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Freitag, 24. November 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Kreuzeder
Hörspiel von Jörg Graser
Regie: Robert Matejka
Produktion: DLR Kultur 2010
Länge: 55 Minuten

Es gibt zu viele Morde auf dieser Welt. Der dicke Kommissar Kreuzeder vom Morddezernat Passau lässt sich durch einen neuen Fall nicht gleich in der Mittagspause stören. Schweinsbraten, fünf Weißbier und sechs Obstler hat er bestellt. Eine Leiche, die mit dem Mähdrescher zu Gulasch gemacht wurde, ist keine appetitliche Aussicht. Und wer sich wie Kreuzeder seit 20 Jahren mit Täterlogik befassen muss, ahnt mehr Motive zwischen Himmel und Erde, als der Aufklärungsquote in Niederbayern dienlich ist. Auf dem total überschuldeten Bauernhof der Familie Holzner ist ein Bankbeamter ermordet worden. Kreuzeder fehlt es an Eifer bei dieser Ermittlung. “Haben Sie generelle Zweifel am Schuldprinzip?”, fragt ihn die Psychologin.

Donnerstag, 24.11.2011, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Die Marquise von O.
Hörspiel nach der gleichnamigen Novelle von Heinrich von Kleist
Musik: Michael Riessler
Regie: Christiane Ohaus
Produktion: RBB/SWR/RB 2011 – Ursendung
Länge: 68 Minuten

Unter dem Untertitel »Nach einer wahren Begebenheit, deren Schauplatz von Norden nach dem Süden verlegt worden ist« erzählt Heinrich von Kleist das skandalöse Ereignis einer unwissentlich zustande gekommenen Schwangerschaft. Schauplatz ist Italien zum Zeitpunkt der zweiten Koalitionskriege (1799 - 1802), als der Kampf zwischen alter und neuer Ordnung nach der Französischen Revolution seine Spuren in Europa hinterließ. In Kleists Novelle geht es um die Scheinhaftigkeit bürgerlicher Familienstrukturen, um Vernunftehen, um Standesehre und persönliches Verzeihen – aber vor allem um den Einbruch des Unvorhergesehen, Irrationalen. Und darum, dass nicht vorherzusehen ist, wie die Menschen auf dieses Unbekannte und Unvernünftige antworten.

Sonntag, 20.11.2011, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Viehjud Levi
Mundarthörspiel von Thomas Strittmatter
nach seinem gleichnamigen Volkstheaterstück
Musik: Hans-Peter Müller
Regie: Manfred Schradi
Produktion: Südwestfunk Studio Freiburg 1982
Länge: 40 Minuten

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre sind auch in den Schwarzwalddörfern deutlich zu spüren. Nur der Viehhandel wirft noch etwas ab.
Der jüdische Viehhändler Levi ist ein angesehener Zwischenhändler und wegen seiner reellen Preise ein geschätzter Geschäftspartner, ein selbstverständliches Mitglied einer funktionierenden Gemeinschaft. Renovierungsarbeiten an den Tunneln der Schwarzwaldbahn bringen eine Gruppe auswärtiger Arbeiter in die Gegend – und mit ihnen kommt es zum Rassenwahn der Nazis. So wird der Viehjud Levi als Zwischenhändler ausgeschaltet, schikaniert, bedroht und eines Tages erschossen. Mittlerweile hätten die meisten ein »Motiv« gehabt, Levi zu töten. In seinem preisgekrönten Erstlingsstück gelingen dem damals 21-jährigen Strittmatter in einer dem Volk vom Mund abgelauschten kargen Sprache atmosphärisch dichte und beklemmend stimmige Szenen.

Samstag, 19.11.2011, 21.05 Uhr, SWR4 BW Mundarthörspiel
 
 

 
Hörspieltipp: Heinrich von Kleist “Über das Marionettentheater”
Von Klaus Buhlert
Musik und Regie: Klaus Buhlert
Produktion: SWR/DLF 2011 – Ursendung
Länge: 31 Minuten

Die essayistische Erzählung “Über das Marionettentheater”, erschienen 1810 in den von Kleist herausgegebenen Berliner Abendblättern, ist eine poetische Erkundung über das Wesen der Kunst im Spannungsverhältnis von Natur und Kultur, Bewusstheit der Mittel und Naivität der Ausführung. Ausgangspunkt des Gespräches zwischen dem Ich-Erzähler und einem berühmten Tänzer ist die Grazie der Bewegung von Marionetten. Wie Tiere oder Kinder sind sie sich ihres Tuns nicht bewusst – und gerade das sei Voraussetzung ihrer Schönheit und Anmut. Die Herren erörtern daraufhin, ob oder wie in Zeiten, die durch die moderne Erkenntnis und Aufklärung geprägt sind, diese verloren gegangene Unschuld durch die Kunst wiederzugewinnen sei. Über Zitate aus Goethes “Jahrmarktsfest zu Plundersweilern” und einen musikalischen Klangapparat strukturiert Klaus Buhlert Kleists Sprache als Musik. Und Sprach-Musik ist vielleicht eine Antwort auf die Kleistsche Fragestellung.

