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Sonntag, 25. Juni 2017
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Hörspieltipps

 
Hörpsieltipp: Der Pirat vom Bodensee
Mundarthörspiel von Daniel Goetsch
Musik: Martin Bezzola
Regie: Mark Ginzler
Produktion: SWR Freiburg 2012
Länge: 49 Minuten

Eines Morgens schwimmt ein bemanntes Floß auf dem Bodensee. Vertreter sämtlicher Medien sind sofort in heller Aufregung und zur Stelle. Darunter auch der lang gediente Lokaljournalist Walter Bender aus der Schweiz und die junge ambitionierte Jenny Strass vom deutschen Bodensee TV. In einem Campingzelt auf dem Floß hat sich ein rätselhafter Mann verschanzt, der nach einer Weile eine Piratenflagge hisst. Die Öffentlichkeit rätselt über Sinn und Zweck der Aktion, und die dreiAnrainerstaaten, Deutschland, Österreich und die Schweiz, installieren einen grenzüberschreitendenden Krisenstab. Aufgrund der unterschiedlichen Mundarten und Mentalitäten kommt es zu Missverständnissen und zum üblichen Gerangel um Zuständigkeiten. Dabei stellt sich heraus, dass sich das Floß im Niemandsland befindet, denn außerhalb der Uferzone des Bodensees wurden nie Grenzen festgelegt. In vielerlei Hinsicht ein echter Grenzfall. Angeheizt von der brummenden Medienmaschinerie schlägt die Stimmung in der Öffentlichkeit um. Mancher bekommt es mit der Angst zu tun. Der Krisenstab steht unter Druck. Da meldet sich eine Kellnerin, die den „Piraten“ angeblich kennt: ein Schweizer Rentner, der jahrelang täglich in ihrem Café die Zeitung las und Nussgipfeli aß, und einmal soll er von der Wassernymphe Undine erzählt haben.
Jenny Strass ist überzeugt, dass man es hier mit einem Romantiker zu tun hat. Nur der Eigenbrötler Walter Bender ahnt, dass die Geschichte des mysteriösen Floßmanns auf einen älteren Grenz-Fall zurückgeht.

Samstag, 05.05.2012, 21.03 Uhr, SWR4 Mundart und Musik
Montag, 23.4.2012, 14.05 Uhr, DRS 1

Weitere Infos gibt es auf den Internetseiten von SWR 4 und Schweizer Radio DRS
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Hörspieltipp: Süden (1)
Kriminalhörspiel nach seinem gleichnamigen Roman von Friedrich Ani
Regie: Ulrich Lampen
Produktion: SWR 2012 - Ursendung

Tabor Süden kehrt zurück nach München, in »die verhunzte Stadt«, und läuft durch die Straßen auf der Suche nach seinem Vater. Er bleibt unauffindbar. Dafür taucht ein verwahrloster Junge auf, der vergeblich auf seine Mutter wartet. Die Stadt ist voller verlorener und ausgestoßener Gestalten. Süden war zu lange Polizist bei der Vermisstenstelle, als dass ihn das kalt ließe. Er heuert als Detektiv an und wird mit einem schwierigen Fall beauftragt: Raimund »Mundl« Zacherl, ein Wirt aus Sendling, ist vor zwei Jahren verschwunden. Seine Ehefrau will endlich Klarheit.

Freitag, 04.05.2012, 22.33 Uhr, SWR2 Krimi
Teil 2, Freitag, 11. Mai, 22.03 Uhr
 
 

 
Doppel-Hörspieltipp: Deutschland 1944 / Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonn
Zwei Hörspiele von Helmut Heißenbüttel

Deutschland 1944
Musik: Ronald Steckel
Regie: Klaus Schöning
Produktion: WDR 1979
Länge: 19 Minuten

Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte
Mit Henning Schlüter
Musik: Ronald Steckel
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: BR 1997
Länge: 32 Minuten

