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Freitag, 17. November 2017
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Buchtipps 
 
Buchtipp: Wolfgang Hermann Körner
 
Buchtipp: Wolfgang Hermann Körner "Der Schädling"
Roman

Lukas Morlok, der Schriftsteller, von der Moderne und ihren Perversionen gehetzt, schwindlig von dem Gefühl, nicht mehr zu wissen, wer er ist, hält sich schließlich für einen Schädling. Verzweifelt sucht er einen Ausweg aus dem Dilemma und kommt zu dem Schluss, dass es unausweichlich ist, sich mit seinem Schicksal abzufinden. Virtuos und verwirrend zugleich thematisiert Körner die Suche des Schriftstellers nach einem Weg aus der Einsamkeit.

Lukas und Aischa kauerten, erinnerte er sich, aneinander geschmiegt im Sand des flachen Abhangs und versuchten, gegen die Sonne anblinzelnd, dem riesigen Menschentierwesen über ihnen ins Gesicht zu blicken und ihm die schrägen Geheimnisse des Universums, wie Aischa spottete, zu entlocken. Trägt es, das die Welt immer noch zu verkennen scheint und ihm das weibliche Geschlecht zuschreibt, nun Chephrens oder Cheops´ Gesichtszüge?
Lukas war, als ob die Frage ihn selbst beträfe. Jetzt aber erschien ihm die übermächtige Felsenskulptur der großen Sphinx mit dem Pharaonengesicht plötzlich zu furchterregendem Stein erstarrt, und die dahinter aufragenden Pyramiden abweisend und unnahbar. Er entsann sich, wie er Aischa gegenüber einmal seine Genugtuung geäußert hatte, dass Ägyptens Monumente nach wie vor von einhüllenden Mysterien geschützt seien, und Aischa ihn lachend daran erinnert hatte, dass die Türen innerhalb der Artefakte blind seien und weder zu verborgenen Kammern noch zu den erhofften Erkenntnissen führten.

Was, dachte er, würde es bringen, das Dasein noch einmal zu überdenken? Das Schreiben als eine Art Slumtourismus zu betreiben, der ihn doch nur tiefer in das Elend führen würde, auf das die Welt, kurz vor dem Kollaps, zusteuerte? Nie glich sein Leben einem Akt der Befreiung. Immer nur drang er tiefer in das dunkle Innere seines Ichs vor und es ergriff ihn die Angst, beim Schreiben den Faden zu seinem Leben zu verlieren.

Verlag Brandes & Apsel 2017, 212 Seiten, EUR 21,90 (D)
ISBN 9783955581978
 
 

Museumstipps 
 
 
Veranstaltungstipps der Freiburger Museen von 20. bis 26. November
Augustinermuseum

Orgelmusik im Museum
Studierende der Musikhochschule Freiburg spielen am
Samstag, 25. November, um 12 Uhr ausgewählte Stücke auf
der Welte-Orgel im Augustinermuseum am Augustinerplatz.
Das Konzert kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt
5 Euro.

Rundgang durch die Hölzel-Ausstellung
Ein Rundgang durch die neu eröffnete Ausstellung „Im
Laboratorium der Moderne. Hölzel und sein Kreis“
findet am Sonntag, 26. November, um 10.30 Uhr im
Augustinermuseum am Augustinerplatz statt. Die Teilnahme
kostet 2 Euro; zuzüglich Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Haus der Graphischen Sammlung

Kunstpause zu Rembrandt
„Rembrandts 100 Gulden Blatt“ lautet das Thema einer
Kurzführung mit Museumsleiter Tilmann von Stockhausen am
Mittwoch, 22. November, um 12.30 Uhr im Haus der
Graphischen Sammlung im Augustinermuseum, Salzstraße
32. Die Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 5 Euro,
ermäßigt 3 Euro.

Für Familien: Rembrandt, ein Mann mit vielen Gesichtern
Rembrandt war einer der bekanntesten Künstler überhaupt.
Seine Radierungen erzählen lebendig vom Alltag der
Menschen seiner Zeit. Bei einer Familienführung am Sonntag,
26. November, um 14 Uhr im Haus der Graphischen
Sammlung im Augustinermuseum, Salzstraße 32, können
Familien mit Kindern ab 5 Jahren seine Werke unter die Lupe
nehmen. Die Teilnahme kostet 2 Euro; für Erwachsene
zuzüglich Eintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Museum für Neue Kunst

Gespräch über Großmann
Zu „kunst:dialogen zu Rudolf Großmann“ laden Mitglieder des
Fördervereins am Samstag, 25. November, um 15 Uhr ins
Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, ein. Die
Teilnahme kostet den regulären Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5
Euro.

