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Sonntag, 25. Juni 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Veit
Von Thomas Harlan
Mit: Thomas Thieme
Regie: Bernhard Jugel
Produktion: BR 2011
Länge: 65 Minuten

”Ich bin der Sohn meiner Eltern. Das ist eine Katastrophe. Die hat mich bestimmt.” Diese Aussage von Thomas Harlan, Sohn von Veit Harlan, dem Regisseur des antisemitischen Films “Jud Süss”, fasst kurz und prägnant zusammen, was ihn sein Leben lang bewegte, was ihn quälte: unendliche Schuld und unendliche Scham. Für die Taten seines Vaters. Für die Shoah. Bis zu seinem Tod, am 16. Oktober 2010 bei Berchtesgaden, hat Thomas Harlan immer aufs Neue versucht, verzweifelt, provokant, bisweilen aber auch bösartig, dieses “Erbe” analysierend abzustreifen. Dann aber, vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2010, fünf Tage ununterbrochen diktierend, sein letzter Brief, ein Brief an den Vater: “Sage, Vater, sage nicht, es könne niemand die Verantwortung für die Taten eines Dritten übernehmen. Es kann. Sage, Vater, sage nicht, es könne niemand die Verantwortung für die Taten eines Dritten übernehmen, der selbst keine Verantwortung für seine Taten zu haben denkt. Es kann.” Thomas Harlans “Veit” ist ein Vermächtnis. Nicht allein sein Leben betreffend. Harlan legt den Finger tief in die deutsche Wunde.

Donnerstag, 09.02.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Ernst Ludwig Kirchner - Inside Out
Hörbild nach Leben und Sterben eines Malers unter Verwendung von Selbstzeugnissen des Künstlers
Von Elke Heinemann
Musik: Rainer Quade
Regie: Martin Zylka
Produktion: DLR/WDR/RB 2007
Länge: 83 Minuten

Davos, 15. Juni 1938: Während seine Lebensgefährtin Erna Schilling den Psychiater Dr. Frédéric Bauer telefonisch zu Hilfe ruft, nimmt sich der deutsche “Brücke”-Maler Ernst Ludwig Kirchner durch einen Pistolenschuss das Leben. 1937 war er wie viele andere als Produzent “Entarteter Kunst” aus der Preußischen Akademie ausgeschlossen worden. Noch kurz vor seinem 58. Geburtstag hatte er seine Druckstöcke und einige Skulpturen aus dem “Haus am Waldboden” in Davos-Frauenkirch vernichtet. Mit seinem Suizid beendete der drogenabhängige Künstler das Wechselspiel von Selbstzerstörung und Selbstbestimmung, das die letzten sechs Jahre seines Lebens geprägt hatte.

Sonntag, 05.02.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Parker - Fragen Sie den Papagei
Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Richard Stark
Hörspielbearbeitung und Regie: Irene Schuck
Produktion: WDR 2010
Länge: 51 Minuten

Nach seinem Überfall auf die Geldtransporter ist Parker auf der Flucht, verfolgt von einer Meute Polizisten mit Spürhunden. In dieser fast ausweglosen Situation lernt er Tom Lindahl kennen, einen Außenseiter mit Papagei, der ihm eine Fluchtmöglichkeit und ein Dach über dem Kopf bietet. Lindahl versteckt ihn aber nicht aus Großherzigkeit, sondern weil er eigene Pläne hat: Parker soll ihm helfen, die Wetteinnahmen einer Pferderennbahn zu stehlen. Das Versteckspiel in dem tristen kleinen Ort in Massachusetts, in dem jeder jeden kennt, gestaltet sich schwierig. Die Lage spitzt sich weiter zu, als Parker an einer Tankstelle erkannt wird. Dennoch zieht er mit Tom Lindahl den nächtlichen Raubzug auf der Rennbahn durch. Sie erbeuten zwei prall gefüllte Geldtaschen. Mit seinem Anteil kann Parker die Flucht fortsetzen. Er wagt sich an einen nicht ungefährlichen Plan, und jeder, der diesem in die Quere kommt, scheitert an Parkers Skrupellosigkeit

Freitag, 03.02.2012, 22.33 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Guten Morgen, Mitternacht
Nach dem gleichnamigen Roman von Jean Rhys
Musik: Karl Atteln
Hörspielbearbeitung und Regie: Franziska Hirsbrunner
Produktion: Schweizer Radio DRS 2003
Länge: 91 Minuten

”In der Sonne war es schön / Ich wäre gerne geblieben / Aber der Morgen - wollte mich nicht - jetzt nicht / Dann halt - gute Nacht - Tag!” schrieb Emily Dickinson im Gedicht, das Jean Rhys mit dem Titel ihres 1939 erstmals veröffentlichten Romans “Guten Morgen, Mitternacht” zitierte. Er handelt von der kurzen, aber schwierigen Wiederbegegnung einer nicht mehr ganz jungen Frau mit Paris, der Stadt, in der sie lange Jahre gelebt und von der sie sich einst viel erhofft hatte.

Sonntag, 29.01.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Ein Brandstifter
Mundarthörspiel von Jochen Schimmang
Regie: Susanne Hinkelbein
Produktion: SWR Tübingen
Länge: 39 Minuten

Hans Baumann arbeitet als gewissenhafter und überaus belesener Beamter beim Finanzamt in Kieshausen. Er hat lange bei seiner Mutter gewohnt und lebt nun als Einzelgänger in einem eigenen Haus. Gelegentlich verschwindet er spurlos übers Wochenende, ohne jemals
darüber zu sprechen. Er gilt als Sonderling, wird aber von Kollegen und Nachbarn als freundlich, kompetent und zuverlässig geschätzt. Hans Baumann ist nicht ehrgeizig, aber er kann Ungerechtigkeit nicht ertragen. Und was er will, das schafft er auch! Hans Baumann zündet das Finanzamt an.