»Deutschland 1944«erzählt keine Story, sondern dechiffriert ideologiekritisch über eine Collage von Redensarten, Berichten, Versen, Musiken und O-Tönen die Sprache des Jahres 1944 in Deutschland. Sie bewegt sich grausam, absurd wie sentimental, öffentlich wie privat, zwischen Klassiker-Pathos, Naturverbundenheit, Durchhalteparolen nach der Landung der Alliierten und Himmlers Rede zur Judenvernichtung. Heißenbüttel zeichnet hier deutsche Mentalitätsgeschichte in all ihrer Widersprüchlichkeit während der Hitler-Diktatur nach und erweist sich als Vorläufer des »Echolot«-Projektes von Walter Kempowski.
»Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte«, wenn also Hitler mit Stalin nicht ein siegreiches Bündnis gegen die West-Alliierten geschlossen hätte, dann, so in Heißenbüttels negativer Utopie, dann wäre Europa nicht zu einem totalitären System zusammen gewachsen, das seine Mitbewohner bis in die kleinste persönliche Neigung hinein überwacht – und gegebenenfalls hart bestraft.

Donnerstag, 03.05.2012, 22.18 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 

 
Hörspieltipp: Der Stierkampf oder große Schneeflucht
Nach einem Text von Michel Leiris
Hörspielbearbeitung: Hans-Jürgen Heinrichs
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: WDR 1990
Länge: 36 Minuten

Spanien hat im 21. Jahrhundert aufgehört, Spanien zu sein. Zumindest gilt das de jure in Katalonien, wo seit 2012 der Stierkampf verboten ist. Dabei hat die Corrida de Toros gerade zahlreiche katalanische Künstler wie Pablo Picasso inspiriert. Auch Michel Leiris, Freund der Maler Picasso und André Masson, konnte sich der Faszination des Stierkampfes nicht entziehen. In seiner Szene zwischen einem Sänger, einem Dichter und einem Erzähler wird die Corrida zum Inbegriff schriftstellerischen Selbstverständnisses. Denn im Leben wie in der Kunst gehe es darum, unter ritualisierten Abläufen sich dem Risiko auszusetzen – so wie der Stierkämpfer, der in jedem Augenblick aufgespießt werden kann. Das Schreiben ist nur dann wahr, wenn der Künstler sich selber aufs Spiel setzt. Das eigene Leben zum Thema werden zu lassen ist eine Möglichkeit, um “wenigstens den Schatten eines Stierhornes in die Literatur einzubringen”. Der Stierkampf ist Metapher für Leben und Tod, Existenz und Mythos, Werden und Vergehen.

Dienstag, 01.05.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Feiertag
 
 

 
Hörspieltipp: Cassette für Clara
Hörspiel von Eva Weissweiler
Regie: Corinne Frottier
Produktion: SWF 1995
Länge: 44 Minuten

In Vorbereitung auf einen Vortrag entwickelt die Musikwissenschaftlerin Holzhäuser feministische Anschauungen am Beispiel der Komponistin, Klaviervirtuosin und Mutter Clara Schumann, zu der sie die eigene Biographie und die ihrer Möhren mümmelnden und rammelnden Kaninchen in Beziehung setzt. Das Ergebnis ist ein lakonischer und ironischer Vortrag voller Wut und voller Selbstvorwürfe. Aber erst mal beginnt er kämpferisch: »Vor sechzehn Jahren, die ersten Nummern der ›Emma‹ waren gerade erschienen und ein in weiteren Kreisen etabliertes feministisches Bewusstsein gab es de facto noch nicht, war ich Musikredakteurin in … und so weiter. Ich bearbeitete den Bereich Symphonie und Oper, ein Gebiet, auf dem, wie Sie wissen werden, Frauen fast gänzlich unterrepräsentiert sind, als Komponistinnen wie als Dirigentinnen, was damit zusammenhängt, dass das Orchester ein paramilitärisch-patriarchalischer Männerbund ist, hervorgegangen aus der kapitalistisch-feudalistischen Imponiertradition höfischer Macht- und Prachtentfaltung.«

Sonntag, 29.04.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag
 
 

 
Hörspieltipp: Moi non plus
Hörspiel von Simon Froehling in der Reihe «Grenzfälle»
Technik: Tom Willen
Musik: Malte Preuss
Dramaturgie & Regie: Reto Ott
Produktion: SRF 2012
Dauer: 50‘

