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Donnerstag, 3. April 2025
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Museums - und Ausstellungstipps

 
Veranstaltungstipps der Städt. Museen Freiburg vom 30. September bis 6. Oktober
(Kalenderwoche 40)

Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.freiburg.de/museen-tickets. Tickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit Freiburg-Pass und mit dem Museums-PASS-Musées frei.

Augustinermuseum

Themenführung: Treffpunkt Gutach
Bei einer letzten Führung vor Ausstellungsende von „Treffpunkt Gutach“ am Freitag, 4. Oktober, um 17.30 Uhr im Dachgeschoss des Augustinermuseums am Augustinerplatz stehen die Werke von Wilhelm Hasemann, Curt Liebig und anderen im Fokus. Ihre Gemälde machten die typische Landschaft und die regionalen Trachten des Schwarzwalds international bekannt. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.

Museum für Neue Kunst

Frühkunst: Otto Dix, „Der Krieg“
Frühaufsteherinnen und Frühaufsteher aufgepasst: Roberta Čebatavičiūtė stellt bei einer Kurzführung am Freitag, 4. Oktober, um 7.15 Uhr im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, das Mappenwerk „Der Krieg“ von Otto Dix vor, das derzeit in der Ausstellung „Modern Times“ zu sehen ist. In der Serie von 50 Radierungen hielt Dix 1924 die Schrecken des Todes, die Opfer der Zivilbevölkerung und die eigenen Fronterfahrungen ungeschönt fest. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Museum Natur und Mensch

Familiennachmittag: Feuersalamander, Erdkröte & Co.
Beim Familiennachmittag am Sonntag, 6. Oktober, von 14 bis 16 Uhr im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, entdecken Familien mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren lebende Amphibien und erforschen, wo und wie sie leben. In der Werkstatt entstehen aus Schuhkartons und Naturmaterialien Mini-Lebensräume. Die Teilnahme kostet für Kinder 5 Euro, Erwachsene zahlen 5 Euro plus Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop. Bitte pro Kind einen Schuhkarton mitbringen. Bitte beachten Sie, dass Kinder nur in Begleitung einer erwachsenen Person teilnehmen können. Diese benötigt ebenfalls ein Ticket.

Archäologisches Museum Colombischlössle

Matinee: Glas ist nicht gleich Glas
Bei einer Matinee am Sonntag, 6. Oktober, von 11 bis 13 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle entdecken Teilnehmende mit der Expertin für antike Glasherstellung Susanne A. Harkort was „Glas so alles kann“. In heißem Zustand geschmolzen, fragil, transparent, opak, bunt – Gefäße, Perlen und Armreife aus frühmittelalterlichen Handwerksstätten erzählen von Fantasie, Kreativität und hohem technischen Können im Umgang mit dem kostbaren Material. Begleitet wird die Veranstaltung vom Flötenduo mit Sonja Kanno-Landoll und Ulrike Wettach-Weidemaier. Eine Veranstaltung mit dem Verein Freunde des Archäologischen Museums. Die Teilnahme kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.
 
 

Führung durch Sonderausstellung im Stadtmuseum Karlsruhe
 
Führung durch Sonderausstellung im Stadtmuseum Karlsruhe
„Prinz-Max-Palais. Ein Haus erzählt Geschichte(n)“

Das Stadtmuseum lädt die Besuchenden bis Ende 2024 dazu ein, in der Sonderausstellung „Prinz-Max-Palais. Ein Haus erzählt Geschichte(n)“ in die bewegte Vergangenheit dieses historischen Gebäudes einzutauchen. Am Sonntag, 6. Oktober, um 15 Uhr führt Judith Göhre durch die Sonderausstellung und vermittelt spannende Einblicke in die Baugeschichte, erweckt aber auch einstige Bewohnende und Nutzende der imposanten Stadtvilla wieder zu neuem Leben.

