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Sonntag, 24. September 2017
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Uhr


Sonstiges 
 
 
Theatertipp: Thomas Reis - Endlich 50!
Kabarett
im Vorderhaus Freiburg
Freitag, 22. September 2017 | 20.00 Uhr

Vorsicht! "Endlich 50!" ist Kabarett. Keine humoristische Altenpflege, sondern die Anstiftung zur ewigen Jugend. Auch wenn wir mit 50 endlicher sind als etwa mit 30, aber nur statistisch. Schon darum lautet das Motto des Abends: Nie wieder tot! Nie wieder Angst! Nie wieder Mitleids-Krisen! Heute fängt die Zukunft an! Es lebe die permanente Revolution Deiner selbst! Es gibt kein Leben, es sei denn Du lebst es. Solange wir sind, sind wir ewig. Das Leben ist zu kurz zum Sterben und Sterben ist kein schöner Tod.
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Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Bierleichen
Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Roland Weis
Mit: Hede Beck, Oliver Wnuk, Katharina Friedel, Tilo Prückner, Peter Davor u. v. a.
Musik: Paul Reinig
Hörspielbearbeitung und Regie: Tobias Krebs
(Produktion: SWR 2015)
Buchausgabe: Sternwald
Diese s Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: SWR2.de/hoerspiel
Länge: 55 Minuten

Seit seinem Rauswurf bei der Regionalzeitung “Hochschwarzwald-Kurier” steckt Alfred in Geldnot. Da kommt der Auftrag, eine Firmenchronik für die Rothaus-Brauerei zu schreiben, gerade richtig. Alarmierend ist, dass der pedantische Betriebsrentner Heinz Böckler, der die historischen Quellen gesammelt hat, unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt: Er ertrinkt in einem der großen kupfernen Braukessel. Weshalb ist Böckler am Wochenende ins Brauhaus gegangen? Und wie konnte er durch die enge Luke in den Kessel stürzen? Alfred fühlt sich überfordert. Dennoch übernimmt er einen zentnerschweren Umzugskarton voller Dokumente aus dem 19. Jahrhundert. Die Bierleichen häufen sich. Alfred muss sich fragen: Können die Wirren der Badischen Revolution heute noch das Motiv für eine Mordserie abgeben?

Freitag, 22.09.2017, 22:33 Uhr, SWR2 Krimi
sowie am Samstag, 23.09.2017, 21:03 Uhr, SWR4 BW
 
 

Bibliotheken 
 
Veranstaltungen der städtischen Bibliotheken vom 19. bis 23. September
Jens Finke alias Prof. Zack / Foto: privat
 
Veranstaltungen der städtischen Bibliotheken vom 19. bis 23. September
Dienstag, 19. September, 15.30 Uhr
Herbstzeit – Vorlesezeit
(Kinder- und Jugendmediothek Rieselfeld)
Für Mädchen und Jungen von drei bis sechs Jahren liest
Vorlesepatin Marion Ernst in der Kinder- und Jugendmediothek
Rieselfeld, Maria-von-Rudloff-Platz 2, am Dienstag, 19. September,
um 15.30 Uhr, lustige, spannende oder auch nachdenkliche
Geschichten. Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 19. September, 16 – 18 Uhr
Game-Tester-Treff: Tommi – Deutscher Kindersoftwarepreis
(Stadtteilbibliothek Haslach)
In der Stadtteilbibliothek Haslach, Staudinger Straße 10, gibt es eine
offene Gruppe für alle ab 12 Jahre, die gerne elektronische Spiele
spielen, testen und bewerten möchten. Beim nächsten Treffen am
Dienstag, 19. September, von 16 bis 18 Uhr, steht das freie Testen
der Spiele von „Tommi“, dem deutschen Kindersoftwarepreis, auf
dem Programm. Der Eintritt ist frei.

