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Donnerstag, 3. April 2025
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Museums - und Ausstellungstipps

 
Karlsruhe: Vielerlei Motive und Stile
Grötzingens Kunstschaffende stellen aus

Alle zwei Jahres präsentieren Grötzingens Malerdorfmalerinnen und -maler einen Querschnitt ihres aktuellen Schaffens. Die 13. Ausgabe der Ausstellungsreihe findet vom 12. bis 23. April in der dortigen Begegnungsstätte (Niddastraße 9) statt. Dabei setzen die 18 Künstlerinnen und Künstler auf Vielseitigkeit - und das gilt für Motive ebenso wie für Malstile und Arbeitsweisen. Offen ist die eintrittsfreie Schau werktags von 14.30 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr.
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Wie die Entdeckung von Eisen die Welt verändert hat
Neue Ausstellung im Archäologischen Museum erzählt vom Reichtum der Kelten am Oberrhein

Wissen ist Macht: Mit Spezialkenntnissen kann man es in unserer Gesellschaft zu Wohlstand und Ansehen bringen. Nicht erst in der Neuzeit - bereits vor gut 2500 Jahren prägte der Zusammenhang von Wissen und Macht das Leben der Menschen. Kenntnisse über die Herstellung von Eisen verhalfen damals einzelnen Personen zu enormem Reichtum. Geschichten von den reichen Kelten in unserer Region erzählt ab Donnerstag, 30. März, die neu gestaltete Dauerausstellung "Eisen - Macht - Reichtum. Kelten am südlichen Oberrhein" im Archäologischen Museum Colombischlössle. Die anschauliche Präsentation zeigt herausragende archäologische Funde aus der Eisenzeit und verdeutlicht, wie technische und soziale Entwicklungen zusammenhingen.

Das Archäologische Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Unter 18 Jahren, für Mitglieder des Fördervereins des Archäologischen Museums und mit Museums-Pass-Musées ist er frei. Weitere Informationen zum Begleitprogramm finden Sie unter www.freiburg.de/museen.
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DAS ART MOBIL DES KUNSTMUSEUMS WOLFSBURG
NEUER SHUTTLEBUS VERBINDET SCHULE UND MUSEUM


Das ART MOBIL steht deutschlandweit beispielhaft für eine konsequente Förderung der Bildungsarbeit durch das Kunstmuseum Wolfsburg. 2002 als Pioniertat gestartet, hat sich das Projekt sowohl quantitativ als auch qualitativ stetig weiterentwickelt und ist zu einer tragenden Säule der Vermittlung sowie zu einem Modell für Nachhaltigkeit in der Bildungsarbeit avanciert. Das neue ART MOBIL trägt diese Idee nach außen.

Drei fünfte Klassen des Gymnasiums Kleine Burg in Braunschweig weihten heute, am 22. März 2017 mit ihrem Besuch im Kunstmuseum Wolfsburg das ART MOBIL feierlich ein. Direktor Dr. Ralf Beil und Angela Kleinhans, die Leiterin Sponsoring der Volkswagen Financial Services AG, beim Freudensprung mit den Schulkindern.

Ralf Beil erklärt: „Unser ART MOBIL bringt dank der Unterstützung von Volkswagen Financial Services Kinder, Jugendliche und Senioren aus ganz Niedersachsen und Sachsen-Anhalt - von Stendal und Göttingen bis nach Celle und Wittingen – in unser Museum und hat in den letzten 15 Jahren gemessen an Kilometern bereits viermal die Erde umrundet. Ob LehrerInnen für Kunst, Geschichte, Deutsch, Englisch, Politik oder Werte und Normen, wir bieten für alle diese Fächer ein einzigartiges Forum für Bildung und holen unsere Akteure im besten Sinn des Wortes ab.“

Angela Kleinhans begründet das ART MOBIL-Engagement: „Als weltweit erfolgreicher automobiler Finanzdienstleister fühlen wir uns unserer Heimatregion von je her in ganz besonderer Weise verbunden. Daher freuen wir uns sehr, dass eines der kulturell-sozialen Highlights, bei dem sich Volkswagen Financial Services engagiert, bereits seit 15 Jahren, so viele Menschen der jungen und älteren Generation für das Kunstmuseum begeistert. Wir sind stolz darauf, Schülern und Senioren Kunst nahe zu bringen und sind mit der Unterstützung des ART Mobils einmal mehr der „Schlüssel zur Mobilität“.

