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Sonntag, 20. September 2020
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Buchtipp: Jutta Mehler "Der kleine Flüchtling"
Weihnachten 1944: Die Rote Armee marschiert auf Schlesien zu. Der siebenjährige Ulrich Scheller macht sich mit seiner Familie auf den Weg in ein Abenteuer, das die Erwachsenen »Flucht« nennen. Diese Flucht findet im niederbayerischen Deggendorf irgendwann ihr Ende – doch das Abenteuer geht noch lange weiter. Eine Familiengeschichte zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Tragik und Komik, eindringlich, lakonisch und poetisch erzählt: ein großer Roman.

Ein großes Familienepos der deutschen Nachkriegszeit. Einfühlsam und lakonisch zugleich zeichnet Jutta Mehler in ihrem Roman das Bild Nachkriegsdeutschlands im Mikrokosmos Niederbayerns. Gekonnt verwebt sie mehrere Handlungs- und Familienstränge zu einer dramatischen Handlung. Stilistisch wechselt sie dabei von locker-leichtem, manchmal poetischem Ton zu düsterer, derber Sprache mit viel Dialekt und streut leichthändig historische Fakten in die Handlung ein. Episodenhaft blendet der allwissende Erzähler in die verschiedenen Schicksale und verwebt die Lebenslinien kunstvoll. Freud und Leid, Liebe und Hass der vielfältigen Charaktere werden dabei eindringlich und intensiv geschildert. Anrührend, aber nie kitschig; angereichert mit historischen Fakten, aber nie belehrend, ein überzeugender und fesselnder Roman über ein Stück deutsche Geschichte.

emons Verlag 2013, 288 Seiten, EUR 16,90 (D), 17,10 (A)
ISBN 978-3-95451-090-0
 
Eintrag vom: 13.06.2013  




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