Samstag, 28.01.2012, 21.03 Uhr, SWR4 BW Mundarthörspiel
 
 

 
Hörspieltipp: Einmal
Nach dem gleichnamigen Roman von Morris Gleitzman
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Regie: Tobias Krebs
Produktion: SWR 2012

Einmal gab es eine Zeit, da liebte Felix Geschichten. Jetzt hasste er sie. Polen 1942. Seit drei Jahren und acht Monaten lebt der 10-jährige Felix schon in einem katholischen Waisenhaus in den Bergen. Was außer Mutter Minka aber niemand weiß, nicht einmal sein bester Freund Dodie: Er ist gar nicht katholisch, er ist jüdisch. Und seine Eltern sind auch nicht tot. Sie haben ihn nur vorübergehend im Waisenhaus untergebracht – so lange, bis die Schwierigkeiten mit ihrem Buchladen gelöst sind, erklärten sie Felix. So vertreibt sich Felix die Wartezeit damit, Geschichten über die abenteuerlichen Reisen der Eltern zu erfinden. Denn er ist ein sehr guter Geschichtenerzähler. Als eines Morgens Männer mit seltsamen Armbinden im Waisenhaus auftauchen und im Hof die Bücher aus Mutter Minkas Bibliothek verbrennen, beginnt Felix zu begreifen, dass die Situation für jüdische Buchhändler ernst geworden ist. Kurzentschlossen flieht er, um seine Eltern aufzusuchen und sie davor zu warnen, dass eine Verbrecherbande namens Nazis durchs Land laufe und jüdische Bücher verbrenne. In der Heimat angekommen, findet er im Buchladen der Eltern aber keine Bücher, sondern nur alte Kleidung vor. Auch öffnet ihm statt seiner Mutter eine unbekannte, bösartige Frau die Tür zur eigenen Wohnung. Ratlos begibt er sich auf die Suche nach seinen Eltern. Doch was ihm auf der langen Suche widerfährt, lässt Felix allmählich daran zweifeln, dass die Nazis wirklich nur jüdische Bücher hassen: Unterwegs liest er die kleine Zelda auf, deren Eltern ermordet wurden. Gemeinsam geraten sie in einen langen Treck jüdischer Menschen, halb verhungerter, trauriger, kranker Menschen, die von Nazi-Soldaten erbarmungslos Richtung Großstadt getrieben werden. Gerade als Felix, selbst krank und völlig erschöpft, nicht mehr weiter weiß bei all den furchtbaren Dingen, die um ihn herum geschehen, taucht wie durch ein Wunder ein Retter auf: Barnek, der Mann mit der Zaubertasche, der meint, dass jeder im Leben wenigstens einmal etwas Gutes verdient habe.

Samstag, 28.01.2012, 16.05 Uhr, SWR2 Spielraum

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: www.swr2.de/hoerspiel
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Hörspieltipp: Parker - Keiner rennt für immer
Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Richard Stark
Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl
Hörspielbearbeitung: Helmut Peschina
Regie: Annette Kurth
Produktion: WDR 2010
Länge: 52 Minuten

Parker erfährt von einer geplanten Bankenfusion in der Kleinstadt Rutherford. Der Umzug des Barvermögens soll mit vier Geldtransportern durchgeführt werden, von denen nur zwei beladen sind. Ein Komplize weiß, welche beiden Transporter geknackt werden müssen, aber Parker zweifelt an der Vertrauenswürdigkeit des Informanten - er hat ein Verhältnis mit der Gattin des Bankdirektors. Außerdem musste Parker zuvor einen Spitzel verschwinden lassen, und nun ist ein Kopfgeldjäger hinter ihm her, der den Verschwundenen sucht. Ein schwieriger Job für Parker, der für Präzision berüchtigt ist, aber auch dafür, dass er keine Kumpel kennt und kein Erbarmen mit Pfuschern. Parker bleibt auf der Flucht.

Freitag, 27.01.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Die Wörter sind böse
Hörstück von und mit Rolf Dieter Brinkmann
Regie: Hein Bruehl
Produktion: WDR 1974
Länge: 53 Minuten

Es lebe das Pop-Hörspiel! Aber was ist der Unterschied zwischen den heutigen Wiederbelebungsversuchen von Medienarbeitern und dem veritabler Schriftsteller? Ganz einfach: “Die Wörter sind böse”, meint Rolf Dieter Brinkmann. In seinem akustischen Selbstversuch beschreibt er seinen Kölner Autorenalltag im Jahr 1973. Von einem Mikrofon und den Alltagsgeräuschen begleitet, zieht Brinkmann durch die Straßen und schimpft auf seine Stadt. Kurze biografische Texte und Gedichte ergänzen die Tiraden ebenso wie Kneipengespräche oder Wortwechsel mit seiner Frau und dem behinderten Kind. Radikal subjektiv und sprachmächtig übertrug Rolf Dieter Brinkmann hier seine Idee vom Gedicht als “snapshot” und von der Literatur als “Film in Worten” auf das akustische Medium.

Donnerstag, 26.01.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 



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