lesen-oder-vorlesen.de
Mittwoch, 22. November 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


HörBar

 
HörBAR: »Birding Babylon« Lebenszeichen eines Naturforschers in Uniform
»Ich hoffe, ich werde eines Tages in den Irak zurückkehren, nur mit Fernglas und Kamera bewaffnet. Vielleicht werde ich mit einem irakischen Freund die Wüste abfahren, die Flusstäler, die Marschen und die Berge, auf der Suche nach Vögeln, die ich noch nicht gesehen habe. Wir werden darüber sprechen, wie herrlich es ist, ohne Zäune zu leben und dorthin zu gehen, wo die Vögel sind. Wie nah oder fern diese Zukunft auch sein mag, ich weiß, die Vögel werden warten.« Jonathan Trouern-Trend

Birding Babylon zeigt ein Land im Krieg, wie wir es nie kennen gelernt haben: Als Jonathan Trouern-Trend, Biologe und seit seiner Jugend leidenschaftlicher Vogelbeobachter, als Mitglied einer US-amerikanischen Sanitätseinheit im Februar 2004 in den Irak abkommandiert wird, beschließt er, ein Internet-Tagebuch zu führen, das über die fremde Tier- und Pflanzenwelt Auskunft geben soll. Die Einträge auf birdingbabylon.blogspot.com werden zu Lebenszeichen eines Naturforschers in Uniform. Wann immer er neben seinen Armeeeinsätzen Zeit findet, beobachtet er Vögel; nahe Bagdad, in Mosul, am Tigris und in den Ruinen von Babylon, bunt gefiederte Eisvögel und Turmfalken in Schutthaufen. Und die oft nur kurzen, während der knappen dienstfreien Minuten notierten Einträge haben in ihrer Beharrlichkeit, Präzision und Ruhe etwas Bestürzendes und »wir begreifen, dass für den Autor in der Auseinandersetzung mit der Natur eine existentielle Notwendigkeit liegt; ... Die kontinuierliche Naturbeobachtung wird als zivilisatorischer Akt erkennbar, während ringsum die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei verwischt.« (Marcel Beyer)

Aus den Blog-Einträgen des vogelverrückten Soldaten ist schließlich unter dem Titel »Birding-Babylon. Tagebuch eines Soldaten im Irak« ein Buch entstanden, das 2009 im Berlin-Verlag erschienen ist. Marcel Beyer und Iris Drögekamp haben den Stoff 2010 für SWR und NDR in ein Hörspiel verwandelt.

Eine Veranstaltung vom Literaturbüro Freiburg, dem Kommunalen Kino Freiburg und dem SWR 2, mit freundlicher Unterstützung des Berlin-Verlags für die Genehmigung der Rechte.

am Do 17.03. | 20.00 Uhr
HörBAR | Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 5 bzw 4 €
 
 

 
HörBAR | Audioweg Gusen - das unsichtbare Lager
Mit dem Hörstück „Audioweg Gusen - das unsichtbare Lager“ (Deutschlandfunk 2009) präsentiert die HörBAR einen akustischen Gang durch ein ehemaliges Konzentrationslager in Oberösterreich. Realisiert wurde das Werk von Autor Christoph Mayer und dem freien Produzenten Andreas Hagelüken, die den Abend am 17.2.11 im Alten Wiehrebahnhof mitgestalten werden.

Nicht ohne Grund verlieh Christoph Mayer seinem Kunstprojekt über das Leben auf dem Gelände der ehemaligen österreichischen Konzentrationslager Gusen I und II diesen Untertitel. Obwohl das KZ Gusen in seiner Bedeutung mit Lagern wie Buchenwald und Mauthausen vergleichbar ist, wurde es in eine beschauliche Wohnsiedlung verwandelt und im öffentlichen Bewusstsein weitgehend ausgeblendet. Erst 2007 wurde der AUDIOWEG GUSEN im Beisein von KZ-Überlebenden und Zeitzeugen eröffnet und das Angebot seitdem von über 5000 Besuchern wahrgenommen. Wie es dort früher zuging und auch wie es sich heute mit einem solchen Vermächtnis am selben Ort lebt, fragten Christoph Mayer und Andreas Hagelüken mit ihrem multiperspektivisch angelegten Projekt. So ist aus dem »Audioweg« ein Hörstück geworden, das Elemente der Erinnerungskultur aufarbeitet, Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Dabei kamen die Urheber ohne jeden begleitenden Kommentar aus und präsentieren somit schließlich eine besondere Art des Umgangs mit Geschichte.