1881 bis 1884 als Alterswohnsitz des Millionärs August Schmieder errichtet, kam das Palais um die Jahrhundertwende in den Besitz des letzten badischen Thronfolgers Prinz Max von Baden, dessen Namen es bis heute trägt. Auf Max von Baden folgten verschiedene Mieter*innen und Nutzer*innen, bis 1951 das Bundesverfassungsgericht hier seinen ersten Standort fand. Nachdem das Gericht das Haus 1969 verlassen hatte, gelangte das Prinz-Max-Palais in den Besitz der Stadt Karlsruhe. Es beherbergt seitdem verschiedene Kulturinstitutionen und ist bis heute ein lebendiger und vielseitiger Treffpunkt für Groß und Klein.

Der Eintritt und die Teilnahme an der Führung sind kostenlos. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Begleitveranstaltungen finden Sie unter karlsruhe.de/stadtmuseum.
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Führung durch die Dauerausstellung im Pfinzgaumuseum
Unter dem Titel "Henriette Obermüller und die Revolution 1848/49 in Durlach" führt Susanne Stephan-Kabierske am Sonntag, 29. September um 15 Uhr durch die Dauerausstellung und gibt einen kompakten Überblick über die revolutionären Ereignisse dieser turbulenten Jahre. Ein besonderes Augenmerk wirft sie dabei auf Durlachs berühmteste Revolutionärin.

Die Teilnahme an der Führung kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Kinder- und Jugendflohmarkt auf dem Karlsburg-Vorplatz
Die Karlsburg in Durlach © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin
 
Kinder- und Jugendflohmarkt auf dem Karlsburg-Vorplatz
Am Samstag, 28. September, von 9 bis 14 Uhr

Am Samstag, 28. September 2024, findet von 9 bis 14 Uhr ein Kinder- und Jugendflohmarkt auf dem Karlsburg-Vorplatz statt. Teilnehmen dürfen Kinder- und Jugendliche bis 17 Jahren, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Standflächen werden ab 8:30 Uhr vergeben, eine Standgebühr wird nicht erhoben. Bei Unwetter, Sturm oder Regen fällt die Veranstaltung aus. Der Flohmarkt, der vom Stadtamt Durlach, der Arbeitsgemeinschaft Durlacher und Auer Vereine sowie dem Kinder- und Jugendhaus Durlach (Stadtjugendausschuss) organisiert wird, findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Für Auskünfte und Rückfragen steht das Stadtamt Durlach telefonisch unter 0721 133-1937 zur Verfügung.

https://www.karlsruhe.de/stadt-rathaus/stadtteile-ortsverwaltungen/stadtamt-durlach/veranstaltungen
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Interaktive Ausstellung:
© Jerome Nguyen
 
Interaktive Ausstellung: "The Democracy Machine"
Ab Dienstag, 24. September in der Tourist-Information am Marktplatz Karlsruhe

Das Wissenschaftsbüro der Stadt Karlsruhe präsentiert vom 24. September bis 2. Oktober 2024 die Ausstellung "Unterwegs: Adam J. Scarboroughs 'The Democracy Machine' auf Tour in deutschen Wissenschaftsstädten". Die interaktive Installation in der Tourist-Information am Marktplatz lädt dazu ein, zentrale Elemente der Demokratie – Kompromissfindung und Diskussion – spielerisch zu erproben. Die Ausstellung wird am Dienstag, 24. September um 12 Uhr eröffnet. Zur Eröffnung erhalten die ersten Teilnehmenden kleine Gewinne. Um 15 Uhr wird der Stadtrundgang "RECHT STADTLICH! Ein Rundgang durch Karlsruhe" der Stiftung Forum Recht kostenfrei angeboten, der das Thema Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vertieft. Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Montag bis Freitag von 9:30 bis 18:30 Uhr, Samstag von 10 bis 15 Uhr und Sonntag von 10 bis 13 Uhr.