Das Projekt
Im Oktober 2002 startete das Projekt „Schule und Museum“, das seitdem zigtausend Schülerinnen und Schülern aus dem Braunschweiger Land den Besuch des Kunstmuseums Wolfsburg ermöglicht. Die Initiative der Volkswagen Financial Services in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg ermöglicht Klassen aller Schulstufen und Schulformen seit inzwischen 15 Jahren einen sicheren und für die Schulen unkomplizierten Weg ins Kunstmuseum Wolfsburg.

Gerade für verkehrstechnisch ungünstig und weiter abgelegene Schulen ist es im Alltag kaum möglich, ohne diesen Bustransfer einen Museumsbesuch zu unternehmen. Das Kunstmuseum Wolfsburg mit seinem Bildungsauftrag wiederum bietet sich als attraktiver außerschulischer Lernort an, um Schülern die seltene Gelegenheit zu geben, Kunstwerke im Original kennenzulernen.

Die Entwicklung
Im November 2003 ist das Busprojekt um die Initiative „Senioren und Museum“ erweitert worden und ermöglicht seither auch Bewohnern verschiedener Einrichtungen wie Wohnstiften und Begegnungsstätten, Exkursionen ins Kunstmuseum zu unternehmen. Gerade für die weniger mobilen älteren Menschen erfüllt ein Besuch mit anschließender Kaffeetafel im Museumsrestaurant neben der kulturellen auch eine sozial wichtige Funktion. Das daraus entwickelte Konzept „Alt und Jung“ ermöglicht einen Erfahrungsaustausch über die Generationen hinweg, indem Schüler der Oberstufe des Gymnasiums Martino-Katharineum als Guides Einführungen in die Ausstellungsthemen übernehmen und sich im Gespräch mit Bewohnern des Augustinums über Kunst und Leben austauschen.

Die Zahlen
Begann man im ersten Jahr mit 10 Wochen Nutzungszeitraum des Busses und erreichte somit jährlich ca. 4.000 Schüler, steigerte sich der stetigen Nachfrage wegen der Nutzungszeitraum auf inzwischen 16 Wochen pro Jahr, so dass die Gesamtzahl seit 2002 bis Mitte März 2017 bei 66.300 Schülerinnen und Schülern liegt.
Hinzu kommen 7.553 Senioren, die von 2003 bis Ende 2016 den Busshuttle in Anspruch nahmen.

Der Bus
Nach 15 Jahren erfolgreicher Kooperation war es an der Zeit, ein neues Zeichen für die Kunst-Kooperation zu setzen, Mit der Agentur DubbelSpäth, die im letzten Jahr das neue Corporate Design des Kunstmuseums Wolfsburg entwickelte, bekommt auch der Bus ein neues Gesicht und wird zum ART MOBIL. Doch beschränkt sich die Veränderung nicht auf die äußere Gestaltung. Die technische Innenausstattung ermöglicht es nun, während der Fahrt einen Film zu zeigen, der die Schülerinnen und Schüler spielerisch auf den Museumsbesuch vorbereitet. Die Künstlerin Christine Gensheimer realisierte den 5-minütigen Animationsfilm „Inside the Art World“, der auch auf der Website des Museums zu sehen ist.
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Ausstellungstipp: American Portraits
Fotografie
Im Rahmen des Freiburger Film Forums 2017

Vernissage
Donnerstag, 20. April 2017 um 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer
21. April bis 02. Juni 2017
im CCFF (im Kornhaus Freiburg)

Herzlichst lädt das CCFF zur Vernissage der Ausstellung American Portraits am Donnerstag, den 20. April 2017, um 19:00 Uhr im Centre Culturel Français Freiburg, im Kornhaus, ein. Die Vernissage ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist von Freitag, 21. April bis Freitag, den 2. Juni 2017 zu den Öffnungszeiten des CCFF für das Publikum zugänglich.

