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Freitag, 24. November 2017
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Hörspieltipps

 
Hörspieltipp: "Ein Cäsar wäre ich sehr gerne gewesen" (1/2)
Monolog eines Mörders
Hörspiel nach autobiographischen Texten Ernst August Wagners
Von Horst Brandstätter und Bernd Neuzner
Mit: Martin Schwab
Regie: Heinz von Cramer
(Produktion: SDR 1996)
Länge: 50 Minuten

„Mit dem Fall Wagner beginnt sicher nicht die Geschichte des Amoklaufs in der Welt, es beginnt aber die Geschichte der wissenschaftlichen Dokumentation und Erklärung des Amoklaufs. […]
Ein Amoklauf ist ein solch komplexes und seltenes Phänomen, dass dazu viel zusammenkommen muss: Kränkung, Wut, Hass, Ressentiment, Männlichkeit und Unzufriedenheit damit, Rechtfertigung mit und ohne Philosophie, Selbstwertunsicherheit und aggressives Ideal, Rache, die nicht klein und alltäglich sein darf, dazu vielleicht Sadismus. Feinde und Rivalen, Planung und vorgestellter Nutzen, Gelegenheit, Waffen und Übung damit, Angst, Erregung und Verzweiflung, Menschenverachtung, Reizbarkeit und Depression, die Vorstellung von Erlösung, eine Mission oder die Ausgestaltung eines ‚Lebenswerkes‘. Ruhmsucht, Enthemmung oder die Lust auf solche. Eventuell eine Psychose oder nur gewöhnlicher Fanatismus und Radikalität. Ein Wahn alleine reicht nicht aus, ebensowenig wie das Internet – mit einem Wahn kann man auch still und glücklich werden. Allemal ein Vorbild und eine Vorlage zur Nachahmung und Identifikation. So etwas wie einen Amoklauf erfindet nicht jeder wieder aufs Neue.
Der Prototyp, gleichsam der Pionier für unsere moderne Zeit, war in seinem Fall der Hauptlehrer Ernst August Wagner, der Mordbrenner von Degerloch.“ (Bernd Neuzner)

Seit 1909 schon hatte sich Wagner in tagebuchartigen Notizen, die teilweise aufzufinden und in ihrer Chronologie zu rekonstruieren den Autoren gelang, mit der Planung seiner Tat beschäftigt. 1912 schrieb er beispielsweise: "Ich blicke zurück auf meine Tat. Gesetzt, sie wäre geschehen, könntet ihr anderen mehr tun als euch meine Tat denken? So ist das Gedachte also gleich dem Geschehenen." Diese Tat beschäftigte später nicht nur die zeitgenössische Presse. Sie wurde z.B. auch zum Auslöser für Hermann Hesses Erzählung "Klein und Wagner" (1919 im Erstdruck erschienen).

Samstag, 25.01.2014, 21.03 Uhr, SWR4 Mundart-Hörspiel

Teil 2 am Samstag, 01.02.2014 um 21.03 Uhr auf SWR4.
 
 

 
Hörspieltipp: Patsch wird Zauberlehrling
Eine Geschichte von Lotte Kinskofer zu “Pulcinella” von Igor Strawinsky
Erzähler: Rainer Strecker
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: Gérard Korsten
Moderation: Eva Schramm

Alle Tiere auf dem Bauernhof lachen über den kleinen Hahn Pulcino und nennen ihn nur “Patsch”, weil er so tollpatschig ist. Deshalb fühlt er sich gar nicht wohl dort und sucht sich ein neues Zuhause. Auf seinem Weg trifft er eine Taube und einen Hasen, die für einen Zauberer beim Wanderzirkus arbeiten. Sie mögen ihn und würden ihn gerne in ihr Zauber-Team aufnehmen. Aber ihr Chef ist gar nicht begeistert, denn ein Zauberlehrling muss geschickt sein! Doch Patsch zeigt seine besondere Begabung: Er ist vielleicht nicht geschickt, aber sehr komisch ...

Samstag, 25.01.2014, 18.40 Uhr, SWR2 Spielraum – Die Geschichte
 
 

 
Hörspieltipp: Ein sturer Hund (1/2)
Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Heinrich Steinfest
Mit: Wolfram Berger, Christian Dolezal, Christoph Bach, Bibiana Beglau, Christian Koerner, Sascha Nathan u.v.a.
Musik: Otto Lechner
Bearbeitung und Regie: Götz Fritsch
(Produktion: SWR/ORF 2013)
Länge: 57 Minuten

Wer ist die Mörderin, die ihre Opfer porträtiert und anschließend mit ritueller Präzision köpft? Und was hat sie mit dem eigensinnigen Wiener Privatdetektiv Cheng zu tun? Er muss sich jedenfalls sputen. Denn als er sich selbst als Zeichnung vorfindet, startet sein Wettlauf gegen die Zeit, und er muss feststellen, dass nicht nur sein unheimlich langsamer Mischlingsrüde Lauscher ein sturer Hund ist ...