The Democracy Machine

Zu zweit oder in Teams wird über verschiedene Aussagen auf einem Bildschirm abgestimmt. Bei Meinungsverschiedenheiten bleiben nur wenige Minuten, um einen Konsens zu finden, bevor das Game Over droht. Die "Democracy Machine" macht so wesentliche Elemente von Demokratien erlebbar: Kompromissbereitschaft und Diskussionskultur. Sie ist ein niederschwelliges, interaktives und intuitiv handhabbares Angebot, das die Spielenden herausfordert. Die Besuchenden erleben nicht nur, was demokratische Abstimmungen bedeuten, sondern müssen sich auch auf andere Perspektiven und Meinungen einlassen und gemeinsam einen Konsens finden.

Wissenschaftsjahr 2024

2024 wird das Grundgesetz 75 Jahre alt und die Friedliche Revolution liegt 35 Jahre zurück. Zugleich stehen Demokratie und die freiheitliche Grundordnung vor neuen Herausforderungen

Für den Erhalt und die Förderung moderner Demokratien sind gerade in herausfordernden Zeiten freie Wissenschaft und Forschung unverzichtbar. Das Wissenschaftsjahr 2024 widmet sich daher dem Wert und der Bedeutung von Freiheit und untersucht wie resilient unsere Demokratie angesichts der Krisen der Gegenwart ist.

"Wissenschaftskommunikation nimmt einen essentiellen Stellenwert ein, wenn es darum geht, für eine starke Demokratie und offene Gesellschaft einzustehen", erklärt Clas Meyer, Leiter des Wissenschaftsbüros der Stadt Karlsruhe und Mitglied im Strategiekreis Wissenschaft in der Stadt (SK WISTA). "Wir freuen uns, dass wir Teil des Projekts "Unterwegs: Adam J. Scarboroughs "The Democracy Machine" auf Tour in deutschen Wissenschaftsstädten" des Strategiekreises Wissenschaft in der Stadt sein dürfen und damit einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie leisten zu können", so Meyer weiter.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Strategiekreis Wissenschaft in der Stadt (SK WISTA) statt. Im Sommer 2016 schlossen sich Akteure aus diversen Städten und Hochschulen zusammen, um sich mit der Verortung von Wissenschaft in der Stadt zu befassen. Seitdem trifft sich der Strategiekreis selbstorganisiert und als formloser Verbund mindestens zweimal im Jahr zum kollegialen Austausch und zur Projektarbeit.

zum Bild oben:
Ausstellung "Unterwegs: Adam J. Scarboroughs „The Democracy Machine“ auf Tour in deutschen Wissenschaftsstädten”
© Jerome Nguyen
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Veranstaltungstipps der Städtischen Museen Freiburg vom 23. bis 29. September
(Kalenderwoche 39)

Bitte beachten: Aktuelle Informationen zu Preisen stehen auf www.freiburg.de/museen-tickets. Tickets gibt es unter www.museen-freiburg.de/shop. Der Eintritt ist unter 27 Jahren, mit Freiburg-Pass und mit dem Museums-PASS-Musées frei.

Augustinermuseum

Kuratorenführung: Bellissimo!
Benjamin Rux, Kurator des Lindenau-Museums Altenburg, stellt bei einer Führung am Freitag, 27. September, um 17 Uhr im Augustinermuseum am Augustinerplatz die Bilderwelt der italienischen Malerei mit ihren leuchtenden Farben, technischen Raffinessen und motivischen Innovationen vor. Der Ausstellung „Bellissimo!“ zeigt Kunstwerke vom 13. bis ins frühe 16. Jahrhundert aus dem Lindenau-Museum Altenburg. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.

Haus der Graphischen Sammlung

Film: Roma
Zum Abschluss der Ausstellung „Giovanni Battista Piranesi: Vedute di Roma“ lädt das Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 32/34, am Sonntag, 29. September, um 19.30 Uhr zu einer Filmvorführung von „Roma“ im Kommunalen Kino im Alten Wiehre Bahnhof, Urachstraße 40, ein. Das von Regisseur Federico Fellini mit imponierendem Aufwand inszenierte Stadtporträt aus dem Jahr 1972 fasziniert in seiner Mischung aus Erinnerung und Gegenwart, Realität und Fantasie. Der Kino-Abend ist eine Kooperation mit dem Kommunalen Kino und kostet den normalen Kinoeintritt. Weitere Informationen unter www.koki-freiburg.de.

