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Donnerstag, 23. November 2017
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Buchtipps

 Buchtipp: Michael Boenke
 
Buchtipp: Michael Boenke "Kässpätzlesexitus"
Kriminalroman

Tödliche Kässpätzle: Das heitere Kässpätzleswettessen in sommerlich oberschwäbischer Idylle nimmt ein jähes Ende: eine tote Mitesserin – erstickt am schwäbischen Gaumenschmaus. Ein Unfall, so ergeben es die Untersuchungen. Dann gibt es eine zweite Tote, gegart im Dampf des Pasteurschranks einer oberschwäbischen Brauerei. Und wiederum heißt es: ein tragischer Unfall. Daniel Bönle, mittlerweile Hausmann, wird in die skurrilen Ereignisse hineingezogen. Seine Ermittlungen führen ihn auch wieder ins geheimnisvolle Ried ...

Gmeiner Verlag 2015, 277 Seiten, EUR 14,99
ISBN 978-3-8392-1662-0
 
 

 Buchtipp: Wolfgang Wippermann
 
Buchtipp: Wolfgang Wippermann "Niemand ist ein Zigeuner"
Zur Ächtung eines europäischen Vorurteils

Sinti und Roma – das kollektive Feindbild Europas: Tief sitzen die Vorurteile gegen die Menschen, die man früher »Zigeuner« nannte. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa werden Sinti und Roma ausgegrenzt. Der Historiker Wolfgang Wippermann fordert Gerechtigkeit und gesellschaftliche Anerkennung.

Lange waren Sinti und Roma aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit weitgehend verschwunden: Eine Mischung aus Bettelei und Folklore, das war alles, was von dem einstigen Schreck- und Sehnsuchtsbild der »Zigeuner« übrig geblieben war. Erst die Armutszuwanderung aus Südosteuropa hat Sinti und Roma wieder ins Blickfeld gerückt – und das alte Feindbild wiederbelebt.

Wolfgang Wippermann geht den Vorurteilen auf den Grund und differenziert religiöse, soziale, romantisierende und rassistische Motive. Zusammen bilden sie, so erklärt er, eine eigenständige Ideologie: den Antiziganismus. Der entsteht nicht etwa im Bodensatz der Gesellschaft oder ist historisch erledigt, diese Ideologie ist nach wie vor politisch gewollt: Sie dient der Abgrenzung vom vermeintlich Fremden und der Legitimation von Herrschaft. Doch sie verletzt den europäischen Wertekanon und muss genauso geächtet werden, wie es der Antisemitismus wird. Es wird Zeit, dass Europa begreift: Niemand ist ein Zigeuner!

Edition Körber-Stiftung 2015, 256 Seiten, EUR 17,00 (D)
ISBN: 978-3-89684-167-4
 
 

Buchtipp: Thomas Erle
 
Buchtipp: Thomas Erle "Freiburg und die Regio für Kenner"
Bächle, Bertold, Buntsandstein

Wo die sonne scheint: Freiburg ist die Stadt mit dem Krokodil im Kanal, dem Münster am Markt und dem Bertold am Brunnen. Doch wussten Sie, dass in Freiburg eine Pferdeskulptur regelmäßig neu bemalt wird? Dass eine Brücke den magisch realistischen Namen »Wiwilí« trägt? Folgen Sie Thomas Erle an seine Lieblingsplätze in Freiburg und der Umgebung – etwa ins Jesuitenschloss Merzhausen oder in das deutschlandweit einmalige Tagebucharchiv Emmendingen. Und weil Ausflüge in den Schwarzwald locken, zeigt dieser Band außerdem 11 Schwarzwaldhöhepunkte.

Gmeiner Verlag 2015, 192 Seiten, EUR 14,99
ISBN 978-3-8392-1704-7
 
 

Buchtipp: Carlos Benede
 
Buchtipp: Carlos Benede "Kommissar mit Herz"
Meine Jungs, mein Leben, unser Weg

Carlos Benede betreut Verbrechensopfer im Kommissariat für Prävention und Opferschutz der Münchner Polizei, als er Alex begegnet. Der Elfjährige hat mit angesehen, wie seine Mutter ermordet wurde – von seinem eigenen Vater. Benede gewinnt das Vertrauen des Jungen und begleitet ihn zum Prozess, in dem Alex mit fester Stimme gegen seinen Vater aussagt. Aus dem Vertrauen wird Freundschaft, und bald steht der Wunsch des Jungen fest: Benede soll künftig sein Vater sein – ein Kommissar, der als Waise aufwuchs und zu diesem Zeitpunkt weder verheiratet ist noch Kinder hat. Das Jugendamt spielt mit, von nun an sind die beiden eine Familie. Jahre später rufen eines Abends kurz vor Mitternacht die Kollegen von der Mordkommission bei Benede an. Wieder ist ein kleiner Junge aufzunehmen, dessen Mutter von seinem Vater ermordet wurde. Und wieder sagt Benede ja …

