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Mittwoch, 28. Juni 2017
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Lesungen

 
Freiburger Literaturgespräch vom 7. bis 10. November
Vier Tage Lesungen mit international renommierten
Autorinnen und Autoren und vielversprechenden
Debütanten – Eröffnungslesung am 7. November um 20
Uhr

Das 27. Freiburger Literaturgespräch findet in diesem Jahr
von 7. bis zum 10. November statt. In bewährter
Zusammenarbeit des Kulturamtes mit dem Literaturbüro
Freiburg werden wiederhochkarätige Autorinnen und Autoren
im Ratssaal des Freiburger Rathauses lesen. Die diesjährigen
Gäste sind: Nico Bleutge, Mirko Bonné, Olga Grjasnowa,
Christoph Hein, Georg Klein, Tanja Maljartschuk, Tristan
Marquardt, Eva Menasse, Petra Morsbach, Monika Rinck,
Peter Schneider und Monika Zeiner.

Der Fokus des Literaturgesprächs liegt wie gewohnt auf
deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. In guter Freiburger
Tradition stellen aber auch einige internationale Autorinnen
ihre Texte vor. Zugleich ist es erklärtes Konzept des
Literaturgesprächs an den vier Veranstaltungstagen
renommierte und debütierende, jüngere und ältere Lyriker und
Lyrikerinnen und Prosaisten und Prosaistinnen aus dem In-
und Ausland dem interessierten Publikum zu vermitteln und
diese zugleich auch mit den Kolleginnen und Kollegen ins
Gespräch zu bringen. Das Freiburger Rathaus verwandelt
sich dadurch für einige Tage im Jahr zu einem kulturellen Ort
literarischer Experimente und Entwürfe, Neubetrachtungen
und Wiederentdeckungen.


So ist die aktuelle Huchel-Preis-Trägerin zu Gast: Monika
Rinck experimentiert auf unterschiedlichste Weise mit
Sprache und fordert interdisziplinäre und intermediale
Grenzüberschreitungen heraus.

Tristan Marquardt ist 1987 geboren und damit der jüngste
Teilnehmer in diesem Jahr. Er sucht ebenfalls neue Formen
im Umgang mit Lyrik. Als Mitbegründer und Mitglied des
Lyrikkollektivs G13 verfasst er neben dem eigenen Schreiben
auch gemeinsam Texte und setzt sich als Veranstalter für die
Lyrikszene ein.

Beim Freiburger Literaturgespräch längst bekannt, stellt auch
Nico Bleutge seinen neuen Gedichtband „Verdecktes
Gelände“ vor.


Mirko Bonné tritt bei der Veranstaltung als Schriftsteller von
Lyrik und Prosa auf: Bei der Lesung präsentiert er seinen
jüngst für die Shortlist des Deutschen Buchpreises
nominierten Roman „Nie mehr Nacht“. Doch auch als Lyriker
hat er sich einen Namen gemacht und kann auf dem
Abschlusspodium am Sonntag aus zwei Perspektiven auf
„Irgendwie Lyrik“ blicken.

Ebenfalls auf die Shortlist schaffte es Monika Zeiner mit
ihrem epischen Debütroman „Die Ordnung der Sterne über
Como“. Die promovierte Romanistin ist Sängerin der Italo-
Swing-Band „Marinafon“ und veröffentlichte mehrere
Hörspiele.

Hochgelobt und ausgezeichnet wurde auch das Debüt „Der
Russe ist einer, der Birken liebt“ von Olga Grjasnowa.
Geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan und aufgewachsen im
Kaukasus, lebt sie seit 1996 in Deutschland. Sie ist
Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, eine
der beiden Ausbildungsstätten für den literarischen
Nachwuchs in Deutschland.

Aus der Ukraine stammt die nun in Wien lebende Autorin
Tanja Maljartschuk. Aus ihrem Roman „Biografie eines
zufälligen Wunders“, den sie in ihrer Muttersprache verfasste,
wird sie selbst auf Deutsch lesen.

Wien spielt immer wieder eine große Rolle im Werk von Eva
Menasse. Ihr aktueller Roman „Quasikristalle“ dreht sich um
die Lebensgeschichte einer Frau, die aus Sicht
unterschiedlicher Wegbegleiter und -begleiterinnen erzählt
wird.

