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Mittwoch, 22. November 2017
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Buchtipps

Buchtipp: Andreas Winkelmann
 
Buchtipp: Andreas Winkelmann "Der Gesang des Blutes"
Thriller

Die eigenen vier Wände auf dem Land: für Kristin und Tom geht ein Traum in Erfüllung. Doch die junge Mutter beschleicht von Anfang an ein ungutes Gefühl. Das alte Haus ist ihr unheimlich. Als Tom kurz nach dem Einzug überraschend stirbt, werden Kristins Ängste von Tag zu Tag schlimmer. Sie hört Stimmen, und nachts träumt sie von einer Gestalt, über die man im Dorf spricht: von einem Scherenschleifer, der hier vor langer Zeit eine Frau getötet haben soll. Kristin glaubt, langsam verrückt zu werden. Die Dorfbewohner raten ihr, das neue Heim so schnell wie möglich zu verlassen. Sie entschließt sich, zu bleiben …

Rowohlt Verlag 2013, 288 Seiten, EUR (D) 9,99, (A) 10,30 / sFr 14,90
ISBN: 978-3-499-26666-9
 
 

Buchtipp: Günther Dressler
 
Buchtipp: Günther Dressler "Sprach-Ausflüge rund ums Parken"
Einen Parkplatz im Stadtzentrum finden, das ist allzu oft ein Geduldsspiel. Ein Spiel im günstigsten Fall, mitunter auch eine Zerreißprobe. Betrachten wir den Normalfall: Zwei Parkplatzsuchende weisen einander zwar nicht höflich die Vorfahrt, gehen aber auch nicht gleich im Zorn aufeinander los.

Doch die Geschichte gibt nur den Plot ab für ein Spiel mit der Sprache. Angelehnt an die "Stilübungen Autobus S" (Exercises de style) von Raymond Queneau, 1947 bei Gallimard in Paris erschienen, von Suhrkamp 1961 in deutscher Übersetzung herausgebracht. Eine höchst banale Begebenheit, wiedergegeben in 98 sprachlichen Variationen: „… einem Reaktionär und einem Engländer in den Mund gelegt, beleidigend und dilettantisch, bayerisch und preziös, im Jugendstil und im Küchenlatein vorgebracht.“, wie Hans Magnus Enzensberger im Vorwort schrieb.

In den "Sprach-Ausflügen rund ums Parken" eine ähnlich banale Geschichte. Der Fahrer einer Limousine schnappt dem Fahrer eines Kleinwagens den Parkplatz vor der Nase, sprich: vor der Motorhaube weg. Es folgt ein Disput: Warum? Darum! In rund 30 Variationen dargestellt: lapidar und weitschweifig, friedferdsch und politisch korrekt, bildhaft und übellaunig, vollkrass und märchenhaft, als Zeugenaussage, als Filmdrehbuch, juristisch. Lustvoll übertrieben, oh ja, aber doch auch mit Fingerzeig auf so manche Floskel, die es bis in die seriöseren Talkshows geschafft hat und sich sozusagen als wahnsinnig resistent erweist gegen mancherlei Sprachkritik.

Dann die mundartlichen Varianten. Geschrieben von sächsischen, schwäbischen und berlinischen Muttersprachlern. Ein wenig schimmert sie durch, die Mentalität dieser deutschen Stämme. Auch ein Kalifornier, auf Deutschland-Besuch, lässt sich in der Sache vernehmen: „The little guy is quick to pin something on those who are better off.“

An der Jugendsprache kommt der Autor der "Sprach-Ausflüge" nicht vorbei. Nicht weil er sich für eine „vollreale“ Quelle hielte, sondern weil ihn diese Ausdrucksform, hier in effektvoller Vokabeldichte, einfach belustigt. Wie schreibt doch Hermann Ehmann in seinem „Lese-Teil“ Endgeil, dem Jugendsprache-Lexikon: „Denn Sprache soll Spaß machen und zu Kreativität animieren.“

Die Sprach-Ausflüge enden mit einem Abstecher ins Juristische. Und wir wissen nun: Nach der Straßenverkehrsordnung gilt – wie auch sonst meist im Leben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Books on Demand 116 Seiten, EUR 7,90 (D)
ISBN 9783732236053
 
 