Im Rahmen des Freiburger Film Forums zeigt das CCFF die Ausstellung von Reiner Leist American Portraits. Dies ist Reiner Leists aufwendigstes Langzeitprojekt, an dem er nahezu sieben Jahre gearbeitet hat. 1994 kam er in die USA und wollte seine Erwartungen als Europäer mit den vielen Klischees von Freiheitsstatue und Cowboys, von Baseball und Hollywood systematisch mit der Realität, wie er sie erlebte, konfrontieren. So bereiste er flächendeckend die Vereinigten Staaten, von Rochester bis Key West, von Seattle bis Los Angeles, und besuchte an die 100 Menschen, deren Stellungnahme zu sich selbst, ihrem Leben und Land er sorgfältig protokollierte. In der Summe entstand ein Bild Amerikas im Spiegel seiner Menschen.

Öffnungszeiten: Mo-Do: 9-17:30 Uhr | Fr 9-14 Uhr | Sa 11-14 Uhr
 
 

 
Ausstellungstipp: NATUR UND KULISSE
Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert

MUSEUM LA8
Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden
bis 3. September 2017

Seit dem 25. März 2017 zeigt das Museum LA8 in Baden-Baden die Ausstellung „Natur und Kulisse. Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert“. Zu den spannendsten Neuerungen des frühen 19. Jahrhunderts zählt die bürgerliche Öffentlichkeit. Gewöhnlich wird diese Entwicklung in sozial- und wirtschaftspolitischen Theorien behandelt. Die Ausstellung dagegen fragt nach dem konkreten Ort, an dem sich die Bürger nach dem Ende adliger Misswirtschaft und kirchlicher Bevormundung zwanglos trafen, einander außerhalb der alten Ständeverfassung begegneten, die Wirkung ihrer neuen Kleiderordnung praktisch ausprobierten, sich amüsierten oder auf einer Bank saßen und das Wetter genossen sowie wo sich Geschäfts- oder Liebesbeziehungen anbahnten: dem Park.
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VORÜBERGEHENDE BEHAUSUNGEN / TRANSITORY DWELLINGS
Bruno Serralongue, Paris; Karen Kramer, London; Enriquez Ramirez; Allen Sekula

Ausstellung: FR 03.03. - SO 23.04. Galerie I, Galerie II
Galerie für Gegenwartskunst im EWERK Freiburg

Transitorische Existenzformen zeichnen unsere Zeit aus. Wanderarbeiter, Geflüchtete oder Küstenbewohner leben in Übergangssituationen. Sie richten sich in vorläufigen Behausungen ein, die dann oft permanent werden und das Behelfsmäßige zum Dauerhaften machen. Die Ausstellung Transitory Dwellings zeigt Formen des Transitorischen in der zeitgenössischen Kunst und fragt nach der Verfasstheit unserer Zeit, die sich in den künstlerischen Arbeiten abzeichnet.
Der französische Fotograf Bruno Serralongue dokumentiert in der Series Calais, Ongoing, das inzwischen berühmt gewordene Flüchtlingslager „The Jungle“ in Calais. Mittels Momentaufnahmen zeichnet er die sich konstant verändernde, prekäre Umgebung zwischen 2008 und der kürzlich erfolgten Räumung als fragmentierte Chronik nach. Karen Kramers filmische Arbeit The Eye That Articulates Belongs on Land (2016) ist eine anthropologische Studie von einer Küstenregion in Japan, Fukushima nicht unähnlich. Die Künstlerin erkundet die Verwüstung einer Landschaft am Übergang von Land und Wasser und fragt nach der Auswirkung auf die Bewohner.

