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Sonntag, 21. Januar 2018
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: "Der verbotene Garten. Fragmente über D’Annunzio"
Von Tankred Dorst und Ursula Ehler
Regie: Hans Gerd Krogmann
Produktion: SDR/SWF/SR 1984
Länge: 82 Minuten

Tankred Dorst zum 85. Geburtstag!
Sonntag, 19.12.2010, 18.20 Uhr, SWR2

Gabriele D’Annunzio, das ist der italienische Dichter, der im Ersten Weltkrieg als Kampfflieger über Wien Flugblätter mit seinen Gedichten abwarf und 1919 mit einer Freischar Fiume besetzte. Er huldigte dem Kult des Übermenschen und sah dessen Verkörperung zeitweilig in Mussolini. Dorst und Ehler zeigen D’Annunzio am Ende seines Lebens, das in seiner dekadenten Exzentrik, im Versuch, Kunst und Leben in einer privaten Mythologie zu vereinen, ein einziger Aufstand gegen den Tod ist. Dem Greis erscheinen, wie in einem Totentanz, Gestalten seiner Vergangenheit: der Knabe, der er einmal war, die Geliebte und der gescheiterte »Duce«.
 
 

Hörspieltipp: ARD Radio Tatort
 
Hörspieltipp: ARD Radio Tatort "Schlick"
Kriminalhörspiel von Elisabeth Herrmann
Komposition: Hans Schüttler
Regie: Sven Stricker
Produktion: NDR 2010
Länge: 55 Minuten

Donnerstag, 16.12.2010, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi

Diese Folge steht nach der Sendung eine Woche zum Download bereit: www.radiotatort.ard.de
Auch als Podcast abonnierbar!

Betrauert, ersehnt, angekündigt, verschoben, erwartet. Als das Kreuzfahrtschiff “Shangri-La” nach zweijähriger Bauzeit die Papenburger Werft verlässt, ist das ein Fest für Hundert- tausende. Doch unter den jubelnden Anwesenden sind auch einige, die nicht glücklich sind. Der Erste Offizier des Schiffes verschwindet spurlos. Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer, die zu der Jungfernfahrt eingeladen war, lässt sich in den Fall verwickeln und ermittelt gegen die Zeit. Auch Jac Garthmann, ihr verdeckter Ermittler, wird an Bord tätig. Denn so mancher Abschied hat Spuren hinterlassen, die so schnell verschwinden wie Steine im Schlick.
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Hörspieltipp: Blue Mountains
 
Hörspieltipp: Blue Mountains
Von Juli Zeh
Komposition: Frank Bretschneider
Regie: Alice Elstner
Produktion: SWR 2010 – Ursendung
Länge: 72 Minuten

Sonntag, 12.12.2010, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag

Die Produktion steht nach der Ursendung eine Woche zum Download bereit: www.swr2.de/hoerspiel

Rolf sitzt im Rollstuhl, seit er bei einem Autounfall beide Beine verloren hat. In seinem Job als Werbetexter hat er Erfolg, aber mit den Frauen klappt es nicht – Rolf hatte noch nie eine Freundin. Als sein 40. Geburtstag vor der Tür steht, überredet ihn seine Schwester Nora, eine Kontaktanzeige aufzugeben. Doch Rolf erhält keine einzige Zuschrift und ist sicher, dass der Grund dafür in seiner Behinderung liegt. Nora drängt ihn, nicht aufzugeben. Endlich meldet sich eine Frau namens Martha, der die Tatsache, dass Rolf im Rollstuhl sitzt, nichts auszumachen scheint. Zwischen Martha und Rolf entspinnt sich ein E-Mail-Wechsel. Schnell begreift Rolf, dass er die Frau seines Lebens gefunden hat. Mit Martha kann er über alles reden, lachen, streiten. Er verliebt sich rettungslos in sie – per E-Mail und SMS. Als Rolf um ein Treffen bittet, weigert sich Martha. Es stellt sich heraus, dass sie nicht einmal bereit ist, mit ihm zu telefonieren. Nora rät ihrem Bruder, den Kontakt zu Martha sofort abzubrechen. Aber er kann nicht. Was sich zwischen Martha und ihm entwickelt hat, ist kein Flirt, sondern Liebe. Rolf beginnt zu recherchieren, um hinter Marthas Gründe zu kommen.
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Hörspieltipp: Zwanzig Milli onen Dollar– verstoscht – in bar!
nach einem Erbschaftsdrama in einem Akt
von Fritz Heidegger
Hörspielbearbeitung und Regie: Ulrich Lampen
Produktion: SWR Freiburg 2010
Länge: ca. 50 Minuten
Samstag, 11.12.2010, 21.05 Uhr, SWR4 BW Mundarthörspiel