Museum für Neue Kunst
Führung: Modern Times
Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, lädt am Sonntag, 29. September, um 15 Uhr zu einer Führung durch die aktuelle Ausstellung „Modern Times“ ein. Otto Dix, George Grosz oder Hanna Nagel spiegeln in den gezeigten Arbeiten das Leben zwischen den Weltkriegen - geprägt von Armut und Reichtum, Kriegserlebnissen und rauschafter Partykultur, Streiks und politischer Radikalisierung. Zu sehen sind Werke vom Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit aus dem Lindenau-Museum Altenburg, ergänzt um Arbeiten aus der eigenen Sammlung. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt. Tickets gibt es im Online-Shop.

Museum Natur und Mensch

Führung: Mensch Macht Musik
Musik ist eine wichtige Quelle für Identität und Zugehörigkeit. Eine Führung am Dienstag, 24. September, um 17 Uhr durch die Ausstellung „Mensch Macht Musik“ im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, gibt Einblicke in die Macht von Musik. Interessierte erfahren, wie sowohl Regierungen und Herrschende als auch Unterdrückte sich ihre Kraft zu Nutze machen. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro plus Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.

Archäologisches Museum Colombischlössle

Workshop: Glänzend keltisch
Bei einem Workshop am Freitag, 27. September, von 14.30 bis 16.30 Uhr im Archäologischen Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, geht es für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren auf eine Entdeckungstour durch die Ausstellung „KeltenKids – Eine Reise in die Eisenzeit“. Anschließend werden die Zeitreisenden in der Bronzewerkstatt selbst kreativ. Unter Anleitung der Goldschmiedin Isabell Kollmer tordieren sie Armreife im keltischen Stil. Die Teilnahme kostet 10 Euro inklusive Materials. Tickets gibt es im Online-Shop.
 
 

Ausstellungstipp: Bernd Pfarr. KNOCHENZART
Knochenregen © Bernd Pfarr
 
Ausstellungstipp: Bernd Pfarr. KNOCHENZART
Bilder von Tieren und Engeln

Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst
bis zum 19. Januar 2025

Die neue Wechselausstellung im Caricatura Museum würdigt einen der bedeutendsten Künstler der Komischen Kunst: Bernd Pfarr. Die Werkschau konzentriert sich dabei auf die tierischen Aspekte in seinem Werk. Anlässlich der Neuauflage des Buchs „Engel und sonstiges Geflügel“ flankieren Engel die Pfarr’sche Fauna.

Bernd Pfarr wurde am 11. November 1958 in Frankfurt am Main geboren. Comics seiner Generation wie „Pit und Pikkoli“ oder auch „Fix und Foxi“ begeisterten ihn und animierten ihn zum Zeichnen. Zunächst pauste er ihre Helden ab, um sich den Stil seiner Vorbilder anzueignen. Schließlich wagte er sich an erste eigene ein- bis zweiseitige, mit Deckfarben kolorierte Comicgeschichten, die er in der Pfadfinderzeitung seines Vereins veröffentlichte.

Die Grundlagen des akademischen Malens und Zeichnens erlernte Bernd Pfarr als Oberstufenschüler beim Frankfurter Maler Hans-Ludwig Wucher. Seiner Empfehlung, er solle mit seinem Talent ein Studium an der Frankfurter Kunstakademie Städel in Erwägung ziehen, kam Pfarr nicht nach. Er entschied sich für ein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach – ohne ein konkretes Berufsziel zu verfolgen. Seine Abschlussarbeit, ein Büchlein namens „Ich liebe Dich“ über merkwürdige Beziehungen zwischen Männern und Frauen, fertigte er im Bereich Karikatur und Illustration beim Karikaturisten, Zeichner und Autor Peter von Tresckow an.