Knaur Verlag 2015, 240 Seiten, EUR 19,99
ISBN: 978-3-426-65554-2
 
 

 Buchtipp: Saliha Scheinhardt
 
Buchtipp: Saliha Scheinhardt "Wahnliebe"
Dilara wächst in Mardin, einer kleinen anatolischen Stadt heran. Eines Tages taucht dort Leon, ein junger Deutscher auf. Ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung. Sie verliebt sich und folgt ihm nach Deutschland... Mitreißend erzählt Saliha Scheinhardt die Geschichte einer sensiblen, verwundbaren Frau, die sich auf ein riskantes Spiel mit der Liebe einlässt. Und das umso schwieriger zu spielen ist, als sie sich dabei in verschiedenen Kulturen zu behaupten versuchen muss. Über eine von Höhen und Tiefen bestimmte Dreiecksbeziehung ist sie mit zwei Männern unterschiedlichster Herkunft verbunden. Doch irgendwann zerreißt die Illusion, dass sie vielleicht gemeinsam »am schönsten Teppich der Liebe weben«. Offen tritt zu Tage, woran sie so lange nicht zu rühren wagten.

Verlag Brandes & Apsel 2015, 376 Seiten, EUR 29,90
ISBN 978-3955580650
 
 

 Buchtipp: Kristine Bilkau
 
Buchtipp: Kristine Bilkau "Die Glücklichen"
Roman. Ein großes Generationsporträt unserer Zeit

Isabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie oft in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Bei abendlichen Spaziergängen werden sie zu Voyeuren. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.

Mit der Geburt ihres Sohnes wächst nicht nur ihr Glück, sondern auch der Druck und die Verunsicherung. Für Isabell erweist sich die Rückkehr in ihren Beruf als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Gleichzeitig verdichten sich in Georgs Redaktion die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt damit ein leiser sozialer Abstieg. Isabell und Georg beginnen mit einem Mal zu zweifeln, zu rechnen, zu vergleichen. Jeder für sich. Je schwieriger ihr Alltag wird, desto mehr verunsichert sie, was sie sehen. Die gesicherten Existenzen mit ihren geschmackvollen Wandfarben sagen jetzt: Wir können, ihr nicht. Was vertraut und selbstverständlich schien – die Cafés, Läden, der Park, die Spielplätze mit jungen Eltern –, wirkt auf einmal unzugänglich. Gegenseitig treiben sich Isabell und Georg immer mehr in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht.

Kristine Bilkau zeichnet in ihrem Debütroman »Die Glücklichen« das präzise Bild einer nervösen Generation, überreizt von dem Anspruch, ein Leben ohne Niederlagen zu führen, die sich davor fürchtet, aus dem Paradies vertrieben zu werden.

Literaturverlag 2015, 304 Seiten, EUR 19,99 [D], 20,60 [A] / sFR 28,50
ISBN: 978-3-630-87453-1
 
 

Buchtipp: Claudia Frenzel
 
Buchtipp: Claudia Frenzel "Brennender Zorn"
Kriminalroman

Feuer der Vergangenheit. Kein leichter erster Arbeitstag für Kommissar Hanno Kaltwasser. Nach einer beruflichen wie auch privaten Krise hat er sich von München nach Berlin versetzen lassen und muss gleich im Fall eines erhängten Mannes in einer verfallenen Villa in Berlin Mitte ermitteln. Selbstmord oder Mord? Wer ist der Tote, und welche Rolle spielt das große Feuer, bei dem vor zwei Jahrzehnten die Villa zerstört wurde und die Bewohner umkamen? Kaltwasser stürzt sich in die Arbeit, wobei er immer wieder mit den Gespenstern aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird. An die spröde Art von Teamkollegin Katja Janisch muss er sich erst mal gewöhnen ...

dtv 2015, 416 Seiten, EUR 9,95 [D], 10,30 [A]
ISBN 978-3-423-21571-8
 
 

 Buchtipp: Moritz Stetter
 
Buchtipp: Moritz Stetter "Das Urteil. Nach Franz Kafka"
Ein neuer Band der Reihe Kafka-Graphic Novels ist da!
Mit einem Nachwort von Reiner Stach.

Das Urteil ist eine der berühmtesten Erzählungen von Franz Kafka und schildert den verhängnisvollen Streit zwischen Vater und Sohn, ausgelöst durch einen Brief an einen Freund des Sohnes in Russland. Moritz Stetters expressiver Stil fängt die beklemmende Szenerie und den katastrophalen Verlauf des Streits in ausdrucksstarken und surrealen Bildern ein.

Der freiberufliche Illustrator und Comiczeichner Moritz Stetter, geboren 1983, lebt und arbeitet in Hamburg. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Comicbiografien Bonhoeffer und Luther.

Knesebeck Verlag 2015, 48 Seiten, EUR 19,95 [D], 20,60 [A] 30,80 / sFR 28,50
ISBN 978-3-86873-524-6
 
 



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