Dieses Hörspiel steht nach der Sundung eine Woche zum Download bereit:
www.swr.de/swr4/bw

Warum erbt man? Weil wir den siechen Alten aufopferungsvoll gepflegt und ihn in seinen letzten Lebensjahren begleitet und betreut haben, weil wir schon immer der Lieblingsneffe des reichen Onkels waren, weil einfach kein anderer Verwandter übrig geblieben ist ... Egal, seien wir ehrlich, Hauptsache wir erben, und zwar schnell und zwar viel, denn – und das war schon immer so – die ersten neuen Anschaffungen werden meist schon in der Todesstunde getätigt. Und wenn es klemmt, wenn der Rubel der Erbschaft nicht rollt, dann setzt das Drama ein, das Erbschaftsdrama. Dann muss prozessiert werden, dann muss die Gegenseite ebenjuristisch gezwungen werden, das Erbe rauszurücken. Hier beginnt das Fastnachtsstück im Kostüm eines Erbschaftsdramas von Fritz Heidegger, das sich völlig zurecht einen Feuchten darum schert, warum wer wieso erbt. Es geht immerhin um »Zwanzig Millionen Dollar – verstoscht – in bar!« Und also machen sich die sieben Kläger aus dem oberschwäbischen Geniewinkel Meßkirch mit dem Luftschiff auf nach Amerika, um für ihren Reichtum und ihr Recht rechtschaffen zu streiten. Dabei vergessen sie leider die noch ältere Weisheit: Reichtum ist wie Stallmist, er nützt nur, wenn man ihn ausstreut.

Reichtum ist wie Stallmist,
er nützt nur,
wenn man ihn ausstreut.
Enne, denne do!
Vabe, nalle, no!
Ise, dalle, fumbe, nalle!
Enne, denne, do!

Oh du lieber Augustin, alles ist hin. Fritz Heidegger, der große kleine Bruder des Philosophen, schrieb dieses Erbschaftsdrama zur – bisher einzigen – Aufführung an der Meßkirchner Fastnacht 1936. Über seinen im Heimatort viel weniger bekannten Bruder schrieb er: »Dem Martin hot me für nix Gescheits brauche kenne, no isch er halt Philosoph worre.« Den Originaltext des Fastnachtsstücks aus dem Nachlass von Fritz Heidegger haben uns freundlicherweise seine Söhne Heinrich und Thomas zur Verfügung gestellt. Die Idee und Umsetzung der szenischen Einrichtung zusammen mit anderen Texten stammt von Ulrich Lampen
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Hörspieltipp: Die Zofen
Von Jean Genet
Regie: Kurt Hübner
Produktion: SDR 1959
Länge: 51 Minuten - mono

Freitag, 10.12.2010, 22.33 Uhr (veränderte Anfangszeit), SWR2 Hörspiel-Studio

1933 ermordeten die Geschwister Papin ihre Dienstherrin und deren Tochter. Eine wahre Geschichte, die damals in Frankreich viel Aufsehen erregte und Jean Genet zu seinem Stück »Die Zofen« anregte. Unter heftigen Protesten der Öffentlichkeit findet am 17. April 1947 im Pariser Théâtre de l’Athénée die Uraufführung von Genets zwischen perversem Traum und grausiger Wirklichkeit angesiedelter Tragödie statt. Die Zofen Claire und Solange, zwei Schwestern, haben ihren Herrn, um ihn als angebeteten Verbrecher glorifizieren zu können, mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis gebracht und wollen nun ihre Herrin vergiften, die sie zugleich lieben und hassen. Als sie den vergifteten Tee servieren, erreicht die Herrin ein Anruf, dass ihr Gatte aus der Haft entlassen worden ist. Während die Herrin ihrem Mann entgegeneilt, spielen die Zofen das Ritual zu Ende: Claire verkleidet sich als die Herrin und trinkt den vergifteten Tee. Solange stellt sich dem Gericht.
 
