eine Führung in einfacher Sprache und weitere Angebote. Unter anderem treten das Maskentheater UTOPIK FAMILY aus dem Schweizer Jura mit ihrem Programm „Come prima“ und das Maskentheater Lörrach auf.
So, 01.03., 11:30 Uhr
Finissage Manfred Weil: Leben!
Mi, 18.03., 10:00 Uhr
Mittwoch-Matinee Inspiration 12 – Tiere
Mehr zum Nachlesen:
Alle Termine und Begleitveranstaltungen zu „Manfred Weil: Leben!“ und „Inspiration 12 - Tiere“ finden Sie übersichtlich in den jeweiligen Ausstellungsfaltblättern, die auf unserer Website zum Download bereitstehen und im Museum erhältlich sind.
Dreiländermuseum, Basler Straße 143, D-79540 Lörrach | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 26. Januar bis 1. Februar | (Kalenderwoche 5)
Bitte beachten: Infos zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Tickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit Freiburg-Pass und dem Museums-PASS-Musées frei.
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS)
Filmvorführung und Gespräch mit Dory Sontheimer:
„Das Vermächtnis der sieben Schachteln“
Anlässlich der neuen Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ lädt das DZNS am Mittwoch, 28. Januar, von 18 bis 20 Uhr zu einer Filmvorführung und einem Gespräch mit Dory Sontheimer ins Kommunale Kino, Urachstraße 40, ein. Nach dem Film „Das Vermächtnis der sieben Schachteln“ (2018) spricht Sontheimer über die Entdeckung ihrer Familiengeschichte. Ihre Recherche führte sie von Barcelona über Freiburg bis nach Israel, Tschechien, Argentinien, Kanada und in die USA. Die Filmvorführung findet in der Originalfassung (Spanisch, Katalonisch, Deutsch) mit englischen Untertiteln statt, das anschließende Gespräch wird auf Deutsch und Englisch geführt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem KoKi und der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher. Tickets gibt es zum regulären Eintrittspreis unter www.koki-freiburg.de/das-vermaechtnis-der-siebenschachteln/.
Museum für Neue Kunst
Artist Talk: Olga Jakob
Beim Artist Talk am Donnerstag, 29. Januar, um 18 Uhr im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, ist diesmal Olga Jakob (*1985) zu Gast. Die Kuratorinnen der Ausstellung „MAL ER, MAL SIE“ sprechen mit ihr über ihr künstlerisches Werk, ihr Malereiverständnis, den Begriff „textile Bilder“ und die Zusammenarbeit für dieses Projekt. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Augustinermuseum
Augustinerfreunde führen: Glasmalerei in verschiedenen Epochen
Bei einer Führung am Sonntag, 1. Februar, um 11 Uhr im Augustinermuseum am Augustinerplatz stellt Hans-Ludwig Wagner vom Freundeskreis ausgewählte Glasmalereien aus verschiedenen Epochen vor. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Matinee: Vom römischen Mädchen zur Matrone
Bei der Matinee am Sonntag, 1. Februar, von 11 bis 13 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, dreht sich alles um die Frauen im alten Rom. Wie gestaltete sich das Leben eines frei geborenen römischen Mädchens und was machte sie zu einer Matrone, einer „perfekten“ Ehefrau? Gesellschaftliche Vorstellungen von weiblicher Erscheinung wie Kosmetik und Mode spielten dabei eine große Rolle. Mit der Archäologin Pia Micheel verfolgen die Teilnehmenden den Werdegang einer Römerin, von familiären Erwartungen bis hin zu sozialen Positionen. Für die musikalische Untermalung sorgt das deutsch-nigerianische Cello-Duo Godwin Ude und Walter-Michael Vollhardt. Die Teilnahme kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop | | | | | |
| (c) Museum für Kommunikation Frankfurt | | | | | Die Nazis waren ja nicht einfach weg | Vom Umgang mit dem Nationalsozialismus seit 1945 ´
Ausstellung im Museum für Komunikation, Frankfurt/Main
Laufzeit der Ausstellung: 30. Januar bis 26. Juli 2026
Vor 80 Jahren, am Ende des Zweiten Weltkriegs, lag Europa in Trümmern. Das NS-Regime hatte Millionen von Menschen verfolgt und ermordet sowie große Teile des europäischen Kontinents verwüstet und ausgeraubt. Nach 1945 taten sich die Deutschen schwer mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit. Die meisten verdrängten ihre Verantwortung und schwiegen über das Geschehene. Erst allmählich wandelte sich der Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus, in Ost- und Westdeutschland auf unterschiedliche Weise. Die Ausstellung des Schulmuseums der Universität Erlangen-Nürnberg thematisiert diesen Prozess und stellt die Frage, wie wir uns zukünftig an die NS-Geschichte erinnern wollen. Sie wurde zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland entwickelt und richtet sich insbesondere an junge Menschen. Im Museum für Kommunikation eröffnet die Ausstellung in der Woche des Gedenktags zur Befreiung von Auschwitz, am 29. Januar 2026.