Das Leben einer Frau zeichnet auch Peter Schneider nach:
In „Die Lieben meiner Mutter“ begibt er sich auf eine sehr
persönliche Suche und lernt seine bereits verstorbene Mutter
anhand von Tagebüchern und Briefen erst kennen. Der Autor

der Erzählung „Lenz“ studierte in Freiburg und ist vielen vor
allem als Wortführer der 68er-Bewegung bekannt.

Ihren in der Gegenwart angesiedelten Künstlerroman
„Dichterliebe“ stellt Petra Morsbach vor. Aus der
Theaterarbeit kommend, veröffentlichte sie inzwischen sechs
Romane und war bereits beim Freiburger Literaturgespräch
zu Gast.

Den Abschluss der Lesungen bestreitet Georg Klein und
präsentiert dem Publikum mit seinem kürzlich erschienenen
Science-Fiction-Roman „Die Zukunft des Mars“.

Damit wird inhaltlich der zeitliche Bogen gespannt zur
Eröffnungslesung, denn der international renommierte
Schriftsteller Christoph Hein korrigiert in seinem aktuellen
Buch „Vor der Zeit“ antike griechische Mythen und macht auf
diesem klugen wie unterhaltsamen Wege auch auf
gegenwärtige gesellschaftliche Zustände aufmerksam.

Die Eröffnungslesung findet am Donnerstag, 7. November
um 20 Uhr statt. Der Literaturkritiker und Autor Helmut
Böttiger stellt Person und Werk vor und führt das Gespräch
mit Christoph Hein. Vorab wird Kulturbürgermeister Ulrich von
Kirchbach die Gäste des 27. Freiburger Literaturgesprächs
begrüßen.

Die Lesungen am Freitag, 8. und Samstag, 9. November
werden von Helmut Böttiger, Publizist in Berlin, Ann-Christin
Bolay, Germanistin aus Freiburg, Thomas Geiger vom
Literarischen Colloquium Berlin, Wibke Gerking,
Kulturredakteurin beim SWR, Annette Pehnt, freie Autorin aus
Freiburg, und Stefanie Stegmann, Leiterin des Literaturbüros
Freiburg moderiert.

Ergänzend zu den Lesungen im Rathaus finden weitere
Veranstaltungen statt. So sind Studierende zu einer
Schreibwerkstatt unter der Leitung der Lyrikerin Monika Rinck
eingeladen. Am Freitag, 8. November, von 15 bis 18 Uhr
findet diese im Literaturbüro im Alten Wiehrebahnhof,
Urachstraße 40, statt. Anmeldungen werden telefonisch unter
289989 und per Mail über info@literaturbuero-freiburg
entgegengenommen, um Einsendung eigener Texte wird
gebeten. Der Kostenbeitrag beläuft sich auf 5 Euro. Weitere
Informationen gibt es im Internet unter www.literaturbuerofreiburg.
de

Über „Irgendwie Lyrik“ diskutieren am Sonntag, 10.
November, Mirko Bonné, Tristan Marquardt, Monika Rinck
und die Moderatorin Ina Hartwig. Die Schreibenden sprechen
über den schweren Stand der Lyrik auf dem heutigen
Buchmarkt, aber vor allem darüber, wie man zur Lyrik kommt,
was sie ausmacht und was fehlen würde, wenn es sie nicht
mehr gäbe. In einer Gegenwart, in der die Zeit zum Lesen
offenbar knapper wird, müssten verdichtete, kurze Texte doch
eine überwältigende Renaissance erfahren. Vielleicht steht
diese tatsächlich bevor. Die Gäste wagen einen Ausblick bei
der Abschlussveranstaltung des 27. Freiburger
Literaturgesprächs. Dieses Podiumsgespräch findet am
Sonntag, 10. November, um 11 Uhr im Schlossbergsaal des
SWR Studios statt. Veranstalter dieses Podiums ist das
Literaturbüro Freiburg gemeinsam mit dem SWR-Studio
Freiburg und dem städtischen Kulturamt.
Eintrittspreise

Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung kostet 8 Euro.
Tageskarten für die Lesungen am Freitag und Samstag sind
für jeweils 10 Euro erhältlich, der Eintritt für das
Podiumsgespräch am Sonntag beträgt 5 Euro. Eine Karte für
alle Lesungen gibt es für 15 Euro, ermäßigt für 5 Euro.
Schulklassen haben freien Eintritt, wenn sie sich zuvor beim
Kulturamt unter der Telefonnummer 201-2101 angemeldet
haben.