Dienstag, 19. September, 19 Uhr
„Johann Christian Wentzinger“: Vortrag von Peter Kalchthaler
(Museum für Stadtgeschichte und Stadtbibliothek)
Über Leben und Werk des Bildhauers, Malers und Architekten
Johann Christian Wentzinger (1710-1797) spricht Peter Kalchthaler,
Leiter des Museums für Stadtgeschichte, am Dienstag, 19.
September, um 19 Uhr im Museum für Stadtgeschichte, dem
früheren Wohn- und Atelierhaus des Künstlers. Im Innenhof, in dem
sich die Gartenskulpturen „Vier Jahreszeiten“ befinden, lädt die
Dante-Alighieri-Gesellschaft zu einem Umtrunk mit Stiftungswein ein.
Im Anschluss referiert Peter Kalchthaler ab 20 Uhr in der
Stadtbibliothek am Münsterplatz. In Kooperation mit der Dante-
Alighieri-Gesellschaft. Eintritt: 4,50 Euro, für Mitglieder der Dante-
Alighieri-Gesellschaft frei.

Mittwoch, 20. September, 16 Uhr
Vorlesestunde (Stadtteilbibliothek Mooswald)
Vorlesepatin Beate Düe liest für Kinder von 3 bis 6 Jahren lustige
Geschichten in der Stadtteilbibliothek Mooswald, Falkenbergerstr.
21, am Mittwoch, 20. September, um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 20. September, 17 Uhr
Die ½ Vorlesestunde (Stadtteilbibliothek Haslach)
Für Mädchen und Jungen ab 3 Jahren werden in der halben
Vorlesestunde am Mittwoch, 20. September, um 17 Uhr, in der
Stadtteilbibliothek Haslach, Staudinger Straße 10, Geschichten nach
den Wünschen der Kinder gelesen. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 22. September, 15.30 Uhr
Freitagsbasteln (Kinder- und Jugendmediothek Rieselfeld)
Am Freitag, 22. September, um 15.30 Uhr, findet in der Kinder- und
Jugendmediothek Rieselfeld, Maria-von-Rudloff-Platz 2, Basteln für
Kinder ab 4 Jahren statt. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 22. September, 19 Uhr
„Computer, Clowns und Clouds“ mit Slapstick-Künstler
Professor Zack (Kinder- und Jugendbibliothek )
Zum Abschluss der Leseclubaktion „Heiß auf Lesen“ präsentiert der
Slapstick-Künstler Professor Zack sein Programm „Computer,
Clowns & Clouds“. Zack steckt in der Lesezwickmühle: E-Book,
Note-Book, Net-Book, Tablet oder das „gute alte Buch“? Liest man
heute besser auf Papier oder Bildschirm, mit Strom oder ohne, mit
Anfassen oder nicht? Zack widmet sich der aktuellen Leseforschung.
Vor aller Augen versetzt er sich am Freitag, 22. September, um 19
Uhr in der Kinder- und Jugendbibliothek am Münsterplatz in die Welt
der Buchstaben und erlebt den abenteuerlichen „Onleihe-Weg“ aus
der Bibliothek in die Gedanken des Lesers. Im Anschluss folgt die
Urkundenverleihung und Preisverlosung. Dabei winken allen
Teilnehmern von „Heiß auf Lesen“ tolle Preise, zum Beispiel
Eintrittskarten für den Zoo Basel, das Badeparadies SchwarzwaldGalaxy
in Titisee-Neustadt, das Aquarium Sea-Life in Konstanz umd
dem Planetarium. Die Teilnahme an „Heiss auf Lesen“ ist noch bis
Mittwoch, 20. September, möglich. Der Eintritt ist frei.
 