Christoph Mayer wurde 1975 in Linz in Oberösterreich geboren. Er studierte Kunst in Berlin und Wien und widmet sich vor allem Projekten zu experimentellem Tanz, Rauminstallationen und allgemein transdisziplinären Kunstprojekten. Andreas Hagelüken, geb. 1963, lebt und arbeitet als Funkautor, Produzent und freier Journalist in Berlin und Freiburg. Er hat bereits zahlreiche experimentelle Hörspiele produziert und wurde unter anderem 1992 für sein Projekt »Musik in Konzentrationslagern« ausgezeichnet.

Do 17.02. | 20.00 Uhr
HörBAR | Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof | Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 5/4 EUR
 
 

 
Die HörBAR feiert den Geburtstag der Kunst
Montag, 17. Januar 2011 | HörBAR | Art’s Birthday

20.00 Uhr | Hörspiel | Raymond Federman: My body in 9 parts | DLR 2008 | Prix Italia 2008.

Zu seinem 80sten hat Federman "Body art" geschrieben: in 9 Schritten zoomt er auf sein Haar, die Nase, die Zehen oder den Nabel - eine ironische vielstimmige Körperbiografie. Federman als Performer tritt im Zusammenspiel mit den Musikern und der Übersetzerstimme hervor.

ab 21 Uhr | Party im Alten Wiehrebahnhof

– der Bezug zur Bildenden Kunst steht dieses Jahr im Vordergrund. Nicoletta Torcelli bietet in einem Beitrag Informationen und Bilder zur FLUXUS-Bewegung. Dazu als Live-Stream ein Event aus dem ZKM Karlsruhe: SWR2 organisiert im Medientheater des ZKM ein vierstündiges Live-Konzert mit To Rococo Rot, die Gruppe bezieht sich in ihrem Act auf das Buch Grapefruit von Yoko Ono. Auch die deutsch-schweizerische Medienkunstgruppe "Institut für Feinmotorik" wird mit von der Party sein.

Der Geburtstag der Kunst wird am 17. Januar 2011 gefeiert , in Gedenken an den Fluxus-Künstler Robert Filliou. Der behauptete 1963, dass exakt vor 1 Million Jahren die Kunst geboren worden sei, um präzise zu sein, am 17. Januar, seinem eigenen Geburtstag. Zur Geburtsstunde der Kunst ernannte Filliou ein fiktives, zufälliges Ereignis, nämlich »als jemand einen trockenen Schwamm in ein Gefäß voll Wasser fallen ließ« , und bemerkte dazu selbstironisch: »bescheidene Anfänge, aber schaut uns heute an.« 10 Jahre später feierte er mit einer öffentlichen Party in der Neuen Galerie Aachen den 1.000.010. Geburtstag der Kunst. Seit Fillious Tod im Jahr 1987 führen Künstler weltweit im Sinne von dessen Konzept der Kunst als »Eternal Network« oder »Fête permanente« den »Art’s Birthday« fort: Mit »mailart«, Fax und »slow scan tv events«.

Die Ars Acustica Group der European Broadcast Union (EBU) feiert seit 2004 mit: Über die EBU-Satellitenkanäle »Verdi« und »Ravel« werden akustische Geschenke zwischen den international beteiligten Radiostationen ausgetauscht. Beteiligte Spielorte, die alle live senden, u.a. Belgrad, Helsinki, Berlin, Bratislava, Madrid, Stockholm, Ljubljana, Prag, Brüssel, Zagreb, Hilversum, Karlsruhe, Dublin und Wien. Zu der Frage, wie Pop-Kultur und Pop-Musik in der Zukunft klingen könnten, beziehen Musiker, Klangkünstler und Komponisten aus ganz Europa Stellung. Das Ergebnis wird eine live gesendete „tour de force« der Klänge und Musiken sein.