Gemeinsam mit den Zeichnern Volker Reiche und Winfried Secker gründete Pfarr 1978 das Underground-Comic-Magazin Hinz&Kunz, zu dem ab der zweiten Ausgabe auch der spätere Drehbuchautor und Regisseur Michael Gutmann stieß. Ohne Rücksicht auf kommerzielle Gesichtspunkte verstand Pfarr das Magazin als Versuchs- und Experimentierfeld, einerseits für seine Comicgeschichten, die sich eher im Mainstream bewegten, aber vor allem für seine abgründigen Geschichten gegen jede Pointe. Mit dem zweiten Titel des Magazins bewarb er sich erfolgreich bei Pardon und zeichnete hier vor allem für den Ableger Slapstick. Es sollte der Startschuss für viele Arbeiten für zahlreiche andere Publikationen wie Stern, Zeit, Kowalski oder Reformhaus-Kurier sein.

Platz im endgültigen Satiremagazin. Hier stellte er sich in die Tradition des Humors von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt und F.K. Waechter und entwickelte ihn in der Rubrik „Kolibri“, die ab 1978 in seine berühmteste Comic-Figur „Sondermann“ umbenannt wurde, weiter. Über 400 Sondermann-Comics und Strips zeichnete er bis zu seinem Tod, die er nach dem Vorbild des gleichnamigen ersten Verlegers der Titanic geschaffen hatte.

Großformatige und aufwendig gestaltete Cartoons, in Acryl auf Leinwand gemalt, erschienen von 1994 - 1999 wöchentlich im Zeit-Magazin. Zudem machte er sich einen Namen mit Buchillustrationen, Buchcover-Gestaltungen sowie Werbezeichnungen, u. a. für Autofirmen. 1999 erhielt er den Max und Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Comic-Zeichner.

Bernd Pfarr lebte mit seiner Frau Gabriele Roth-Pfarr und seinem Sohn Nico aus einer früheren Beziehung in Frankfurt am Main und in Südfrankreich. Er starb am 6. Juli 2004 nach langer Krebserkrankung in einer Kölner Klinik.

Noch im Todesjahr wurde zu Ehren Pfarrs und seiner wohl bekanntesten Comic-Figur „Sondermann“ der Kunstpreis „Bernd-Pfarr-Sondermann für Komische Kunst“ gegründet. Seit 2012 verleiht der 2010 gegründete Verein Sondermann e.V. den „Sondermann“-Preis an etablierte Künstler wie auch an Newcomer.

Das Caricatura Museum Frankfurt zeigte bereits 2008 zur Eröffnung des Museums am heutigen Standort eine Einzelausstellung. Unter dem Titel „Bernd Pfarr. Komische Welten“ beleuchtete die Ausstellung Pfarrs gesamte Schaffensphasen. Auch weiterhin sieht sich das Museum verpflichtet, das Werk und Andenken an Bernd Pfarr als bedeutenden Zeichner und Maler der Komischen Kunst zu bewahren: Seit 2013 bereichert die Steinskulptur der Cartoon-Figur „Sondermann“, ausgeführt von Andreas Rohrbach, den Nordpark in Bonames im Rahmen des Projekts „Komische Kunst im GrünGürtel“. 2021 erwarb das Museum ein Konvolut von 16 Gemälden und 75 Zeichnungen.

Bernd Pfarrs Arbeiten gehören zu den kanonischen Werken der Komischen Kunst. In ihrer Art und Ausführung sind sie singulär. Bernd Pfarr verstand es, seine Idealvorstellungen der Welt in seine Zeichnungen und Gemälde zu übertragen, die Wirklichkeit in Paralleluniversen zu übersetzen – mit ihren ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten. Seine Figuren, Mensch wie Tier, erzählen von alltäglichen Lebensgeschichten und Tragödien, nur selten lassen sie aktuelle Bezüge erkennen. Mit einem untrüglichen Sinn für das Komische im Grotesken folgt Pfarr in seinen Bildern seinem hehren Ziel, den Dingen, gar der ganzen Welt jegliche Realität auszutreiben. Akribisch studierte er Referenzbücher, nutzte selbst geschossene Fotos von Dingen, die ihn interessierten, und setzte sie nach ästhetischen Gesichtspunkten in seinen Bildern ein. Wesentliche Rolle spielten dabei weniger gegenständliche Details als vielmehr Farben, Formen, die Lichtführung oder einfach die Stimmung der Fotografie.

