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Bayreuth: „Der fremde Vertraute“
Foto: Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Bayreuth
 
Bayreuth: „Der fremde Vertraute“
Annäherungen an Richard Wagner Gesprächsrunde am 29. Juni 2017

Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich im Gespräch mit Christian Thielemann und Dr. Ulrich Drüner

„Der Versuch, in das Wesen eines Genies … erkennend einzudringen, ist keine Sache des Gelingens oder Misslingens. Bestenfalls führt er zu Überzeugungen, die, so fest sie sein mögen, nicht mit Gewissheit zu verwechseln sind.“ So schreibt Wolfgang Hildesheimer in seiner legendären Mozart-Biographie. Er fährt fort: „Die Grenzen potentieller Erkenntnis sind omnipräsent. Wenn ein erhellender Faktor sie scheinbar irgendwo zurücktreten lässt, so richten sie sich dort, wo dieser Faktor seine dunkle Gegenseite zeigt, umso unerbittlicher auf. Die Beschäftigung wird zum Selbstzweck und natürlich auch zur Selbstbereicherung, bestärkt durch eine Hoffnung, dass sie auch andere bereichere. Je mehr Tatsachen sich erhellen, desto rätselhafter wird das Unbelegte der Begleitumstände und Motivationen.“

In nicht minderem Maße gilt das naturgemäß auch für ein Genie wie Richard Wagner. Auch wenn er selbst bereits geradezu redselig einen beträchtlichen Umfang an Selbstzeugnissen hinterlassen hat, der durch die Wagner-Forschung noch um ein Vielfaches multipliziert und zu einem der – zumindest quantitativ – umfangreichsten Literaturbestände akkumuliert wurde, der je über einen einzelnen Menschen verfasst wurde, scheint es doch gelegentlich so zu sein, als würde das Wesen Wagners als Künstler und Mensch in der Fülle des Materials eher verschwinden als sichtbar werden.

So hat wohl jeder, der sich intensiver mit Wagner beschäftigt, seine eigene „Wagner-Biographie“, seine spezifischen Wege zu und Annäherungen an Wagner. Der Versuch der Aneignung des Phänomens Wagner bewegt sich dabei zusätzlich in einem äußerst polyvalenten, polarisierten und auch gelegentlich prekären Umfeld einer durchaus ideologischen Rezeptions- und Wirkungsgeschichte. Das Befassen mit Wagner kann dann schon mal zur Lebensaufgabe werden.

In der Gesprächsrunde in Haus Wahnfried diskutieren drei Persönlichkeiten, denen Wagner auf verschiedene Weise zu solch einer Lebensaufgabe geworden ist, über ihre Annäherungen an und Haltungen zu Wagner, dessen Persönlichkeit, Biographie und Schaffen:

Christian Thielemann, Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, der als Dirigent als einer der maßgeblichsten Wagner-Interpreten unserer Zeit gelten darf.

Dr. Ulrich Drüner, der von 1963 bis 1969 Musik und Musikwissenschaft studierte und 1987 über Richard Wagner promovierte. Er war Bratschist im Stuttgarter Kammerorchester und im Orchester der Staatsoper Stuttgart, wo er bei zahlreichen hochrangigen Wagner-Aufführungen mitwirkte. 1983 gründete er überdies ein Musikantiquariat. Die kritische Auseinandersetzung mit Wagner (besonders unter philosophischen und ideologischen Gesichtspunkten) stand immer wieder im Zentrum von Drüners wissenschaftlicher und publizistischer Tätigkeit. Drüner verbindet mithin die wissenschaftliche mit der praktischen Auseinandersetzung mit Wagner und hat zuletzt 2016 eine bemerkenswerte, über 800 Seiten starke, kritische Wagner-Biographie unter dem Titel „Die Inszenierung eines Lebens“ vorgelegt.
Dr. Sven Friedrich, Direktor des Richard Wagner Museums, als Gastgeber.
Termin

Wann: Donnerstag, 29. Juni 2017 | 19 Uhr
Wo: Saal des Hauses Wahnfried
Eintritt: 8 €
 
Eintrag vom: 15.06.2017  




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