Die Ausstellung greift gezielt die Perspektive von Kindern und Jugendlichen verschiedener Epochen auf, um die Thematik an den Lebensalltag heutiger Jugendlicher heranzurücken: Sie behandelt die Situation der Überlebenden der Verfolgung sowie der vormaligen Täter und Mitläufer aber auch deren Nachkommen. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Wie hat der Umgang mit der NS-Vergangenheit nach 1945 die deutsche Gesellschaft geprägt und welche Formen des Umgangs mit dieser Vergangenheit brauchen Jugendliche heute? | | | | | |
| | | | | | Museen Freiburg freuen sich über Rekordergebnis | 2025 kamen 361.022 Interessierte in die fünf Häuser
Erfolgreicher Start fürs Dokumentationszentrum Nationalsozialismus: 41.064 Besucher*innen seit Eröffnung im März
Publikumsmagnet war bis Ende des Jahres die Ausstellung „Insekten. Schillernd schön und tierisch wichtig“ mit 50.796 Gästen
Eiszeitkunst, Impressionismus oder zeitgenössische Positionen, Geschichtsthemen, flauschige Küken oder schillernde Insekten: Die Museen Freiburg boten 2025 ein vielfältiges Programm aus Archäologie, Kunst, Geschichte und Natur. Mit ihren Ausstellungen, Projekten und Vermittlungsangeboten erzielten sie einen neuen Besucher*innenrekord. Insgesamt kamen 361.022 Menschen in das Augustinermuseum, das Museum für Neue Kunst, das Museum Natur und Mensch, das Archäologische Museum Colombischlössle sowie in das neu eröffnete Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 35.296 Personen (2024: 325.726). Während das Museum für Stadtgeschichte als eigenes Haus 2025 wegfiel (2024: knapp 14.800 Gäste), legte das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus mit 41.064 Besucher*innen einen erfolgreichen Start hin. Als größter Publikumsmagnet erwies sich die Ausstellung „Insekten. Schillernd schön und tierisch wichtig“ des Museums Natur und Mensch mit 50.796 Gästen.
Die Eröffnung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus (DZNS) als Außenstelle des Augustinermuseums am 21. März 2025 war ein besonderer Höhepunkt des Museumsjahres. Bis Ende Dezember besuchten 41.064 Menschen das Haus am Rotteckring. Neben Gästen aus der Region und ganz Deutschland kamen viele aus den Nachbarländern Frankreich und Schweiz, aber auch aus Israel, Skandinavien, Lateinamerika, Kanada oder den USA. Die positive Resonanz schlägt sich auch in der großen Nachfrage bei den Vermittlungsangeboten für Schulen und Erwachsenengruppen nieder. Mit dem DZNS und der dort stattfindenden historisch-politischen Bildung leisten die Museen Freiburg einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung.
Das Augustinermuseum (AM) mit dem Haus der Graphischen Sammlung (HGS) besuchten im vergangenen Jahr 147.929 Kunstbegeisterte, ein Plus von 5.179 Gästen (2024: 142.750). Besonders großen Zuspruch erhielt die Ausstellung „Licht und Landschaft. Impressionisten in der Normandie“ (24. Mai bis 30. November), die sich auch viele Gäste aus Frankreich ansahen. 47.903 Besuchende tauchten in die Werke von Malern wie Jean-Baptiste Camille Corot, Gustave Courbet und Claude Monet ein, die die Naturschauspiele der nordfranzösischen Region eindrucksvoll festhielten. Die Ausstellung basierte auf der Sammlung „Peindre en Normandie“, die in den 1990er Jahren in Caen gegründet wurde. Die Schau „Alter. Grafik aus fünf Jahrhunderten“ (26. April bis 17. August) zog 5.423 Besuchende ins Haus der Graphischen Sammlung. Gezeigt wurden rund 80 Werke von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, darunter Arbeiten von Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien, Rembrandt van Rijn, Marie Ellenrieder, Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso. Die Werke stammten größtenteils aus den grafischen Sammlungen von Augustinermuseum und Museum für Neue Kunst.
