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Buchtipps

Buchtipp: Lou Bihl
 
Buchtipp: Lou Bihl "Amazonah"
Illustriert von Daniel Horowitz

Die 2030er Jahre sind da: In ihrem Roman „Amazonah“ wagt Lou Bihl einen Blick in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Der Klimawandel für heißes Wetter gesorgt, während die Skrupellosigkeit einer patriarchalen Politik die soziale Kälte verschärft. Die Schere zwischen arm und reich klafft weiter denn je. Und dann droht auch noch eine tückische Pandemie vom Amazonas über die gesamte Welt zu schwappen.

Doch Lou Bihls Roman ist geprägt von seinen starken Frauenfiguren, die ihren eigenen Weg in diesen schweren Zeiten gehen. Anna Martini leitet als Chefgynäkologin ein Kinderwunschzentrum und plant mit dem jüngeren Journalisten Ben nicht nur eine Graphic Novel, sondern bald auch eine gemeinsame Zukunft. Als Frau von Gesundheitsminister Arian Preuss steht Mechthild Petri hinter ihrem Mann, hat als Staatssekretärin und Medizinerin aber auch eigene Ambitionen. Und die Females for Future, ein Club erfolgreicher Frauen, kämpfen für eine weiblichere Perspektive an den Schaltstellen der Macht.

Lou Bihls dystopischer Roman übt nicht nur Kritik am patriarchalen Machtgerangel, sondern bringt auch moralische Fragen auf den Tisch, mit denen wir uns in Zukunft stärker beschäftigen müssen. Welche Rolle wird die Reproduktionsmedizin in Zukunft spielen? Kann sie helfen, die Entscheidung zwischen Kindern und Karriere zu vereinfachen? Und welche Veränderungen sollten wir anstreben, um Probleme wie Klimawandel, Machtstreben und Pandemien in Zukunft in den Griff zu kriegen? Die Autorin richtet sich an Menschen, die sich für soziale, gesellschaftliche und gesundheitspolitische Entwicklungen interessieren. Anstelle eines erhobenen Zeigefingers setzt Lou Bihl aber auf kluge Unterhaltung für alle, die auch bei ernsten Themen das Augenzwinkern nicht verlernen.

Unken Verlag 2022, 440 Seiten, € 22,00 (D)
ISBN 978-3-949-28607-0
 
 

Buchtipp: Lars Jaeger
 
Buchtipp: Lars Jaeger "Emmy Noether"
Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik
Biografie

Zeitlebens kämpft sie um Anerkennung, lässt sich nicht beirren: Emmy Noether (1882-1935), die wohl bedeutendste Mathematikerin überhaupt, ist stark genug, nie zu tun, was die Gesellschaft von einer Frau erwartet. Mit Sondererlaubnis studiert sie Mathematik, überzeugt durch bahnbrechende Arbeiten. 1915 folgt Emmy einem Ruf nach Göttingen, wirkt hier neben den Koryphäen ihres Fachs, doch ohne Gehalt und Position – weil sie eine Frau ist. Sie revolutioniert das mathematische Denken, wird Pionierin der modernen Algebra. Begabte Studenten aus aller Welt scharen sich um die derweil hochangesehene Privatdozentin. 1933 wird die Jüdin der Universität verwiesen. Sie emigriert, lehrt in Pennsylvania, in der Nähe Albert Einsteins, der die brillante Denkerin überaus schätzt. Dann erkrankt sie schwer.

Lars Jaeger hat mit „Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze“ die erste umfassende Biografie über die brillante Denkerin verfasst und liefert damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte um das Geschlechterverhältnis in Beruf und Bildung.

Der Autor Lars Jaeger, Dr. rer. nat., Jg. 1969, hat Physik, Mathematik, Philosophie und Geschichte in Bonn und Paris studiert und mehrere Jahre in der theoretischen Physik im Bereich der Quantenfeldtheorien und Chaostheorie geforscht. Er lebt mit seiner Familie im Schweizer Kanton Zug und ist u.a. tätig als Referent und Unternehmer. In seinen Publikationen widmet er sich aktuellen Themen aus den Naturwissenschaften, der Technologie und Philosophie.