Buchtipp: Hans-Ullrich Krause und M. Pa. Winckelkopf
 
Buchtipp: Hans-Ullrich Krause und M. Pa. Winckelkopf "Ostkreuz"
S-Bahn-Chaos in Berlin-Friedrichshain: Ein Sprengstoffanschlag am Bahnhof Ostkreuz lässt den Verkehr für Stunden zusammenbrechen. Es hat einen Toten gegeben. Wer war der Mann, der leblos im Gleisbett gefunden wurde? Und was hat es mit der unscheinbaren Figur auf sich, einem Engel aus Porzellan, der in der Nähe des Toten gefunden wurde? Kommissar Martaler und seine Kollegin Sabrina Zielinski vom Staatsschutz nehmen die Ermittlungen auf – getrieben von der Ahnung, dass dem ersten Anschlag ein weiterer folgen könnte …

Bebra Verlag 2013, 284 Seiten, EUR 9,95
ISBN 978-3-89809-530-3
 
 

Buchtipp: Jamaica Kincaid
 
Buchtipp: Jamaica Kincaid "Damals, jetzt und überhaupt"
Die Sweets - Mutter, Vater, zwei Kinder - leben in einem Städtchen in Neuengland, wo auf den ersten Blick alles beschaulich erscheint. Mrs Sweet kam einst von einer Karibikinsel »auf einem Bananendampfer ins Land«. Mr Sweet, ein wenig erfolgreicher Komponist, wuchs in New York in einem grossbürgerlichen Haushalt auf. Diese Unterschiede entwickeln Sprengkraft, und die Zeit macht die Gefühle brüchig. Im Strom der Erinnerungen schiesst Unausgesprochenes empor. Mr Sweet hasst das Landleben - und in seinen Fantasien sieht er den abgetrennten Kopf seiner Frau auf der Arbeitsplatte liegen. Mrs Sweet ahnt schon, dass er sie verlassen wird. In die Liebe zu ihren Kindern mischt sich der Vorwurf, dass sie ihr das Leben geraubt haben. Jamaica Kincaid erzählt vom schwierigen Miteinander und allmählichen Auseinanderbrechen einer Familie. Sie scheut sich nicht, in die Abgründe der Seele zu leuchten, und sie kreist ein, was die Zeit mit den Menschen anstellt.

Unionsverlag 2013, 224 Seiten, EUR 19,95 / sFR 28,90
ISBN 9783293004627
 
 

Buchtipp: Roland Bleimaier
 
Buchtipp: Roland Bleimaier "Der Detektiv"
Er ist stets unauffällig gekleidet, verbringt ganze Tage und Nächte im Auto und hat es fast immer mit Kriminellen zu tun. Ausgebildet von ehemaligen MAD-Offizieren und GSG9-Instrukteuren arbeitet Roland Bleimaier mittlerweile seit fast dreißig Jahren als Detektiv und Personenschützer.

Ohne Trenchcoat, Pfeife und Zeitung mit Guckloch liegt er auf der Lauer, verhindert und deckt Diebstähle auf, sammelt Beweise bei Stalking und anderen Bedrohungen oder arbeitet in der Abwehr von Betriebsspionage. Jetzt berichtet der 53-jährige Pfälzer von seinen skurrilen und spektakulärsten Fällen. Er erzählt von Mitarbeitern, die ihren Arbeitgeber systematisch bestehlen, von eifersüchtigen Ehefrauen, die ihren Mann ausspionieren lassen oder von einer Tschechin, die einen Schweizer Millionär erpresste, von einer afrikanischen Ladendiebin, die ihn mit einem Voodoo-Tanz verfluchen wollte oder von einem Benzindiebstahl im Warenwert von 250.000 Euro. Amüsant wird es, wenn er beauftragt wird, der Abiturientin heimlich auf den Australientrip zu folgen, weil die Eltern sich so große Sorgen machen. Peinlich, wenn Bauarbeiter sich über Wochen krank schreiben lassen, um zuhause an der Errichtung des Eigenheims zu arbeiten. Und tragisch, wenn der Ehemann nur schnell mal Zigaretten holen will und spurlos verschwindet. Roland Bleimaier hat in den letzten Jahren über 3.000 Ladendiebe gestellt und als Zeuge bei 180 Gerichtsverhandlungen gesprochen. Da ist es nicht verwunderlich, dass er für sein Buch aus einem riesigen Fundus von spannenden, haarsträubenden und kuriosen Geschichten schöpfen kann.

