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Montag, 20. November 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Elf Wochen und ein Tag
Kriminalhörspiel von Thomas Fritz
Komponist: Michael Rodach
Mit: Valery Tscheplanowa, Max Hopp, Ilja Pletner, Vlad Chririac, Peter Kurth, Claudia Eisinger, Matthias Matschke, Christian Gaul, Felix Goeser, Fritz Hammer u.a.
Regie: Beatrix Ackers
(Produktion: DKultur 2012)
Länge: 57 Minuten

Holger Sauerland war in den 1990er-Jahren bei der Luftwaffe Major im Aufklärungsgeschwader 51 und flog einen ECR-Tornado. Jetzt bietet der Pilot und Fluglehrer Rundflüge mit einer Cessna an. An einem sonnigen Sonntag bucht Milla Pavlovic einen solchen Flug. Nach der Landung entführt sie Sauerland. Mit der Geisel und ihren zwei Helfern fährt sie nach Varvarin, einer Kleinstadt südöstlich von Belgrad. Die Polizei, von Sauerlands Frau informiert, schaltet das Bundeskriminalamt ein. Währenddessen bahnt sich ein Drama an – als Rache einer vom Krieg Traumatisierten?
 
 

 
Hörspieltipp: Dies und Das und Das
Nach dem gleichnamigen Buch von Nadja Einzmann
Mit: Klaus Brömmelmeier, Lara Körte, Vincent Leittersdorf u.a.
Komposition: Philip Schaufelberger
Hörspielbearbeitung und Regie: Franziska Hirsbrunner
(Produktion: DRS 2007)
Länge: 52 Minuten

Ein Forschungsprojekt zu einem sattsam bekannten Thema zeitigt ungewöhnliche Resultate: Auf der Suche nach der “wirklichen Wirklichkeit” wurden drei Dutzend Frauen und Männer um die Dreißig zu ihren Kindheitserinnerungen befragt und hinter den üblichen Antworten ein Gespinst erinnerter Ich-Legenden zutage befördert. Das in den Interviews Erzählte verdichtet Nadja Einzmann zu Texten in der dritten Person Einzahl. Durch diesen Verfremdungseffekt wird offenbar, wie praktisch Kindheitserinnerungen sind, wenn es darum geht, Ich-Behauptungen zu unterfüttern. Längst ist nicht alles, was man sich und anderen in scheinbarer Offenheit erzählt, frei von Manipulationen ist. Das Gedächtnis ist opportunistisch und hat häufig mehr mit der Gegenwart zu tun als mit der Vergangenheit. Was aber nicht heißt, dass in der Erinnerung an dies und das und das dann nicht doch da und dort die Tragik des Weiterwirkens von Kindheitsmustern im Erwachsenenleben aufscheinen würde.

Donnerstag, 20.03.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Mother in the Fridge
Hörspiel von Felix Kubin
Mit Felix Kubin und seiner Mutter
Regie: Felix Kubin
(Produktion: der Autor 2012)
Länge: 31 Minuten

Wie klingt die eigene Mutter im Kühlschrank? Felix Kubin hat es ausprobiert. Und nicht nur das. Seine Mutter spricht außerdem aus dem Kochtopf, dem Abfalleimer und einem Karton. Und dann noch auf English, weil der Sohn nicht nur akustische Experimente macht, sondern außerdem für eine Auslandsreise üben muss. Die Mutter hält sich tapfer. Aus den verschiedenen Behältnissen heraus gibt sie per Telefon kleine Lektionen in englischer Grammatik.

Dienstag, 18.03.14, 19.20 Uhr, SWR2 Tandem
 
 

 
Hörspieltipp: Traumrollen
Hörspiel von Jean-Claude Kuner
Mit: Nadja Tiller und Fritz Lichtenhahn
Regie: Jean-Claude Kuner
(Produktion: DLF/HR 2013)
Länge: 55 Minuten

Ein realer Ort, eine fiktive Handlung. Die Darsteller: zwei legendäre Film- und Bühnenstars: Nadja Tiller und Fritz Lichtenhahn. Als Schauspieler sind sich die beiden auf einer Bühne oder vor einer Kamera nie begegnet. Nun aber leben sie im selben Hamburger Seniorenheim. Sie treffen sich beim Mittagessen, gehen zusammen spazieren, tauschen Erinnerungen aus. Schließlich nehmen sie Jean-Claude Kuners Einladung an, in einem Hörstück die Protagonisten zu spielen, einem Stück über zwei Schauspieler, die in einem Hamburger Seniorenheim leben und ihren Auftritt proben für einen Theaterabend über die Liebe.