 

Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Manifest 50 / Du darfst mich töten, wenn Du mich liebst
Hörspiel von FALKNER
Mit: Jörg Pohl, Gideon Maoz, Claude De Demo u. a.
Musik: Manfred Engelmayr
Regie: Michaela Falkner
(Produktion: HR 2016)
Länge: 43 Minuten

Die Akademie der Darstellenden Künste kürte die Produktion der österreichischen Autorin zum “Hörspiel des Monats September 2017”. Die Jury lobte das Stück als “neuartigen Text, der mit der Beschreibung von Einsamkeit, Depression, Sexualität, einvernehmlicher Gewalt, Mord und Nekrophilie auf tief verdrängte Seelenbilder im Unbewussten der Hörer stößt. Auch die eingesetzte Musik verstärkt die intensiven Bilder und Handlungen: Eine eindrückliche, wenn auch einfach gestaltete Klang- und Geräuschebene kleidet die Bedeutung der Worte fein und zugleich lustvoll aus.” Erzählt wird die Geschichte von der Sehnsucht des Menschen nach dem Menschen. Ausgangspunkt ist eine dystopische Szenerie: Seit Monaten hat Ivan niemanden mehr gesehen, zumindest keinen lebenden Menschen. Die Straßen sind leer. Auf den Feldern vor der Stadt liegen viele Tote. Und aus Sehnsucht danach, jemanden zu umarmen, in jemandes Augen blicken zu können, beginnt er, aus den Teilen der Toten Körper zu formen …

Donnerstag, 21.09.2017, 22:03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

Sonstiges 
 
Tanztheatertipp: BEFORE MORNING
Before Morning © MEYER ORIGINALS
 
Tanztheatertipp: BEFORE MORNING
OVERHEAD PROJECT | DOSSIER 3-D-POETRY | REUT SHEMESH

EWERK Freiburg, Kammertheater
am DO 28.09. | FR 29.09. | SA 30.09. || jeweils 20.30 UHR

Ein Mann und eine Frau – Florian Patschovsky und Marion Dieterle – in einer Choreografie über körperliche Nähe, den Wunsch sich zu sehen, einen gescheiterten Versuch mit der Einsamkeit fertig zu werden, über sie und ihn, die Sehnsucht, Intimität herzustellen und die Angst, diese zu verfehlen.

Welche Auswirkungen hat unser heutiger Lebensstil auf unser alltägliches Intimleben? Wir sind hin- und hergerissen zwischen dem Verlangen nach Zuneigung und unserem Streben nach Unabhängigkeit und persönlicher Entwicklung. Wie lieben wir »richtig« und welche gesellschaftliche, politische, ökonomische und psychologische Funktion haben intime Beziehungen heute? In »Before Morning« übersetzen Marion Dieterle und Florian Patschovsky diese widerstrebenden Kräfte in Bewegung und untersuchen, wie Körper in einem intimen Raum interagieren.
Das Stück ist in Zusammenarbeit mit der israelischen Choreografin Reut Shemesh entstanden.

MIT Reut Shemesh (Choreografie, Lyrik) | Marion Dieterle & Florian Patschovsky (Performance, Kreation) | Timm Roller (Musik) | Ronni Shendar (Licht, Bühne, Video) | Julia Stefanovici (Kostüme, Grafik)
www.overhead-project.de || www.dossier3-d-poetry.de
Gefördert von Kunststiftung NRW und Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Eintritt 15 € / 11 € (erm.) | KARTEN www.ewerk-freiburg.de und BZ-Kartenservice
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Sonstiges 
 
 
Weltweiter Tag der Konfuzius-Institute
Konfuzius-Institut und China Forum Freiburg veranstalten „Erlebnistag China“ im Historischen Kaufhaus

Am Sonntag, 24. September veranstaltet das Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg e.V. zusammen mit dem China Forum Freiburg e.V. den „Erlebnistag China“ im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz Freiburg. Zum Thema „Alltag in China“, in diesem Jahr mit den Schwerpunkten Traditionelle Chinesische Medizin, Qigong, Taiji und Teekultur, können Freiburger von 11:00 bis 17:00 Uhr vieles über die chinesische Kultur, Sprache, Kunst und Traditionen erfahren. Die Veranstalter möchten Interessierten mit Workshops, Vorführungen, Informationen und Mitmach-Angeboten für die ganze Familie das Land China näher bringen.