DO, 06.04. | 19:30 Uhr | Kammertheater
im EWERK Freiburg
"KUNST UND KRISE" (Künstlergespräch) Rosa el Hassan, syrische Künstlerin aus Berlin.
Können Kunst und Ästhetik Werkzeuge der Agitation oder sogar der Propaganda für Frieden sein? Das ist die zentrale Frage von Roza El-Hassan aktivistischer Kunstpraxis. Die ungarische Künstlerin mit syrischen Wurzeln stellt ihre aktuellen Kunstprojekte vor, die aus ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen in Syrien, Libanon und Palästina entstehen.

Kuratiert von Heidi Brunnschweiler.

ÖFFNUNGSZEITEN
DO & FR 17 – 20 UHR | SA 14 – 20 UHR | SO 14 – 18 UHR

EINTRITT frei
 
 

 
Veranstaltungstipps der Freiburger Museen von 27. März bis 2. April
Augustinermuseum

Kunstpause: NS in Freiburg
Eine Kurzführung durch die Sonderausstellung
„Nationalsozialismus in Freiburg“ findet am Mittwoch, 29. März,
um 12.30 Uhr im Augustinermuseum am Augustinerplatz statt.
Mirja Straub widmet sich dem Thema „Jazzmusik – Neues
Lebensgefühl der 20er Jahre“. Die Teilnahme kostet den
regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Vortrag: Kunst und Propaganda
Über Kunst und Politik im Nationalsozialismus spricht Professor
Christoph Zuschlag von der Universität Koblenz-Landau am
Donnerstag, 30. März, um 19 Uhr im Augustinermuseum am
Augustinerplatz. Der Vortrag ist Teil der Reihe "Kunst &
Propaganda: Kunstpolitik im Nationalsozialismus und ihre
Nachwirkungen". Veranstalter ist der Freundeskreis des
Augustinermuseums. Der Eintritt beträgt 7 Euro, inklusive
Besuch der Ausstellung (an diesem Tag bis 19 Uhr geöffnet).
Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Zeitzeugengespräch mit Irene Schäuble
Bei einem Zeitzeugengespräch spricht die Freiburgerin Irene
Schäuble am Sonntag, 2. April, um 15.30 Uhr im
Augustinermuseum am Augustinerplatz über ihre Mutter. Die
Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5
Euro.


Haus der Graphischen Sammlung

Führung zu Susanne Kühn
Ein Rundgang durch die Ausstellung „Susanne Kühn.
Spaziergänge und andere Storys“ findet am Samstag, 1. April,
um 15 Uhr im Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32,
statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro; zuzüglich Eintritt von 5,
ermäßigt 3 Euro.


Museum für Neue Kunst

Zukunft der Kunst: Vortrag und Diskussion
Um den Umgang mit Künstlernachlässen dreht sich ein Vortrag
von Frank Michael Zeidler mit anschließender Diskussion am
Samstag, 1. April, um 15 Uhr. Die Veranstaltung findet im
Rahmen des Ausstellungsprojektes „Depot Erbe“ im Museum
für Neue Kunst, Marienstraße 10a, statt. Die Teilnahme kostet
den Museumseintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Familiennachmittag: Museum ist cool
„Mein Museum ist cool!“ lautet das Motto für Familien mit
Kindern ab 5 Jahren am Sonntag, 5. März, im Museum für
Neue Kunst, Marienstraße 10a. Von 14 bis 16 Uhr können sie
verschwundene Bilder und deren Geschichten entdecken und
anschließend auf Papier ein eigenes Wunschmuseum
entwerfen. Die Teilnahme kostet 3 Euro; für Erwachsene
zuzüglich Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Ausstellungsrundgang: Depot Erbe
Eine Führung durch die Ausstellung „Depot Erbe“ findet am
Sonntag, 2. April, um 15 Uhr im Museum für Neue Kunst,
Marienstraße 10a, statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro; dazu
kommt der Museumseintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.