In guten und in schlechten Zeiten. Wie was bleibt.
Eine Führung durch die Sonderausstellung „In guten und in
schlechten Zeiten. Wie was bleibt“ findet am Sonntag, 26.
November, um 15 Uhr im Museum für Neue Kunst,
Marienstraße 10a, statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro; dazu
kommt der Eintritt von 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Museum für Stadtgeschichte

Freiburger Kurzgeschichten
Um das Thema „Bildung für Mädchen“ dreht sich eine
Kurzführung im Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30,
am Freitag, 24. November, um 12.30 Uhr. Die Teilnahme
kostet den regulären Eintritt von 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Archäologisches Museum Colombischlössle

Syrien – mehr als Katastrophe und Bürgerkrieg
Doris Danzeisen und Mohamad Fakhro von der Universität
Tübingen und Bern sprechen am Donnerstag, 23. November,
über das Thema „Syrien – Wiege der Menschheit“. Der
Vortrag beginnt um 19 Uhr im Archäologischen Museum
Colombischlössle, Rotteckring 5. Er zeigt auf, dass das Land
mehr Facetten hat, als humanitäre Katastrophe und
Bürgerkrieg. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl
ist begrenzt.

Vortrag: Von der Grabung ins Museum
Um außergewöhnliche regionale Grabbeigaben der
Jungsteinzeit und Bronzezeit dreht sich ein Vortrag von Dr.
Jutta Klug-Treppe und Marcel El-Kassem vom Landesamt für
Denkmalpflege Baden Württemberg. Er findet am Sonntag,
26. November, um 17 Uhr im Archäologischen Museum
Colombischlössle, Rotteckring 5, statt. Die Teilnahme ist
kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Museum Natur und Mensch

Vortrag: Der Tod ist völlig ungefährlich
Wilfried Pfeffer vom Tibet-Kailash-Haus spricht am Dienstag,
21. November, um 19 Uhr über das Thema „Der Tod ist völlig
ungefährlich“. Der Vortrag findet im Museum Natur und
Mensch, Gerberau 32, statt. Die Teilnahme kostet 3 Euro.

Jahresfest der Museumsfreunde
Im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, feiert der dortige
Freundeskreis am Donnerstag, 23. November, um 19 Uhr sein
Jahresfest. Die Teilnahme ist kostenfrei.
 
 

Hörspieltipps 
 
 
Hörspieltipp: Valentina
Hörspiel von Sara Magdalena Schüller
Regie: Judith Lorentz
(Produktion: SWR 2017)

Magdalena, eine junge Hamburgerin, ist für mehrere Monate bei der Familie ihres Vaters in Santiago de Chile zu Besuch. In der Fünfzimmerwohnung, in der sie untergekommen ist, leben neben Miguel und Carmen deren unverheiratete Tochter Antonia und die 13-jährige Enkelin Valentina. Sie ist das Kind ihrer anderen Tochter und wird von Miguel und Carmen aufgezogen. Magdalenas Verhältnis zu der verhätschelten Valentina schwankt zwischen Mitleid mit dem von der Mutter verlassenen Kind und Eifersucht, weil sie der auserkorene Liebling aller anderen ist. Magdalena selbst bleibt in dieser Konstellation eine Beobachterin von außen, die Gringa aus Hamburg. Doch sie besitzt ein genaues Gespür für die Dynamik innerhalb des Familiengeflechts und reflektiert in der Auseinandersetzung mit der chilenischen Verwandtschaft ihre eigene Familiengeschichte.

Dienstag, 21.11.2017, 19:20 Uhr Ursendung, SWR2 Tandem
 
 

Hörbuchtipps 
 
Hörbuchtipp: Robert Menasse
 
Hörbuchtipp: Robert Menasse "Die Hauptstadt"
Wo die Fäden zusammenlaufen

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte; David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.