Programm:

Von 11:00- 17:00 Uhr wird im Kaisersaal ein „China-Marktplatz“ geboten: Die Besucher können sich über traditionelle chinesische Medizin, chinesische Kampfkunst, das Reiseland China, handgeknüpften Schmuck aus Asien, Kalligraphie, Studienreisen nach China sowie Studium der Chinawissenschaften und vieles mehr informieren. An den Infoständen des Konfuzius-Instituts und des China Forums kann man kleine chinesische Köstlichkeiten kosten, sich über die neusten Veranstaltungen und Sprachkurse informieren und an einer Tombola mit attraktiven Preisen teilnehmen! Das Programm wird von verschiedenen chinesischen Instrumenten begleitet.

Ein interessantes Aktionsprogramm bietet viele Angebote zum Mitmachen: In Schnupperkursen werden die ersten chinesischen Sätze gelernt. Die Teilnehmer erfahren, was es mit einem „Feuerwagen“ auf sich hat und was schwere Zeiten mit bitterem Geschmack zu tun haben.

In unterschiedlichen Workshops werden Bewegungen der chinesischer Kampfkunst oder chinesischer Fächertanz geübt, es gibt die Möglichkeit einer Einführung in die Traditionelle Chinesischen Medizin oder beim Taiji die „sanfte Lebenskraft“ zu spüren. Im Workshop „China für Einsteiger“ dürfen die Gäste einen kurzen Ausflug ins Reich der Mitte unternehmen und erhalten praktische Hinweise zu kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und China. Bei einer „Einführung in die chinesische Teekultur“ kosten die Besucher nicht nur chinesische Teespezialitäten, sondern erfahren interessante Details zur alten chinesischen Tee-Tradition.

Beim „Teeklatsch – ich erzähle meine China-Geschichte“ werden die eigenen Chinaerfahrungen ausgetauscht. Aus dem Austauschstudium zurückgekehrte Studenten berichten dieses Jahr von ihren Erlebnissen. Alle Teilnehmer können sich aktiv bei einer Tasse Tee an den Gesprächen beteiligen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!
 
 

Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Die Anmaßung
Hörspiel von Carsten Brandau
Regie: Iris Drögekamp
(Produktion: SWR 2017)
Länge: 39 Minuten

Der Schauspieler Manuel Harder sitzt vor dem Mikrofon und soll sprechen, über das Spiel, das Echte, die Kunst, das Leben. Eine Anmaßung. Nicht nur, aber auch, weil seine Worte nicht seine eigenen sind.
Carsten Brandau hat “Die Anmaßung” explizit für den Schauspieler Manuel Harder geschrieben. Das Spiel mit den biografischen Details aus dem realen Leben des Schauspielers ist anmaßend, aber auch die Voraussetzung dafür, dass dieser Ritt an der Grenze zwischen Spiel und Echtem, zwischen Scheitern und Gelingen so stattfinden kann. Ist das anmaßend? Ist er wirklich er? Wer ergreift Besitz von demjenigen, der da spricht und angeblich sein Leben ändert?

Ursendung
Dienstag, 19.09.2017, 19:20 Uhr, SWR2 Tandem
 
 

Sonstiges 
 
Supermacht Wissenschaft: Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle
Lars Jaeger / Foto: BUCH CONTACT
 
Supermacht Wissenschaft: Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle
Ein Interview mit Lars Jaeger


- Herr Jaeger, im August erscheint Ihr neues Buch „Supermacht
Wissenschaft. Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle“ beim
Gütersloher Verlagshaus. Was war die Motivation für Ihr neues
Buch, das ja durchaus die kontroversen und nicht immer positiven
Seiten der Wissenschaft diskutiert?

