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„Freiburger Andruck“ am Mittwoch, 21. Juni, in der Stadtbibliothek
Die Übersetzerin Ragni Maria Gschwend liest aus „Verfahren eingestellt“ von Claudio Magris

Zu Freiburgs Literaturszene gehören nicht nur Autorinnen und
Autoren, sondern auch bedeutende literarische
Übersetzerinnen und Übersetzer. Im Rahmen der Lesereihe
Freiburger Andruck werden auch deren aktuelle Arbeiten
öffentlich vorgestellt.

Nach längerer Pause steht deswegen in der dritten
Veranstaltung der Lesereihe in diesem Jahr die deutsche
Ausgabe des 2015 im italienischen Original erschienenen
Romans „Non luogo a procedere“ von Claudio Magris im
Mittelpunkt. Ins Deutsche übertragen wurde dieses Werk von
Ragni Maria Gschwend.

Lesung und Gespräch mit Ragni Maria Gschwend finden am
Mittwoch, 21. Juni, um 20 Uhr in der Stadtbibliothek am
Münsterplatz statt. Es moderiert der Freiburger Autor,
Journalist und Übersetzer Jürgen Reuß.

Der Roman „Verfahren eingestellt“ – so der deutsche Titel –
stützt sich auf eine wahre Geschichte. Die vielfach
ausgezeichnete Freiburger Übersetzerin Ragni Maria
Gschwend hat diesen brisanten und hochkomplexen
„sprachlich grandios durchrhythmisierten“ Roman über die
Grausamkeiten des Krieges und die Kraft des Vergessens
„kongenial“ aus dem Italienischen übersetzt (Volker
Breidecker, Süddeutsche Zeitung).

Für sein „Kriegsmuseum zum Zwecke des Friedens“ sammelt
ein Mann in Triest Kriegsgeräte aller Art. Jahre später, nach
einem mysteriösen Brand, versucht Luisa, Tochter einer Jüdin
und eines afroamerikanischen Leutnants, das Museum zu
rekonstruieren. Dabei wird nicht nur die Geschichte ihrer
Vorfahren zwischen Diaspora und Sklaverei wieder lebendig,
sondern auch die des einzigen italienischen
Konzentrationslagers, der Risiera (Reisfabrik) di San Sabba.
Die dort begangenen Verbrechen wurden später vertuscht,
die Verfahren eingestellt.

Der Autor Claudio Magris, 1939 in Triest geboren, studierte
Germanistik in Turin und Freiburg. Von 1978 bis zu seiner
Emeritierung 2006 war er Professor für Deutsche Sprache
und Literatur in Triest. Auf Deutsch erschienen unter anderem
„Blindlings“ (2007), „Verstehen Sie mich bitte recht“ (2009),
„Das Alphabet der Welt“ (2011) und „Die Verschwörung
gegen den Sommer“ (2013). Alle vier Bücher wurden von
Ragni Maria Gschwend ins Deutsche übertragen. Magris
erhielt zahlreiche wichtige Literaturpreise, unter anderem
2001 den Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung
und 2009 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Claudio Magris lebt in Triest.

Die Grande Dame der Freiburger Übersetzerszene Ragni
Maria Gschwend, 1935 in Immenstadt geboren, lebt seit 1976
in Freiburg. Sie übersetzte nicht nur mehrere Bücher von
Claudio Magris aus dem Italienischen, sondern auch Ennio
Flaiano, Tommaso Landolfi, Italo Svevo, Fulvio Tomizza und
andere. Sie erhielt den Übersetzerpreis der Leipziger
Buchmesse, den Paul-Celan-Preis und 2015 den DeutschItalienischen
Übersetzerpreis für ihr Lebenswerk.

Die Lesereihe „Freiburger Andruck“ ist eine Kooperation des
Kulturamts mit dem Literaturbüro Freiburg, der
Stadtbibliothek, dem Theater Freiburg, dem SWR Studio
Freiburg und der Badischen Zeitung. In Freiburg ansässige
Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und
Übersetzer stellen in dieser Reihe ihre neu erschienenen
Bücher zum ersten Mal in Freiburg vor. Vier bis sechs
moderierte Lesungen mit anschließendem Gespräch finden
im Laufe eines Jahres wechselnd bei den Mitveranstaltern
statt.

Der Eintritt kostet 7, ermäßigt 5 Euro. Karten im Vorverkauf
erhält man in der Stadtbibliothek am Münsterplatz (InfoAbteilung,
I.OG) sowie an der Abendkasse.
 
Eintrag vom: 19.06.2017  




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