Eintrittskarten für alle Veranstaltungen gibt es bei der
Bürgerberatung im Rathaus, Rathausplatz 2-4 und jeweils
eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Tageskasse.

Die einzelnen Autorinnen und Autoren und eine Auswahl ihrer
Werke sind unter www.freiburg.de/literaturgespraech zu
finden.
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Erinnerungen an eine Ehe - Louis Begley liest in Freiburg
Banker und Anwälte, holzgetäfelte Raucherzimmer und Sommerhäuser in den Hamptons: Erinnerungen an eine Ehe ist ein konzentriertes, temperamentvolles Sittendrama um Liebe, Kränkung und Verrat, das Porträt einer widerspenstigen Frau und einer ganzen Gesellschaftsschicht.

Philip, ein erfolgreicher Schriftsteller, ist aus seiner Wahlheimat Paris zurück nach New York gezogen. Nach dem Verlust seiner Frau und seiner Tochter lebt Philip resigniert in seinen Erinnerungen. Ambitionen sind ihm so fremd geworden wie Ängste, bis er seiner Jugendfreundin Lucy, begegnet, einer damals lebenslustigen und frivolen jungen Frau, mit der er einst mondäne Partys feierte. Mittlerweile ist sie zur gehässigen alten Dame geworden, die voller Verbitterung über ihre zerstörerische Ehe mit dem sozialen Aufsteiger Thomas Snow spricht. Philip lässt sich infizieren von der zunehmend Fragen aufwerfenden Geschichte und beginnt, die Fäden der Vergangenheit wieder aufzunehmen.

Louis Begley, geboren 1933 als Ludwik Begleiter in Stryj, im damaligen Polen und in der heutigen Ukraine, studierte Englische Literatur in Harvard. Er leistete seinen Wehrdienst als amerikanischer Soldat in Deutschland. Nach seinem Jurastudium in den 1950er Jahren praktizierte er bis 2004 als Anwalt in New York. Seine Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

Durch den Abend mit Louis Begley führt Friederike Schulte, Direktorin des Carl-Schurz-Hauses. Die Lesung der deutschen Passagen übernimmt der Freiburger Schauspieler Michael Schmitter.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, des Carl-Schurz-Hauses Freiburg und der Buchhandlung zum Wetzstein.

| Di 29.10. | 20.00 Uhr | Historisches Kaufhaus, Münsterstraße 24, 79098 Freiburg

Eintritt: 10/8 Euro, Kartenreservierungen unter: info@literaturbuero-freiburg.de oder unter 0761.289989
 
 

LITERA-TOUR: MARTIN WALSER liest
Martin Walser / Foto © Philippe Matsas/ Opale
 
LITERA-TOUR: MARTIN WALSER liest "Die Inszenierung"
am Sonntag, 27. Oktober um 20 Uhr
im Theater Freiburg

Augustus Baum, ein berühmter Theaterregisseur, liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Herausgerissen aus der Inszenierung der «Möwe» von Tschechow, inszeniert er weiter, vom Krankenzimmer aus. Nicht nur das Stück, sondern auch sich selbst. Die Nachtschwester Ute-Marie, seine Frau Dr. Gerda und er sind die Personen, die er so handeln lässt, dass ein Roman draus wird.
Es ist ein Roman, der ohne Erzähler auskommt. Die Figuren handeln durch Rede und Gegenrede, miteinander und gegeneinander redend handeln sie. Sie stehen auf dem Spiel, darum müssen sie sprechen. «Die Inszenierung» ist der Roman der direkten Rede, aber nicht nur das. Obwohl er von nichts als Liebe handelt, ist er eine Seltenheit, wenn nicht sogar Sensation: Dr. Gerda, die Ehefrau, und Ute-Marie, die Nachtschwester, sind bei aller Lebensverschiedenheit gleich gut, gleich bedeutend, gleich zurechnungsfähig und auch gleich schön. Das gibt dem Uralt-Thema eine überraschende, ja faszinierende Aktualität.
Nicht erst seit seinem flammenden Roman «Ein liebender Mann» kreist Martin Walser um Themen wie Leidenschaft, Abhängigkeit und Wahn. «Die Inszenierung» ist ein zwischen Ironie und Tragik oszillierendes Kammerspiel über das Kunstwerk der Verheimlichung, die Ehe, und das seriöseste und zugleich lächerlichste Leiden überhaupt: die Liebe.