Gerade in diesen Wochen erleben wir bis in die Tagespresse hinein die Diskussion um die neue Geneditier-Technologie CRISPR. Diese macht es sehr einfach, unsere Gene umzuschreiben. Es braucht nicht viel Fantasie zu erkennen, was dies bedeutet und wie dies unsere Gesellschaften verändern wird. Dabei ist CRIPSR mit seinen Möglichkeiten des präzisen, schnellen und kostengünstigen Eingriffs in unser Genom (und dass aller Tiere und Pflanzen) und den damit verbundenen Hoffnungen (z.B. in der Medizin oder Landwirtschaft) sowie Gefahren (Menschenzucht) nur eine von zahlreichen Schlüsseltechnologien, die unser Leben schon in wenigen Jahren fundamental prägen werden. Es sind gleich ein Dutzend neuer Schlüsseltechnologien zugleich – von der Quantenphysik bis zur Algorithmik, von der Nanochemie bis zur Reproduktionsgenetik und der Erzeugung synthetischen Lebens, von neuer Medizin bis zu der perfekten Ernährung, von der künstlichen Intelligenz und Neuro- bzw. Bewusstseinstechnologien bis zur Robotik, von schlauen Fabriken bis Big Data, von denen jede einzelne Türen in bisher unvorstellbare Möglichkeitsräume öffnet. Anders als früher sind wissenschaftliche und technologische Durchbrüche nicht mehr Sache von Jahrzehnten, sie finden heute im monatlichen Takt statt. Gewaltige gesellschaftliche, soziale und kulturelle Veränderungen stehen uns daher nicht erst in fernen Zeiten bevor.

So machen um uns herum Wissenschaftler unglaublichste Technologien möglich und die meisten von uns befinden sich wie in einer Blase, in der wir noch der alten Zeit verhaftet sind und Mühe haben, die Neuerungen überhaupt wahrzunehmen. Geschweige denn zu verstehen, was sie bedeuten und wie sie unsere Gesellschaften verändern werden, bevor sie sich allzu deutlich vor uns abzeichnen (und dann reiben wir uns erstaunt die Augen und fragen, wie das denn alles möglich ist). Es ist noch immer viel zu wenig von Physik, Chemie oder Biologie die Rede, wenn uns Journalisten und andere Meinungsmacher Weltzusammenhänge und wichtige gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen wollen. Das Buch will hier einen Beitrag leisten, die Diskussion um die Gestaltung unserer technologischen Zukunft in der breiten Gesellschaft zu verankern, anstatt dies Experten oder – noch schlimmer – den ökonomischen Interessen von Unternehmen zu überlassen. Es ist das Ziel des Buches, die Leserinnen und Leser auf eine aufregende Reise mitzunehmen, die uns in die Welt der Möglichkeiten unserer eigenen Zukunft führt. Dabei geht es auch darum, wie wir so weit wie möglich die Kontrolle über diese Technologien behalten können.


- Wie sich von Ihrem Buchtitel bereits ableiten lässt, sehen sie die
Wissenschaft als eine Supermacht. Weshalb?

„Supermacht Wissenschaft“ soll darauf verweisen, dass der Wissenschaft und den aus ihr hervorgehenden Technologien ein gewaltiger Einfluss in der Gestaltung unserer Zukunft zukommt.

Die wesentlichen Motoren der Moderne sind die Naturwissenschaften. Ihre Erkenntnisse haben seit dem 19. Jahrhundert das menschliche Leben stärker verändert als jegliche wissenschaftliche oder sonstige geistige Erkenntnisse in den 10.000 Jahren davor. Aus dem Wunsch der Wissenschaftler, die Welt zu verstehen, ist heute längst auch ein Wille zur Gestaltung geworden. Immer neue Innovationen führen uns in neue Dimensionen der Naturbeherrschung und Lebensgestaltung, die uns nur wenige Jahre zuvor noch unvorstellbar erschienen. Enkelkinder erklären heute ihren Großeltern die Feinheiten des Smartphones und wie sie jederzeit mit WhatsApp und Facebook in Kontakt mit ihnen treten können. Wer weiß, was sie sich einmal von ihren eigenen Kindern oder gar jüngeren Geschwistern erklären lassen müssen. Die rasante, immer schneller werdende Fahrt führt uns in eine zunehmend durch völlig neue Technologien geprägte Zukunft.


