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Mittwoch, 28. Juni 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Weg
Hörspiel von Herbert Achternbusch
Musik: Anima Musica
Hörspielbearbeitung und Regie: Niels-Peter Rudolph
Produktion: SDR/BR/NDR 1985
Länge: 86 Minuten

”In diesen Schuhen bist du mit 3 Jahren an der Hand meiner Mama weggelaufen. Weil Krieg gewesen ist. In den Bayerischen Wald. Heute kommst du zurück. Mit Abitur. Nach 17 Jahren”, sagt Luise am Anfang von “Mein Herbert”, dem dramatischen Porträt der Mutter, die sich 1974 erschossen hat. Die Oma, sie ist die mütterliche Mythengestalt für Herbert, die Erzählkünstlerin. An der letzten Station, im Jahr 1967, angekommen, schreibt sie Luise einen Brief, es ist ihr letzter, mit Herberts Auszug ist ihr Leben ausgelebt. Sie legt sich zum Sterben ins Bett, und in einem schönen märchenhaften Bild lässt Achternbusch zwei mannsgroße Grillen die Leiche der Oma wegtragen.

Sonntag, 04.12.2011, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: LiMo on Tape - Moderne zum Mitnehmen
Achtung Programmänderung:
Das ursprünglich am 2.12.2011 vorgesehene Hörspiel "Limo on Tape" von Andreas Ammer und FM Einheit wird auf den 12. Januar 2012 verschoben.

Von Andreas Ammer und FM Einheit
Regie: Andreas Ammer/FM Einheit
Produktion: SWR/Literaturmuseum der Moderne 2010 – Ursendung
Länge: ca. 55 Minuten

Ernst Jünger, Kurt Schwitters, Martin Heidegger und Peter Handke (zumindest seine Maultrommel), auch Gottfried Benn, eine Handschrift von Franz Kafka und eine Schallplatte von Hugo von Hofmannsthal, obendrein einige wahrhafte Terroristen ... selten klang die Besetzungsliste eines Hörspieles illustrer als bei »LiMo on Tape – Moderne zum Mitnehmen«. Andreas Ammer & FM Einheit haben sich in ihrem neuen Hörspiel vorgenommen, ein ganzes Museum und nebenbei auch die ganze Geschichte der Modernen Literatur zu vertonen: Sie steigen in die dunklen Bestände des Marbacher Literaturmuseums der Moderne hinab und bringen von dort Töne, Geschichten und Meilensteine zu Tage, die ein Panorama deutschen Geistes und deutschen Dichtens entfalten. Da singt ein Chor Kafkas handschriftliche Korrekturen, da wird der Pornografieprozess gegen Arno Schmidt im muffigen Stil der 50er-Jahre nachgestellt oder aber die Einrichtungsgegenstände des Armeearztes Dr. Gottfried Benn, die das Museum in einer Liste vermerkt, werden von FM Einheit lautstark zertrümmert. Umrahmt wird dieses akustische Museum der Moderne durch eine Inszenierung von Ernst Jüngers berüchtigtem Zettelkasten »Letzter Worte«.
 
 

 
Hörspieltipp: It’s your turn
Zwölf ist nicht eine Minute vor, und schon gar nicht ‘ne Minute danach
Krimikomödie von Hugo Rendler
Regie: Martin Zylka
Produktion: WDR 2010
Länge: 54 Minuten

Eddi, 23, hat Stress. Gerade aus dem Jugendstrafvollzug entlassen, versucht er peinlich genau, die Bewährungsauflagen einzuhalten und plant schon das nächste krumme Ding: die Entführung der reichen Rentnerin Karla. Er versteckt sie im Keller seines Elternhauses. Doch irgendwie hatte er sich das anders vorgestellt, denn die alte Dame entpuppt sich nicht gerade als »pflegeleicht«. Sie hat so ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie sie auf dem Erpresservideo erscheinen möchte, das Eddi an Karlas einzigen noch lebenden Verwandten schicken will. Doch dem Neffen scheint das Wohl seiner Tante wenig am Herzen zu liegen.

Donnerstag, 01.12.2011, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Beweislast
Schwäbisches Hörspiel
nach dem gleichnamigen Kriminalroman
von Manfred Bomm
Regie: Günter Maurer
Produktion: SWR Tübingen 2010

Kommissar Häberle und seine Kollegen können sich eigentlich sicher sein. Eigentlich! Der Mord an einem Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit führt sie auf eine vermeintlich eindeutige Spur: Der 54-jährige Arbeitslose Gerd Kretschmar hat anscheinend all seinen Frust über Schulden und Hartz IV an seinem Sachbearbeiter ausgelassen. Doch ist es nur Zufall, dass die Tat mitten auf der schwäbischen Alp in direkter Nachbarschaft zweier befeindeter Bauern stattgefunden hat? Und was hat der ominöse Bauleiter Eckert, der illegal Osteuropäer auf seinem Bau beschäftigt, damit zu tun? An Kommissar Häberles Gewissen beginnen Zweifel zu nagen: Verhaften Sie einen Unschuldigen? Sind er und sein Team durch die große Beweislast zu sehr geblendet? Bleibt deshalb die Spur zum eigentlichen Täter verborgen?