Martin Walser wurde 1927 in Wasserburg geboren und lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden «Pour le Mérite» ausgezeichnet und zum «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres» ernannt.
 
 

 
Lesung mit Luiz Ruffato und Beatriz Bracher
rasilien ist diesjähriges Gastland der Frankfurter Buchmesse

In 69 Szenen seines Romans Es waren viele Pferde entwirft der gefeierte brasilianische Autor Luiz Ruffato ein Kaleidoskop der Megacity São Paulo mit ihrem Glamour, Elend und Schmerz. Luiz Ruffato bewegt sich dabei weniger als Flaneur denn als »Zappeur« durch die brasilianische Stadt, indem er sich kinematografisch durch die Stadt klickt. Die verschiedenen Schlaglichter fügen sich zu einem Porträt einer zerrissenen Gesellschaft, zur Geschichte eines Landes, das von Gewalt und Entwurzelung gezeichnet ist.

Beatriz Brachers Roman Antonio deckt ein tragisches Familiengeheimnis auf: Im Abstand von zwanzig Jahren haben sich Vater und Sohn, ohne es zu wissen, in dieselbe Frau verliebt und mit ihr jeweils ein Kind gezeugt. Eines der Kinder deckt dieses Geheimnis auf und begibt sich auf die Suche, um herauszufinden, was geschehen ist. Da die unmittelbar Beteiligten bereits verstorben sind, erzählen drei enge Vertraute und Verwandte abwechselnd ihre Version von erinnerter Vergangenheit. Sie zeichnen in einer eindringlichen Sprache das Porträt einer nonkonformistischen Familie.

Luiz Ruffato, geboren 1961 in Cataguase Minas Gerais, lebt in São Paulo. Seit seinem 2001 erschienenen preisgekrönten Roman Es waren viele Pferde , 2012 von Michael Kegler ins Deutsche übertragen, gilt Rufatto als einer der wichtigsten zeitgenössischen brasilianischen Schriftsteller. Zuletzt erschien sein Roman Mama, es geht mir gut (2013) und im August 2013 folgt die Anthologie Der schwarze Sohn Gottes - 16 Fußballgeschichten aus Brasilien. Zusammen mit Ana Maria Machado ist er der literarische Eröffnungsredner der Frankfurter Buchmesse 2013.

Beatriz Bracher wurde 1961 in São Paulo geboren, arbeitete als Verlegerin und Lektorin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie gilt als eine der herausragenden Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur.

Die beiden ÜbersetzerInnen Michael Kegler und Maria Hummitzsch führen durch den Abend und lesen die deutschen Texte der beiden Autoren. Kegler übersetzt seit Ende der 1990er Jahre Literatur aus dem Portugiesischen. Seit 2001 betreibt er das Internetportal zur Literatur portugiesischsprachiger Länder www.novacultura.de. Hummitzsch studierte Übersetzung, Afrikanistik und Psychologie und arbeitet seit 2011 als Literaturübersetzerin aus dem Portugiesischen und Englischen.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, der Buchhandlung jos fritz und Radio Dreyeckland, mit freundlicher Unterstützung durch den Verlag Assoziation A.