Das Museum Natur und Mensch (MNM) zählte 2025 95.028 Natur- und Kultur-Fans (2024: 86.017). Das entspricht einem Zuwachs von 9.011Besuchenden – ein besonders erfreuliches Ergebnis. Die Ausstellung „Mensch Macht Musik“ (5. Juni 2024 bis 26. Januar 2025) erreichte insgesamt 36.648 Personen. Große und kleine Gäste waren eingeladen, Instrumente aus unterschiedlichen Weltregionen kennenzulernen und die vielfältigen Rollen von Musik zu erkunden. Der Frühlingsklassiker „Vom Ei zum Küken“ (8. März bis 27. April) lockte 29.893 Fans an, vermittelte vielschichtige Inhalte der Naturkunde und regte zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten und nachhaltiger Landwirtschaft an. Als erfolgreichstes Ausstellungsprojekt der Museen Freiburg im Jahr 2025 erwies sich „Insekten. Schillernd schön und tierisch wichtig“ (4. Juni 2025 bis 11. Januar 2026). Bis Jahresende kamen 50.796 Besucher*innen. Zu sehen waren großformatige Makrofotografien von Janosch Waldkircher und zahlreiche Präparate. Ergänzt um interaktive Mitmachstationen lud die Ausstellung Klein und Groß dazu ein, die faszinierenden Tiere mit allen Sinnen zu erforschen und ihre Bedeutung für Mensch und Umwelt zu erkennen.
Auch das Archäologische Museum Colombischlössle (ARCO) erzielte ein sehr gutes Ergebnis, 38.610 Interessierte kamen in das Haus – 5.095mehr als im Vorjahr (2024: 33.515). Zahlreiche Projekte und Aktionen steigerten die Anziehungskraft, darunter der neu gestaltete Medienraum „Zeitmaschine“, das jährlich stattfindende Colombischlössle-Fest und eine neue Museums-Rallye für Kinder. Auch der der neue „Colombini“-Spielplatz, der an ein Römerlager erinnert, weckte bei vielen Familien Interesse am Thema und dem benachbarten Museum. Familien und Kinder waren auch die Kernzielgruppe der Ausstellung „KeltenKids – Eine Reise in die Eisenzeit“ (30. November 2023 bis 11. Mai 2025), die insgesamt 50.953 Personen besuchten. Dank ihres großen Erfolgs geht die Schau nun auf Reisen und ist noch bis zum 8. März 2026 im Museum im Deutschhof in Heilbronn zu sehen. Die Ausstellung „Urformen. Eiszeitkunst Europas“ (23. Oktober 2025 bis 8. März 2026) zählte bis zum Jahresende bereits 8.119 Besucher*innen. Noch bis Frühjahr 2026 werden dort die berühmtesten Eiszeitfiguren Europas als detailgetreue Nachbildungen sowie Originale aus dem Badischen Landesmuseum präsentiert.
Ins Museum für Neue Kunst (MNK) kamen 2025 38.391 Besucher*innen (2024: 48.665). „Modern Times – Bilder der 1920er Jahre“ (27. September 2024 bis 23. Februar 2025), eine Kooperation mit dem Lindenau-Museum Altenburg, zeigte Werke vom Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit, ergänzt um zeitgenössische Positionen. Insgesamt nutzten 21.715 Kunst-Interessierte die Gelegenheit, Werke von Otto Dix, Conrad Felixmüller oder Elisabeth Voigt zu sehen. Mit „Marta! Puppen, Pop & Poesie“ (14. März bis 21. September) erreichte das MNK besonders die Zielgruppe der jungen Erwachsenen und zählte 19.002 Gäste. Das Museum stellte die lange in Vergessenheit geratene Malerin, Bildhauerin und Puppenmacherin Marta Kuhn-Weber (1903–1990) und ihr vielseitiges Werk vor. Im Mittelpunkt standen ihre einzigartigen Puppen, die gesellschaftliche Rollenbilder, Gender und Sexualität thematisieren. In die Ausstellung „MAL ER, MAL SIE. Artur Stoll und Olga Jakob“ (3. Oktober 2025 bis 22. Februar 2026) kamen bis Jahresende 7.269 Besucher*innen. Im Fokus stehen zwei Künstler*innen, deren Werke aus unterschiedlichen Zeiten stammen, sich aber in einer gemeinsamen Fragestellung begegnen: Wie lässt sich Malerei denken, erleben und erfahren?