Südverlag 2022, 256 Seiten, € 22,00 (D)
ISBN 978-3-87800-161-4
 
 

Buchtipp: Ursula Poznansk
 
Buchtipp: Ursula Poznansk "Stille blutet"
Eine Mordserie, die Österreichs Medienwelt in Atem hält: Bestsellerautorin Ursula Poznanski sorgt im Auftakt ihrer neuen Thriller-Reihe mit einer bizarren Mordserie für Gänsehaut

Die österreichische Autorin Ursula Poznanski gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen. Mit ihren Jugendbüchern steht sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten, ihre Thriller für Erwachsene erfreuen sich ebenso großer Beliebtheit. Ihre bunte und breitgefächerte Leserschaft lässt sich gerne von den Ideen und Wendungen ihrer Bücher überraschen, hat Freude an versteckten Details in ihren Romanen und großen Spaß am Miträtseln – unabhängig vom Alter.

Mit „Stille blutet“ bleibt sie dem Schauplatz Wien treu und startet eine neue Spannungs-Reihe, deren Bände über eine ebenso schillernde wie zwielichtige Erzähler-Figur verknüpft sind. Wer ist diese geheimnisvolle Stimme aus dem Off, und was sind ihre wahren Absichten?

Wenige Worte machen die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just über Nacht berühmt: Vor laufender Kamera kündigt sie ihre Ermordung an – zwei Stunden später ist sie tot! Ebenso ergeht es dem Blogger Gunther Marzik nach einer ganz ähnlich lautenden Ankündigung. Während die österreichische Medienwelt kopfsteht, trendet der Hashtag #inkürzetot, Nachahmer-Beiträge und Memes fluten das Netz. Wie soll die junge Ermittlerin Fina Plank im fünfköpfigen Team der Wiener »Mordgruppe« zwischen einer echten Spur, einem schlechten Scherz oder schlichtem Fake unterscheiden? Schließlich rückt Nadines Ex-Freund Tibor Glaser ins Zentrum von Finas Ermittlungen, ein aalglatter Werbefachmann und Weiberheld, der verzweifelt seine Unschuld beteuert. Während sich die Schlinge um Tibors Hals langsam zuzieht, beobachtet von allen unbemerkt ein weiterer Spieler mit Interesse das Geschehen – und bereitet einen raffinierten Schachzug vor …

Verlag Knaur 2022, 400 Seiten, € 16.99 (D)
ISBN: 978-3-426-22689-6
 
 

Buchtipp: Przemek Zybowski
 
Buchtipp: Przemek Zybowski "Das pinke Hochzeitsbuch"
Roman

Am Totenbett seiner Großmutter wird der Erzähler von seiner verloren geglaubten Vergangenheit eingeholt: 1984, kurz nach Lockerung des Kriegsrechts in Polen, fliehen die Eltern mit der kleinen Schwester heimlich nach Deutschland. Der achtjährige Sohn bleibt als Pfand bei der Großmutter zurück. Eine Zeit unerhörter Freiheit und zugleich großer Panik beginnt: Er wird von der Geheimpolizei verhört, ihm droht das Waisenhaus – erst ein Jahr später bekommt er die notwendigen Ausreisepapiere. Doch auch Jahrzehnte danach sind die Wunden nicht verheilt. Kann es eine Versöhnung mit den Eltern geben?

Schwebend leicht und doch mit existenzieller Wucht erzählt Przemek Zybowski in seinem Romandebüt von Diktatur, Flucht und einem Leben zwischen den Welten. „Das pinke Hochzeitsbuch“ handelt von der Verlassenheit eines Jungen, die zugleich die Verlassenheit eines ganzen Landes ist – und von dem Versuch, die Bruchstücke der Vergangenheit zusammenzufügen.

Luchterhand Literaturverlag 2022, 224 Seiten, € 22,00 [D], 22,70 [A] / SFr 30,90
ISBN: 978-3-630-87688-7
 
 

Buchtipp: Leonid Wolkow
 
Buchtipp: Leonid Wolkow "Putinland"
Der Nawalny-Vertraute über Russlands Weg zur Diktatur und über eine Zukunft ohne Putin

Spätestens seit Putins Invasion der Ukraine ist klar: Moskau bedroht die Freiheit und das Lebensmodell Europas. Doch wie konnte es so weit kommen? Wieso wollte der Westen so lange nicht sehen, was in Putins Russland passiert?