Mo 21.10. | 20.00 Uhr
Galerie im Alten Wiehrebahnhof | Urachstraße 40, 79102 Freiburg
8/6 Euro
Kartenvorbestellungen für die Lesung unter: info@literaturbuero-freiburg.de oder 0761.289989

Zusätzlicher Hinweis:

28. – 31. Oktober 2013 | Brasilianisches Filmfestival

Kommunales Kino im Alten Wiehrebahnhof

CINEBRASIL – BRASILIANISCHES FILMFEST

Zum zweiten Mal präsentiert das Kommunale Kino das brasilianische Filmfestival CINEBRASIL. Das Festival, das auch in weiteren 20 europäischen Städten zu sehen ist, bietet dieses Jahr ein ausgewähltes Programm mit aktuellen Produktionen, die erstmalig in Deutschland zu sehen sind. Wir freuen uns sehr, die Regisseure Vinícius Reis und José Joffily aus Brasilien zu Ihren Filmen begrüßen zu dürfen. Herzlichen Dank an Sidney Martins, dem Kurator des Festivals! Weitere Informationen unter www.cinebrasil.info. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Brasilianischen Kulturverein DONA FLOR.

Kartenvorbestellungen für das Filmprogramm bitte über das Kommunale Kino Freiburg www.koki-freiburg.de.
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Zerreißproben - Lesung mit Ruth Klüger
" [...] denn Worte bewahren alte Verbrechen " / Ruth Klüger

Gedichte waren es, so Ruth Klüger, die ihr geholfen haben, den Holocaust zu überleben. Doch nicht nur Gedichte anderer gaben ihr Halt, sondern auch die eigenen, die sie als junges Mädchen in Auschwitz und danach bis in die Gegenwart hinein verfasste, aber kaum veröffentlichte. Nach dem Krieg beschäftigte sie sich als Literaturwissenschaftlerin zunächst mit fremden Texten. Beim Schreiben eigener Lyrik setzte sie sich immer wieder mit Adornos berühmtem Satz "Nach Auschwitz Gedichte zu schreiben ist barbarisch" auseinander, um ihn dann doch beiseitezuschieben. Ruth Klüger wird aus ihrem neuen Buch Zerreißproben lesen, in ihm sind ihre zwischen 1944 und heute entstandenen Gedichte versammelt.

Ruth Klüger, 1931 in Wien geboren, wurde als Kind in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt verschleppt. Noch kurz vor dem Kriegsende gelang ihr mit ihrer Mutter die Flucht. 1947 emigrierte sie in die USA und studierte dort Germanistik und Anglistik. Heute lebt sie als Literaturwissenschaftlerin abwechselnd in Irvine/Kalifornien und Göttingen, ihrem zweiten Wohnsitz. Mit ihrer ersten literarischen Veröffentlichung "weiter leben" fand Ruth Klüger überwältigendes Echo bei Kritik und Publikum. Sie wurde unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis, dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, Carl-Schurz-Hauses, der Buchhandlung jos fritz, des Deutschen Seminars und des Fördervereins Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V. - Blaues Haus.

Do 12.09. | 20.00 Uhr
Peterhofkeller | Niemensstraße 10, 79098 Freiburg
Empfohlene Spende: 8/6 Euro
 
 

 
Lesung: "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin" von Matthias Willenbacher
Freiburg, 12. September, 19:00 Uhr, Café Vélo

Die Energiewende erscheint kaum im Wahlkampf findet die Solar-Bürger-Genossenschaft. Auch Matthias Willenbacher, Mitbegründer der JuWi AG und Autor des Buches "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin" sieht das so und plant eine ungewöhnliche Aktion:
An mindestens 100 Orten in Deutschland werden Energiegenossenschaften am 12.9. Lesungen aus dem Buch veranstalten bei der eine Live-Schaltung zu Matthias Willenbacher für eine Fragerunde geschaltet wird.
Auch die Solar-Bürger-Genossenschaft nimmt gemeinsam mit fesa e.V. und ECOtrinova e.V. an dem Event teil.
Lesende ist Diana Sträuber, Geschäftsführerin des fesa e.V.
Am Donnerstag, den 12. September können im Café Velo nach der Lesung über Konzepte zur Energiewende diskutiert werden und mann kann sich über die Aktivitäten von Solar-Bürger-Genossenschaft, fesa e.V. und ECOtrinova e.V. informieren.