Der komplexe Roman, der in Stuttgart spielt und mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet wurde, wird als dritter Steinfest-Hörspielkrimi in zwei Teilen urgesendet.

Ursendung am Freitag, 24.01.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Krimi

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als On-Demand-Stream auf: www.swr2.de/hoerspiel

Teil 2 am Freitag, 31.01.2014 um 22.03 Uhr auf SWR2.
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Hörspieltipp: Irres Licht
Hörstück von Uwe Dierksen und Matthias Göritz
Komposition und Realisation: Uwe Dierksen
Mit: Christian Brückner, Judith Rosmair und Franziska Junge
(Produktion: SWR 2014)
Länge: 49 Minuten

Der Musiker und Komponist Uwe Dierksen und der Schriftsteller Matthias Göritz haben gemeinsam ein Libretto für ein musikalisches Hörstück erarbeitet. Erzählt wird in assoziativen Bildfolgen die Erinnerungsreise eines Mannes, die einem Drogentrip gleicht: Der Ekstase folgt die Hölle des Cold Turkey. In assoziativen Bildfolgen werden die gelebten und die nicht gelebten Möglichkeiten seines Lebens beschworen. “Unser Hörstück berührt die Schichten einer Zwischenwelt, in der wir mehr sind als Träume – und spielt dabei frei mit Motiven aus William S. Burroughs “Naked Lunch”, Versen von E. A. Mares und dem Gedichtzyklus “Delirium Waltz” von Mark Strand”. (Dierksen/Göritz)

Ursendung am Donnerstag, 23.01.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung zwei Wochen als On-Demand-Stream auf: www.swr2.de/hoerspiel
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Hörpsieltipp: Der Reaktor
Nach dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Filhol
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Mit: Laura Maire, Matthias Buss, Bernhard Schütz, Hubertus Gertzen, Nadine Kettler u.a.
Komposition: Albrecht Vredeber
Hörspielbearbeitung: Christoph Kalkowski und Ben Neumann
Regie: Christoph Kalkowski
(Produktion: SWR 2012)
Länge: 71 Minuten

Drei Selbstmorde hat es gegeben unter den Arbeitern im Atomkraftwerk. Einer der Toten ist Loïc, Yanns bester Freund, mit dem zusammen er schon seit Jahren als Zeitarbeiter von Reaktor zu Reaktor zieht. “Neutronenfutter” nennen sich diese Leute selbst, denn für jeden, der wegen zu hoher Strahlenbelastung ausfällt, gibt es sofort willigen Ersatz. Yann hat beim Einsatz im Primärkreislauf einen verstrahlten Gegenstand berührt, ein kleiner Störfall nur, der nun genau rekonstruiert wird. Dabei schweifen seine Gedanken immer wieder ab, hin zu Loïc.
Der Roman zielt ins Zentrum, ins Zentrum der Macht und der Natur, ins Zentrum der heutigen Arbeitswelt, in der das einzige Kapital der Wanderarbeiter ihre eigene tödliche Dosis ist. Alex Rühle, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sonntag, 19.01.2014, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag

Dieses Hörspiel steht nach der Sendung eine Woche als on-demand-stream auf: www.swr2.de/hoerspiel
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Hörspieltipp: Joscha und Rosalina
Von Sigrid Zeevaert
Gelesen von Folkert Dücker
Moderation: Christoph König

Joscha ist oft allein. Aber das macht ihm nichts. Jedenfalls beinahe nichts. Joscha hätte gern noch eine große Schwester. Einen Hund übrigens auch. Und eine Katze, klar. Aber die hätte es in ihrer Wohnung nicht gut, und als Joscha ein durchnässtes Kätzchen auf der Straße begegnet, weiß er gleich, dass er ein anderes Zuhause für sie suchen muss. Auf seiner Reise durch die Stadt findet er zwar keine große Schwester, aber vielleicht eine Freundin.
Sigrid Zeevaert ist eine einfühlsame Miniatur gelungen, in der deutlich wird, dass scheinbar alltägliche Begebenheiten oftmals die größten Abenteuer darstellen.