To Rococo Rot ist ein Post-Rock Trio aus Berlin, welches 1995 von Stefan Schneider (E-Bass, zu der Zeit auch bei Kreidler) sowie den Brüdern Ronald (Gesang, Schlagzeug, Samples) und Robert (E-Gitarre, Samples) Lippok gegründet wurde. Der Bandname ist ein Palindrom, d. h. er kann sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen werden. Das Debütalbum .cd wurde 1996 durch das Berliner Indie Pop/Electro-Label Kitty-Yo veröffentlicht. Schon 1997 folgte das nächste Album, Veiculo, mit dem die Band zum englischen City Slang-Label wechselte. 1999 wechselte die Band zu Mute Records und das Album The Amateur View wurde veröffentlicht, gefolgt durch Music Is a Hungry Ghost und Kölner Brett im Jahr 2001, Hotel Morgen im Jahr 2004 und Taken from Vinyl im Jahr 2006.

Institut für Feinmotorik (IFF) ist eine aus Marc Matter, Mark Bruederle, Daniel van den Eijkel, Florian Meyer und zeitweilig Melani Wratil bestehende, deutsch-schweizerische Medienkunstgruppe, die ihren Schwerpunkt im Bereich akustische Kunst und Musik hat. Die 1997 gegründete Gruppe wurde vor allem durch ihr Album „Penetrans“ von 2002 bekannt, das vollständig mit präparierten Schallplattenspielern eingespielt wurde und einen Sound zwischen Clicks & Cuts und Minimal Techno präsentierte. Neben zahlreichen Tonträgern hat das IFF auch Videos, Fotografien, Bücher sowie theoretische Schriften publiziert und multimediale Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert.

Mo 17.01. | 20.00 Uhr | HörBAR | Galerie | Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5/4 EUR
 
 

 
HörBAR | Raskolnikov
Freiburger Übersetzerinnen und Übersetzer gedenken im Rahmen der morgigen HörBAR in einer Lesung ausgewählter Texte ihrer jüngst verstorbenen Kollegin und berühmten Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier.

In »Verbrechen und Strafe/Schuld und Sühne« erzählt Fjodor Dostojewski die Geschichte des Studenten Rodion Raskolnikov, der eine Pfandleiherin ermordet hat und sich, ohne des Verbrechens überfuhrt zu sein, zu seiner Tat bekennt. Doch »der Raskolnikov dieses Hörspiels ist nicht der Raskolnikov des Romans«, bemerkt Leopold Ahlsen zu seiner Hörspielbearbeitung. »Vor allem sind seine Motive nicht nur die des Buches. Hier wird dem Hörer eher ein 'Ausschnitt aus Dostojewski', als speziell eine Dramatisierung von ‚Schuld und Sühne’ vorgestellt. Ein solches synoptisches Verfahren kann hier angewendet werden, weil das Gesamtwerk dieses Dichters eine Einheit bildet wie sonst das keines anderen Autors der Weltliteratur.« Die Hörspielbearbeitung von Leopold Ahlsen mit Oskar Werner als Raskolnikov wurde 1962 vom Bayrischen Rundfunk in Koproduktion mit Hessischem Rundfunk und Südwestfunk produziert und wird am Do, den 2.12.10 in der HörBAR, einer Kooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunalem Kino und SWR2, präsentiert.