Sonntag, 16.03.2014, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Totentanz
Hörspiel von Madeleine Giese
Mit: André Jung, Brigitte Urhausen u.a.
Musik: Tomas Kreutzer
Regie: Stefan Dutt
(Produktion: SR 2014)
Länge: 54 Minuten

Unter dem Namen “Totentanz” entstanden in der bildenden Kunst des Mittelalters, geprägt durch die wütende Pest, viele Darstellungen des Todes, der die Menschen “zum Tanz” bittet. Eine moderne Version des “Totentanzes” studiert ein Saarlouiser Chor ein. Chorleiter Marc Conradi gibt sich despotisch; kein Wunder, dass die Sopranistin Iris während der Probe zusammenbricht. Nur stellt sich später heraus, dass Iris vergiftet wurde, und zwar mit Schierling. Der Fall gibt Kommissar Paquet und seiner Kollegin Gentner Rätsel auf – zumal der Sensenmann weiter unterwegs ist.

ARD Radio Tatort am Freitag, 14.03.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi

Diese Folge steht ab Montagabend nach der Sendung ein Jahr zum Download auf: www.radiotatort.ard.de. Auch als Podcast abonnierbar!

Im Anschluss: Dunkelkammer – die Krimi-Kolumne von und mit Tobias Gohlis
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Hörspieltipp: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (2/2)
Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Musil
Komposition: Michael Riessler
Hörspielbearbeitung: Manfred Hess
Regie: Iris Drögekamp
(Produktion: SWR/ORF 2014)
Länge: 73 Minuten

Um das Jahr 1900. Irgendwo in der Provinz der österreichisch-ungarischen k. u. k. Monarchie. Im “Konvikt zu W.”, einem Militärinternat zur Aufzucht künftiger Eliten, gerät der Zögling Törleß in einen Zustand der Verwirrung, die seinen künstlerischen wie analytisch-intellektuellen Charakter zum Erwachen bringt. Der Mitzögling Basini, obgleich aus vermögendem Hause, bestiehlt seine Mitschüler, um seine Schulden durch Prasserei und Hurenbesuche zu begleichen. Er wird von Törleß’ Freunden Reiting und Beineberg entlarvt. Gemeinsam mit Törleß wollen sie Basinis Tat der Schulleitung nicht anzeigen, wenn er ihnen fortan in ihrem Dachbodenversteck zu Willen ist. An ihm, der die Opferrolle zunehmend bereitwilliger annimmt, erproben sie ihre Vorstellungen von sexueller Hörigkeit und Demütigung. Törleß beobachtet anfänglich nur aus distanziert-interessierter Perspektive die Experimente an Basini, erliegt dann dem Faszinosum ebenfalls für kurze Zeit, um sich aber am Ende abzuwenden. Als die ganze Klasse gleich einem wild gewordenen Mob Basini im Sportraum quält, kommt es wegen des Zwischenfalls zur Anhörung durch die Schulleitung. Törleß verlässt das Internat. Musils Romandebut, 1906 erschienen, erzählt vordergründig eine jugendliche Entwicklungsgeschichte im Kontext autoritär-militärischer Erziehung in der Donau-Monarchie, die angesichts des sozialen Wandels und der modernen Wissenschaften längst ihre Legitimation verloren hat. Im Kern jedoch geht es um die moralfreie und funktionale Darstellung der Mechanismen von sexuellen Grenzerfahrungen. Junge Männer suchen sie auf, um ihre eigene Individualität zu begründen oder darin zu begraben. Die Sehnsucht nach dem persönlichen wie gesellschaftlichen Ausnahmezustand, der eine neue Persönlichkeit erstehen lassen soll, überführt dann der Erste Weltkrieg in die Wahrheit der anonymisierenden Materialschlachten.

Ursendung Donnerstag, 13.03.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche zum Download auf: SWR2.de/hoerspiel
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Hörspieltipp: Welspaprikas
Hörspiel von Jan Decker
Mit Noémi Besedes
Regie: Iris Drögekamp
(Produktion: SWR 2012)
Länge: 32 Minuten

„Guten Tag. Ich begrüße Sie in unserer Berliner Filiale. Was kann ich für Sie tun? “ Warum muss Erzsebet, Germanistikstudentin in der ungarischen Stadt Szeged, diese Sätze pauken? Weil das Geld zum Studieren nicht reicht. Und weil es in Szeged das Callcenter einer deutschen Firma gibt. Deren Jobs sind wenigstens anständig bezahlt. Aber die Hotline-Anrufer aus Deutschland dürfen auf keinen Fall mitbekommen, dass sie in Ungarn gelandet sind. Outsourcing schon, aber bitte nicht darüber reden. Wo kämen wir denn sonst hin?

Dienstag, 11.03.14, 19.20 Uhr, SWR2 Tandem
 
 

 
Hörspieltipp: Hannelore
oder So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein

Hörspiel von Patrick Findeis
Mit: Dagmar Manzel
Regie: Kai Grehn
(Produktion: SWR 2014)
Länge: 67 Minuten

Die letzten 15 Monate ihres Lebens verbrachte Hannelore Kohl vorwiegend allein in ihrem Bungalow, in Dunkelheit und Kälte, gefangen in den eigenen vier Wänden aufgrund einer angeblichen Lichtallergie. Sie beging am 5. Juli 2001 Suizid. 1933 in Berlin als Hannelore Renner geboren, endet ihre großbürgerliche Kindheit im Kriegswinter 1944/45. Gemeinsam mit der Mutter und dem Vater, der als einer der Direktoren des Rüstungskonzerns HASAG von der Roten Armee wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, flieht sie in dessen Heimat in der Pfalz. Die Kriegswirren übersteht sie nur mit schweren Verletzungen an Seele und Leib. 1948 lernt die 15-jährige Schülerin den drei Jahre älteren Helmut Kohl kennen, 1960 heiratet sie ihn und vertritt fortan das klassische Frauenbild: Sie kündigt ihre Arbeit, bringt zwei Söhne zur Welt und kümmert sich, während er Politik macht, allein um Haushalt und Familie. Verbissen hält sie an ihrer Version der Familienidylle und der heilen Welt fest, auch später als Frau des Oppositionsführers und dann als Kanzlergattin. “Barbie von der Pfalz” und “die Doofe” sind nur zwei der Namen, mit denen sie in Bonn verspottet wird. Mehr als 30 Jahre steht Hannelore Kohl stets perfekt frisiert und eisern lächelnd für konservative Familienwerte. Sie macht ihre Söhne zu “anständigen” Männern, gründet und leitet ein Kuratorium zur Hilfe von Menschen, deren zentrales Nervensystem durch Verletzungen beschädigt worden ist. Die Wiedervereinigung und der damit einhergehende Abzug der sowjetischen Streitkräfte sind schließlich ihre größte Genugtuung während der politischen Karriere ihres Mannes. Die Wahlniederlage 1998 soll endlich den erhofften Rückzug aus der Öffentlichkeit einläuten. Doch die Rechnung hat sie ohne ihren Mann gemacht. Die Parteispendenaffäre und die Verdächtigungen, ihr Kuratorium ZNS sei darin verwickelt, geben ihr den Rest, das Haus in Oggersheim wird zu einer Chiffre für Einsamkeit. “So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein”, hat Hannelore Kohl einmal gesagt. Patrick Findeis nähert sich ihr in einem fiktiven Monolog.

Ursendung am Sonntag, 09.03.2014, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag

Dieses Hörspiel steht nach der Ursendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: SWR2.de/hoerspiel
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