Freitag, 18.11.2011. 22.33 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

Hörspieltipp: Versunkene Gräber
 
Hörspieltipp: Versunkene Gräber
Hörspiel von Elisabeth Herrmann
Produktion: NDR 2011
Länge: 55 Minuten

Der Hamburger Kurierunternehmer Sigmar Schwerdtfeger wird tot an der Steilküste von Ückeritz/Usedom entdeckt. Alles weist auf einen Raubmord hin, denn Schwerdtfeger hatte viel Geld bei sich. Zu simpel, denkt Bettina Breuer vom LKA Hamburg. Sie hat den Mann schon länger im Visier. Das Geld war schwarz, eingenommen durch Kurierfahrten für die Zigarettenmafia. Sie ahnt, dass noch mehr im Spiel sein muss als Geldwäsche, junge polnische Frauen und Immobilienspekulationen. Die Spur führt über die Grenze nach Polen. Dorthin, wo sich die Schicksale von Täter und Opfer gekreuzt haben müssen. Und tief hinein in die Geschichte von Flucht, Umsiedlung und Neuanfang.

ARD Radio Tatort am Donnerstag, 17.11.2011, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi

Diese Folge steht ab Montagabend nach der Sendung vier Wochen zum Download bereit: www.radiotatort.ard.de. Auch als Podcast abonnierbar
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Hörspieltipp: Alice im Wunderland
Live-Orchester-Hörspiel aus dem ZKM Karlsruhe
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Lewis Carroll
Orchester: Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen
Leitung: Andreas Kraft
Hörspielbearbeitung, Komposition und Regie: Henrik Albrecht
Produktion: NDR/BR/DLR/HR/SWR/WDR 2011
Länge: 55 Minuten

Nach den großen Erfolgen der Orchesterhörspiel-Reihe am ARD Kinderhörspieltag gibt es nun eine Fortsetzung, wieder mit der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen. Dieses Mal wird die Bearbeitung des berühmten Stoffes »Alice im Wunderland« virtuos umgesetzt und live aufgeführt: Die neunjährige Alice liebt es, sich Geschichten erzählen zu lassen. Deshalb bestellt sie bei ihrem Freund Lewis Carroll ein besonders aufregendes Abenteuer. Sie wird nicht enttäuscht und gleich selbst hineingewirbelt – in eine atemberaubende Geschichte. Kaum zu glauben, aber es ist wirklich ein Wunderland, in das Alice durch den Sturz in ein Kaninchenloch gerät! Mit kraftvollem Klang übernimmt das Orchester die Reiseleitung. Manchmal untermalt es die Reise friedlich, dann wieder überrollt es Alice mit gewaltigen Klangwelten im See der Tränen. Alice begegnet fantastischen und irrwitzigen Gestalten: Dem weißen Kaninchen. Dem Märzhasen. Dem Hutmacher. Der Raupe mit der Wasserpfeife. »Wir sind hier alle verrückt«, sagt die Grinsekatze und löst sich mal wieder in Luft auf. »Kopf ab!«, fordert die böse Herzkönigin bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Brenzlig wird es für Alice, weil die Königin auch mit ihr kurzen Prozess machen will. Das ist der Augenblick, in dem es sogar Alice mulmig wird, die bislang doch tänzelnd-unerschrocken durchs Wunderland schweifte. Doch ein wenig Furcht gehört schließlich dazu, findet sie, jedenfalls ist sie am Ende begeistert von dem Erlebten und um mehr als eine Erkenntnis reicher.

ARD Kinderhörspieltag, Karlsruhe
Sonntag, 13.11.2011, 14.05 Uhr, SWR2 Spielraum - LIVE
 
 

 
Hörspieltipp: Mein Vater war Siebenbürger
Hörspiel von Wolfgang Martin Roth
Regie: Götz Fritsch
Produktion: ORF 2007
Länge: 51 Minuten

Schon als Junge musste Erwin seinem Vater versprechen, dass er sein “Siebenbürger Blut nie zu Wasser werden” lässt. Aber Erwin versteht nicht, weshalb er ein Siebenbürger Sachse sein soll. Schließlich ist er nicht in Rumänien, sondern in Göttingen geboren. Und mit all dem landsmannschaftlichen Getue hat er sowieso nichts am Hut. In seinem Hörspiel “Mein Vater war Siebenbürger” reflektiert der Schriftsteller und Psychotherapeut Wolfgang Martin Roth seinen eigenen biografischen Hintergrund.
Es geht um die Konfrontation mit der jüngeren Geschichte der Siebenbürger Sachsen, die sich als Opfer des Dritten Reiches verstehen und ihren eigenen Anteil an den Verbrechen des Nationalsozialismus nicht wahrhaben wollen.

Sonntag, 06.11.2011, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Eisbär-Schwäbisch
Mundarthörspiel von Andrea Noll
Regie: Susanne Hinkelbein
Prodktion: SWR Tübingen, 2011
Länge: 45 Minuten

Was haben Schwäbisch und Eisbären gemeinsam? Beide sind vom Aussterben bedroht. Das zumindest behauptet »Cleverle« Tobias, Enkel von Helmut und Hilde.Tobias zieht nach einem Ehekrach seiner Eltern zu Oma und Opa und bringt zusammen mit seinem Papagei
neuen Schwung in das großelterliche Heim. Sein Vater Matthias, ein wahrer Chauvinist, würde seiner Frau das Arbeiten am liebsten verbieten. Und seine Mutter ist laut Omas Urteil eine eingebildete »Zuddl«, die zu allem Übel ausschließlich Hochdeutsch spricht! Doch was hat diese Geschichte mit Kafka gemeinsam? Es ist die Verwandlung. Denn als Opa Helmut aus unruhigen Träumen erwacht, findet er sich in einem Vogelkäfig wieder– verwandelt in einen Papagei. Es zeigt sich jedoch, dass es auch mal ganz hilfreich sein kann, seine Verwandtschaft aus der Vogelperspektive zu beobachten. So kafkaesk das auch klingen mag, so nah ist es am wahren Leben.

Samstag, 05.11.2011, 22.05 Uhr, SWR4 BW Mundarthörspiel
 
 



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