Do 02.12. um 20.00 Uhr
HörBAR im Kinosaal, Alter Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg Eintritt: 5 / 4 EUR
 
 

 
Zum 80. Geburtstag der Schweizer Schriftstellerin und Künstlerin Erica Pedretti
HörBAR

Anlässlich ihres 80. Geburtstags widmet die Veranstaltungsreihe HörBAR einen Abend der renommierten Schweizer Autorin Erica Pedretti. Präsentiert werden die drei Hörspiele »Badekur« (SWR 1971), »Kaninchen« (SWR 1972) und »Catch as Katz can« (DRS 1972). In Beckettscher Modernität mischt die Autorin in diesen Stücken Motive aus Musik, Poesie und Erzählung. Thema ist die Entfremdung und Vereinzelung. So spielt »Badekur« in einem Kurort, in einem kleinen Hotel. Die inneren Monologe aller Figuren werden als Geraune der Anderen in dieser kleinen Gesellschaft mehrstimmig überlagert und rhythmisiert hörbar. Im Hörstück »Kaninchen« steht die Zoologie der Tiere in Relation zu den Personen, die mit ihnen in Berührung kommen; Kindheitserinnerungen und Traumerlebnisse werden mit sozialen und genetischen Strukturen in einen Zusammenhang gebracht. In »Catch as Katz can« bewegen wir uns in einem bedrängend labyrinthischen Laden für Künstlerbedarf, in dem ein Maler inmitten von Farben, Gerüchen und französischen Satzfetzen tätig ist. Plötzlich tauchen Katzen auf, eine Erzählung bricht ein und ein eher unappetitliches Abendessen wird angerichtet... Wie in »Kaninchen« verwischt die Perspektive zwischen Menschen und Tieren, und es »catchen« die Katzen. Eine Allegorie auf den Alltag des modernen Menschen (und Künstlers).

Eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino, SWR2 und dem Zentrum für Anthropologie und Gender Studies.

am Do 11.11. um 20.00 Uhr
im Kinosaal, Alter Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 5 € /4 €
 
 

 
Prelistening "Sinti-Jazz" SWR-Radio-Tatort von Hugo Rendler
Donnerstag, 14. Oktober 2010, 20 Uhr
in Breisach, Neutor-Buchhandlung, Neutorstraße 29, 79206 Breisach

Nach dem Prelistening Podiumsdiskussion mit dem Autor Hugo Rendler, der SWR-Krimi-Dramaturgin Uta-Maria Heim und dem Regisseur Mark Ginzler

Eintritt frei
 
 

 
Präsentation des preisgekrönten Stücks: "Ohne Ort und Jahr"
HörBAR: KARL-SCZUKA-PREIS 2010 AN OSWALD EGGER UND IRIS DRÖGEKAMP

Die HörBAR im Oktober steht im Zeichen des Karl-Sczuka-Preises 2010, der jährlich an die beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt, verliehen wird. Zwei Tage nach der Preisverleihung bei den Donaueschinger Musiktagen präsentieren die Preisträger ihre Werke im Rahmen der Freiburger HörBAR. Der Autor Oswald Egger und die Regisseurin Iris Drögekamp erhalten den Karl-Sczuka-Preis 2010 für Hörspiel als Radiokunst und werden für das Radiostück Ohne Ort und Jahr ausgezeichnet. Der diesjährige Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro wird an den koreanischen Autor Sung Hwan Kim und den amerikanischen Musiker David Michael DiGregorio für ihre Produktion "One from In the Room" vergeben.

„Das Hörstück Ohne Ort und Jahr des Dichters Oswald Egger setzt die zeitliche Linearität der Sprachfolge durch gegenläufige Textspuren und Satzinseln außer Kraft. Die Regisseurin Iris Drögekamp komponiert daraus einen fünfstimmigen poetischen Raum, in dem sich ‚Wort für Wort’ imaginative Prozesse entzünden: Aus wuchernden Wortschätzen entsteht suggestives sprachliches Geschehen von großer Sinnlichkeit. Oswald Egger und Iris Drögekamp ist mit Ohne Ort und Jahr ein beglückendes Hörwerk gelungen“, urteilte die Jury.

Die HörBAR ist eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino und SWR2.

Mo 18.10. um 20.00 Uhr im Kinosaal
Alter Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 5 € / 4 €
 
 



Seite 1 2 3 4 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger