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Sonntag, 19. November 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Mich mir merken
Hörspiel von Ruth M Benrath
Mit: Christine Schorn und Tanja Wedhorn
Regie: Judith Lorentz
(Produktion: SWR 2015)

Länge: ca. 25 Minuten

Eine Tochter besucht ihre Mutter im Pflegeheim und verwickelt sie in ein Gespräch über früher. Sie will das Erinnerungsvermögen der Mutter anregen, indem sie ihr Geschichten über das einstige Familienleben entlockt. Dabei kommt es zu einer spiegelbildlichen Identitätsvergewisserung: Die Mutter erzählt der Tochter Geschichten aus ihrem Vorleben, die diese nicht kennt, ebenso wie die Tochter die Mutter an Geschichten aus der gemeinsamen Vergangenheit erinnert, die diese mehr und mehr zu vergessen droht. Die Erinnerungsarbeit, die Mutter und Tochter in ihrem Gespräch leisten, stellt nicht nur den Versuch dar, den Gedächtnisverlust der Mutter wenn nicht aufzuhalten, so doch vielleicht abzumildern, sondern auch das Bemühen der Tochter, sich der eigenen Kindheitserinnerungen zu vergewissern, deren Garant einst die Mutter war.

Ursendung
Dienstag, 15.12.2015, 19.20 Uhr, SWR2 Tandem

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung als Download auf swr2.de/tandem
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Hörspieltipp: Harrys Kopf
Hörspiel von Tankred Dorst
Mit: Christian Berkel, Angelika Thomas, Felix von Manteuffel u.v.a.
Regie: Hans Gerd Krogmann
(Produktion: SDR 1998)
Länge: 78 Minuten

Später wollen es immer alle besser gewusst haben. Und so eröffnet Tankred Dorst auch sein neues Stück mit den zwar authentischen, aber auch recht grotesken, albernen, teilweise höchst widersprüchlichen Aussagen derer, die den Dichter Heinrich Heine noch vor seinem Tode besuchsweise kennengelernt hatten. Danach allerdings entsteht aus einer Szenenfolge voll heiterer Melancholie, bissiger Komik, zynischer Bösartigkeit und zarter Poesie die Annäherung an einen Dichter, dessen vielerlei Masken brüchig geworden sind, dessen Verzweiflung durch diese Brüche schimmert, und der dennoch und trotzdem versucht, seine Würde und Fassung bis zum bitteren Ende zu bewahren. “Wer von seinem Herzen rühmt, es sei ganz geblieben, der gesteht nur, dass er ein prosaisches weitabgelegenes Winkelherz hat, durch das meinige aber ging der große Weltriss.” (Heinrich Heine)

Tankred Dorst zum 90. Geburtstag
Sonntag, 13.12.2015, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Vier Schwaben auf Welttournee
Mundarthörspiel von Susanne Hinkelbein
Regie: Susanne Hinkelbein
(Produktion: SWR 2015)
Dieses Hörspiel steht nach der Ursendung auf: SWR.de/SWR4/bw
Länge: ca. 45 Minuten

Vier gescheiterte Existenzen aus Schwaben gründen eine Band. Dummerweise landen sie für ihren ersten Auftritt nicht in Bad Cannstatt, sondern in Baikonur am Weltraumbahnhof. Weitere Missverständnisse führen die Möchtegernmusiker nicht ins heimatliche Baden-Württemberg sondern rund um die Erde. Erst als die Vier in größten Schwierigkeiten stecken und mit ihrem schwäbischen Latein am Ende sind, bietet sich ihnen eine ungeahnte Gelegenheit: Ein Geheimauftrag der NSA! Im Abhören hochrangiger schwäbischer Politiker völlig überfordert, begehrt die NSA die Sprachkompetenz der vier schwäbischen Landeier.
Und einer glücklichen Heimreise steht nichts mehr im Weg!

Samstag, 12.12.2015, 21.03 Uhr, SWR4
 
 

 
Hörspieltipp: Das Weihnachtsmannkomplott
Von Ute Krause
Moderation: Eva Schramm

Weihnachtsmänner gibt es nicht, so steht es tatsächlich in der Zeitung. Wen wundert es da, dass die Weihnachtsmänner darüber verärgert und auch ein bisschen beleidigt sind? Kurzerhand beschließen sie, in diesem Jahr an Weihnachten Urlaub in der Südsee zu machen.

Das Bilderbuch von Ute Krause hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, ist aber immer wieder ein echter “Weihnachtsrenner” für die ganze Familie. In diesem Jahr wird es vom Dressler Verlag neu aufgelegt.

Samstag, 12.12.2015, 18.40 Uhr, SWR2 Spielraum – Die Geschichte

Steht nach der Sendung zum Nachhören bereit unter kindernetz/spielraum.de
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Hörspieltipp: Die Malaussène-Trilogie (3/3)
Sündenbock im Bücherdschungel
Nach den Malaussène-Romanen von Daniel Pennac
Aus dem Französischen von Eveline Passet
Hörspielbearbeitung: Sabine Grimkowski
Regie: Philippe Bruehl
(Produktion: SWR 2015)
Dieses Hörspiel steht nach der Ursendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: SWR2.de/hoerspiel
Länge: ca. 55 Minuten

Pennacs “Saga Malaussène” ist in Frankreich seit 30 Jahren ein Bestseller – und in Deutschland Kult. Er trifft den Nerv der Zeit: Von Beruf ist Benjamin Malaussène Sündenbock. Aber auch großer Bruder und Ernährer zahlreicher Halbgeschwister: Die ganze Sippschaft wohnt in einem alten Laden im bunten Pariser Stadtteil Belleville. Tödliche Gefahr gehört für Malaussène zum Geschäft. Als Verlagslektor in den Editions Tallion hat er schon immer riskant gelebt, wenn sich die Enttäuschung abgelehnter Möchtegern-Dichter bei ihm entlud. Im Auftrag der strengen Verlegerin Reine Zabo muss er in die Rolle des unglaublich erfolgreichen Bestsellerautors J.L.B. schlüpfen, der inkognito bleiben möchte. So gibt Benjamin als Double Interviews und erträgt sein Bild als J.L.B. auf Postern in der Stadt. Und dann wird Benjamin während einer Lesung von einer Kugel getroffen. Zufall? Gibt es nicht. Nicht in Belleville.

Ursendung
Freitag, 11.12.2015, 22.33 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt
Hörstück von Gerhard Rühm
Mit: Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld
Regie: Gerhard Rühm
(Produktion: WDR 2014)

Länge: ca. 39 Minuten

Der große romantische Liedkomponist Hugo Wolf (1860 – 1903) verbrachte seine letzten Jahre als Folge seiner Syphiliserkrankung in einer Irrenanstalt. Es ist das tragische Finale eines Komponistenlebens, in dessen Verlauf es drei unglückliche Liebesbeziehungen gab – mit Vally Franck, Melanie Köchert-Lang und Frida Zerny. Diese biografische Konstellation wäre andernorts die Basis für ein Melodram oder realistisch-psychologisierendes Hörspiel. Nicht so bei Gerhard Rühm. Er überträgt sein lang gehegtes Vorhaben eines Sprechstücks für fünf Stimmen, von denen jede nur Wörter mit einem der Vokale U, O, A, E oder I spricht – sie finden sich in den Namen des Liebenden und der Geliebten -, auf die Situation des späten Wolf. Anlässlich der Ursendung notierte der Medienkritiker Jochen Meißner:

”Rühms Exerzitium in experimenteller Poesie entwickelt trotz bzw. wegen des sehr reduzierten Sprachschatzes und, laut Rühm, der Aufhebung der Hierarchie des syntaktischen Regelsystems zugunsten der freien Verfügbarkeit des Einzelwortes einen Sog, der durch die Lautgestalt des Hörspiels trägt – große Kunst.”

Die Jury des Karl Sczuka Preises für Radiokunst bestätigte diese Urteil und kürte ein halbes Jahr später die Produktion zum Preisträger 2015.

Karl-Sczuka-Preis
Donnerstag, 10.12.2015, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio

Audio unter: swr2.de/sczuka
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Hörspieltipp: Dinge, die dringend geändert werden müssen
Hörspiel von und mit Serotonin
(Produktion: die Autoren für den SWR 2013)

Länge: 22 Minuten

Die Welt ist nicht in Ordnung und muss geändert werden. Das ist schon mal klar. Die umgekehrte Wagenreihung bei der Deutschen Bahn – ein Unding! Das Design vom Apfelsafttetrapak – geht gar nicht! Höchste Zeit, dass der Bürger Verantwortung übernimmt und sich darum kümmert, dass die Dinge geändert werden, die geändert werden müssen. Bloß wie? Ausweitung der Kampfzone des Volksbegehrens? Petitionen unterschreiben? Sitzblockaden organisieren? Wieviel Zeit frisst das alles eigentlich? Wie soll man sich da noch anständig informieren?

Dienstag, 08.12.2015, 19.20 Uhr, SWR2 Tandem

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung als Download auf swr2.de/tandem
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Hörspieltipp: Cordoba oder Die Kunst des Badens
Hörspiel von Melchior Schedler
Mit: Peter Fitz, Wolfgang Reichmann, Martin Benrath, Hans-Michael Rehberg, Rainer Basedow, Thilo Prückner, Thomas Holtzmann, Brigitte Horney
Musik: Peter Zwetkoff
Regie: Otto Düben
(Produktion: SDR 1983)
Länge: 66 Minuten

Ein prickelndes Bad, zubereitet von Esteban, dem Badekünstler, Dichter und Mönch, belebt nicht nur die Haut, seine geradezu aphrodisische Wirkung erregt den ganzen Körper und beflügelt den Geist zum überaus sinnlichen Begreifen der Welt: Das Baden wird zum lustvollen Symbol, das Glauben und Fantasie, Leben und Poesie einbezieht. Als in die damals arabische Stadt Cordoba im Jahre 1236 n. Chr. kastilische Eroberer eindringen, werden Esteban und seine Freunde – Yehuda, der jüdische Bader, und Jussuf, Imam der großen Moschee – jäh aus ihren idyllischen Badewonnen gerissen. Selbst als man sie blendet und als Sklaven verkauft, bewahren sie sich die Heiterkeit ihrer Seelen. Zum Schluss verführen sie gar ihre greise Gebieterin Doña Elvira zu ihren nun wahrhaft atemberaubenden Badekünsten.

Sonntag, 06.12.2015, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 



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