Archäologisches Museum Colombischlössle

Ausstellungseröffnung: Eisen – Macht – Reichtum
Zur Eröffnung der Ausstellung „Eisen – Macht – Reichtum.
Kelten am südlichen Oberrhein“ lädt das Archäologische
Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, am Mittwoch, 29.
März, um 18.30 Uhr herzlich ein. Es sprechen
Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach, die Direktorinnen des
Museums, Helena Pastor Borgoñón und Beate Grimmer-Dehn
sowie Jörg Heiligmann, Direktor des Archäologischen
Landesmuseums Baden-Württemberg.
Hinweis an die Presse: Anbei ein Foto aus der neuen
Ausstellung, bitte angegebene Bildquelle beachten.

Sonntagsmatinee: Eisen – Macht – Reichtum
Eine Sonntagsmatinee ist am Sonntag, 2. April, von 11 bis 13
Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle,
Rotteckring 5, geboten. Der stimmungsvolle Vormittag lädt ein
zu Live-Musik der Gruppe „let’s sax“, Aperitif und einer Führung
von Kathrin Lieb durch die neue Ausstellung „Eisen – Macht –
Reichtum“. Die Teilnahme kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro.


Museum Natur und Mensch

Museumsküken – Blick hinter die Kulissen
Norbert Widemann führt große und kleine Gäste hinter die
Kulissen der Ausstellung „Vom Ei zum Küken“ im Museum
Natur und Mensch, Gerberau 32. Die Veranstaltung findet am
Donnerstag, 30. März, um 12.30 Uhr statt. Kinder haben freien
Eintritt; Erwachsene zahlen 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Familiennachmittag: Eier bringen Glück
Beim Familiennachmittag „Eier bringen Glück“ am Samstag, 1.
April, ab 15 Uhr im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32,
dreht sich alles ums Ei. Mit selbstgemachtem Konfetti gestalten
Familien mit Kindern mexikanische Glücks-Eier. Die Teilnahme
kostet 2,50 Euro (inklusive Material). Mitzubringen sind ein bis
zwei ausgeblasene Hühnereier pro Kind.

Familienführung: Was schlüpft denn da?
Das Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, lädt am
Sonntag, 2. April, ab 10.30 Uhr zur Familienführung „Was
schlüpft denn da?“ ein. Die Besucherinnen und Besucher
erkunden gemeinsam die bunte Welt der Eier. Die Teilnahme
kostet 2 Euro; für Erwachsene zuzüglich Eintritt von 5 Euro,
ermäßigt 3 Euro.
 
 

 
VERMISST "Der Turm der blauen Pferde" von Franz Marc
Zeitgenössische Künstler auf der Suche nach einem verschollenen Meisterwerk

Ausstellung bis 05.06.2017
in München:
Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne
sowie in Berlin:
Haus am Waldsee. Internationale Kunst in Berlin

Ein Kooperationsprojekt des Hauses am Waldsee, Berlin mit der Staatlichen Graphischen Sammlung München

Kaum ein zweites Meisterwerk der Klassischen Moderne hat eine vergleichbar wechselvolle Geschichte wie das Gemälde Der Turm der blauen Pferde (1913) von Franz Marc. Durch seine abwechselnde Präsenz in München und Berlin verbindet es die beiden Kunstmetropolen, wird beinahe zerstört, gerettet und wieder bewahrt, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg spurlos verschwindet. Bis heute fragen sich Kunsthistoriker und Historiker: Wo ist Der Turm der blauen Pferde?
Eine spekulative Frage, der sich eine Gruppe von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in Berlin und München stellt und die Ergebnisse in zwei parallelen Ausstellungen präsentiert.