Es beginnt alles auf Teneriffa. Die 15jährige Amélie aus der Schweiz ist zum ersten Mal seit der Trennung ihrer Eltern mit der Mutter richtig in die Ferien gefahren. Am Strand begegnet sie Nathan aus Deutschland, der mit seinem Vater auf die Insel gekommen ist. Die beiden Teenager flirten, umkreisen sich, nähern sich langsam an. Was sie nicht wissen: zur gleichen Zeit treffen sich Peter und Barbara, ihre alleinstehenden Elternteile, und beginnen heimlich eine stürmische Affäre.
Erst am Tag der Abreise, auf dem Flughafen, wird den vieren schlagartig klar, in was für ein heikles Beziehungsnetz sie geraten sind. Kommt hinzu, dass die Erwachsenen bereits konkret das Zusammenleben als schweizerisch-deutsche Patchwork-Familie verabredet haben. Wenn auch vorerst nur zur Probe. Zwar protestieren die Kinder vehement. Sie wollen sich keine Beziehungsform vorschreiben lassen, und schon gar nicht als Quasi-Stiefgeschwister. Doch es bleibt dabei: Vater und Sohn aus Deutschland ziehen in den Osterferien zum Probewohnen bei Mutter und Tochter in Zürich ein – mit unerwarteten Folgen…
Simon Froehling interessiert sich bei seinem familiären Stresstest für jene dehnbare Grenzen, die auch «ein erotisches Feld sind, ein Versprechen, der Punkt, wo die Sehnsucht aufglimmt, wo die Ahnung aufkommt von dem, was jenseits dieser Grenze liegt, dem Fernen, Verbotenen, vielleicht Unerreichbaren.» (Marion Poschmann)

Samstag, 28. April 2012, 21.03 Uhr, SWR4 Mundart und Musik
und Montag, 30.April 2012, 14.00 Uhr, DRS 1

Das Hörspiel steht nach der Sendung vier Wochen zum Download bereit unter: www.swr.de/swr4/bw
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Hörspieltipp: Die Flüsterer
Hörspiel von Bodo Traber und Tilman Zens
Mit: Peter Brombacher, Caroline Ebner u.a.
Musik und Regie: Michaela Melián
Produktion: BR 2010
Länge: 46 Minuten

Philip Dix ist schwer verunglückt, wochenlang kämpft er ums Überleben. In schrecklichen Angstträumen begegnet ihm immer wieder ein Mann, der ihm scheinbar sinnlose Daten einzutrichtern versucht. Auch nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen ist, hat Dix Bewusstseinsstörungen, hört Stimmen, ist nicht mehr Herr seiner selbst. Seiner Frau und seinen Freunden wird sein befremdliches Verhalten schon bald unheimlich. Fast scheint es, als würde er eine “andere” Realität wahrnehmen als sie. Dann erschießt er auf einem Spielplatz kaltblütig mehrere Kinder. Unmittelbar nach der Tat wird er von Unbekannten entführt und in ein seltsames Sanatorium eingeliefert. Hier begegnet Philip dem Mann aus seinen Albträumen wieder – diesmal leibhaftig.

Freitag, 27.04.2012, 22.03 Uhr, Krimi
 
 

 
Hörspieltipp: Memory Loops
Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933 - 1945
Hörspiel von Michaela Melián
Musik und Regie: Michaela Melián
Produktion: BR 2010
Länge: 57 Minuten

Alljährlich kürt eine unabhängige Kritikerjury der Akademie der Darstellenden Künste eine Produktion der ARD sowie von Deutschlandradio/Deutschlandfunk zum “Hörspiel des Jahres”. Für 2010 erhielt diese Auszeichnung “Memory Loops” von Michaela Melián. Aus der Begründung der Jury: “Dieses akustische Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München beeindruckt bereits durch seine Größe und historiografische Leistung. Michaela Melián hat in ihrem Projekt ‘Memory Loops’ – das mit Installationen und einer Onlinepräsenz über die fünf hier ausgezeichneten Hörspielstunden weit hinausgeht und 300 Stunden umfasst – Erinnerungen und Zeitdokumente, Verordnungen und Briefe zu einem Echoraum individuellen Terrors collagiert und damit die Erinnerungen Diskriminierter, Kriminalisierter und Eliminierter auf eine ganz unmittelbare Art zugänglich gemacht.”

Donnerstag, 26.04.2012, 22.03 Uhr, Hörspiel-Studio
 
 



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