 

 
Hörspieltipp: Die Schandmaske (2)
Nach dem gleichnamigen Roman von Minette Walters
Hörspielbearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: SDR 1997
Länge: 54 Minuten

Donnerstag,09.12.2010, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi

Die 65-jährige Mathilda Gillespie liegt tot in der Badewanne. Sie war die am meisten gehasste Person in Fontwell bei London. Die Polizei sagt, sie habe sich wegen ihrer schweren Krankheit das Leben genommen. Das sagen auch die erbschaftsgierigen Angehörigen. Aber warum trägt die Tote dieses monströse Gebilde aus Leder und rostigem Eisen auf dem Kopf? Die Schandmaske! Mathilda Gillespies Ärztin Dr. Sarah Blakeney glaubt nicht an Selbstmord. Alle sind in Aufruhr und zur allgemeinen Überraschung stellt sich heraus, dass Mathilda kurz vor ihrem Tod Dr. Blakeney als Alleinerbin ihres beträchtlichen Vermögens eingesetzt hat! Jetzt ist die Ärztin die Hauptverdächtige.
 
 

 
Hörspieltipp: Die Frau und die Stadt
eine Nacht im Leben der Gertrud Kolmar
Von Gerlind Reinshagen
Musik: Sabine Worthmann
Regie: Andrea Getto
Produktion: HR 2010
Länge: 60 Minuten

Sonntag, 05.12.2010, 18.20 Uhr, SWR2

Schon seit Kindertagen kennt Gertrud Kolmar die Vorstellungen vom letzten Augenblick. Und genau so lange wünscht sie sich, fliegen zu können. Im Morgengrauen eines Wintertages steigt die jüdische Dichterin die Siegessäule in Berlin hinauf. Sie will sich hinabstürzen, Schluss machen mit Zwangsarbeit und Angst in Nazideutschland. Sie will nicht deportiert werden wie ihr Vater, nicht fliehen zu den Verwandten, die im sicheren Ausland auf sie warten. Die 285 Stufen hinauf werden Konfrontation mit sich selbst, aber auch mit der Stadt, die sie liebt und gleichzeitig hasst wie nichts anderes. Am Ende steigt Gertrud Kolmar wieder hinab. Ihr Durchhaltewillen hat gesiegt. »Wenn du, um eine Sache ganz zu schaffen, die Treppe hinauf und wieder hinunter gemusst hast, wird es dir mit allem so gehen.« Die Dichterin Gertrud Kolmar, der dieser Monolog in den Mund gelegt ist, wurde im März 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich noch im selben Monat unter ungeklärten Umständen zu Tode kam.
 
 

 
Hörspieltipp: Eine Fliege kommt durch den halben Wald
von Herta Müller
Regie: Brigitte Landes
Produktion: SWR 2010 - Ursendung
Länge: 40 Minuten

Freitag, 03.12.2010, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio

Er lebt nicht mehr. Oder er lebt. Man kann auch leben, ohne sich zu melden. Ich weiß, er kommt nicht mehr. Wenn Blech klappert, wenn am Baum eine weiße Rinde ist oder ein Taschentuch in einer Hand, denke ich schnell an etwas anderes, das ich nicht sehe. Vielleicht sollte ich an das denken, was ich sehe. Aber ich trau mich nicht. Und wer sagt mir, wie lang und breit ich daran denken müsste, dass es in den Kopf hinein passt. Und wie kriege ich es dann aus meinem Kopf wieder hinaus. Draußen am Baum oder drinnen im Kopf, ich hab keine Ahnung, was besser ist. ... Wenn er morgen Nacht im Fahrstuhl wäre, dann wär ich nichts als eine fremde Straßenecke. Eine Verabredung wär ich, von der ich nichts mehr weiß. Und er wäre nichts als ein schreckliches Glück. All die Jahre zwischen uns gelten auch für ihn. Ich glaub, ich habe ihm, um sich zu melden, die Jahre zwischen uns gegeben. Aber nie einen Ort.
Der Ort, an dem das Unerträgliche erträglich wird, ist die Sprache. Er, auf den die Frau jahrelang vergeblich gewartet hat, ist aus dem Lager oder aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. Die stumme Zeit des Wartens drängt zu Wort und wird Gegenwart. Wie aus einem Stein heraus gemeißelt bringt Herta Müller das Stumme zur Sprache und die Zeit zum Fließen.
 
 



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