Ungekürzte Lesung mit Christian Berkel

der Hörverlag 2017, MP3-CD, 2 CDs, Laufzeit: 861 Minuten, EUR 22,99 (D), 25,80 (A) / SFr 32,90
ISBN: 978-3-8445-2747-6
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Lesungen 
 
 
Lesung: „Philosophen-Schiff“
Szenische Lesung mit Maria Thorgevsky und Juan Maria Braceras

Eine Kooperation des Wallgraben Theaters mit dem Zwetajewa-Zentrum und dem Internationalen Graduiertenkolleg 1956

Sonntag, 26. November 20 Uhr im Wallgraben Theater

Im Jahr 1922 wurden Intellektuelle von der sowjetischen Regierung mit dem Schiff aus Russland deportiert - das Ereignis wird seither mit dem Namen „Das Philosophenschiff“ bezeichnet. Lew Trotzkij äußerte sich dazu: „Wir haben diese Leute ins Exil geschickt, weil wir sie nicht erschießen konnten“. Mitten im roten Terror haben die Bolschewiken eine Handvoll Intellektuelle in die Freiheit entlassen. Es bleibt die große Frage, warum die bolschewistische Willkür hier für einmal gnädig war. Absurd, skurril und tragisch - mit diesen drei Worten kann man die Ereignisse von 1922 beschreiben. Doch immerhin konnten mit diesem Akt bedeutende Gelehrte, Philosophen und Schriftsteller für die Welt gerettet werden. Maria Thorgevsky geht in ihrer Erzählung den Erinnerungen von Michail Ossorgin nach, einem russischen Schriftsteller, der sich unter den Deportierten befand. Sie wird über die damalige Situation in Russland sprechen, über die Menschen, die auf dieser kulturellen „Arche Noah“ waren, die Philosophen und deren philosophische Konzepte vorstellen.

Künstlerisch ist die Lesung als Dialog mit einer Geige konzipiert – die Geige stellt Fragen, wird ratlos, ist betroffen und philosophiert aber auch. Mit dem Abend möchten wir einzelne Leute und ihre Schicksale schildern und diese den Zuschauern nahe bringen. Denn es passieren noch immer zu viele Verbrechen im Namen der Menschheit – zu oft wird ein Mensch der Menschheit geopfert.
 
 

Buchtipps 
 
Buchtipp: Sabri Louatah
 
Buchtipp: Sabri Louatah "Die Wilden - Eine französische Hochzeit"
Roman

Politik und Intrige - die große französische Familiensaga

Am Vorabend der französischen Präsidentschaftswahlen erschüttert ein Attentat die Nation. Opfer ist Idder Chaouch, der erste Kandidat arabischer Herkunft, ein charismatischer und weltgewandter Politiker, der die Menschen mitreißt und der politischen Landschaft neues Leben einhaucht. Ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät die weitverzweigte Familie Nerrouche, algerische Einwanderer in dritter Generation, die voller Stolz auf ihren Kandidaten sind und ihn mit aller Kraft unterstützen. Doch innerhalb von 24 Stunden wendet sich das Blatt und die Familie gerät unter Verdacht, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Das Schicksal der Familie wird zum Sinnbild einer zerrissenen Nation.

Verlag Heyne Encore 2017, 704 Seiten, EUR 18,00 (D), 18,50 (A) / SFr 24,50
ISBN: 978-3-453-27119-7
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Sonstiges 
 
 
Karlsruhe: Diskussion um „Deutsch-französische Kulturarbeit“
Kulturfrühstück thematisiert am 24. November die Beziehungen zum Nachbarland

Deutschland und Frankreich sind eng verbunden, die Beziehungen zwischen den Nachbarländern intensiv und vielfältig. Speziell im PAMINA-Raum ist der Kulturaustausch lebendig, getragen vom Engagement der Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler, von Schulen, Chören, Verbänden, Verwaltungen, Freundeskreisen sowie Privatpersonen. Oder von Städtepartnerschaften wie der mittlerweile 62-jährigen Verbindung zwischen Karlsruhe und Nancy.

Ganz im Zeichen „Deutsch-französischer Kulturarbeit“ steht das Kulturfrühstück am Freitag, 24. November, um 10 Uhr im Café Besitos am Marktplatz. Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche thematisiert bei der für alle Interessierten offenen Runde unter anderem offizielle Förderprogramme, unterschiedliche Verwaltungsstrukturen und deren Auswirkungen auf die Zusammenarbeit oder auch, wie und in welchem Umfang Medien über das kulturelle Geschehen im Nachbarland berichten.
 
 

Sonstiges 
 
 
Theatertipp: Bea von Malchus - Queens
Erzähltheater
Sonntag, 19. November 2017 | 19.00 Uhr
im Vorderhaus Freiburg

„You can’t always get what you want ...“
But you must see Queens!
It ́s scottish! It ́s british! It ́s musikalisch!
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