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Freitag, 24. November 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: Von der Fülle und der Leere
Nach Predigten von Johannes Tauler
Hörspiel von Roland Steckel
Musik und Regie: Roland Steckel
Produktion: SWR/RB 2010
Länge: 54 Minuten

Über die Montage von sechs Predigten des Straßburger Dominikaners Johannes Tauler konstruiert Ronald Steckel einen Monolog, der die Suche nach dem jeden Menschen innewohnenden und nur zu bergenden Gottesfunken umkreist. Der Weg führt über das stetige Ringen um Selbsterkenntnis, die in der “Einkehr” und in der “Besinnung” ruhen. Sich von den weltlichen Dingen abwenden, bedeutet jedoch bei Tauler nicht eine Missachtung des Alltagslebens. “Ora et labora” sind auch hier ein Weg zur inneren Gelassenheit und Seelenergründung. Ich bin überzeugt, dass Taulers Predigten, wie die Texte anderer Mystiker des Mittelalters, allgemeine Werte ansprechen und auch dem Menschen des 21. Jahrhunderts weder fremd noch unverständlich sind. Ronald Steckel

Donnerstag, 25.10. 2012, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Das mit Laura
Hörspiel von Eduard Stürmer
Regie: Eduard Stürmer
Produktion: Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 2009
Länge: 55 Minuten

”Ich habe kein Blut gesehen. Ich habe ihr Gesicht nicht mehr gesehen. Ich habe sie einfach gar nicht mehr gesehen. Ich war nicht traurig oder schockiert. Ich konnte auch nicht richtig weinen. Dann habe ich mich dazu gezwungen, damit die Polizisten nicht denken, es wäre meine Schuld gewesen.” Laura lebt nicht mehr. Sie hat sich umgebracht, mit 18 Jahren, vor den Augen ihrer Schwester Diana. Ihr Tod ist schon einige Jahre her, Angehörige und Freunde können inzwischen von dem Danach sprechen, von der Wunde, die der Tod der Freundin, der Schwester hinterlassen hat, von der aussichtslosen Suche nach dem Warum, aber schließlich auch ganz direkt von Laura. Und es tut immer noch weh.

Sonntag, 14.10.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: ARD Radio Tatort "Vorahnung"
Kriminalhörspiel von Friedemann Schulz
Regie: Harald Krewer
Produktion: HR 2012
Länge: 53 Minuten

Nebes Kollege Schmoll hat sich was einfallen lassen, um aufzufallen. Er führt eine Bürger-Sprechstunde ein. Und dann kommen sie, die notorischen Denunzianten, und eben Rentner, die was gefunden haben. “Das haben wir nun davon”, denkt Nebe, als ein Rentner eine billige, demolierte Puppe abgibt. Es folgen zwei weitere. Geschändete Puppen – Langeweile pur für Nebe. Die Zahl aufzuklärender Morde ist gleich Null. Und doch legt sich so etwas wie eine leise Vorahnung über die Region. Und dann findet man an einem Wehr der Fulda tatsächlich die Leiche eines kleinen Mädchens.

Freitag, 12.10.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
Samstag, 13.10.2012, 21.03 Uhr, Zweitsendung auf SWR4

Diese Folge steht ab Montagabend nach der Sendung vier Wochen zum Download bereit: www.radiotatort.ard.de.Auch als Podcast abonnierbar!
 
 

 
Hörspieltipp: Preisträgerinnen
Von Marlene Streeruwitz
Komposition: Philip Stegers
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Produktion: SWR 2012 – Ursendung
Länge: 38 Minuten