Im Frühling 1913 malte Franz Marc das Bild auf dem Land in der Nähe von München, um es im gleichen Jahr in Berlin vorzustellen. Nach dem Tod von Franz Marc im Ersten Weltkrieg wird es 1919 auf der Gedächtnis-ausstellung in der Münchner Neuen Sezession zentral präsentiert und noch im gleichen Jahr von Ludwig Justi zu einem ungewöhnlich hohen Preis für die „Neue Abteilung“ der Berliner Nationalgalerie erworben.
Als „entartet“ 1937 gebrandmarkt und aus dem öffentlichen Museums-besitz entfernt, ist es noch im selben Sommer für wenige Tage auf der ersten Station der Ausstellung „Entartete Kunst“ in den Münchner Hofgartenarkaden zur Schau gestellt. Aufgrund der engagierten Kritik einzelner Bürger wird es lautlos entfernt, kommt später in ein Sammel-lager zur Verwertung „entarteter“ Kunst nach Berlin zurück, wo es von Hermann Göring einbehalten wird und letztlich in seinen unrechtmäßigen Besitz übergeht. Kurz nach Kriegsende soll Der Turm der blauen Pferde 1945 beziehungsweise 1948/49 angeblich noch einmal in Berlin gesehen worden sein. Unabhängig voneinander haben drei wichtige Zeugen das Bild am Leipziger Platz, im späteren Haus am Waldsee und zuletzt vis-a-vis im Haus der Jugend in Berlin Zehlendorf gesehen. Danach verlieren sich die Spuren.

Das Haus am Waldsee in Berlin und die Staatliche Graphische Sammlung München haben zwanzig zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang eingeladen, die Geschichte des Gemäldes mit den Mitteln der Malerei, der Zeichnung, der Bildhauerei, der Fotografie, Installation und Literatur in einer Doppelausstellung aus heutiger Sicht zu reflektieren.

Die Postkarte
Den Ausgangspunkt für die künstlerische Recherche in München bildet die zum Gemälde zeitlich früher entstandene postkartengroße Zeichnung, die Franz Marc mit Der Turm der blauen Pferde betitelte und zum Jahreswechsel 1912/13 an die eng befreundete, jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler schickte. In dieser „Vorzeichnung“ legte der Künstler haargenau die Komposition und den Farbklang für das spätere Bild fest.

Die Postkarte erscheint wie ein Phantombild, das die vergangene und zugleich noch mögliche Existenz des Gemäldes beglaubigt. Nicht zuletzt begründet der Verlust, der einhergeht mit dem Reiz des Unsichtbaren, seine anhaltende Popularität.
Unübersehbar hat die leuchtend blaue Gouache in der Heimatstadt des Blauen Reiters den Status einer Reliquie: Als Projektionsfläche bedient sie verklärte Sehnsüchte und erweckt einmal mehr den Wunsch, das Original wiederzusehen. Ein Zustand, der Künstler heute nur dazu motivieren, ja anfeuern kann, die Mechanismen dieser Sehnsuchtsmaschinerien auszuhebeln.

Der Mythos
Wo also ist Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc heute? Eine spekulative Frage, der sich eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern gestellt hat. Die „Rechercheergebnisse“, die für den Münchner Teil des Ausstellungsprojektes entstanden sind, untersuchen ausgehend von der erhaltenen „Vorzeichnung“ den Mythos des verschollenen Bildes, ergründen seine bis heute anhaltende ästhetische Faszination, verfolgen offene Fragen und mehr oder weniger gewagte Spekulationen, die sich um den Werdegang des Bildes ranken. Sie laden den Betrachter dazu ein, die Diskussion weiterzuführen.