- Sie sprechen davon, dass die modernen Technologien, obwohl
von Menschenhand geschaffen, den Spieß auch umdrehen können.
Wie darf man sich das vorstellen?

Bislang formte der Mensch die Natur nach seinem Willen, und zwar mit Hilfe von immer anspruchsvoller werdenden Technologien. Dies ist die Grundlage unseres enormen Wohlstands und der historisch unvergleichbar hohen Lebensqualität, die wir heute genießen. Doch Technologien können den Spieß auch umdrehen. Sie formen dann den Menschen. Genau dies beginnt heute: Gentechniker greifen in unsere Keimbahn ein, Algorithmen entscheiden über Leben und Tod, künstliche Intelligenz bestimmt unsere Entscheidungen. Unser Alltag, unsere menschliche Existenz, unser ganzes Wesen verändert sich. Wir leben in einer historisch einmaligen Zeit. Die Frage ist: Wollen wir diesen Epochenwandel?


- Ab welchem Punkt beginnt für Sie die Verselbstständigung der
Technologie und welche wissenschaftlichen Errungenschaften
können uns Ihrer Meinung nach besonders gefährlich werden?

Hier lassen sich natürlich keine klaren Grenzen ziehen. Nehmen wir noch einmal das Gen-Editierungsverfahren CRISPR: Dieses könnte und wird wohl sicher dazu verwendet werden, bestimmte genetisch bedingte Krankheiten zu eliminieren. Das kann so weit gehen, dass damit Krebs, AIDS und andere gefährliche Krankheiten behandelbar werden. Wenn es um genetische Krankheiten geht, die vererbt werden, kann könnte man diese sogar schon im embryonalen Stadium behandeln. Gendefekte, die aufgrund eines Defekts, oder wie in den meisten Fällen aufgrund von Anomalien in einer Kombination von Genen entstehen, könnte man dann bereits eliminieren, bevor der betroffene Mensch geboren wird. All dies ist großartig. Die Grenzen liegen dort, wo es darum geht, gesunde Menschen in ihren spezifischen Eigenschaften zu verändern, die nichts mit einer genetischen Krankheit zu tun haben. Sprich, sie intelligenter zu machen oder äußere Attraktivitätsmerkmale zu verändern. Was wäre zum Beispiel, wenn plötzlich jeder Kinder mit blauen Augen haben will? Spätestens dort ist die Grenze zu ziehen, wo wir den Menschen an sich verändern. Ein ungeborenes Baby wird dann von vornherein so programmiert, wie es die Eltern oder andere haben wollen. Das verstößt gegen die Menschenwürde.

Blicken wir auf die Technologie-Geschichte der letzten 400 Jahre zurück: Neue Technologien waren doch schon immer mit Ambivalenzen verbunden. Genau diese gilt es zu erkennen, abzuwägen und auch auszuhalten.


- Gab es während dem Entstehungsprozess Ihres Buches technologische
Entwicklungen, die selbst Sie als Wissenschaftler überrascht
haben, oder die Ihnen vielleicht auch Sorge bereiten?

Wer regelmäßig die wissenschaftliche Literatur liest – oft reichen auch schon die Wissenschaftsteile guter Tageszeitungen – wird sehr schnell merken, dass der wissenschaftliche Fortschritt keine Frage von Jahren oder Jahrzehnten ist, sondern eher von Wochen und Monaten. Allein in den neun Monaten, in denen ich das Buch geschrieben habe, gab es zahlreiche dramatische Entwicklungen, die ihren Schatten auf unsere Zukunft werfen. Geneditierung an menschlichen Embryos, eine künstliche Intelligenz definiert das jahrtausendealte Spiel Go um und zeigt den Weltmeistern dieses Spiels ganz neue und sehr kreative Strategien auf, Organismen mit komplett künstlich hergestelltem Genom werden geschaffen, Quantencomputer werden entwickelt, und Vieles andere. Jede einzelne dieser Entwicklungen besitzt ein revolutionäres Potential für unsere Gesellschaft. Und wer bereit ist, über die Tages- und Wochenzeitungen hinauszublicken und etwas tiefer in die Welt der Wissenschaft und Technologie einzutauchen, wird sein Staunen nie verlieren. Nahezu in jedem ihrer Bereiche und Forschungsgebiete lassen sich bahnbrechende Entwicklungen beobachten, welche jede für sich Faszination, Ehrfurcht und Erstaunen über das Zukunftsmögliche auszulösen vermag. Diese Entwicklungen versuche ich auch auf meinem zwei-wöchentlichen Blog aufzuzeigen (www.larsjaeger.ch).