Samstag, 18.01.2014, 18.40 Uhr, SWR2 Spielraum – Die Geschichte

Die Geschichte steht nach der Sendung ein Jahr zum Download bereit: www.kindernetz.de/spielraum.
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Radiotipp: ART’S Birthday 2014
EBU ars acustica special evening
Geburtstag der Kunst mit Live-Performances, -Konzerten und –Videostream
Live aus dem E-Werk Freiburg mit Radian meets Howe Gelb u.a.
Es spielen zudem Klangkünstler aus Freiburg, Basel und Straßburg sowie Student/innen der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Konzeption und Organisation: Frank Halbig und Nicoletta Torcelli
Senderegie: Frank Halbig
Moderation: Julia Neupert
(Produktion: SWR/E-Werk Freiburg e.V./HfG Karlsruhe 2014)
Länge: 105 Minuten

Bereits seit zehn Jahren organisiert die ars acustica group der European Broadcast Union (EBU) den “Art’s Birthday”. Dieser wird im Gedenken an den Fluxus Künstler Robert Filliou gefeiert. Der behauptete im Jahr 1963, dass exakt vor einer Million Jahren die Kunst geboren worden sei, um präzise zu sein, am 17. Januar, seinem eigenen Geburtstag. Zur Geburtsstunde der Kunst ernannte Filliou ein fiktives, zufälliges Ereignis: “Als jemand einen trockenen Schwamm in ein Gefäß voll Wasser fallen ließ”, und bemerkte dazu selbstironisch: “bescheidene Anfänge, aber schaut uns heute an”. Seit Fillious Tod 1987 führen Künstler weltweit den “Art’s Birthday” fort. Die spontan durchgeführten und vernetzten Events finden an vielen verschiedenen beteiligten Orten statt. Die einzige Voraussetzung ist, dass jede Gruppe Geburtstagsgeschenke senden und empfangen kann. Über die EBU-Satellitenkanäle “Haydn” und “Liszt” werden die akustischen Geschenke zwischen den international Beteiligten ausgetauscht.

Zusammen mit der E-Werk e.V. Freiburg organisiert SWR2 in diesem Jahr in den historischen Räumlichkeiten des ehemaligen Elektrizitätswerks ein vierstündiges Programm mit Live-Performances und -Konzerten.

Struktur trifft auf Improvisation, wenn die Formation Radian – die sich zwischen zeitgenössischer Musik, avanciertem Jazz und Pop, elektronischer Musik und Medienkunst bewegt – mit dem Erosions-Rocker Howe Gelb fusioniert.
Während das Wiener Elektro-Akustik-Trio Radian für seine Konzerte prinzipiell alles bis ins kleinste Detail plant, interpretiert der amerikanische Instrumentalist und Sänger Howe Gelb seine Songs immer auf komplett neue und unvorhersehbare Weise, erfindet auf der Bühne seine Songs jedes Mal neu und lässt sich somit sehr von den Gegebenheiten des jeweiligen Moments leiten. Es verbindet sie eine Liebe zu den Rändern der Musik, in dessen Kosmos es oft brutzelt, knackst und brummt, dass es eine helle Freude ist.

Freitag, 17.01.2014, 22.15 Uhr, SWR2 ars acustica

Live-Videostream auf swr2.de
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Hörspieltipp: Roman im Glas - Türkische Klangvitrinen
Hörspiel von Antje Vowinckel nach Motiven von Orhan Pamuk
Regie: Antje Vowinckel
(Produktion: HR/SWR 2013 )
Länge: 55 Minuten

”Ich wollte aus den Dingen immer ein Bild formen, sie aber versuchten mir anscheinend etwas anderes zu sagen”, vermerkt Orhan Pamuk.
Zu seinem Roman “Das Museum der Unschuld” baute Orhan Pamuk in Istanbul ein gleichnamiges Museum, das die im Roman vorkommenden Gegenstände in Vitrinen versammelt. Hinter Glas gehen die Dinge dort neue, zufällige Verbindungen ein und verweisen auf das Zeitgefühl der Oberschicht im Istanbul der 70er-Jahre. “Bei der Gestaltung der Vitrinen wurde mir bewusst, dass die Dinge, die ich jahrelang gesammelt und im Roman beschrieben hatte, im Museum eine neue Bedeutung gewannen. Sobald sie in die Vitrinen kamen, redeten sie miteinander und sangen ein neues, ein über den Roman hinausgehendes Lied”.
Dieses “Lied” macht Antje Vowinckel in ihrem Klangstück hörbar. Sie überträgt die Idee der Vitrinen und der zufälligen Begegnung von Dingen und Sätzen ins Akustische, in dem sie immer wieder Glasresonanzen verwendet. Diese verfremden den ursprünglichen Klang und rücken ihn in eine Distanz, wie man sie beim Betrachten der Dinge im Museum erlebt. Auch die Stimmung des “hüzun” wird angedeutet, das schwermütig passive Lebensgefühl der Türken, wie es Pamuk in seinen Büchern beschreibt.

Ursendung am Donnerstag, 16.01.2014, 22.03 Uhr, SWR2 Hörspiel-Studio
 
 



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