Leonid Wolkow ist politischer Direktor der von Alexei Nawalny begründeten Antikorruptionsstiftung (FKB) und widmet sich im Buch „Putinland. Der imperiale Wahn, die russische Opposition und die Verblendung des Westens“ Putins Aufstieg bis zum Ukraine-Krieg. Aus dem litauischen Exil heraus analysiert er, was in Deutschland und Europa aufgrund wirtschaftlicher Interessen und geopolitischer Naivität ignoriert wurde. Als Wahlkampfmanager, enger Vertrauter und Freund Nawalnys hat Wolkow die Entstehung der russischen Diktatur hautnah miterlebt und war selbst mehrfach inhaftiert. Doch trotz aller Gefahr, die von Moskau für die freie Welt ausgeht, so Wolkow: Putins Zeit läuft ab. Und Russlands Zukunft liegt in Europa.

Lesen Sie über:
- Putins Weg an die Macht im Russland der 90er Jahre
- Den planmäßigen Wandel Russlands zur Diktatur
- Die Arbeit von Nawalny, Wolkow und anderen Oppositionellen
- Den Überfall Russlands auf die Ukraine
- Eine mögliche Zukunft Russlands als Teil von Europa

Donnerstag, 20. Oktober 2022, 14:30 Uhr: Podiumsdiskussion mit Leonid Wolkow auf der Frankfurter Buchmesse, Pavillon, Agora

Leonid Wolkow betrat 2009 die politische Bühne Russlands und wurde für vier Jahre zum Abgeordneten der städtischen Duma von Jekaterinburg gewählt. 2013 leitete er die Kampagne Alexei Nawalnys bei der Moskauer Bürgermeisterwahl, 2018 als Stabschef dessen Präsidentschaftswahlkampf. Seit 2019 lebt er in Litauen, von wo aus er die politischen Projekte der Antikorruptionsstiftung FBK leitet.

Verlag Droemer 2022, 240 Seiten, € 22,00 (D)
ISBN: 978-3-426-27899-4
 
 

Buchtipp: Andreas Winter
 
Buchtipp: Andreas Winter "Die Sache mit dem Alkohol"
Genuss statt Muss

Wer nicht mittrinkt, gilt oft als Langweiler und gar Spielverderber; andererseits haben weit über zehn Millionen Menschen in Deutschland nach offiziellen Schätzungen ernsthafte Alkoholprobleme. Wie ein Genuss ohne Abhängigkeit möglich ist und sich eingefahrene Trinkgewohnheiten ändern lassen, das zeigt Andreas Winter in seinem Buch und dem gleichnamigen Hörbuch „Die Sache mit dem Alkohol“.

Wer möchte nicht gerne jederzeit einen guten Tropfen genießen können und dabei mühelos die Kontrolle behalten? Dazu muss man nur eines wissen: den Grund, warum man trinkt. Wird dieser bewusst, behält man die Kontrolle und wird zum souveränen Genusstrinker; diesen geht es ausschließlich um die geschmacklichen Sinnesreize, und sie hören auf zu trinken, sobald die Rauschwirkung überhandnimmt. Genusstrinker kennen keine Mangelerscheinungen, keine Minderwertigkeitsgefühle und keine Selbstzweifel – im Gegensatz zu Alkoholikern. Denn, so die provokante These des Diplom-Pädagogen Andreas Winter: „Das Hauptmerkmal, das alle Alkoholiker gemeinsam haben, ist ein Hang zur übertriebenen Selbstdisziplin, also zur Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse und übersteigerten Wahrnehmung von Fremderwartung“.

In seiner langjährigen Coaching-Praxis traf er Menschen, die nach einem aufklärenden und sehr in die Tiefe gehenden Gespräch ihren bislang chronischen und pathologischen Alkoholkonsum auf ein optionales Maß herunterfahren konnten – also nicht mehr trinken müssen, sondern trinken können, wenn sie dies ganz bewusst wollen, und das, ohne deshalb rückfällig zu werden.

