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Buchtipps

 
Buchtipp: Eva Rosenkranz "Überall ist Garten"
Hommage an den Eigensinn der Natur – und ihre zärtliche Gleichgültigkeit

Natur ist in, Natur ist politisch, Natur ist in die Schlagzeilen zurückgekehrt. In »Überall ist Garten« durchstreift Eva Rosenkranz die Jahreszeiten als Natur- und Lebensrealität. Im gärtnerischen wie im umwelt- und gesellschaftspolitischen Sinn wirft sie den Blick aus den Gärten in die Welt. Dabei stellt sie Haltungen in den Mittelpunkt, die im Garten ihren Nährboden finden und für das Leben wappnen können: Gelassenheit und Widerspruchsgeist, Empathie und Eigensinn, Geduld und Glück.

»Gärten sind nützlich und fruchtbar, wirklich und nüchtern, sie sind Nahrung und Ernährer, aber gleichzeitig Überfluss und Luxus, Schönheit und Schmuck, Entzücken und Rausch; Brot und Spiel, Mühe und Erholung, Existenz und Freiheit in einem« (Dzevad Karahasan). Zwischen solchem Wissen bewegt sich dieses Buch. Es sammelt zauberhafte Momente und berichtet aus der Gefahrenzone.

Ihr neues Buch »Überall ist Garten. Zufluchtsort zwischen Lebenskunst und Überleben«, das im oekom verlag erscheint, flaniert zwischen Sinnlichkeit und Regenwurm, Verlust und Zuversicht, Utopie und Paradiesvogelschiss. Es porträtiert den enttäuschenden Januar, den verspielten April, den rauschhaften Oktober – und streift dabei Themen wie das Überlebensprinzip Vielfalt oder folgt der filigranen Schönheit des Federgeistchens. Ein Spaziergang durch Garten und Welt.

oekom Verlag 2019, 352 Seiten, € 28,00 (D), 28,80 (A)
ISBN 978-3-96238-107-3
 
 

 
Buchtipp: Wolfram Ette "Das eigensinnige Kind"
Über unterdrückten Widerstand und die Formen ungelebten Lebens

"Das eigensinnige Kind" ist das kürzeste Märchen in der Sammlung der Brüder Grimm und zugleich eines der schrecklichsten. Es handelt vom kurzen Leben eines Kindes, dessen Eigensinn von der alleinerziehenden Mutter bis über den Tod hinaus gebrochen wird. Für den Literaturwissenschaftler und Philosophen Wolfram Ette wird das Märchen zur ersten Station einer essayistischen Besichtigungstour, die sich für die komplexen Verdrängungs- und Unterdrückungsverhältnisse im zeitgenössischen Dreieck von Kind, Familie und Gesellschaft interessiert.

Für seine Galerie des Eigensinns greift Ette nicht nur auf Material aus kanonisierten Kinderbüchern, literarischen Klassikern und antiken Texten zurück. Ins Blickfeld geraten auch die vielfältigen Dramen zwischen Eltern und Kindern, die der Alltag zu bieten hat, sowie die dazugehörigen beschädigten Lebensläufe bis hin zum Amokläufer. Er untersucht die unausgesprochenen gesellschaftlichen Konflikte, die sich in diesen Szenen des Eigensinns abgelagert haben, und fragt danach, welche gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse sie spiegeln, maskieren, unterstützen.

In diesem Neben- und Übereinanderhalten von Familien- und Gesellschaftsstruktur erläutern sich beide gegenseitig und erinnern vor allem an eines: Die Mikroräume des Sozialen sind Keimzellen für Gesellschaft. In welcher wollen wir leben und was bedeutet dies für unser Alltags- und Familienleben?

Büchner Verlag 2019, 123 Seiten, € 16,00
ISBN: 3963171855
 
 

 
Buchtipp: Susanne Kuhlendahl "Der Tod in Venedig"
Thomas Manns Erzählung über den Schriftsteller von Aschenbach, der auf einer Reise nach Venedig dem Anblick des kränklichen Knaben Tadzio verfällt, ist ein Klassiker der deutschen Literatur. In Tadzio erkennt der alternde Künstler die Essenz der Schönheit. Die besitzergreifende, rücksichtslose Seite seiner Gefühle verdrängt er. Tadzios Leiden unter dem ständigen Verfolgtsein interessieren ihn nicht. Susanne Kuhlendahl bringt mit ihrem aquarellierten, malerischen Stil die bekannte Erzählung von Niedergang und Dekadenz als Graphic Novel in eine neue und spannende Form.