Auch das Bildungsangebot der Museen Freiburg fand 2025 große Resonanz. Mehr als 37.810 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nahmen an Führungen, Workshops, Lesungen, Konzerten und weiteren Veranstaltungen teil – ein Plus von 6.051Personen gegenüber dem Vorjahr (2024: 31.759). | | | | | |
| (c) Carl Cheng, Santa Monica State Beach, 1988. Courtesy the artist | | | | | Ausstellungstipp: Carl Cheng - Nature Never Loses | Museum Tinguely, Basel
Bis 10. Mai 2026
Nature Never Loses umfasst sechs Jahrzehnte des zukunftsweisenden, die Genres sprengenden Werks des Künstlers Carl Cheng (*1942, San Francisco; lebt und arbeitet in Santa Monica). Nach seinem Studium der bildenden Kunst und des Industriedesigns entwickelte Cheng seine künstlerische Praxis erstmals in den 1960er Jahren in Südkalifornien, inmitten politischer Unruhen, einer interdisziplinären Kunstszene, einer boomenden Luft- und Raumfahrtindustrie der Nachkriegszeit und einer rasanten Veränderung der Landschaft. Sein sich ständig weiterentwickelndes Werk, das eine Vielzahl von Materialien und Medien umfasst, setzt sich mit Umweltveränderungen, der Bedeutung von Kunstinstitutionen für ihr Publikum und der Rolle der Technologie in der Gesellschaft auseinander – Themen von dringender Aktualität.
Die Ausstellung wird organisiert von Alex Klein, Head Curator & Director of Curatorial Affairs, The Contemporary Austin, in Zusammenarbeit mit dem Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania, Bonnefanten, Maastricht und Museum Tinguely, Basel.
zum Bild oben:
Carl Cheng, Documentation of Santa Monica Art Tool and its installation Walk on LA, Santa Monica State Beach, 1988. Courtesy the artist. | | Mehr | | | |
| | | | | | Veranstaltungstipps der Museen Freiburg vom 19. bis 25. Januar | (Kalenderwoche 4)
Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.museen.freiburg.de/ihr-besuch. Tickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit Freiburg-Pass und dem Museums-PASS-Musées frei.
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS)
Vortrag: Erinnerungen an Gerald Schwab
Das DZNS lädt Interessierte am Dienstag, 20. Januar, um 19 Uhr ins Carl-Schurz-Haus, Eisenbahnstraße 62, zu einem Vortrag über Gerhard Abraham Schwab (*1952 in Freiburg) ein. Christiane Walesch-Schneller, Vorsitzende der Gedenk- und Bildungsstätte Blaues Haus in Breisach, zeichnet dessen Lebensstationen nach: die unter anderem durch Naziverfolgung geprägte Kindheit, die geglückte Flucht in die USA und die Teilnahme als US-Soldat an der Befreiung Europas. Als Übersetzer nahm Schwab ab 1946 an den Nürnberger Prozessen teil und besuchte von dort aus seine zerstörte Heimat: Breisach, Freiburg, Lörrach. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Haus der Graphischen Sammlung
EXTRABLATT: Giandomenico Tiepolo „Die Flucht nach Ägypten“
Im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32, stellt Felix Reuße am Mittwoch, 21. Januar, um 12.30 Uhr ausgesuchte Werke von Giandomenico Tiepolo (1696–1770) vor. Gezeigt werden Radierungen aus der 1753 vollendeten 27-teiligen Serie „Die Flucht nach Ägypten“. In der Reihe „EXTRABLATT“ laden die grafischen Sammlungen des Augustinermuseums und des Museums für Neue Kunst im Wechsel einmal im Monat zu einer Präsentation ausgewählter Werke ein. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Um sich einen Platz zu sichern, ist die Buchung eines zusätzlichen kostenfreien Veranstaltungstickets im Online-Shop nötig.