Winters Buch „Die Sache mit dem Alkohol“ wendet sich vor allem an Menschen, die verunsichert sind, ob ihr Alkoholkonsum noch unbedenklich ist. Das Buch soll helfen, zu einem befreiten Konsumgefühl und damit zu einem gesunden Konsumverhalten zurückzufinden. Aber auch Alkoholiker, deren Angehörige sowie Therapeuten und in der Suchtarbeit Tätige finden darin viele hilfreiche Erkenntnisse und bewährte Empfehlungen. Das vom Autor selbst eingesprochene gleichnamige Hörbuch umfasst den ungekürzten Inhalt des Buchs sowie zwei Audio-Coachings.

mankau Verlag 2022, 190 Seiten, € 18,00 (D), 18,50 (A)
ISBN 978-3-86374-676-6
 
 

Buchtipp: Florence Brokowski-Shekete
 
Buchtipp: Florence Brokowski-Shekete "Raus aus den Schubladen!"
Mit Fotografien von Rebecca Racine Ramershoven

Florence Brokowski-Shekete hat für ihr neues Buch mit 12 Schwarzen Deutschen aus verschiedensten Berufen über ihr Leben gesprochen - vom Metzgermeister in Speyer über den ostfriesischen Kfz-Mechaniker bis zur Gynäkologin in Saarbrücken. Wie sieht ihr Alltag aus? Welche Erfahrungen machen sie als Schwarze Menschen in Deutschland? Nach dem Motto »Raus aus den Schubladen!« lädt Florence Brokowski-Shekete dazu ein, verschiedene Lebenswege kennenzulernen, etwas über Alltagsrassismus zu erfahren, den Schwarze Menschen nach wie vor erleben, und den eigenen Horizont zu erweitern. Ein wichtiger Beitrag zur Sichtbarmachung und zum Empowerment von Schwarzen in Deutschland, aber auch zur Verständigung.Die vielen positiven Reaktionen auf ihre Autobiografie »Mist, die versteht mich ja! Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen« verdeutlichten Florence Brokowski-Shekete, wie solche Innensichten gegenseitiges Verständnis fördern und Mut machen können.

Orlanda Verlag 2022, 192 Seiten, € 22,00 (D)
ISBN 978-3-949545-23-8
 
 

Buchtipp: Johan Eklöf
 
Buchtipp: Johan Eklöf "Das Verschwinden der Nacht"
Wie künstliches Licht die uralten Rhythmen unserer Umwelt zerstört
Übersetzt von: Dr. Ulrike Strerath-Bolz

Ein mitreißendes Plädoyer für mehr natürliche Dunkelheit und gegen Lichtverschmutzung – in bester Tradition des Nature Writing geschrieben vom schwedischen Zoologen und Fledermaus-Experten Johan Eklöf.

Natur- und Artenschutz sind in aller Munde, aber ein Aspekt, der unsere Natur massiv bedroht, wird dabei meist außer Acht gelassen: Das künstliche Licht, das unsere Städte und Dörfer erhellt. Alle Rhythmen der Natur sind in irgendeiner Weise abhängig vom Wechsel zwischen Tag und Nacht. Fällt dieser Wechsel weg, weil die Nacht verschwindet, dann hat das gravierende Folgen. Vögel singen in allzu heller Umgebung mitten in der Nacht. Und Nachtfalter umschwirren Straßenlaternen, statt ihrer nächtlichen Bestimmung, der Suche nach Nektar und der Befruchtung nachblühender Gewächse, nachzugehen. Und auch der Mensch leidet unter zu viel Licht, weil Störungen seines Schlaf-Wach-Rhythmus ihn körperlich und psychisch krank machen.

Der schwedische Zoologe Johan Eklöf vermittelt in seinem Buch eindrücklich, welche Bedeutung die Dunkelheit für die Natur hat – und welche Faszination von der Nacht ausgeht.

Ein mitreißender Appell zum Schutz der Dunkelheit – aus Gründen des Naturschutzes.
Ein kaum beachteter, aber wichtiger Aspekt: Wie zu viel künstliches Licht zum Artensterben beiträgt.
Persönlich erzählt, wissenschaftlich fundiert, erkenntnisreich

Verlag Droemer 2022, 240 Seiten, € 22.00 (D)
ISBN: 978-3-426-27882-6
 
 



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