Einige hat er bereits der SWR Landesschau erzählt. Sehen Sie selbst und klicken unten auf "mehr"

Knaur Verlag 2013, 272 Seiten, EUR 8,99
ISBN: 978-3-426-78594-2
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 Buchtipp: Peter Waldbauer
 
Buchtipp: Peter Waldbauer "Der Bestattungsratgeber"
Viele Menschen fühlen sich hilflos und sind überfordert, wenn sie die Bestattung eines Angehörigen in die Hand nehmen müssen. Manche Bestattungsunternehmen nutzen die Trauer aus und versuchen Angehörige zu übervorteilen.
Der Ratgeber will in Bestattungsfragen sensibilisieren und zeigt konkret, wie sich Angehörige vor unseriösen Anbietern schützen und Betrugs- und Kostenfallen umgehen können.

Die zahlreichen Hinweise sind übersichtlich gestaltet und führen kompetent, sicher und erfolgreich durch den Ablauf eines Sterbefalls. Sie beginnen mit der ärztlichen Totenbescheinigung, reichen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bestattungsarten, die Auswahl des richtigen Bestatters, die Überführung, die Versorgung, die Trauerfeier, die zahlreichen Fremdleistungen, bis hin zu Grabmal, Grabpflege und Haushaltsauflösung.
Das Buch enthält einen umfangreichen Serviceteil mit Checklisten (z.B. Dokumentenmappe, Maßnahmen im Todesfall, Kosten einer Bestattung, Übersicht über Qualitätssiegel u.a.).

Der sehr ausführliche und kommentierte Adressenteil von Anbietern in der Bestattungsbranche sowie das Webseiten-Verzeichnis bieten dem Leser ein Nachschlagewerk, welches die eigene Recherche weitgehend überflüssig macht.

Brandes & Apsel Verlag 2013, 244 Seiten, EUR 19,90
ISBN 978-3-95558-032-2
 
 

Buchtipp: Clementine Skorpil
 
Buchtipp: Clementine Skorpil "Gefallene Blüten"
Shanghai 1926. Die europäischen Kolonialherren haben die Stadt in Verwaltungszonen aufgeteilt. Fabriken schießen aus dem Boden, Triaden beherrschen die Straßen, der Opiumhandel blüht. Da trifft eine ehrwürdige alte Frau vom Lande ein, um nach ihrer verschollenen Enkelin zu suchen. Die Spur führt zu den Kurtisanenhäusern, ins Reich der »wilden Hennen« von Shanghai, doch dann verliert sie sich plötzlich. Hängt das Verschwinden der schönen Pflaumenblüte mit dem ermordeten Komprador Liu Er zusammen? Die starrköpfige Großmutter lässt nicht locker. Sie betraut einen aufmüpfigen Studenten mit Nachforschungen und legt sich dabei arglos mit mächtigen Widersachern an …

Argument Verlag 2013, 320 Seiten, EUR 12,40
ISBN 978-3-86754-212-8
 
 

Buchtipp: Jérome Ferrari
 
Buchtipp: Jérome Ferrari "Balco Atlantico"
Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac

Korsika. Ein Dorf. Eine Bar. Und aus nächster Nähe werden des Nachts dem jungen Nationalisten Stépahne Campana zwei Gewehrkugeln in den Leib gejagt. Seine Geliebte, Virginie Susini, klammert sich völlig nackt an seinen blutigen Leichnam, trauriges Abbild ihrer ungleichen, ebenso mythischen wie heilig naiven Liebe zu ihm. Vincent Leandri, Kopf der Untergrundbewegung, verliert in der Monotonie seines Lebens jeglichen Grund zur Freude. Er wird zu spät begreifen, dass Rache nichts wiedergutmacht, sondern nur zum endlosen Pulsschlag lähmender Sinnlosigkeit gehört. Und Hayet, die schöne marokkanische Kellnerin der Bar, sie eröffnet uns voller Trauer mit ihrer ruhigen Erzählung über ihrem ermordeten Bruder Khalet die Aussicht auf Güte: In ihr bewahren wir die Hoffnung auf Liebe, trotz der Ohnmacht gegenüber unserer rätselhaften Wirklichkeit, die wir selbst produzieren, aber unser Schicksal nennen.

Jérôme Ferrari zeigt, wie sich der Menschen Hoffnung auf Liebe und Glück in Desillusionierung verkehrt und bittere Einsamkeit. Mit seinem scharfen Humor blickt er in die Abgründe unserer Existenz, ohne seine Figuren bloß zu stellen. Es ist die Kraft seiner von der Kritik hoch gelobten Sprache, die durch den Irrwitz der menschlichen Lebenswege führt und voller Empathie den Willen zum Leben feiert. Ein unvergessliches Leseerlebnis!

Secession Verlag 2013, 174 Seiten, EUR (D) 19.95, (A) 20,60 / sFR 27.90
ISBN 978-3-905951-24-0
 
 



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