Museum für Neue Kunst
Konzert des Kammerchors Freiburg: „Aspiration“
Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, lädt Musik-Fans am Donnerstag, 22. Januar, um 18 Uhr zu einem besonderen Konzert in die Ausstellung „MAL ER, MAL SIE“ ein. Inspiriert durch die Werke von Artur Stoll und Olga Jakob präsentiert der Kammerchor Freiburg sein musikalisches Programm „Aspiration“. Gesungen werden Stücke von Alice Parker, Carol Barnett, Ysaÿe Barnwell und Edward Elgar. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Augustinermuseum
Führung: Ins Licht gerückt! Künstlerinnen im 19. Jahrhundert
Bei der Führung am Freitag, 23. Januar, um 17.30 Uhr erkunden Interessierte die Präsentation „Ins Licht gerückt! Künstlerinnen im 19. Jahrhundert“ im Augustinermuseum am Augustinerplatz. Im Dachgeschoss des Hauses zeigt sie Werke von Malerinnen aus der Sammlung. Die Teilnehmenden erfahren mehr über einzelne Biographien und Werke sowie über die teils schwierigen Lebensumstände. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Inklusive Führung: Eiszeitkunst Europas
Das Archäologische Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, lädt am Sonntag, 25. Januar, um 12 Uhr zu einer inklusiven Führung für sehende und blinde Menschen ein. In der Ausstellung „Urformen. Eiszeitkunst Europas“ entdecken Interessierte die künstlerische Ausdruckskraft der ersten modernen Menschen Europas. Dreidimensionale Nachbildungen berühmter eiszeitlicher Figuren laden zum Begreifen von Tier- und Menschenformen sowie ihrer Rohstoffe ein. Bei eiszeitlichem Flötenklang erleben die Teilnehmenden kreative geistige Ausdrucksformen von der schwäbischen Alb – der Wiege der Kunst. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop. | | | | | |
| Ausstellungsansicht „Urformen“ (c) Foto: Patrick Seeger | | | | | Archäologisches Museum Colombischlössle: „Archäologie aktuell“ | Das Archäologische Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, lädt anlässlich der Ausstellung „Urformen. Eiszeitkunst Europas“ gemeinsam mit der Katholischen Akademie Freiburg zur Reihe „Archäologie aktuell“ ein. Interessierte erleben an zwei Abenden spannende Debatten über historische und aktuelle Perspektiven und bekommen die Gelegenheit zum Austausch mit Expert*innen.
Der erste Termin findet am Mittwoch, 21. Januar, von 19 bis 20 Uhr statt. Miriam N. Haidle von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften gibt in ihrem Vortrag mit dem Titel „Die Kunst der Aufmerksamkeit“ Einblick in frühe Entwicklungen: Seit zwei Millionen Jahren nutzen Menschen Werkzeuge und Techniken, um Aufmerksamkeit zu lenken, Wissen zu teilen und gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Vor rund 100.000 Jahren begannen sie, bewusst Spuren zu hinterlassen – war dies die Grundlage späterer Kunst? Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind begrenzt.
Die zweite Veranstaltung, eine interdisziplinäre Podiumsdiskussion mit dem Titel „(Er)Findung der Kunst?“, findet am Mittwoch, 4. Februar, von 19 bis 20.30 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen menschliche Ausdrucksformen seit der Urgeschichte. Schon früh entstanden Objekte, die über reine Funktionalität hinausgingen: Figuren, Symbole und Malereien, die Fragen nach Bedeutung, Ästhetik und Funktion aufwerfen. Handelt es sich dabei um „Kunst“ im heutigen Sinne oder vielmehr um die Darstellung von Weltwahrnehmung? Es diskutieren der Bildhauer Tobias Eder, die Anthropologin Marion Mangelsdorf und die Urgeschichtlerin Sybille Wolf. Die Moderation übernimmt Stefan Orth, Chefredakteur der Herder Korrespondenz. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind begrenzt. | | | | | |
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