Das Buch "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin" haben wir schon unter Punkt 15 im prolixletter Nr. 421 vorgestellt sowie online auf unserer Literaturseite
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4 Montage im Herbst: Der KRIMI ist POLITISCH (1)
 
4 Montage im Herbst: Der KRIMI ist POLITISCH (1)
Krimis als Fenster zur Welt - Kriminalliteratur kann Gesellschaftsbarometer und Brücke zu fremden Kulturen sein: das Beispiel Südafrika

Lesung / Gespräch
26.08.2013 | 20:00 Uhr bis 22:30 Uhr
Buchladen in der Osterstraße, Hamburg
Mit Charlotte Otter, Schriftstellerin, und Else Laudan, Verlegerin

Hochpolitische Krimis haben gerade eine Blütezeit. Wie kommt es dazu und was bedeutet es – für Autorinnen und Autoren, für Verlage, Buchhandlungen, Medien, für welches Publikum? Ariadne, die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg sowie der Buchladen Osterstraße lancieren in Hamburg eine Reihe von vier Veranstaltungen zum Thema DER KRIMI IST POLITISCH.
Die aktuelle Blüte des sozialkritischen Kriminalromans, des Roman noir, des scharfen Gesellschaftsromans mit Thriller oder Whodunnit-Aspekten stellt Weichen für neue Publikationsprojekte, für das, was Autor_innen wagen und umsetzen können. Sie hat zudem große Bedeutung für die Zusammensetzung der Zielgruppe: Wer liest warum was für Kriminalromane und mit welcher Erwartung? Das Ariadne Krimiprogramm setzt seit 25 Jahren auf Kriminalromane als politisches Kulturprojekt, so dass sich die gegenwärtige
Entwicklung in wechselnde Erfahrungslandschaften einreiht.
Gemeinsam mit engagierten Autor_innen und interessierten Lesenden wollen wir öffentlich ausloten und diskutieren, was die »Konjunktur« des Politischen für Krimis als Kulturprojekt bedeutet, für politisch motivierte Autor_innen, für die interessierte Leserschaft, für Kritiker_innen, für den Buchhandel und für die Kriminalliteratur an sich.

Krimis als Fenster zur Welt
Kriminalliteratur kann Gesellschaftsbarometer und Brücke zu fremden Kulturen sein: das Beispiel Südafrika

Else Laudan referiert einführend zur Entwicklung und Lage des Genres, zu Erfahrungen aus dem Ariadne-Programm, zur Idee einer Politik des Kulturellen (Gramsci) mit Krimis, zum kriminalliterarischen Blick über den Tellerrand (Stichworte Welthaltigkeit, Extremistan). Das Beispiel Südafrika: Deon Meyer, Mike Nichols und Roger Smith haben dem deutschsprachigen Publikum das Post-Apartheids-Südafrika der harten Jungs nahegebracht – vielschichtig und intelligent, aber doch irgendwie immer als Macho-Abenteuer. Der Deutsche Bernhard Naumann wagt sich an eine namibische schwarze Ermittlerin. Malla Nunn mit ihren Detectives Emmanuel Cooper und Shabalala liefert eindringlich die historische Dimension der Rassentrennungsgesellschaft.

Bei Ariadne erschien im Juli 2013 Charlotte Otters Krimi-Debüt Balthasars Vermächtnis, das in der bisher bekannten Südafrikakrimi-Palette weitere Leerstellen füllt. Charlotte Otter liest aus Balthasars Vermächtnis (geschrieben auf Englisch, aber die Autorin lebt seit vielen Jahren in Deutschland und kennt beide Kulturen genau).
In einer offenen Diskussion könnte es um diverse Themen gehen: die südafrikanische Gesellschaft, Leser/innen-Erwartungen an politische Krimis, warum Hardboiled und Noir gerade jetzt so beliebt sind, geografi sche und politische Horizonterweiterung als Aufgabe von Unterhaltungsliteratur, Gender und soziale Themen u. v. m.
 
 

 
Freiburg: StadtLesen
Vom 25. bis 28. Juli 2013 macht das international
erfolgreiche Literaturfestival in Freiburg Station

„Wohnzimmer“ auf dem Kartoffelmarkt mit Bücherturm,
Sitzsäcken und Schmökern bis zum Sonnenuntergang

Am 25. Juli liest Oliver Bottini aus „Der kalte Traum“, am 27. Juli
liest und spielt Anne Grießer aus „Die Bademagd

Lesen heißt Genießen. Diesen eher privaten Vorgang mitten in den
öffentlichen Raum gestellt zu haben – das ist das Verdienst von
„StadtLesen“. Seit 2009 widmet sich dieses Literaturfestival
allsommerlich laut Eigenbeschreibung „der Leseförderung durch die
Verbreitung von Lesegenuss bei freiem Eintritt“.