Während seine Werke in den 80er Jahren noch eine Zweckgebundenheit in ihrer Farbgebung aufweisen, sind gerade seine späteren Werke durch ein erhebliches Maß an Stilempfinden geprägt. Zu Recht wurde auf Bezüge zu Max Beckmanns Umrisslinien, Edward Hoppers Stimmungen und Henri Matisses Flachbildfiguren hingewiesen. Mit großer Sorgsamkeit mischte Pfarr seine Farben an, beschwor die Kolorierung der 50er Jahre herauf, der er konsequent treu blieb.

Das Werk Pfarrs ist durchzogen von Gegensätzlichkeit, in der sich die urkomische Wirkung entfaltet. Inhalt und Ästhetik konterkarieren sich ebenso wie das Text-Bild-Verhältnis. Ernste, ästhetisch schöne Bilder treffen auf spöttelnden, witzigen Text. Skurril humoristische Bildwelten auf erhabene Sprache. Pfarr spielt mit den Erwartungshaltungen der Leser, Erhabenes trifft auf Gewöhnliches, Gewöhnliches auf Erhabenes – das macht den Reiz seiner Bilder aus.

Die neue Ausstellung „Bernd Pfarr. KNOCHENZART. Bilder von Tieren und Engeln“ konzentriert sich auf die tierischen Aspekte in Pfarrs Werk – darunter Hunde, Katzen, Krokodile. Auch die Comic-Serie „Alex der Rabe“, die Pfarr bis 2003 für den Reformhaus-Kurier zeichnete und nun erstmals in einer Gesamtausgabe erschienen ist, findet Eingang in die Comic-Auswahl der Ausstellung. Passend zum neuaufgelegten Titel „Von Engeln und anderem Geflügel“ flankieren himmlische Wesen die tierischen Helden.

Caricatura Museum Frankfurt - Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 30161
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SACHLICH NEU
© Robert Häusser – Robert-Häusser-Archiv / Curt-Engelhorn-Stiftung, Mannheim
 
SACHLICH NEU
Foto-Ausstellung zum Jubiläum „100 Jahre Neue Sachlichkeit“

2025 jährt sich die legendäre Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ zum 100. Mal. Aus diesem Anlass präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen mit dem Forum Internationale Photographie die Sonderausstellung „SACHLICH NEU“. Die Schau zeigt vom 22. September 2024 bis 27. April 2025 eindrucksvolle Werke der beiden wichtigsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit: August Sander (1876-1964) und Albert Renger-Patzsch (1897-1966). Ihre Inkunabeln der 1920er- und 30er-Jahre treten dabei erstmals in einen spannenden Dialog mit Foto-Ikonen des international preisgekrönten Fotografen Robert Häusser (1924-2013). Zugleich feiern die Reiss-Engelhorn-Museen mit der Präsentation auch dessen 100. Geburtstag und vereinen zwei Jubiläen in einer Schau.

Die Ausstellung stellt faszinierende Korrespondenzen zwischen den Fotografien der drei Künstler her und konzentriert sich auf die Themen „Porträt und Menschendarstellungen“, „Industrie und Menschen bei der Arbeit“ sowie „Landschaftsräume“. Darüber hinaus geben die rund 120 gezeigten Bilder umfangreiche Einblicke in die verschiedenen Werkphasen der drei Protagonisten.