1. Teil am Samstag, 26.11.2011, 21.00 Uhr, Mundarthörspiel, SWR4 Baden-Württemberg
2. Teil am Samstag, 03.12.2011, 21.00 Uhr, SWR4 BW Mundarthörspiel
 
 

 
Hörspieltipp: Oskar und die Dame in Rosa
Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Éric-Emmanuel Schmitt
Hörspielbearbeitung und Regie: Sven Stricker
Produktion: NDR 2003
Länge: 89 Minuten

Der 10-jährige Oskar hat Leukämie und weiß, er hat nur noch kurze Zeit zu leben. Seine Eltern reagieren hilflos und versuchen, sich um das Thema herumzudrücken. Nur “Oma Rosa”, die als freiwillige Betreuerin auf der Kinderkrebsstation arbeitet, hat den Mut, sich Oskars Fragen zu stellen. Sie rät ihm, sich jeden verbleibenden Tag wie zehn Jahre vorzustellen, und so durchlebt Oskar auf wundersame Weise im Zeitraffer ein ganzes Menschenleben: Pubertät, erste Liebe, Eifersucht, Midlife-Crisis und schließlich das Alter. Glücklich, erschöpft und manchmal auch enttäuscht erstattet er in seinen “an den lieben Gott” gerichteten Briefen davon Bericht. Dabei lernt er, den Tod als einen Teil des Lebens zu akzeptieren.

Sonntag, 27.11.2011, 18.30 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Der erste Schnee
Nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Johan Bargum
Aus dem Schwedischen von Brigitta Kicherer
Hörspielbearbeitung: Judith Ruyters
Musik: Cornelius Schwehr
Regie: Patrick Blank
Produktion: SWR/WDR 2009
Länge: 55 Minuten

Auf einer fernen Insel leben die Wichtlinger: Das ganze Frühjahr, den Sommer über und bis tief in den Herbst hinein wohnen Daniel, Ditta, Charlie, Frida und Blomberg friedlich in ihren niedrigen Hütten, im Winter aber müssen sie in den Berg. Irgendwo, so genau weiß man das nie, lebt auch Bossa, die schon groß ist, sich mit vielen Dingen auskennt und aufpasst, dass der schwarze Schatten, der ab und zu über die Insel fegt, niemandem etwas tut. Die Wichtlinger führen ein beschauliches Leben: Während Blomberg am Strand an seinem Steg baut, fängt Charlie seinen ersten Fisch. Frida pflückt die letzten Blumen und Daniel denkt darüber nach, wie er besonders nett zu ihr sein kann. An einem Herbstmorgen ist die Ruhe plötzlich dahin: Charlies Angelrute und Blombergs Mütze sind weg, und auf einmal fehlt auch Fridas Haarschleife. Gibt es etwa einen Eindringling auf der Insel, der alles durcheinander bringt?

Samstag, 26.11.2011, 16.05 Uhr, SWR2 Spielraum

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als on-demand-stream auf: www.swr2.de/hoerspiel
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Hörspieltipp: Kreuzeder
Hörspiel von Jörg Graser
Regie: Robert Matejka
Produktion: DLR Kultur 2010
Länge: 55 Minuten

Es gibt zu viele Morde auf dieser Welt. Der dicke Kommissar Kreuzeder vom Morddezernat Passau lässt sich durch einen neuen Fall nicht gleich in der Mittagspause stören. Schweinsbraten, fünf Weißbier und sechs Obstler hat er bestellt. Eine Leiche, die mit dem Mähdrescher zu Gulasch gemacht wurde, ist keine appetitliche Aussicht. Und wer sich wie Kreuzeder seit 20 Jahren mit Täterlogik befassen muss, ahnt mehr Motive zwischen Himmel und Erde, als der Aufklärungsquote in Niederbayern dienlich ist. Auf dem total überschuldeten Bauernhof der Familie Holzner ist ein Bankbeamter ermordet worden. Kreuzeder fehlt es an Eifer bei dieser Ermittlung. “Haben Sie generelle Zweifel am Schuldprinzip?”, fragt ihn die Psychologin.

Donnerstag, 24.11.2011, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Die Marquise von O.
Hörspiel nach der gleichnamigen Novelle von Heinrich von Kleist
Musik: Michael Riessler
Regie: Christiane Ohaus
Produktion: RBB/SWR/RB 2011 – Ursendung
Länge: 68 Minuten

Unter dem Untertitel »Nach einer wahren Begebenheit, deren Schauplatz von Norden nach dem Süden verlegt worden ist« erzählt Heinrich von Kleist das skandalöse Ereignis einer unwissentlich zustande gekommenen Schwangerschaft. Schauplatz ist Italien zum Zeitpunkt der zweiten Koalitionskriege (1799 - 1802), als der Kampf zwischen alter und neuer Ordnung nach der Französischen Revolution seine Spuren in Europa hinterließ. In Kleists Novelle geht es um die Scheinhaftigkeit bürgerlicher Familienstrukturen, um Vernunftehen, um Standesehre und persönliches Verzeihen – aber vor allem um den Einbruch des Unvorhergesehen, Irrationalen. Und darum, dass nicht vorherzusehen ist, wie die Menschen auf dieses Unbekannte und Unvernünftige antworten.

Sonntag, 20.11.2011, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 



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