- Nun ist die Wissenschaft nicht nur negativ, sondern bietet auch
durchaus positive und chancenreiche Perspektiven für die
Menschheit. Gibt es Technologien, die das Potenzial beinhalten
die großen Probleme der Menschheit zu verringern oder gar zu
lösen (Hunger, Krankheit, Klimawandel)?

Aber natürlich. Darauf verweist das Buch auch in vielen Details. Gerade in der Medizin steht uns eine neue Revolution bevor, die vergleichbare Auswirkungen haben wird wie die Entdeckung der Keime als Krankheitserreger oder Antibiotika. In den letzten 150 Jahren hat sich damit die Lebenserwartung der Menschen verdoppelt. Es würde mich nicht wundern, wenn dies in weniger als dieser Zeit noch einmal passieren wird. CRISPR könnte uns helfen den Krebs zu besiegen, Nano-Roboter könnten Krebszellen und Krankheitserreger frühzeitig erkennen. Mit künstlicher Intelligenz könnten wir in unserem Leben in vielen Bereichen rationalere und bessere Entscheidungen treffen, 3D-Drucker könnten alles, was wir brauchen, inkl. Lebensmittel, ausdrucken. Und auch der Klimawandel könnte sich gestalten lassen, z.B. wenn Energie ganz anders als heute produziert wird. Auf all das gehe ich in „Supermacht Wissenschaft“ ein. Ich bin sogar optimistisch, dass wir mit neuen Technologien unsere Zukunft sehr positiv gestalten können. Aber natürlich gibt es auch viele Hindernisse. Und tatsächlich geht der Trend heute leider oftmals in keine so gute Richtung. Hier gilt: Wir müssen heute aktiv werden, Technologie gestalten und dürfen nicht alle Entwicklungen einfach geschehen lassen. Bei einem verantwortungsvollen Gebrauch der Naturwissenschaften könnten uns in der Zukunft paradiesische Zustände winken, bei verantwortungslosem Gebrauch die unwiederbringliche Zerstörung unserer humanistischen Errungenschaften und ein Leben in einer irdischen Hölle.


- Was macht dieser technologische Fortschritt mit uns Menschen?
Werfen wir bald alle moralischen Werte über Bord?

Natürlich nicht, aber Werte ändern sich auch mit dem technologischen Fortschritt. Und sie sind auch nicht überall gleich. Vergleichen wir nur mal die Einstellung zu Robotern: Im Westen können wir uns nicht vorstellen, uns im Alter von solchen seelenlosen Wesen pflegen zu lassen. In Japan ist das heute schon üblich. Man spricht ihnen dort sogar eine Seele zu. Oder die Einstellungen zu eugenischen Eingriffen in unsere Keimbahn. Dem steht man in China weitaus aufgeschlossener gegenüber als bei uns im Westen (wo dies verboten ist). Wichtig ist aber, dass wir überhaupt Werten folgen, diese Werte reflektieren und in einen wenn nötig interkulturellen Diskurs stellen. Wir dürfen nicht alles einfach der kapitalistischen oder militärischen Verwertungslogik überlassen. Das wäre fatal.

Und was Technologien mit uns Menschen machen, das können wir heute schon beobachten. Schauen Sie doch nur mal heutige Teenager an, wie sie mit ihren Smartphones kommunizieren oder im Internet surfen. Diese Geräte sind geradezu Teil ihres Körpers, könnte man meinen. Und in mancher Hinsicht sind sie das auch wirklich. Das Ganze ist ein großangelegtes soziales Experiment mit sehr ungewissem Ausgang.