Susanne Kuhlendahl ist Illustratorin. Vor allem das Erzählen von komplexen Geschichten in Bildern, das Mitfühlen- und Miterlebenlassen des Lesers ist ihre Leidenschaft. Die Diplom-Designerin arbeitet für namhafte Schulbuch-, Kinderbuch-, Bastel- und Kalenderverlage. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Knesebeck Verlag 2019, 96 Seiten, € 22,00 €
ISBN 978-3-95728-268-2
 
 

 
Buchtipp: Olaf Kühl "Letztes Spiel Berlin"
Roman
Originalausgabe

Der neue Roman von Olaf Kühl zielt ins dunkle Herz Berlins. Der Reiseleiter Konrad Mauser gerät ahnungslos in eine Geheimdienstaktion. Die CIA hält ihn für den Mörder eines russischen Überläufers, was ihn zum Untertauchen zwingt. Als Konrads bester Freund Pawel – gebürtiger Pole, Nietzsche-Spezialist und eher nur mit einem Bein im Leben stehend, nichts von Konrad hört, macht er sich auf die Suche. Dabei lernt er die siebzehnjährige Jana kennen, die in ihm einen romantischen Helden sieht und den gemeinsamen Nachforschungen Schwung verleiht. Beide ahnen nicht, dass sie im Visier der CIA stehen, die in einer Abhöraktion aber nur das Drama von Pawels erkaltender Ehe beleuchtet und deshalb umso misstrauischer wird. Als eine erneute Obduktion den Mord zum natürlichen Tod umqualifiziert, zeigt auch der Geheimdienst Spaltungserscheinungen: Der junge Agent Cowley argwöhnt, dass ein politisches Attentat vertuscht wird – und ermittelt auf eigene Faust weiter. Olaf Kühls literarischer Politthriller erzählt, wie eine kleine Fehldeutung der CIA das Leben mehrerer Menschen in Berlin auf den Kopf stellt – mit unabsehbaren Folgen.

Der Autor Olaf Kühl, 1955 geboren, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin und ist vor allem als Übersetzer aus dem Polnischen und Russischen bekannt. 2005 wurde er mit dem Karl-Dedecius-Preis für sein polnisch-deutsches Übersetzungswerk ausgezeichnet. Seit 1996 ist er Russlandreferent des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. 2011 erschien Olaf Kühls Debütroman «Tote Tiere», 2013 folgte der Roman «Der wahre Sohn», über den Der Spiegel schrieb: «Eine kunstvoll komponierte Detektivstory» und die Frankfurter Allgemeine Zeitung: «Kühl ist nicht nur ein Roman über die schwierige Suche nach Wahrheit gelungen, sondern auch eine literarisch beeindruckende Reflexion über das, was Familien trennt und was sie zusammenhält.»

rowohlt Berlin 2019, 352 Seiten, € 22,00 (D), 22,70 (A)
ISBN: 978-3-7371-0075-5
 
 

 
Buchtipp: Brigitte Pasini "Bella Stella"
Eine deutsch-italienische Familiensaga

Stella, die junge Tochter des Gutsverwalters auf Gut Friederkamp, genießt Anfang der 1920er Jahre eine unbeschwerte Jugend in Holstein. Als ihr Vater stirbt, bedeutet das jedoch ein jähes Ende der Idylle. Zwar ist Stella weiterhin geduldet auf dem Anwesen, soll aber in den Dienstbotentrakt umziehen. Auch Carsten, Sohn des Gutsverwalters und ihre heimliche Liebe, kämpft nicht um sie, sondern willigt ein in die Ehe mit einer Lübecker Kaufmannstochter.

Als überraschend Luna auftaucht, eine Hamburger Deern, füllig und vorlaut, die behauptet Stellas Halbschwester zu sein, folgt Stella ihr orientierungs- und mittellos nach Hamburg. Gemeinsam mit ihrer kranken Mutter führt Luna im Souterrain eines baufälligen Mietshauses in St. Pauli ein kleines Lebensmittelgeschäft. Aber die Vorräte sind knapp, die Kunden im Krieg verarmt.