Entscheidend für das Lebensgefühl der Weimarer Republik war die Erfahrung des Ersten Weltkrieges und dessen wirtschaftliche und soziale Misere. Die Zerrissenheit jener Jahre voller Umbrüche und Gegensätze führte zu Ernüchterung. Auch die Kunstschaffenden waren auf der Suche nach neuen Inhalten und Ausdrucksmöglichkeiten. Sich abgrenzend vom emotionalen und phantasievollen Expressionismus strebten sie nach Klarheit und Objektivität. Anstelle einer atmosphärisch pittoresken, gefühlsbetonten Bildsprache rückte die Abbildung der nüchternen und ungeschönten Wirklichkeit in den Vordergrund. Für diese neue Stilrichtung prägte Gustav Friedrich Hartlaub, der damalige Direktor der Mannheimer Kunsthalle, den epochemachenden Begriff „Neue Sachlichkeit“.

Dieser neue sachliche Blick auf die Welt dominierte nicht nur die Malerei, sondern spiegelte sich auch in anderen Kunstgattungen wie Grafik, Architektur, Design und Literatur wider. Gerade die in ihren Anfängen als technoides und „seelenloses“ Medium in der Kunst abgelehnte Fotografie vermochte die Realität möglichst unmittelbar und ungeschönt einzufangen. Mit einer Vorliebe für klare Kompositionen, ungewöhnliche Perspektiven und messerscharf herausgearbeitete Details wurden Menschen, Natur, Städte, Industriebauten und Alltagsgegenstände dokumentiert. Neue Möglichkeiten eröffneten zudem Innovationen wie Kleinbildkameras und Rollfilme, die in den 1920er Jahren auf den Markt kamen und die Fotografie revolutionierten.

Zwei Pioniere der Neuen Sachlichkeit in der Fotografie waren August Sander und Albert Renger-Patzsch. Mit seinem breit angelegten enzyklopädischen Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ gilt August Sander als Chronist seiner Zeit. Dank exakter Beobachtung gelang es ihm, ganz unterschiedliche Menschen als Repräsentanten ihres Berufsstandes oder ihrer Gesellschaftsschicht zu porträtieren – von Politiker und Arzt über Sekretärin und Konditormeister bis zu Gymnasiastin und Kohleträger. Während bei ihm der Fokus auf Porträts lag, wirkte Albert Renger-Patzsch mit seinen Landschaftsbildern und Stillleben stilbildend. Vor allem seine Sachaufnahmen von Fabrikanlagen, Zechen, Maschinen und Brücken inspirierten nachfolgende Fotografen-Generationen. Mit seinem 1928 erschienenen Buch „Die Welt ist schön“ schuf er ein fotografisches Manifest der Neuen Sachlichkeit.

Ausgewählte Werke von Sander und Renger-Patzsch stehen in der Ausstellung „SACHLICH NEU“ Aufnahmen von Robert Häusser gegenüber. Häusser wurde in die Zeit der Weimarer Republik hineingeboren, seine Bilder entstanden jedoch deutlich später, ab den 1940er Jahren. Die Motive sind in ihrer Klarheit auf das Wesentliche reduziert und zeigen eindeutige Bezüge zum Stil der Neuen Sachlichkeit. Häussers ähnliche Themenwahl so wie auch sein Schaffen waren geprägt von den einschneidenden Erfahrungen des Krieges – in seinem Fall des Zweiten Weltkrieges. Bei allen Parallelen zeigen seine Porträts, Landschaft- und Industrieaufnahmen aber eine ganz eigene Handschrift, die zugleich eine Nähe zum Surrealismus und Magischen Realismus aufweist. Neben dem auf dem ersten Blick Offensichtlichen schwingt bei ihm auch immer etwas Hinter- und Abgründiges mit. Häusser wurde so zum Vorreiter der Nachkriegsfotografie, zum Klassiker der Moderne und zu einem wichtigen Vertreter einer subjektiv-fotografischen Richtung.

Das Projekt wird ermöglicht durch die großzügige Förderung der Bassermann-Kulturstiftung Mannheim. „SACHLICH NEU“ ist ein besonderer Beitrag zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Neue Sachlichkeit“ und flankiert eine große Sonderausstellung in der Kunsthalle Mannheim. Aus diesem Anlass wurde das Netzwerk „Die 1920er-Jahre in Mannheim“ ins Leben gerufen, an dem sich zahlreiche Partner mit Veranstaltungen und Aktionen beteiligen.
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