- Was können wir Ihrer Meinung nach tun, um einer negativen
Verselbständigung der Technologien entgegenzuwirken? Gibt es
überhaupt etwas, das der Einzelne dagegen tun kann?

Wir können natürlich etwas dagegen tun. Der gesamte dritte Teil des Buches beschäftigt sich beispielsweise damit, wie wir alle gemeinsam den technologischen Fortschritt gestalten können, statt ihn einer Elite von Experten-Wissenschaftlern oder Nicht-Experten-Politikern, oder noch schlimmer den kommerziellen oder militärischen Interessen einzelner Firmen oder Staaten zu überlassen.

Dies erfordert demokratisches Engagement eines jeden von uns – was die Pflicht zur Information einschließt. Dabei ist auch eine richtige innere Haltung wichtig. Hierzu zähle ich insbesondere zwei Dinge:

a. das aufrichtige und uneingeschränkte Streben nach Wahrheit und einem ehrlichen Erfassen des Status quo,

b. eine bedingungslose Unbestechlichkeit, die von Interessen frei ist

Wir müssen eine Haltung der intellektuellen Redlichkeit bei Politikern und anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern einfordern. Das heißt, dass bewusste Unwahrheiten, Informationsverzerrungen und -verschmutzung oder Informationsfilter zum Zwecke der Durchsetzung partikularer Interessen auf moralischer wie politischer Ebene bekämpft werden. Gerade in einer Zeit, in der „FakeNews“ ihre destruktive propagandistische Macht entfalten und erschreckend viele Politiker noch immer ernsthaft den Klimawandel oder die Darwin’sche Evolutionstheorie bezweifeln, gewinnt dieser Punkt an Bedeutung. Das Gebot der intellektuellen Redlichkeit gilt aber ebenso für die Empfänger von Information. Intellektuelle Redlichkeit bedeutet auch, sich auf unangenehme Wahrheiten einzulassen, ohne sich etwas vorzumachen. Wir müssen uns darin üben, nicht allzu schnelle Schlüsse zu ziehen, Vorurteile abzubauen, uns, wenn nötig, auf komplexe Zusammenhänge einzulassen, ohne alles gleich vereinfachen zu wollen, sowie zuletzt unangenehme Wahrheiten zuzulassen. Ein jeder von uns sollte sich um einen breiten rationalen, informations- und faktenbasierten Diskurs zu technologischen Fragen bemühen.

Ich habe das, was wir alle tun können am Ende des Buches als eine Art Manifest zusammengefasst. Und zwar unter den Rubriken:

a. Mitspracherecht und -pflicht für Alle
b. Gemeinschaftliche Werte und Sinngebungen
c. Klarheit im Denken und Handeln
d. Neue Wirtschaftsstrukturen und Sozialsysteme

Es lohnt sich garantiert, da mal reinzuschauen!

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Lars Jaeger hat Physik, Mathematik, Philosophie und Geschichte studiert und mehrere Jahre in der Quantenphysik sowie Chaostheorie geforscht. Er lebt in der Nähe von Zürich, wo er – als umtriebiger Querdenker – zwei eigene Unternehmen aufgebaut hat, die institutionelle Finanzanleger beraten, und zugleich regelmäßige Blogs zum Thema Wissenschaft und Zeitgeschehen unterhält. Überdies unterrichtet er unter anderem an der European Business School im Rheingau. Die Begeisterung für die Naturwissenschaften und die Philosophie hat ihn nie losgelassen. Sein Denken und Schreiben kreist immer wieder um die Einflüsse der Naturwissenschaften auf unser Denken und Leben. Seine letzten Bücher „Die Naturwissenschaften. Eine Biographie“ (2015) und „Wissenschaft und Spiritualität“ (2016) sind bei Springer Spektrum erschienen. Im August erscheint sein neustes Buch „Supermacht Wissenschaft“ (2017) beim Gütersloher Verlagshaus.
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