Aus der ursprünglich auf Österreich beschränkten Veranstaltung ist
inzwischen ein Event erwachsen, das zwischen Mai und Oktober in
über 20 deutschsprachigen Städten Halt macht. In Bern oder Bozen,
Berlin oder Bregenz wird jeweils für vier Tage auf einem Stadtplatz
ein „Wohnzimmer“ mit Lesemöbeln und einer Sammlung von 3000
bis 5000 Büchern aus unterschiedlichsten Genres aufgebaut.

Von Donnerstag, 25. bis Sonntag, 28. Juli, macht StadtLesen nun
erstmals auch in Freiburg Station. Um auch „Couch potatoes“
anzulocken, wird hier der Kartoffelmarkt zurechtgemacht. Dann
dürfen sich Stadtleserinnen und -leser ein Buch am Bücherturm
aussuchen, einen Sitzsack schnappen und von neun Uhr morgens
bis zum Sonnenuntergang nach Herzenslust schmökern. Das
Lesewohnzimmer im Freien ist für alle offen. Zwischendurch gibt es
zusätzliche Leseaktionen für Kinder und Erwachsene.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 25. Juli, um 19 Uhr mit
einem „Bibliophilen Highlight“: Dabei liest Oliver Bottini aus seinem
mit dem Deutschen Krimipreis 2013 ausgezeichneten Roman „Der
kalte Traum“.

Der Freitag, 26. Juli, wird zum Integrationslesetag. Er beginnt um 10
Uhr mit einer Lesung von Sigrun Fritsch (Angell).
Um 14.30 Uhr liest Reginald Anthony (Carl-Schurz-Haus) auf
englisch aus „The Alchemist“ von Paulo Coelho.
Um 16 Uhr liest Furkan Güngör (Akadem. Plattform) Geschichten
von Nasreddin Hodscha auf türkisch, mit deutscher Übersetzung.
Um 17.30 Uhr folgt eine Lesung moderner iranischer Gedichte mit
Feri Tabrisi, Gemma Wagner (Gesang) und Esther Grüninger (Daf).
Um 19 Uhr lesen Michaela Munari-Richter und Andrea Burzachini
(Centro Culturale Italiano) aus „Treni“ von Ettore Mo und „Sogni di
Sogni“ von Arturo Tabucchi auf italienisch, mit deutscher
Übersetzung.
Um 20 Uhr liest Kornélia Heine Liebesgedichte aus fünf
Jahrhunderten auf ungarisch, mit deutscher Übersetzung.

Am Samstag, 27. Juli, folgt um 14 Uhr das zweite Bibliophile
Highlight. Die Autorin und Krimi-Entertainerin Anne Grießer, Mitglied
der Theatergruppe Mordsdamen, liest und spielt aus „Die Bademagd“
und gibt danach noch Kriminelles aus Freiburg zum Besten.

Der Sonntag, 28. Juli, wird zum Familienlesetag. Von 11 bis 18 Uhr
können Kinder von vier bis zwölf Jahren in der Buchwerkstatt ihr
eigenes Buch gestalten. Schreiben, malen, gestalten: der Phantasie
sind keine Grenzen gesetzt. Mittags beginnt die Rallye „Kinder aus
aller Welt“ für Kinder ab acht Jahren.
Nachmittags erzählt der Schauspieler Christoph Kopp Märchen aus
aller Welt für alle ab 6 Jahre (14 bis 14.30 Uhr, 18 bis 18.30 Uhr).
Zwischendurch hat er auch Märchen für Kinder ab 4 Jahren im
Gepäck (16 bis 16.30 Uhr). Kopp war u.a. als Katze, Hund und
Polizist schon an vielen deutschsprachigen Theatern zu sehen. Am
Theater Freiburg war er in dieser Spielzeit in „Peter und der Wolf“ die
Ente und der Wolf, in der „Kleinen Zauberflöte“ die Taube Rudi.
 
 



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