Die Auseinandersetzung der Künstler in München
Dass die künstlerischen Recherchen mehr Fragen als Antworten bereithalten, darf man als ein Ergebnis des aktuellen Diskurses verstehen.
Von daher wundert es kaum, dass Der Turm der blauen Pferde in Slawomir Elsners großformatiger Zeichnung schemenhaft bleibt und in seiner Unantastbarkeit ein motivisches Eigenleben entwickelt. Mit der gleichen Fragestellung untersucht Jana Gunstheimer in ihrer Installation, was bleibt, wenn ein Bild über die Zeit hinweg verschlissen wird, die Erinnerung verblasst und eine zweite, verwandelte Existenz an seine Stelle tritt. Die Idee der emotionalen Vergänglichkeit beschäftigt Almut Hilf. Sie entwirft für das Projekt eine Raumcollage, in der die Ansichten der historischen Ausstellungsorte – Münchner Sezession (1916), Berliner Kronprinzenpalais (1920) und Münchner Hofgartenarkaden (1937) – einfließen. Das Gemälde aber, das den Genius loci des jeweiligen Ortes mitbestimmte, bleibt ausgespart, so dass die Imaginationskraft des Betrachters herausgefordert wird, auch auf die Gefahr hin, zu scheitern.
Der Turm der blauen Pferde wird – wie viele berühmte Gemälde – als Motiv in der Konsumgüterindustrie eingesetzt und führt im weltweiten Netz in zahllosen Abbildungen ein unkontrollierbares Eigenleben. Viktoria Binschtok untersucht in ihren Re-Inszenierungen von Merchandising Produkten dieses Phänomen. Sie hinterfragt in ihrer Serie, inwieweit niedrig aufgelöste digitale Bildinformationen durch die permanente Reproduktion der Reproduktion leerlaufen und die auf Schlüsselreize getrimmten modernen Sehgewohnheiten diese Botschaften kaum noch wahrnehmen: geradezu ein Bekenntnis zum aktuellen Status des Bildes.
Derartigen Phänomenen zeitlich voraus geht der ehemals klassische analoge Konsum von Bildern, den Dieter Blum mit der Fotografie einer werbetafelgroßen Horde von Wildpferden in Erinnerung ruft. Hier wird unmittelbar der Mythos idealisierter Sehnsucht nach Freiheit, von dem auch Franz Marcs Meisterwerk erzählt, profan gebrochen, hinterfragt und der Betrachter zugleich auf die Probe gestellt, ob die Wildpferde auch ohne den entsprechenden Marlboro-Werbetext ein für alle Mal als Imageträger mit einem Konsumprodukt assoziiert werden.
Martialische Implikationen, die im Turm der blauen Pferde aufscheinen und einen Aspekt deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegeln, werden in den Arbeiten von Tatjana Doll und Thomas Kilpper untersucht, während Dierk Schmidt in seinem Beitrag zeithistorische und psychologische Verflechtungen rund um das als entartet gebrandmarkte Werk aufdeckt.
Auf unterschiedliche Weise bricht sich insgesamt in den für das Ausstellungsprojekt entstandenen Arbeiten das rätselhafte Diktum Klaus Lankheits: „Eine alte Weisheit besagt, jedes Volk habe diejenige Kunst, die es verdiene. Hat sich uns ‚Der Turm der blauen Pferde‘ entzogen, weil wir seinem Anspruch nicht mehr gewachsen scheinen?“