Zwei Frauen haben es geschafft: Sie sind etablierte Preisträgerinnen in der lange Zeit als Männerdomäne geltenden Literaturwelt. Sie sind nicht mehr ganz jung, wenn auch noch attraktiv, sie haben gelebt. Und sie sprechen miteinander über Auszeichnungen, über ihre Mütter, über den Preis des Erfolgs, über das Alter, junge Männer und über den Sex. Lakonisch, dekadent, zärtlich, verletzlich, hasserfüllt, Finten schlagend und zynisch ziehen sie ihre Register. Zwei intelligente Damen im miteinander konkurrierenden Streitgespräch. Was als Dialog beginnt, wird aber immer mehr zu zwei monadenhaft abgekapselten Monologen, die sich zwischen Traum, Selbstinszenierung und Wirklichkeitsprotokoll bewegen. Aber vielleicht sind diese beiden Damen auch nur eine im imaginären Zwiegespräch …

Donnerstag, 11.10.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Die andere Seite
Nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Kubin
Musik: Vredeber Albrecht
Hörspielbearbeitung: Axel Wandtke
Regie: Christoph Kalkowski
Produktion: WDR 2011
Länge: 80 Minuten

In den Bergen Asiens hat der exzentrische Patera ein streng abgeschirmtes “Traumreich” gegründet, zu dem nur Auserwählte Zugang erhalten. So auch ein Freund aus Jugendzeiten, der als Künstler in diesem Utopia auf ein sorgenfreies Leben hofft. Einmal im Traumreich angelangt, verfällt er der kollektiven Faszination für Patera, die alle Bewohner ergriffen hat. Der rätselhafte Gründer scheint hier mehr als überpersönliches, totalitäres Prinzip denn als Mensch in Fleisch und Blut zu herrschen. Doch die anfängliche Euphorie weicht zunehmend Lethargie und Ohnmacht. Bis ein Eindringling von außen den Bann bricht. Das Traumreich wandelt sich in einen Albtraum.

Sonntag, 07.10.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Prof. Sigmund Freud - Versehrung
Kriminalhörspiel von Heiko Martens
Musik und Regie: Christian Hagitte / Simon Bertling
Produktion: STIL/HR 2011
Länge: 57 Minuten

Wien, in den 1920er-Jahren: Wir befinden uns in der Hochburg der Psychoanalyse mit der inzwischen unbestrittenen Koryphäe Sigmund Freud. Schüsse hallen eines frühen Morgens durch Wiens Straßen. Ein Schütze hat sich auf einem Kirchturm verschanzt und bedroht jeden, der sich auf dem Platz unter ihm zeigt. Gendarm Karl Gruber kann Freud überreden, ihn bei einer diplomatischen Lösung der Situation zu unterstützen. Unter Zeitdruck und gegen die Widerstände von Karls Polizeikollegen kommt es zu Verhandlungen mit dem Mann, der – wie Karl – als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Sigmund Freud setzt alles daran, den Schützen von seinem Vorhaben abzubringen, bevor es zu einem Blutvergießen kommt.

Freitag, 05.10.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Reise, Toter
Von Durs Grünbein / Ulrike Haage
Musik: Ulrike Haage
Realisation: Ulrike Haage
Produktion: BR/HR 2001
Länge: 50 Minuten

Der Lyriker Durs Grünbein und die Musikerin Ulrike Haage haben für ihre Hörspielkomposition Miniaturdramen von Durs Grünbein ausgewählt, in denen ungewöhnliche, so komische wie tragische Todesfälle erzählt werden. Geschliffene Epigramme wechseln mit Nachrufen aus einer fernen Gegenwart. Dazwischen sucht eine Stimme nach Halt, indem sie zum Anfang zurückzielt, in die früheste “uterine” Kindheit. “Bin gleich zurück”, die lapidare Schlusszeile eines Epitaphs spielt mit dem Unbekannten, dem Überraschenden, Paradoxen, das dem Tod anhaftet. Kein Wunder, dass in manchen Kulturen das Gelächter die Trauerklage ersetzt.

Donnerstag, 04.10.2012, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Der Hals der Giraffe
Nach dem gleichnamigen Roman von Judith Schalansky
Hörspielbearbeitung und Regie: Beate Andres
Produktion: SWR 2012 – Ursendung
Länge: 74 Minuten

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als 30 Jahren Biologie. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über ihre übliche Hassliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Mittwoch, 03.10.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Feiertag

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: SWR2.de/hoerspiel
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