Nach dem Tod der Mutter kämpfen die beiden ungleichen Halbschwestern gemeinsam ums Überleben. Bis eines Tages der italienische Landarbeiter Lorenzo vor der Tür steht – und sich in Stellas blaue Augen verliebt. Er musste vor den aufstrebenden Faschisten in seiner Heimat fliehen und hofft jetzt, bei seinem Onkel, einem Nachbarn von Stella und Luna, unterzukommen. In Lorenzos schmalem Gepäck befindet sich sein größter Schatz: das Rezeptbuch seiner geliebten Mutter. Allmählich beginnt er, für die bunte Gemeinschaft der Nachbarn zu kochen und in einem Hinterzimmer des Lebensmittelgeschäfts Pasta in Sternenform herzustellen. Und so entsteht nach und nach das erste italienische Feinkostgeschäft Deutschlands. Aber kann Lorenzo auch Stella für sich gewinnen?

In «Bella Stella» lässt die Autorin Brigitte Pasini alias Brigitte Kanitz auch ihre eigenen Familiengeschichte einfließen: «Meine Großmutter Martha Semisch, Jahrgang 1896, war eine Quelle von Geschichten aus ihrer Zeit in den Zwanziger Jahren in Hamburg. Im Stadtteil Bergedorf lebte sie in einem kleinen Haus mit rückwärtigem Obst- und Gemüsegarten. Dort zog sie Kartoffeln, Rüben, Kohl und anderes Gemüse. Auch einen Apfelbaum besaß sie, und ihre Apfelkuchen waren in der Nachbarschaft sehr beliebt. So kam sie auf die Idee, im Haus einen kleinen Laden zu eröffnen, wo sie Grundnahrungsmittel, Obst, Gemüse und Eier aus eigener Hühnerhaltung verkaufte. Auch ihre Apfelkuchen fanden reißenden Absatz. Mit der Wirtschaftskrise von 1923 jedoch ging es bergab, sie musste das Geschäft schließen und sich als Dienstmädchen verdingen. Doch ihre Geschichten von damals haben mich zum Laden von Stella und Luna inspiriert.»

Über die Autorin: Hinter dem Pseudonym Brigitte Pasini verbirgt sich Brigitte Kanitz, die bereits zahlreiche erfolgreiche Romane publiziert hat. Sie lebt seit Jahrzehnten in Italien, hat aber noch einen Koffer in ihrer Heimatstadt Hamburg. Mit ihrer deutsch-italienischen Familiensaga «Bella Stella» verknüpft sie auch die spannende Geschichte ihrer eigenen Familie.

rororo 2019, 528 Seiten, € 10,99 (D), 11,30 (A)
ISBN: 978-3-499-27616-3
 
 

 
Buchpräsentation »Der Alte Friedhof der Stadt Freiburg«
Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg lädt herzlich zur Buchvorstellung ein:
Am Montag, 07.10.2019, 18 Uhr, St. Michaelskapelle auf dem Alten Friedhof, Karlstraße, Freiburg.

Mitwirkende: Autoren des Buches (Mitglieder der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg i.Br. e.V.)
Die Veranstaltung ist öffentlich.

Vom 17. bis weit ins 19. Jahrhundert beerdigten die Freiburger ihre Toten auf dem sogenannten Alten Friedhof im Stadtteil Neuburg. Die letzte Bestattung fand 1872 statt. Inzwischen ist der Friedhof mit seinen ca. 1170 Grabmalen, der St. Michaelskappelle und dem alten Baumbestand zu einem Kultur- und Naturdenkmal geworden. Acht Mitglieder der Fördergesellschaft des Alten Friedhofs haben sich zusammengetan, um alles Wissenswerte über diesen einmaligen Ort zusammenzutragen: die Besonderheiten der Grabsteine sowie der Kreuze aus Holz und Eisen, die Kapelle und ihre Baugeschichte, einige bedeutsame Biografien der hier Bestatteten, bemerkenswerte Inschriften, verborgene Symbole, die Restaurierungsarbeiten und die Parkanlage als solche. Ein Plan der Anlage mit den Inventarnummern sorgt für eine gute Übersicht beim Gang über den Friedhof.

Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg i.Br. e.V.
"Der Alte Friedhof der Stadt Freiburg"
73 Seiten, 14,8 x 21 cm, Broschur, zahlreiche Farbfotos, 10,– €
ISBN 978-3-7930-5184-8
Rombach Verlag 2019

Der Bucherlös trägt zum Erhalt des Alten Friedhofs bei.
 
 

 
Buchtipp: Eva Klingler "Badische Sünde"
Karlsruhe in den 1950er Jahren. Die intelligente und abenteuerlustige Viktoria Herrmann arbeitet in einem langweiligen Büro der Stadtverwaltung. Viel lieber wäre die 18-jährige bei der Kriminalpolizei, doch das kommt für ein Mädchen nicht in Frage. Dafür füttert sie ihr Verehrer, der Kriminalassistent Paul, mit Details zu einem ungeklärten Mord. Viktoria beschäftigt sich mit dem Fall, doch mit der Ermordung der Untermieterin ihrer Eltern rückt die Gefahr plötzlich näher als ihr lieb ist – und aus dem Gedankenspiel wird grausamer Ernst.

Die Autorin Eva Klingler wurde im oberhessischen Gießen geboren. Ihre Jugend und die Studienjahre verbrachte sie in Mannheim, bevor sie nach Baden-Baden zog, um ein Volontariat beim Südwestrundfunk zu absolvieren. Nach einigen Jahren entschloss sie sich, selbstständig zu arbeiten und wirkte als Dozentin, Autorin und freie Journalistin in den Redaktionen in Baden-Baden und Bretten. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Bibliotheksleiterin in Rheinstetten wurde sie endgültig als Freie Autorin sesshaft. Ihre Bücher spielen meistens in Baden und im Elsass. Mit Mann und Hund lebt Eva Klingler nun in einem grünen Stadtviertel von Karlsruhe und betreibt die von ihr gegründete Wohltätigkeitsorganisation »20 Stühle«.

Gmeiner Verlag 2019, 280 Seiten, € 13,00
ISBN 978-3-8392-2497-7

LESUNGEN

Do., 17.10.2019 - Bruchsal
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Braunbarth Buchhandlung GmbH
Kaiserstraße 30
76646 Bruchsal

Mi., 4.12.2019 - Ettlingen
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Thalia Ettlingen
Schillingsgasse 3
76275 Ettlingen
 
 

 
Neu für die Grundschulen: Die Grundrechtefibel
Voll in Ordnung – unsere Grundrechte

„Voll in Ordnung – unsere Grundrechte“, so heißt die Fibel zu den Grundrechten für Kinder im Grundschulalter. Gemeinsam mit dem Verlag Herder hat die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) die Grundrechtefibel überarbeitet und neu gestaltet.

Durch die Auseinandersetzung mit den spannenden und lebensnahen Geschichten der Grundrechtefibel lernen die Kinder die Grundrechte und deren Bedeutung für das eigene Leben kennen und verstehen. Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit sowie Gerechtigkeit, Gemeinwohl und politische Beteiligung sind ihre zentralen Themen.Das „Poli“ und das „Tik“, die beiden Identifikationsfiguren, führen durch die Grundrechtefibel und regen zur Mitwirkung an. Sie stellen Fragen und beziehen die Lernenden in die Themenstellungen mit ein. Ein Glossar erklärt zentrale Begriffe kindgerecht.

Nicht als klassisches Schulbuch, sondern als Lesebuch zum Nachschlagen konzipiert, eignet sich die Fibel für den Unterricht, in der außerschulischen Bildung, aber auch zur selbstständigen oder durch die Eltern begleiteten Lektüre. Die Grundrechtefibel wendet sich an eine breite Leserschaft und ermöglicht auch in den Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen vielfältige Zugänge zu unterschiedlichen Handlungsfeldern.

Ergänzende Begleitmaterialien, die Hilfestellungen, Ideen und Materialien für Grundschullehrerinnen und -lehrer zur Vertiefung einzelner Themen im Unterricht bieten, werden im Oktober folgen.

Die Fibel „Voll in Ordnung – unsere Grundrechte“ ist zum Preis von 2,50 Euro erhältlich und kann im Webshop der Landeszentrale für politische Bildung (www.lpb-bw.de/publikationen.html) bestellt werden.
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