Die Auseinandersetzung der Künstler in Berlin
In der Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee geht es vor allem um den Verlust des Gemäldes, die Gerüchte um sein Verschwinden und das Schweigen der Nachkriegszeit. So denkt die Fotografin Johanna Diehl intensiv über dieses Schweigen nach, das sie anhand der eigenen Familiengeschichte wie durch einen trüben Schleier sichtbar macht. Andere erfinden neue Gerüchte um das Gemälde, die nach Amerika und in die Niederlande weisen (Marcel van Eeden), oder sie kopieren das Werk, um es zu beschädigen (Norbert Bisky). Es gibt Künstler, die sich dem Thema Verlust als Leerstelle widmen (Arturo Herrera, Christian Jankowski) oder sich mit dem Moment des Todes des Malers auseinandersetzen (Rémy Markowitsch, Birgit Brenner), der zum Mythos rund um das Bild beigetragen hat. Es geht um Staub, der auf die Geschichte gefallen ist, um Kontinuitäten von Weltanschauungen und um Schatten der Vergangenheit (Peter Rösel) oder um die Frage, was geschieht, wenn Der Turm der blauen Pferde sich plötzlich wieder zeigt (Via Lewandowsky). Eine Leuchtschrift im Freien erinnert daran, dass wir nie Gewissheit haben und alles immer auch ganz anders sein könnte (Tobias Rehberger). Ein literarischer Text von Julia Franck schließlich kreist um das Verhältnis zwischen Else Lasker-Schüler und dem Künstlerfreund Franz Marc. Das Gemälde Der Turm der blauen Pferde ist 1913 unter ihrem Einfluss entstanden. Ist er, wie die erhaltene Postkartenskizze von 1912, möglicherweise sogar für sie gemalt worden? Bei Martin Assig wird ein inniges religiöses Gespräch in Gang gesetzt. Er bedient sich der vier apokalyptischen Reiter aus der Offenbarung des Johannes, um seine Geschichte über das Gemälde zu erzählen und bis zum flehentlichen „Komm, komm, komm“ die Trauer über den Verlust zu steigern.

Teilnehmende Künstler in München: Viktoria Binschtok, Dieter Blum, Tatjana Doll, Slawomir Elsner, Jana Gunstheimer, Almut Hilf, Thomas Kilpper, Franz Marc, Dierk Schmidt

Teilnehmende Künstler in Berlin: Martin Assig, Norbert Bisky, Birgit Brenner, Johanna Diehl, Marcel van Eeden, Julia Franck, Arturo Herrera, Christian Jankowski, Via Lewandowsky, Rémy Markowitsch, Tobias Rehberger, Peter Rösel

Das Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam hat eine Übernahme der Ausstellung in die Niederlande für Herbst 2017 zugesagt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Walther König mit Texten von Katja Blomberg, Michael Hering, Stefan Koldehoff, Roland März und Christian Welzbacher. Deutsch / Englisch, 24,80 Euro. (ISBN 978-3-96098-095-7)

Die Ausstellung wird gefördert durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. sowie Vestner Aufzüge GmbH.

Kurator in München: Dr. Michael Hering


BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG IN MÜNCHEN

FÜHRUNGEN
Treffpunkt: Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Rotunde

Kuratorenführungen
DO, 04.05. | 18.30 | mit Michael Hering, Direktor und Kurator
DO, 01.06. | 18.30 | mit Michael Hering, Direktor und Kurator

LESUNG
Die blauen Pferde – Das blaue Licht. Fragmente einer erhofften Begegnung
Die Autorin Julia Franck liest aus ihrem poetischen Text, der für das Ausstellungsprojekt in Berlin entstanden ist.
MI, 22.03. | 18.30
Ort: Staatliche Graphische Sammlung München, Katharina-von-Bora-Str. 10

KOLLOQUIUM IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM ZENTRALINSTITUT FÜR KUNSTGESCHICHTE
Franz Marc: Der Turm der blauen Pferde (1913) und die Rezeption „entarteter“ Kunst nach 1945
MI, 05.04.
13.15 | Führung durch die Ausstellung mit Michael Hering
Ort: Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40
15.15 | Kolloquium im Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Ort: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10
Weitere Informationen
www.zikg.eu/veranstaltungen

zum Bild oben:
Tatjana Doll, RIP – Lost and Found, 2016; Lackfarbe auf Leinwand, 300 x 200 cm / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Foto: Tatjana Doll
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